Hauptstadtkater

4. April 2026

Eine Würdigung der Ratte, denk mal!

Denkmal! Denk! Mal! Was für ein Wort. Ein Denkmal, erbaut, um Menschen, deren Leben andere Menschen gut fanden, zu würdigen. Und nun ist was Krasses passiert: In Kambodscha ist nicht ein Mensch, sondern ein Tier mit einem Denkmal geehrt worden. Und dann noch ein Tier, das die Menschen gemeinhin gar nicht so cool finden: Eine Ratte. Und ich denke so: Denk! Mal!

Yes: Tatort: Kambodscha. Da ist eine Afrikanische Riesenratte mit dem Namen Magawa, die schon vier Jahre tot ist, postum mit einem 2,20 Meter hohem Denkmal geehrt worden. Warum heute? Weil heute der internationale Tag der Minenaufklärung ist. Und Kambodscha ist ein Land, das mit Minen verseucht ist.

Ende der 1970er gab es da einen Bürgerkrieg, in dem Millionen Minen verlegt wurden. Wo, das weiß keiner. Da es keine Karten oder Aufzeichnungen gibt. Es weiß auch niemand, wie viele Minen noch im Boden sind – klar ist nur, es ist zu gefährlich, in manchen Gegenden Felder zu bestellen, Siedlungen hochzuziehen oder Kinder spielen zu lassen,. 2024, so sagen Experten, seien rund 6.200 Minenopfer registriert worden, weltweit. Von ihnen seien fast 2.000 tödlich verletzt worden.

Und Magawa? War top. Weil Ratten eben durchaus nicht nur lecker sind, sondern auch intelligent. Und sich devot dem Menschen unterordnen., Sagen zumindest Menschen. Diese Hamsterratten also lassen sich sogar an Leinen führen. Über kontaminierte Felder. Bis sie den Sprengstoff erschnüffeln.

Dann beginnen sie zu scharren – als Zeichen dafür, dass da Sprengstoff liegen könnte. Und klar, Ratten eignen sich auch hervorragend dafür, weil sie zu leicht sind, um die Minen auszulösen. Und dann auch noch schnell genug, um größere Flächen abzusuchen – 30 Minuten brauchen sie für ein Gebiet in der Größe eines Tennisplatzes. 

Toll, die Ratte, denke ich so. Denke an Laura. Die eben von der Mutter eines schwierigen, äußerst introvertierten jugendlichen psychiatrischen Patienten erzählt. Die habe im Gespräch mit ihr gesagt, ihr Sohn, sei eben ein Opossum. Opossum. Really, denk mal.

Nun, Laura sagt, sie habe sich alle Mühe gegeben, nicht loszulachen. Habe dann die KI gefragt, was ein Opossum sei, für was es stehe. Die Antwort: Eine nachtaktive Beutelratte sei das. Die dafür stehe, eher passiv zu sein – inspiriert von ihrem Verhalten, sich des Öfteren tot zu stellen.

Nun, ich lebe. Bin ein Kater. Stolzer Chiller. Liege auf dem Küchentisch. Neben meiner Bruna. Welch Harmonie. Denk Mal! Denke ich so. Erbaut es für mich. Das Denkmal. Why not? He, he. Lacht der gediegene Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt, würdigt die Ratte, und chillt, Leute.!

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