Kategorie: Uncategorized

  • 5. April 2026

    Der 87. Geburtstag und die Zunge der Biene

    Erst mal die Lage checken – und dann urteilen. Denke ich so. Als ich mal wieder vom hyperventilierenden Felix höre. Der completely sauer ist. Völlig unbegründet, natürlich. Denn er denkt, meine Bruna und meine Nuria würden sich vor Arbeit drücken. Die er ihnen auftragen wollte – Tischdecken, Tellertragen etc.pp.

    Dann sitzen sie alle zusammen – zu elft – am Tisch. Meine family und die vom Onkel meiner Alea aus Gießen. Weil die Oma meiner Bruna Geburtstag hat: 87. Meine beiden Mädels überreichen ihrer Oma Lina als Geschenk ein selbst gemaltes Porträt, das mich zeigt. Mit Fell aus Noten. Oma Lina ist voll begeistert.

    Und meine Nuria und meine Bruna erzählen, die letzten Abende, bis gerade eben, hätten sie zusammen an dem Werk gearbeitet. Alle beeindruckt. Und Felix nun rot vor Scham. Bis ihm die Tränen der Rührung über die Wangen laufen. Die ich gerne weglecken würde. Wenn ich es könnte. Dazu gleich mehr. 

    Also: Wieder mal birthday. Meine Leute sind dazu weit weg gefahren von mir. Nach Hahnenklee bei Goslar. Um zu feiern. Ohne mich. Ohne Coco. Keine Ahnung, warum sie uns ignorieren. Ich keine Tränen lecken kann.

    Sie dafür aber Kröten huldigen. Die sie bei ihren Harzwanderungen treffen und über Wanderwege tragen. Weil die zum Laichen zu den Teichen wollen. Und meine Leute so: Eigentlich voll eklig, die Viecher. Iiih. Und ich denke so: Was für ein Bodyshaming. Dieser Stadtkinder. 

    Später sind sie bei den Bienen des Großonkels meiner Alea. Walter liebt diese Insekten. Und erzählt, er habe ein Experiment gemacht und Zuckerwasser auf seinen Tisch auf der Veranda gestellt. Eine Biene habe er geholt, an das Wasser gesetzt und gesehen, wie diese dieses Wasser mit ihrer Zunge – ja: Zunge, Bienen haben Zungen. Offenbar! – Geleckt habe und wenige Minuten später seien dann viele andere Bienen gekommen, nach und nach, immer mehr.

    Hunderte. Bis schließlich auf dem Behälter ein Schwarm gesessen habe. Und Walter so: Mit ihrem Schwänzteltanz könnten die Bienen ihren Mitbienen ganz genau den Standort der Leckerei anzeigen. Sie seien unfassbar schlau, die Bienen. Und dass die Drohnen – also männlichen Bienen – aus dem Bienenstock geworfen würden, zeige eben, dass die Natur nicht grundsätzlich das männliche Geschlecht bevorzuge.

    Matriarchat eben. Schlau. Erst Lage checken, dann rausschmeißen. Denke ich so. Und wüsste, wenn ich aus meinem Revier werfen würde. 

    Dien Erlösung. Denke ich so. Sollte heute unbedingt sein. Am Geburtstag von Oma Lina. Der auf Ostersonntag fällt. Der Wiederauferstehung von Jesus. Und ich spüre Frieden in mir. Genieße die Ruhe. Die Einsamkeit. In meiner Küche. In der Sonne. Sagt der erleuchtete Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid demütig. Und chillt, Leute!

  • 4. April 2026

    Eine Würdigung der Ratte, denk mal!

    Denkmal! Denk! Mal! Was für ein Wort. Ein Denkmal, erbaut, um Menschen, deren Leben andere Menschen gut fanden, zu würdigen. Und nun ist was Krasses passiert: In Kambodscha ist nicht ein Mensch, sondern ein Tier mit einem Denkmal geehrt worden. Und dann noch ein Tier, das die Menschen gemeinhin gar nicht so cool finden: Eine Ratte. Und ich denke so: Denk! Mal!

    Yes: Tatort: Kambodscha. Da ist eine Afrikanische Riesenratte mit dem Namen Magawa, die schon vier Jahre tot ist, postum mit einem 2,20 Meter hohem Denkmal geehrt worden. Warum heute? Weil heute der internationale Tag der Minenaufklärung ist. Und Kambodscha ist ein Land, das mit Minen verseucht ist.

    Ende der 1970er gab es da einen Bürgerkrieg, in dem Millionen Minen verlegt wurden. Wo, das weiß keiner. Da es keine Karten oder Aufzeichnungen gibt. Es weiß auch niemand, wie viele Minen noch im Boden sind – klar ist nur, es ist zu gefährlich, in manchen Gegenden Felder zu bestellen, Siedlungen hochzuziehen oder Kinder spielen zu lassen,. 2024, so sagen Experten, seien rund 6.200 Minenopfer registriert worden, weltweit. Von ihnen seien fast 2.000 tödlich verletzt worden.

    Und Magawa? War top. Weil Ratten eben durchaus nicht nur lecker sind, sondern auch intelligent. Und sich devot dem Menschen unterordnen., Sagen zumindest Menschen. Diese Hamsterratten also lassen sich sogar an Leinen führen. Über kontaminierte Felder. Bis sie den Sprengstoff erschnüffeln.

    Dann beginnen sie zu scharren – als Zeichen dafür, dass da Sprengstoff liegen könnte. Und klar, Ratten eignen sich auch hervorragend dafür, weil sie zu leicht sind, um die Minen auszulösen. Und dann auch noch schnell genug, um größere Flächen abzusuchen – 30 Minuten brauchen sie für ein Gebiet in der Größe eines Tennisplatzes. 

    Toll, die Ratte, denke ich so. Denke an Laura. Die eben von der Mutter eines schwierigen, äußerst introvertierten jugendlichen psychiatrischen Patienten erzählt. Die habe im Gespräch mit ihr gesagt, ihr Sohn, sei eben ein Opossum. Opossum. Really, denk mal.

    Nun, Laura sagt, sie habe sich alle Mühe gegeben, nicht loszulachen. Habe dann die KI gefragt, was ein Opossum sei, für was es stehe. Die Antwort: Eine nachtaktive Beutelratte sei das. Die dafür stehe, eher passiv zu sein – inspiriert von ihrem Verhalten, sich des Öfteren tot zu stellen.

    Nun, ich lebe. Bin ein Kater. Stolzer Chiller. Liege auf dem Küchentisch. Neben meiner Bruna. Welch Harmonie. Denk Mal! Denke ich so. Erbaut es für mich. Das Denkmal. Why not? He, he. Lacht der gediegene Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt, würdigt die Ratte, und chillt, Leute.!

  • 3. April 2026

    Katzen-Jesus Coco und der sterbende Wal

    Karfreitag ist heute also. Und ich so: Im ersten Moment: Nice, Tag für Katzen, oder was? Um dann aber doch extrem schnell zu realisieren – no: Car, nicht: Kat-Freitag. Also eher ein Gedenktag im Zusammenhang mit Autos, denke ich so – als englisch-affiner Kater. Und glaube, auch den Grund zu wissen: Car-frei-Tag – ein autofreier Freitag also angesichts der durch den Iran-Krieg ausgelösten Energiekrise. Not so bad.

    Merke dann aber: Auch falsch, düsen noch zu viele Cars vor meinem Revier rum. Und erfahre durch meine Alea: Karfreitag habe etwas mit Christentum zu tun. Die Vorsilbe Kar stamme aus dem Althochdeutschen und bedeute Kummer. Weil vor rund 2000 Jahren Jesus an einem Freitag ans Kreuz genagelt worden und für die Menschen gestorben sei – für deren Sünden. Und ich denke so: Großartig. Nur blöd, dass sie leider weiter sündigen. Ohne Ende. 

    Unermesslicher Kummer also. Nicht nur über Despoten, Kriege, Morde, Heimtücke, Verbrechen. Sondern auch im Kleineren – wo sich der Charakter des Menschen manches Mal besonders eindrucksvoll offenbart: Wieder mal zu sehen exemplarisch an jenem Buckelwal, der in der Ostsee gestrandet ist – und dem dadurch ausgelösten Verhalten des Menschen.

    Da gibt es die offensichtlich Guten, die diesem Wal helfen wollen, zunächst seinen Weg zurück aus der Ostsee in den Atlantik zu finden. Und nach mehrfachen Rettungsaktionen dann irgendwann einsehen, dass der Wal offensichtlich todkrank ist und sterben will. Das wiederum versetzt viele Walfans in Kar – also Kummer.

    Einige so extrem, dass sie nun tatsächlich die Helfer bedrohen, sogar mit Mord. Und ich reflektiere: Wegen eines Wals, der im Sterben liegt, attackieren Menschen Menschen, die ihn erlösen wollen. Während zugleich anderswo Surfer gegen Wale prallen und sich dabei verletzen. Und wieder anderswo Wale gejagt werden. Einige elendlich in von Menschen ausgelegten Netzen verrecken. Alles absurd. Ein wahrer Kartag für mich. Leiden am Menschen. 

    Aber auch heute gibt es plus Aura. Dank meiner Coco. Die ich heute tatsächlich mal aufrichtig bewundere. Weil sie menschliches Verhalten subtil und bildlich karikieren kann. Ironisieren, um aufmerksam zu machen. Denke ich so.

    Also: Sie liegt auf dem Schoß meiner Alea. Dreht sich auf ihren Rücken., Streckt ihre Vorderpfoten nach oben. Sieht aus wie eine gekreuzigte Katze ohne Kreuz. Katzen-Jesus am Karfreitag. Hoffentlich ist das keine Blasphemie. Will nicht in der Hölle schmoren. Sagt der erleuchtete Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Tut Buße. Lebt euren Kummer. Und chillt, Leute! 

  • 2. April 2026

    Sehnsuchtsort Vollmond und die Leiden der jungen Laura

    Völlig losgelöst. Von der Erde. Bin ich manchmal. Wenn ich springe. Und die Schwerkraft nicht mehr zu existieren scheint. Für mich. Ich meinen Moon sehe. Näherkommend. So golden-gelb. Ein verführerischer Chillort. Vor allem, weil der Mond eben ohne Menschen ist. Denke ich so.

    Während ich dann doch wieder auf die Erde zurück platsche. Leider. Und bin really entsetzt. Als ich sehe. Eine Rakete, die Artemis 2, startet. Von Cape Canaveral in Florida. Mit vier Menschen drin. Richtung Mond. Meinen Sehnsuchtsort. 

    Zum ersten Mal seit 1972 machen Menschen das wieder. Sich selbst dem Mond nähern. Sie wollen erst mal nicht drauf, nur drumrum fliegen. Und sogar einige Tausend Kilometer dann vorbei – womit sie dann so weit weg von der Erde wären wie Menschen nie zuvor. Toll, denke ich so. Was haben sie davon?

    Ich weiß es nicht. Spüre in meinen Gedanken plötzlich Laura über mich stolpern. Tut weh, aber sie flucht nun eben diesen, meinen Mond an. Dieser lasse sie wieder mal nicht schlafen. Es sei schon kurz nach vier. Und sie heult den Vollmond an. Dessen heller Schatten sich plötzlich verdunkelt.

    Denn: Seine Silhouette wird gekreuzt von eben dieser Artemis 2. Die nun diesen Mond zweiteilt wie auch dessen Schatten. Und Lauras Gesicht entspannt sich. Der Vollmond ist zerstört. Von Artemis. Und sie wendet sich glücklich ab. Ruft: Danke, Rakete, Mond schwinde. Torkelt ins Bett. Schläft. Tatsächlich. 

    Die Rakete gegen menschliche Schlaflosigkeit also. Denke ich so. Die mit rund 30.000 Stundenkilometern durchs All rast. Um zum 400.000 Kilometer entfernten Trabanten zu gelangen. Zehn Tage soll der Flug dauern. Und ich überlege, was die Rakete so an Treibstoff verballert. In Zeiten, in denen in Bangladesch fürs Volk kein Benzin mehr da ist. In Zeiten, in denen der Klimawandel sich immer stärker beschleunigt. 

    Wahrscheinlich sollte ich das eine nicht gegen das andere ausspielen. Denke ich so. Ist doch gut, wenn Laura wieder schlafen kann. Und die Wissenschaft Fortschritte macht. Irgendwelche. Jedenfalls so, dass ab 2028 die Menschen dann wirklich wieder richtig auf dem Mond landen und da dann rumlaufen können.

    Und das, so träume ich so, könnte auch meine Chance sein. Da einfach mal mitzukommen. In der Rakete. Wie dereinst die Hündin Laika, die mit den Russen ins All mitflog. Klar, die starb kurz nach dem Start. War aber ja auch nur ein Köter.

    Nun, ich will zu meinem Sehnsuchtsort kommen. Oder vielleicht sogar noch weiter. Zum Mars. Wo Mensch auch hinstrebt. Völlig losgelöst. Wie der Major Tom. You know? Sagt der träumende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt, liebt euren Sehnsuchtsort. Und chillt, Leute!

  • 1. April 2026

    High Noon an Tankstellen, für Trump und mich

    12 Uhr. High Noon. Meine Zeit: In der ich am liebsten auf dem Sessel abhänge. Chill as chill can eben. Und natürlich gibt es da auch diesen Western, der eben so heißt, also High Moon – oder übersetzt: 12 Uhr mittags. Ich liebe diesen Streifen. Obwohl er fast 75 Jahre alt ist. Aber eben krass cool. Rumballerei, Liebe, Hass, Angst, Mut, Böse, Gute, menschliche Abgründe. Alles drin. Für meinen Geschmack.

    Nun: Heute ist High Noon in Deutschland angesagt. Und das ist echt cringe: Weil es um Preise geht. An Tankstellen. Die bislang manchmal 22 Mal am Tag hin- und herflippten. Ab heute dürfen die Preise nur noch einmal am Tag – um 12 Uhr mittags – erhöht werden. Senkungen sind weiter möglich.

    Aber: Wie die Bösen im Western Rache schwören, so ist das bei den vermeintlich Bösen auch in der Realität: Die Ölkonzerne wissen sich zu wehren. Und ihre Rache ist leicht durchschaubar: Sie erhöhen die Preise dann eben um 12 Uhr mittags besonders heftig. Immerhin: Es fließt kein Blut. Noch nicht. 

    Ob es für die Autofahrer durch diese vom Staat verordnete Maßnahme nun günstiger wird? Wahrscheinlich nicht. Denke ich so. Aber auf jeden Fall übersichtlicher. Das Volk aber murrt trotzdem. Wie im Western. Wenn der Held sie zum Mitmachen, zu Neuem auffordert. Volk ist eben Volk. Denke ich so. Egal ob real oder fiktional. Volk ist oft einfach tumbe Masse – und immer unzufrieden. Und genervt. Im Film: Von Banditen.

    Im Realen: Von Kriegen, hohen Preisen, Pseudo-Aktivitäten des Staats. Und von US-Präsident Trump. Der der eigentlich Schuldige ist. Für die hohen Preise. Denn er hat zusammen mit Israel den Iran angegriffen. Der daraufhin die für den Schiffsverkehr eklatant wichtige Straße von Hormus sperrte. Womit kein Öl und Gas mehr durch die Meeresstraße transportiert werden kann. Und die Preise steigen. Und steigen. 

    Also ist Trump der Oberschurke. Denke ich so. Scheint zu stimmen: Denn er versucht nun, seine Verbündeten zu erpressen. Indem er die Nato-Mitgliedschaft seines Landes infrage stellt. Die Verbündeten würden den USA ja auch nicht im Iran-Krieg helfen. Warum sollten die USA ihnen dann noch helfen? Fragt er.

    Und ich denke so: Jo mei, warum auch sollte die Nato den USA im Iran-Krieg helfen? Einen Krieg, den die USA und Israel ohne jedwede Konsultation mit den Verbündeten anfingen. Ein Krieg, der nicht vom Völkerrecht gedeckt ist. Und der auch keinen Verteidigungsfall darstellt – und nur für einen solchen käme ein Nato-Einsatz überhaupt infrage. Trump sind solche offenbar „Details“ egal. Er will das Öl wieder fließen sehen. Denke ich so. Durch die Straße von Hormus.

    Das könnte dann natürlich auch wieder positive Auswirkungen auf deutsche Tankstellen haben. Beziehungsweise die Sprit-Preise. Allein: Ich glaube nicht an ein Happy End wie im Western. Wo der Held die Stadt von den Banditen befreit. Sagt der realistische Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Genießt High Noon. Und chillt, Leute!

  • 31. März 2026

    Todesstrafe in Israel im Wolfsrausch

    Jeder dürfte wissen, dass ich kein Hundefreund bin. Und natürlich erst recht kein Wolfsfreund. Was aber derzeit dem plötzlich in der Hamburger Innenstadt aufgetauchten Wolf widerfährt, erweckt sogar mein zartes Mitgefühl: Das arme Tier verläuft sich auf seiner Suche nach einem Revier in einem Einkaufszentrum und stößt dort immer wieder gegen eine Glasscheibe.

    Gerät noch mehr in Panik, als eine Frau näher kommt – denn: auch Wölfe fürchten und meiden Mensch. Kurz: Wolf rafft nicht, dass die Frau ihm nur helfen will. Und beißt sie, bevor er in die Alster flüchtet und da geschnappt wird. Nun wird er gehasst – von vielen Menschen. Weil er der erste Wolf ist, der seit der Wiederansiedlung in Deutschland vor 28 Jahren einen Menschen gebissen hat. Und damit offenbar Urängste vor dem bösen Wolf auslöst.

    Nun wird gar erwogen, ihn zu töten. Und ich bin irritiert: Dass da ein Wolf so gehatet wird, während Medien und viele Menschen zugleich einen nicht weit vom ihm entfernt auf Sandbänken in der Ostsee mit seinem Leben kämpfenden Wal lieben. Ihn Timmy taufen. Kann Wolf vergessen. Dass er geliebt wird. Oder gar liebevoll getauft wird.

    Höchstens vielleicht Alster-Isegrim oder so. Nun – das wird Wolf wumpe sein. Und auch wenn die von ihm verletzte Frau längst aus dem Krankenhaus entlassen ist: Die Todesstrafe ist für den Wolf – zur Beruhigung des Volks – nicht ausgeschlossen.  

    Er kann von Glück reden, dass er nicht in Israel lebt. Denke ich so. Denn dort hat das Parlament nun die Wiedereinführung der Todesstrafe beschlossen. Allerdings: Davon betroffen sollen nur die Palästinenser sein. Und wahrscheinlich auch Wölfe. Denke ich so. Ausdrücklich nicht betroffen: Israelis.

    Wenn im von Israel besetzten Westjordanland also ein israelischer Siedler einen Palästinenser erschießt, droht ihm keine Todesstrafe. Andersrum – wenn ein Palästinenser dort einen Siedler erschießt, wird der Täter aber getötet. Palästinensischer und jüdischer Terrorismus werden also unterschiedlich gewertet. Klarer Fall von Rassismus, denke ich so.

    Und überhaupt Todesstrafe – welch Rückfall in die Barbarei. Unmenschlich, erniedrigend und dann auch noch wirkungslos – zumindest zeigen Studien, dass die Todesstrafe auf potentielle Täter keine abschreckende Wirkung haben soll. 

    Klar, ist verlockend, Morde mit gleicher Münze heimzuzahlen. Ich räume ein, auch ich verspüre Aggressionen in mir, gar Mordlust, wenn Coco trotz meines drohenden Knurrens versucht, meinen Platz zu erobern. Und ich sie beiße. Bevor ich dann aber zurückziehe. Weil ich weiß, das bringt nichts. Außer Hass.

    Auch meiner Leute. Die Coco scheinbar irgendwie  mögen. Und traurig wären, wenn ich sie tot bisse. Also: Peace. Ruhe. Die zivilisatorischen Errungenschaften meiner Vorkater aufrecht erhalten. Amen.

    Und so steigt auch meine die Hoffnung für den Wolf. Er ist in einer Wolf-Auffangstation untergekommen. Während Timmy in der Ostsee schon wieder gestrandet ist. Er sei sehr schwach. Sagen Tierärzte. Und die Menschen in meiner Republik leiden. Sagt der wolfige Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Wertschätzt den Wolf. Und chillt, Leute!

  • 30. März 2026

    Wal, Wolf, Lachs: Was wirklich wichtig ist

    Was sind so die wichtigen Dinge? Und wer entscheidet, was wichtig ist? Frage ich mich so: Und glaube zu wissen: Ich, ich, ich. Ist natürlich nicht so: Komische Mehrheiten müssen es sein. Die darüber richten. Denke ich so, als ich die Top-News sehe.

    Numero uno: Und er bewegt sich doch: Der bereits mehrfach in der Ostsee gestrandete und bereits mehrfach ebenso befreite Buckelwal hat sich mal wieder befreit. Die unendliche Geschichte oder was? Numero due: Wolf beißt Frau in Hamburgs Innenstadt und wird gefangen. Deutschland verfällt in Schnappatmung. Was wohl bedeutet: Mensch steht auf Tier. Wenn er es nicht gerade frisst.

    Cringe. Denn es gibt auch ganz andere Storys. Zum Beispiel aus der Ukraine. Da sterben durch russische Raketen weiter täglich zig Menschen. Und es gibt auch Geschichten, die das Leid mal anders erzählen: Beispielsweise aus Sicht  afrikanischer Soldaten. Die auch dabei sind. An der Seite der Russen. Sie wurden in Ländern wie Kenia, wo es kaum Jobs gibt, von Russen angeworben.

    Die ihnen versprachen, in Russland als Koch oder Fahrer zu arbeiten – für ordentlich Geld. Kurz darauf hielten sie dann aber Kalaschnikows in den Händen. In wenigen Wochen wurde ihnen erklärt, wie die Waffen, wie der Krieg funktioniert – auf Russisch. Was sie nicht verstanden. Dann wurden sie an vorderste Front verlegt. Kanonenfutter. Wer Glück hat, wird mittelschwer verwundet, kommt als Invalide irgendwie zurück in die Heimat. Wo diese Menschen dann traumatisiert sind.

    Allein: Storys dieser Art interessieren nicht groß. Wie auch diese über Bangladesch. Hier sind mehr als 170 Millionen Menschen tatsächlich und richtig betroffen von Irans Sperrung der Straße von Hormus. Es gibt kaum noch Öl. Es fehlt auch Gas – zum Kochen. Vor den Tankstellen sind kilometerlange Schlangen. Die Universitäten haben dicht gemacht, um Energie zu sparen. Ungewiss, wie lang die Textilindustrie noch arbeiten kann. Aber auch diese Story über Leid interessiert nicht groß. 

    Offenbar, weil da ja der Wal in der Ostsee ist. Mit seiner Hautkrankheit. Soll er in Ruhe gelassen oder getötet werden – oder soll doch versucht werden, ihm einen Weg Richtung Atlantik zu zeigen? Darüber debattiert das Land.

    Und nun kommt auch auch noch der böse Wolf dazu. In der Hamburger Innenstadt. Was soll mit ihm geschehen? Todesstrafe? Klar, ich will ihm nicht begegnen. Aber mein Revier ist ja auch sicher. He he.

    Ich schnuppere und weiß plötzlich, was wirklich wichtig ist. Allen wichtig ist: Essen. Gutes Essen. Coco hat schon die Pole-Position. Direkt am Herd. Vor Gnocchi und Lachs. Buon appetito!. Sagt der wolfshungrige Hauptstadtkater,. Der über euch wacht. Und jetzt: Haut euch erst mal den Bauch voll. Und chillt, Leute! 

  • 29. März 2026

    Breakdance für den Weltfrieden – Höllenbrüder unter sich

    Es ist unfassbar. Von was für Typen die Welt dominiert – und bombardiert – wird. Nicht nur mit Raketen. Sondern auch mit Worten. Da ist US-Präsident Trump. Der droht dem Iran, die Hölle würde über das Land hereinbrechen, wenn es die Straße für Hormus nicht für den internationalen Schiffsverkehr wieder freigebe.

    Und anders als westliche Partner, denen Trump ähnlich gedroht hatte, ziehen die iranischen Revolutionsgarden nicht zurück, sondern setzen rhetorisch einen drauf: Wenn die USA tatsächlich Bodentruppen einsetzen würden, würden die im Sumpf versinken. Drohen sie. Getötete US- Soldaten würden dann den Haien im Persischen Golf zum Fraß vorgeworfen. 

    Das ist tatsächlich Realität: So reden die Leute miteinander, die Macht haben. Und für die andere Menschen deswegen sterben. Müssen. Dabei erinnert dieses prollige Gerede eher an das von pubertierenden Jungs – nach dem Motto: Ich bin der Größte. Oder wie Dialoge aus einem extrem schlechten Film.

    Nun, ich habe zuletzt immer wieder versprochen: Be positive. Also: Wo ist Coco? Ich stürze mich auf sie. Sie sich auf mich. Wir tanzen. Im wilden Rhythmus. Crazy, wie biegsam sie ist. Wie krass sie springt. Ich spüre Plus Aura.

    Und Diego begeistert: „Ihr seid wie die Breakdancer heute beim Battle für die Meisterschaft. Müsst euch nur noch auf dem Kopf drehen. Und einen Überschlag machen. Dazu gebe ich euch dann meine krassen Beats.“ Und ich würde milde lächeln. Wenn ich lächeln könnte. Über diese kindliche Begeisterung. Für menschliche Tanzkünste. Für das Unvollkommene.

    Immerhin: Gut, wenn Menschen ihre Energie so verpulvern. Und nichts zerstören. Und es ihnen auch nichts ausmacht, dass diese Breakdance-Meisterschaft von Red Bull gesponsert wird. Das Brauseunternehmen, das für seine Geldspritzen an einen Leipziger Fußball-Bundesligisten gehasst wird. Von vielen. 

    Aber wehren könnten sie sich schon, die Menschen. Denke ich so. Um nicht von diesen eben erwähnten dummen Typen wie Trump und Co. deren Willen aufgedrückt zu bekommen. Die sich dann auch noch in ihrem Tun bestätigt fühlen, wenn sie keinen Widerstand merken.

    Aber – und ich spüre weiteren Plus Vibe: Ich bekomme Hoffnung, wenn ich die Millionen bei den Anti-Trump-Protesten in den USA sehe. Und wie nice, dass auch im Ausland gegen Trump protestiert wird. Der Anfang vom Ende für diesen Despoten? Wahrscheinlich bin ich zu optimistisch.

    Und spüre zugleich einen Minus-Vibe: Vom Buckelwal. Dem Buckelwal. Der derzeit alle Debatten bestimmt. Das Tier hat wieder in der Ostsee auf einer Sandbank aufgesetzt. Kommt wieder nicht weiter. Und er sei schwach. Sagen Tierschützer.

    Und ich denke so: Es ist ein Wal. Der so viel Aufmerksamkeit und damit Energie auf sich zieht. Die ihm nichts nutzt. In seiner Hölle. In der zum Glück wenigstens die Haie fehlen. Noch. Sagt der tanzende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Setzt eure Energie zielgerichtet ein. Und chillt, Leute!  

  • 28. März 2026

    Katzenmusik für No Kings und den gestrandeten Buckelwal der Nation

    Absurd, dass ausgerechnet Menschen Musik, die sie als dissonant empfinden, als Katzenmusik abqualifizieren. Denn das, was für sie Hörgenuss ist, ist für uns Kater kaum auszuhalten. Weil es viel zu laut, ungenau, unsauber ist. Was Menschen mit ihren unzureichend ausgestatteten Hörorganen jedoch gar nicht merken.

    Leider „beglückt“ uns meine Bruna nicht nur unregelmäßig mit krass schiefen Violintönen, Coco und ich müssen auch das von Diego malträtierte, ungestimmte Piano ertragen. Und selbst die sogenannte Musik aus den Boxen meiner Leute – schwer auszuhalten.

    Nur insofern, als dass bei geheucheltem Interesse und angedeutetem Kopfnicken im Takt des Raps, auch mal ein Leckerli abfällt. So wie nun für Coco. Die den trüben Sprechgesang, den Diego abspielt, tapfer auf dem Herd sitzend erträgt. 

    Und ich sehne mich tatsächlich nach wahrer Katzenmusik. Nach dem jaulenden Geschrei brünftiger Katzen. Und Kater. Und höre einen tiefen Ton. Der Bass, der Musik in meinen Ohren ist. Sehe Bilder vom Wal. Dem Wal. Dem Buckelwal der Nation. Der röhrt. Weil er erneut in der Ostsee gestrandet ist. Dieses Mal auf einer Sandbank in der Wismarer Bucht.

    Sein Schicksal fesselt die Menschen in aller Welt weiter. Journalisten berichten via Liveblogs. Kamerateams sind dabei. Experten und Influenzer. Schaulustige. Politiker. Sorgen sich um die angegriffene Haut des Säugetiers. Diskutieren, ob nicht trotzdem ein Peilsender auf eben dieser Haut angebracht werden könnte, damit sein Weg besser verfolgt werden kann.

    Während die Russen weiter Raketen auf die Ukraine feuern. Menschen dort sterben. Das aber nicht einmal mehr eine Randnotiz wert ist. 

    Aber ich will mal nicht lamentieren. Denn es gibt heute tatsächlich Musik in meinen Ohren: In den USA gehen Millionen Menschen auf die Straße und protestieren unter dem Motto „No Kings“ gegen US-Präsident Trump. Dem sie vorwerfen, wie ein Despot Bürgerrechte und Meinungsfreiheit einzuschränken.

    Und auch in anderen Ländern der Welt schließen sich Menschen dem Protest an – auch in Deutschland. Plus Aura. Denke ich so. Während ich meine Bruna vermisse, die sich mit Freundinnen vor einem Laden anstellt, der heute Döner für einen Euro verkauft. Während ich meine Nuria vermisse, die mit Freundinnen in Budapest weilt. Und erst kommende Woche zu mir kommt. Per Flugzeug. Gehe schneller als Bahn. Sagt sie. 

    Und noch mehr Musik höre ich: Das Klacken des Verschlusses der Dose, in der meine Leckerli sind. Lässt mich in die Küche tanzen. Sabbernd. Dem Pawlow nacheifernd.

    Und ich sehe: Wie Coco im Takt des Raps umher stolziert um Diego. Der ihr tatsächlich das letzte Leckerli gibt. Pech für mich. Ich könnte schreien. Katzenmusik machen. Sagt der unmusikalische musikalische Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Hört Musik – und chillt, Leute!

  • 27. März 2026

    Der transzendente Hauptstadtkater und der Tod

    Natürlich gibt es Übersinnliches. Was manche Menschen nicht akzeptieren wollen. Weil sie sich tatsächlich für die Krone der Schöpfung halten. Und in ihrer Hybris ihre Defizite, die Defizite ihrer Wahrnehmung weder wahrnehmen, geschweige denn reflektieren.

    Und ich frage so: Können sie so gut hören wie Kater? Nein. So gut riechen? Nein. So gut sehen? Nein. Ganz abgesehen davon, dass ihnen Schnurrbarthaare zum Tasten fehlen. Wie auch viele Windungen im Gehirn.

    Aber selbst Ich räume ein: Auch meine Spezies ist nicht vollkommen. Weil wir sonst wüssten, warum wir keine Ameisen, Bäume, Grashalme oder Quallen sind, sondern Kater. Wir wüssten, warum der vor wenigen Tagen in der Ostsee gestrandete Wal jetzt – befreit – wieder rausschwimmt Richtung Nordsee. Und warum er sich überhaupt verirrte.

    Wir wüssten, was die Schöpfung, das Leben überhaupt so soll. Hier auf dieser Erde. Mit den komischen Menschen. 

    Zurück zu den für den Menschen so übersinnlich erscheinenden Dingen, die es für uns Kater aber gar nicht sind. Das Antizipieren beispielsweise. Ich weiß schon im Voraus, was Coco so machen wird. Das Problem, dass sie das auch von mir weiß. Und wir kollidieren. Weil wir dasselbe wollen. Nämlich: Einen guten Platz.

    Meine Leute raffen das mit dem Antizipieren nicht. Also: Dass sich Coco beispielsweise schon zehn Sekunden, bevor Laura eine Palme vor ihr in Sicherheit bringen will, genau dort platziert hat – auf dem Fensterbrett im eigentlich verschlossenen Schlafzimmer.

    Oder ich mich bereits Sekunden, bevor Felix in die Küche kommt, auf seinem geliebten Stuhl festkralle. Und nach der Vertreibung von eben diesem Stuhl dann kurz darauf direkt vor ihm liege, an dem Ort, wo er seine Zeitung ausbreiten will.

    Oder sich Coco allabendlich genau zu dem Zeitpunkt auf Diego Schoß einkuschelt, wenn der eigentlich vom Sofa Richtung Bett gehen will. Wie soll ich das erklären: Es sind Schwingungen, die wir auffangen. Spüren. Mit unseren speziellen Sensoren. Im Hirn.

    Und eigentlich haben Menschen eine ähnliche Fähigkeit, die eben ziemlich verkümmert ist: Aber wenn ich höre, wie meine Laura manchmal am Telefon flötet: „Ach, ich habe heute den ganzen Tag an dich gedacht – und jetzt rufst du nach so langer Zeit tatsächlich an.“ Dann geht das in unsere Richtung. Mit den Sensoren. 

    Heute ist ein trauriger Tag. Felixens Tante Helga starb. Erschüttert geht er Joggen. Denkt an seine Tante. Erzählt er. Und plötzlich beginnt seine sonst so zuverlässige Jogging-App zu spinnen. Die angezeigte Strecke ist ein wildes Zickzack, die angezeigten Zeiten wären Weltklasse. Und dann habe auch noch eine Laterne im Park jedes Mal geflackert, wenn er an ihr vorbei gelaufen sei. Sagt Holger.

    Energie? Nun, ich denke an Moro. Meinem vor einem Dreiviertel Jahr verstorbenen Mitkater. Und den Regenbogen, der sich über mir bildete, als ich wenige Stunden nach seinem Tod auf seinem Platz im Fensterbrett der Küche saß. Sagt der transzendente Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Akzeptiert das Unerklärliche. Und chillt, Leute!