High Noon an Tankstellen, für Trump und mich

12 Uhr. High Noon. Meine Zeit: In der ich am liebsten auf dem Sessel abhänge. Chill as chill can eben. Und natürlich gibt es da auch diesen Western, der eben so heißt, also High Moon – oder übersetzt: 12 Uhr mittags. Ich liebe diesen Streifen. Obwohl er fast 75 Jahre alt ist. Aber eben krass cool. Rumballerei, Liebe, Hass, Angst, Mut, Böse, Gute, menschliche Abgründe. Alles drin. Für meinen Geschmack.
Nun: Heute ist High Noon in Deutschland angesagt. Und das ist echt cringe: Weil es um Preise geht. An Tankstellen. Die bislang manchmal 22 Mal am Tag hin- und herflippten. Ab heute dürfen die Preise nur noch einmal am Tag – um 12 Uhr mittags – erhöht werden. Senkungen sind weiter möglich.
Aber: Wie die Bösen im Western Rache schwören, so ist das bei den vermeintlich Bösen auch in der Realität: Die Ölkonzerne wissen sich zu wehren. Und ihre Rache ist leicht durchschaubar: Sie erhöhen die Preise dann eben um 12 Uhr mittags besonders heftig. Immerhin: Es fließt kein Blut. Noch nicht.

Ob es für die Autofahrer durch diese vom Staat verordnete Maßnahme nun günstiger wird? Wahrscheinlich nicht. Denke ich so. Aber auf jeden Fall übersichtlicher. Das Volk aber murrt trotzdem. Wie im Western. Wenn der Held sie zum Mitmachen, zu Neuem auffordert. Volk ist eben Volk. Denke ich so. Egal ob real oder fiktional. Volk ist oft einfach tumbe Masse – und immer unzufrieden. Und genervt. Im Film: Von Banditen.
Im Realen: Von Kriegen, hohen Preisen, Pseudo-Aktivitäten des Staats. Und von US-Präsident Trump. Der der eigentlich Schuldige ist. Für die hohen Preise. Denn er hat zusammen mit Israel den Iran angegriffen. Der daraufhin die für den Schiffsverkehr eklatant wichtige Straße von Hormus sperrte. Womit kein Öl und Gas mehr durch die Meeresstraße transportiert werden kann. Und die Preise steigen. Und steigen.

Also ist Trump der Oberschurke. Denke ich so. Scheint zu stimmen: Denn er versucht nun, seine Verbündeten zu erpressen. Indem er die Nato-Mitgliedschaft seines Landes infrage stellt. Die Verbündeten würden den USA ja auch nicht im Iran-Krieg helfen. Warum sollten die USA ihnen dann noch helfen? Fragt er.
Und ich denke so: Jo mei, warum auch sollte die Nato den USA im Iran-Krieg helfen? Einen Krieg, den die USA und Israel ohne jedwede Konsultation mit den Verbündeten anfingen. Ein Krieg, der nicht vom Völkerrecht gedeckt ist. Und der auch keinen Verteidigungsfall darstellt – und nur für einen solchen käme ein Nato-Einsatz überhaupt infrage. Trump sind solche offenbar „Details“ egal. Er will das Öl wieder fließen sehen. Denke ich so. Durch die Straße von Hormus.

Das könnte dann natürlich auch wieder positive Auswirkungen auf deutsche Tankstellen haben. Beziehungsweise die Sprit-Preise. Allein: Ich glaube nicht an ein Happy End wie im Western. Wo der Held die Stadt von den Banditen befreit. Sagt der realistische Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Genießt High Noon. Und chillt, Leute!
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