Hauptstadtkater

30. März 2026

Wal, Wolf, Lachs: Was wirklich wichtig ist

Was sind so die wichtigen Dinge? Und wer entscheidet, was wichtig ist? Frage ich mich so: Und glaube zu wissen: Ich, ich, ich. Ist natürlich nicht so: Komische Mehrheiten müssen es sein. Die darüber richten. Denke ich so, als ich die Top-News sehe.

Numero uno: Und er bewegt sich doch: Der bereits mehrfach in der Ostsee gestrandete und bereits mehrfach ebenso befreite Buckelwal hat sich mal wieder befreit. Die unendliche Geschichte oder was? Numero due: Wolf beißt Frau in Hamburgs Innenstadt und wird gefangen. Deutschland verfällt in Schnappatmung. Was wohl bedeutet: Mensch steht auf Tier. Wenn er es nicht gerade frisst.

Cringe. Denn es gibt auch ganz andere Storys. Zum Beispiel aus der Ukraine. Da sterben durch russische Raketen weiter täglich zig Menschen. Und es gibt auch Geschichten, die das Leid mal anders erzählen: Beispielsweise aus Sicht  afrikanischer Soldaten. Die auch dabei sind. An der Seite der Russen. Sie wurden in Ländern wie Kenia, wo es kaum Jobs gibt, von Russen angeworben.

Die ihnen versprachen, in Russland als Koch oder Fahrer zu arbeiten – für ordentlich Geld. Kurz darauf hielten sie dann aber Kalaschnikows in den Händen. In wenigen Wochen wurde ihnen erklärt, wie die Waffen, wie der Krieg funktioniert – auf Russisch. Was sie nicht verstanden. Dann wurden sie an vorderste Front verlegt. Kanonenfutter. Wer Glück hat, wird mittelschwer verwundet, kommt als Invalide irgendwie zurück in die Heimat. Wo diese Menschen dann traumatisiert sind.

Allein: Storys dieser Art interessieren nicht groß. Wie auch diese über Bangladesch. Hier sind mehr als 170 Millionen Menschen tatsächlich und richtig betroffen von Irans Sperrung der Straße von Hormus. Es gibt kaum noch Öl. Es fehlt auch Gas – zum Kochen. Vor den Tankstellen sind kilometerlange Schlangen. Die Universitäten haben dicht gemacht, um Energie zu sparen. Ungewiss, wie lang die Textilindustrie noch arbeiten kann. Aber auch diese Story über Leid interessiert nicht groß. 

Offenbar, weil da ja der Wal in der Ostsee ist. Mit seiner Hautkrankheit. Soll er in Ruhe gelassen oder getötet werden – oder soll doch versucht werden, ihm einen Weg Richtung Atlantik zu zeigen? Darüber debattiert das Land.

Und nun kommt auch auch noch der böse Wolf dazu. In der Hamburger Innenstadt. Was soll mit ihm geschehen? Todesstrafe? Klar, ich will ihm nicht begegnen. Aber mein Revier ist ja auch sicher. He he.

Ich schnuppere und weiß plötzlich, was wirklich wichtig ist. Allen wichtig ist: Essen. Gutes Essen. Coco hat schon die Pole-Position. Direkt am Herd. Vor Gnocchi und Lachs. Buon appetito!. Sagt der wolfshungrige Hauptstadtkater,. Der über euch wacht. Und jetzt: Haut euch erst mal den Bauch voll. Und chillt, Leute! 

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