Hauptstadtkater

Chillen, Checken, Schnurren – meine Gedankenfetzen zum Absurdistan der Welt. Ansichten eines weißen Katers im Chaos.

  • 22. Januar 2026

    Mafia überall – Unverschämtheit siegt

    Ich bin angewidert: Weil sich Unverschämtheit wohl auszahlt. Bei meinen Führungsgeschöpfen, den Menschen. US-Präsident Trump will Grönland. Er will den Friedensnobelpreis. Er will hohe Strafzölle für Importe. Er will keine Zölle auf US-Waren. Er will über die gesamte westliche Hemisphäre herrschen. Und so weitert. Und so weiter.

    Welch Hybris. Ich blicke hoch. Aufs Sofa. Zu Coco. Die da chillt. Auf meinem Kuschelplatz. Mit krassem Blick. Mafiamäßig. Denke ich so. 

    Ich kann kaum glauben, wie euphorisch, wie erleichtert gestern viele europäische Staatenlenker reagierten. Als Trump plötzlich die angekündigten Strafzölle gegen acht europäische Länder absagte, die seine geplante Grönland-Übernahme nicht wollten. Als Trump sagte, er habe nicht vor, Grönland mit Gewalt von seinen Nato-Partnern einzunehmen. Als Trump andeutete, es sei eine Lösung im Grönland-Streit gefunden worden.

    Und ich denke so: Sie nehmen den Großkotz ernst. In diesem Fall. Unglaublich. Coco schnurrt. Auf meinem Kuschelplatz. Aufreizend. Mafiös. 

    Und ich würde am liebsten schreien: Nur wenige Stunden vor diesen – vermeintlichen – Zugeständnissen an Europa hatte derselbe Trump die Europäer verhöhnt und ihnen gedroht. Im Stile eines Mafia-Boss. Er werde sich erkenntlich zeigen, wenn die Europäer Grönland freiwillig rausrückten. Wenn sie sich weigerten, dann werde sich die US-Regierung auch daran erinnern.

    Und ich denke so: Schlechter Mafia-Film. Unverschämt. Coco dreht sich auf ihren Rücken. Auf meinem Kuschelplatz. Mafiös eben. 

    Ich weiß nur: Schon morgen kann Trump seine Meinung wieder komplett geändert haben. Schon morgen kann er wieder auf den Besitz von Grönland beharren. Als ob er heute nichts dazu gesagt hätte. Sicher ist wieder mal nur die Unsicherheit. Über diesen Typen.

    Es ist aber auch kein Antagonist für Trump in Sicht. Jemand, der gegen seine Unverschämtheiten hält. Es ist auch keine Utopie da, damit die Welt in eine bessere Richtung gedreht werden könnte. Und ich denke an die Oma meiner Bruna, die in Eilenburg wohnt. 

    Oma Thea erzählt, sie habe Ende der 1980er Jahre Frachtscheine und Rechnungen für Plattenbau-Elemente ausgestellt, die von der DDR an die SU – Sowjetunion – verkauft wurden. Sie gehe davon aus, dass in den Wirren der Wendezeit nicht bezahlt worden sei. Mafiös. Unverschämt. 

    Es ist aber auch kein Antagonist für Trump in Sicht. Jemand, der gegen seine Unverschämtheiten hält. Es ist auch keine Utopie da, damit die Welt in eine bessere Richtung gedreht werden könnte. Und ich denke an die Oma meiner Bruna, die in Eilenburg wohnt. 

    Oma Thea erzählt, sie habe Ende der 1980er Jahre Frachtscheine und Rechnungen für Plattenbau-Elemente ausgestellt, die von der DDR an die SU – Sowjetunion – verkauft wurden. Sie gehe davon aus, dass in den Wirren der Wendezeit nicht bezahlt worden sei. Mafiös. Unverschämt. 

    Denke ich so. Und habe die Idee: Leute – sucht die Rechnungen, packt Zins und Zinseszins drauf und fordert dann die Millionen von Kremldespot Putin. Der wäre pleite. Sein Ukraine-Feldzug vorbei, da nicht mehr zu finanzieren. Sagt der utopische Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid auch mal unverschämt. Aber vergesst nicht: Chillt, Leute!

  • 21. Januar 2026

    Trump Kehrtwenden und die Suche nach dem Anfang oder Ende

    Manchmal ist es schwierig, Anfang und Ende zu unterscheiden. Weil das Ende der Anfang sein kann  – von etwas Neuem. Und ich frage mich so: Wo ist der Anfang von Coco? Wo ihr Ende? Wenn sie so auf dem Küchenboard hängt. Und ich nur Fell sehe. Viel Fell. Mit unendlich langem Schwanz. Das wird wohl ihr immer länger werdendes Ende. Vom Anfang. Denke ich so. 

    Wo das Gelabere von US-Präsident Trump endet – keine Ahnung. Sicher ist nur, dass jeder Anfang seiner Drohungen auch gleichzeitig das Ende impliziert. Heute zog er die jüngsten Zolldrohungen gegen acht europäische Länder so en passant bei seinem Auftritt beim Weltwirtschaftsforums in Davos zurück.

    Die Drohungen hatte er jüngst ausgesprochen, weil diese acht Länder sich seinem Wunsch entgegengestellt hatten, sich das dänische Grönland einzuverleiben. Trump Zolldrohungen zogen einen Aufschrei nach sich. Nicht nur in Europa. Sondern auch bei Trump zuhause. In den USA. Wo auch viele einen Handelskrieg mit Europa fürchten. Denn sicher ist: Das hätte auch für die US-Amerikaner steigende Preise zur Folge. Womit Trump eines seiner zentralen Wahlkampfversprechen ad absurdum führen würde. 

    Nun, Trump irrlichterte bei seiner mehr als einstündigen Rede in Davos durch das, was er in seiner Amtszeit so geschafft haben will. Behauptet, wenn es den USA gut ginge, ginge es der Welt gut. Behauptet, ein Wirtschaftswachstum ohnegleichen angefacht zu haben. Behauptet, nur die USA könnten Grönland schützen. Die Dänen könnten es – mit zwei Hundeschlitten – nicht.

    Und erwähnt nicht, dass Dänemark und Nato den USA schon mehrfach angeboten haben, Stützpunkte auf der arktischen Insel zu errichten, wie sie wollen. Und ich denke so: Das zeigt: Es geht Trump um sein Vermächtnis. Er will Grönland als 51. Bundesstaat und das US-Territorium massiv vergrößern. Er will die Bodenschätze, die dort lagern. Um sich einen Platz in der Geschichte der großen US-Präsidenten zu sichern. 

    In seiner Rede sagt Trump, er habe nicht vor, Grönland mit Gewalt zu erobern. Dabei lächelt er. Und fügt hinzu, auf diese Worte habe die Welt ja wohl gewartet. „Yes. Du dekadenter Sack“. Würde ich gerne rufen. Wenn ich rufen könnte. Nun, Trump sagt weiter, er habe sich mit Nato-Generalsekretär Rutte über Grönland geeinigt. Was das genau bedeutet. Wird aus den Reaktionen der Skandinavier deutlich. Die anklingen lassen: Die USA werden sich Grönland nicht einverleiben.

    Also: Viel Lärm um nichts. Trump hat ein Problem aufgebaut, das er nun mühselig wieder abgeräumt hat. Wofür er sich massiv lobt. Eine selbst gemachte Kehrtwende. Wo war doch gleich der Anfang, wo das Ende. Frage ich mich so. Und sehe Coco. Ihr Kopf – ist doch da, ganz vorne. Sagt der wendige Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und nun: Seid flexibel. Und chillt, Leute.

  • 20. Januar 2026

    Wehrt euch und Trumps bizarrer Brief an Norwegen

    Ich hasse es, ständig auf den Arm genommen zu werden. Also so richtig, physisch. Jeder, der an mir vorbeigeht, scheint diesen Reflex zu haben. Und ich so: Erdulde es, weil ich denke – das macht sie – meine Leute – glücklich. Das entspannt sie. Das erwarten sie von ihrem Kater.

    Aber: Ich spüre das wachsende Unwohlsein in mir – ob dieser Fremdbestimmung. Merke, wie sehr mich der Dreck ihrer Hände in meinem Fell abturnt. Fühle Depression. Lasse ein leises Fauchen heraus, als meine Bruna mich mal wieder emporhebt. Und sehe dann voller Erstaunen: Den Augenaufschlag meiner Bruna. Ihren Respekt. Ihre Wertschätzung. Für mich. Und ich so: Glücksflash. Aus der Erfahrung: Wehren, um zu überleben. Und ernst genommen zu werden. 

    Europas Politiker haben sich bislang ziemlich viel von US-Präsident Trump gefallen lassen. Zollerhöhungen, Einmischen in nationale Wahlkämpfe, völkerrechtswidriges Verhalten. Weil sie unbedingt verhindern wollten, in die Missgunst des mächtigsten Manns der Welt zu fallen. Und damit womöglich seinen Schutz zu verlieren.

    Aber: Die Taktik fruchtet offenbar nicht. Denke ich so. Und trete meine Bruna. Denn ich ärgere mich. Und sehe: Trumps Verhalten wird immer erratischer, immer dreister. Und dann verhöhnt er die Europäer auch noch als schwach. 

    Nun hat der offensichtlich kranke Narzisst Trump einen Brief an den norwegischen Ministerpräsidenten Störe geschickt, eine Kopie davon an weitere europäische Staatenlenker. Wieder geht es um Grönland – und den Friedensnobelpreis. „In Anbetracht dessen, dass ihr Land beschlossen hat, mir den Nobelpreis nicht zu verleihen, obwohl ich acht Kriege beendet habe, fühle ich mich nicht mehr verpflichtet, an Frieden zu denken, obwohl der immer im Vordergrund stehen wird. Ich kann mich nun darauf konzentrieren, was gut und richtig für die Vereinigten Staaten für Amerika ist“, schreibt Trump  – und weiter: Die Dänen jedenfalls könnten Grönland nicht vor Russland und China schützen. Es gebe auch keine Dokumente, die die dänische Souveränität über die arktischen Insel belegten. Er habe viel für die Nato getan – nun solle die auch mal was für ihn tun.

    Krass, ich als einfacher Kater erstarre vor so viel Dekadenz und Dummheit. Welche acht Kriege will er beendet haben? Warum schreibt er an den norwegischen Premier, der nichts mit dem Nobelkomitee zu tun hat – abgesehen davon, dass das Komitee seinen Sitz in Norwegen hat. Und natürlich gibt es Dokumente, die die dänische Hoheit über Grönland verifizieren. Überhaupt, was will er eigentlich mit dem unwirtlichen Island? Also mal ernsthaft?

    Und ich denke so: Zeigt ihm endlich Grenzen auf, Völker und Kater der Welt. Ich trete meine Bruna. Zeige meine Krallen. Klar, mit ungutem Gefühl. Aber: Sie streichelt mich. Lächelt. Voller Verständnis. Und lässt mich herab. Sanft. Und ich fühle nie gekannte Stärke. In mir. Aufsteigen. Sagt der wehrhafte Hauptstadtkater. Der jetzt aber so richtig über euch wacht. Und jetzt: Zeigt Krallen. Und chillt, Leute. 

  • 19. Januar 2026

    Bloody Monday, Ode an die Familie und Nato-Irrsinn

    Family. Kann so cool sein. Wirklich! Wenn einer für den anderen da ist. Hilft. Unterstützt. Selbstlos.  Uneigennützig. Ohne Hintergedanken. Ohne was dafür zu wollen. Bei allen Themen, auch beim Wichtigsten: Dem Futtern.

    Bei uns ist in diesem Gebiet die Führungskraft: Diego. Kocht lecker, der alte Veganer. Manchmal zum Glück auch mit Fleisch. Immer dabei beim Menüzauber: Coco und ich. Schleichen um ihn. Um ihn zu motivieren. Und er honoriert es: Lässt Huhn abfallen. Gekocht. Für uns. So muss es sein. Im Bündnis Familie. Denke ich so. 

    Einer für alle. Alle für einen. So war das bislang auch bei der Nato. Geführt von den USA, die andern 31 Bündnispartner zogen mit. Machten, was die USA so sagten. Und profitierten von der Abschreckungskraft der USA.

    Plötzlich ist alles anders. Und really – völlig irre: Die USA belegen acht Nato-Partner mit Strafzöllen, weil die auf Einladung des Nato-Mitglieds Dänemarks auf dessen Gebiet Grönland eine Erkundungstour gestartet hatten  – um zum Schutz der Insel und damit des Bündnisses beizutragen. Dafür sollen sie nun also von den USA bestraft werden.

    Und ich denke so: Das wäre in etwa so, als ob Chefkoch Diego uns Katern und Katzen nichts mehr abgeben würde. Weil wir beim Kochen helfen. Vollkommen absurd eben. Irre. 

    Vielleicht liegen meine trüben Gedanken am Datum? Frage ich mich so. Denn heute ist ja der dritte Montag des Jahres. Und das soll der deprimierendste Tag des Jahres sein. Hat vor wenigen Jahren ein Psychologe zu PR-Zwecken berechnet. Und ich denke so: Hej, wie cool. Dann wird es ab jetzt ja nur besser. Noch besser.

    Klar, noch nicht bei Laura. Die kommt heim von ihrer Jugendpsychiatrie und schreit: „Bloody Monday.“ Und ich verstehe, als ich höre, was sie erlebte. Vor gerade mal einer Stunde hat sie Klara, 16 Jahre, mit fünf Kolleginnen bekämpft – also versucht, sie zu fixieren. Weil Klara tobte. Und versuchte, sich zu verletzen.

    „Fickt euch, ich werde euch alle töten“, habe das Mädchen gebrüllt. Um dann in Tränen auszubrechen und zu betteln: „Bitte, macht mich los, ich tue nichts.“ Um dann wieder zuzuschlagen. Bloody Monday. Für Laura. Der aber auch ein Dienstag sein könnte. Denke ich so.

    Und ich schlucke. Schwer. Denn das Hähnchenstück von Diego ist doch recht trocken. Egal, der Geschmack ist ok. Coco lacht auch. Mal wieder. Und ich bin glücklich. Weil ich weiß: Wir sind Familie. Ein Bündnis. Sagt der sentimentale Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Würdigt Familie. Und chillt, Leute.  

  • 18. Januar 2026

    Austickende Katze und lustvoller US-Präsident

    Herrje, stimmt eben doch oft, das Sprichwort: Des einen Lust ist des anderen Last. Muss ich einräumen. Obwohl ich diese Aphorismen eigentlich hasse. Wie die Pest.

    Oder wie Coco, wenn sie auf mir rumturnt. Und ihre täglichen fünf, nun ja, eher 28 Minuten hat. Ihre Austick-Zeit. In der sie ohne Rücksicht auf Sesselkratzer, umstürzende Lampen, Vasen oder mich durch mein Revier jagt. Sie hat Spaß. Lust. Und ich: Last. Lecke meine Wunden.

    Während Coco dann auch noch den Rücken meiner Bruna erklimmt. Die gute Miene zum bösen Spiel macht. Ihren Rücken krümmt. Damit die Fünf-Kilo-Katze, die erst sechs Monate alt ist, auf ihr sitzen kann. Die Last – eine Lust. Für meine Bruna. Und für Coco sowieso. Offenbar. 

    US-Präsident Trump hat extrem viel Lust. Im greisen Alter von 79 Jahren. Will er sein Ding durchziehen. Ohne Rücksicht. Und fällt dabei immer mehr Menschen immer stärker zur Last. Das Pikante: Obwohl Trump Last ist, lassen sich die meisten sein Handeln gefallen. Weil Trump kann. Weil er Macht hat. Und sie ausspielt. Brutal.

    Nun schafft er einen sogenannten Friedensrat. Eigentlich wollte er ein Gremium mit diesem Titel schaffen, um eine palästinensische Regierung im Gazastreifen zu kontrollieren. Nun denkt er offenbar um einiges größer.

    In einem Einladungsschreiben an ausgewählte Staatschefs schreibt Trump, Ziel der neuen internationalen Organisation – natürlich mit ihm an der Spitze – sei es, dauerhaften Frieden zu schaffen. Die, die Bock auf diesen Rat hätten, sollten eine Milliarde Dollar bezahlen – wenn sie länger als drei Jahre dabei sein wollten. Eine Milliarde! Von Gaza ist in dem Schreiben keine Rede. 

    Und ich denke so: Häh, ein internationales Gremium zur Sicherung des Friedens in der Welt gibt es doch – die Vereinten Nationen. Mit dem UN-Sicherheitsrat. Nun, dass Trump davon nicht viel hält, konnte schon des Öfteren beobachtet werden.

    Er hat da nichts zu bestimmen. Und kleinere Staaten werden auch gehört. Mag Trump nicht. Und ich kann seine Gedanken nachvollziehen: Lieber was Neues. Mit ihm als Big Boss. Weltbestimmer. Eben.

    Coco löst sich von mir. Hechelt wie ein Köter. Wird eben auch älter. Und ich sehe, wie sie mal wieder auf der Herdplatte Platz nimmt. Zum Aufwärmen. Und  zum Chillen. Sie ist so anders als Trump. Dessen Austick-Zeit die Norm ist – und dauerhaft anhält, nie zu stoppen scheint. Der im Alter nicht weiser, sondern wilder wird.

    Sagt der lustvolle Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Tickt aus. Tut gut. Und chillt danach, unbedingt, Leute. Tut noch guter. Oder so. Nach dem Austicken.

  • 17. Januar 2026

    Lächelnde Super-Cat und zürnender Trump

    Menschen können nicht fliegen. Also ohne Hilfsmittel. Hunde können nicht nicht stinken. Und auch nicht selbstständig denken. Katzen wiederum können nicht lachen. Dazu sind ihre Schnauzen und Kiefer nicht gemacht. Eigentlich.

    Coco hat nun das Unmögliche möglich gemacht – und damit eine neue Katzendimension erreicht. Supercat quasi: Sie. Kann. Lächeln. Und ich habe den Beweis dafür. Und bin mal froh. Dass Felix ständig rumknipst. Und so ist auf dem Foto klar zu sehen: Coco chillt auf dem Schoß meiner Bruna. Auf dem Rücken. Hat das Maul weit aufgerissen – und zu einem Lächeln verzogen.

    Und ich kann nur empfehlen, liebe Leserin, lieber Leser: Entspannt Euch! Chillt. Dann kommt das Lächeln ganz von selbst. Im Eskapismus vor der gruseligen Welt. Die sich in eine Richtung dreht, die mich frösteln lässt.

    Wo sich nach dem Zweiten Weltkrieg zumindest in der westlichen Hemisphäre Bündnisse bildeten, die sich auf gemeinsame Werte wie Meinungsfreiheit oder Demokratie verständigten, gewinnt nun plötzlich das Recht des Stärkeren an Macht. Imperialismus. Grenzen ausweiten durch Gewalt. Werte, Rücksicht oder Debatten werden als Schwäche ausgelegt. Wer zögert, verliert.

    Und ich sehe Coco. Die am weißen Bildschirm klebt. Vor dem Nichts. Den schwarzen Mauscursor verzweifelt suchend. Vergeblich.

    US-Präsident Trump ist der neue westliche Diktator. Der sich nicht mehr um demokratische Gepflogenheiten, um Verbündete schert, sondern seine Agenda brutal durchsetzt – weil er weiß, dass er es kann. Und er Gewalt zu lieben scheint.

    Er will Grönland, das dem Nato-Verbündeten Dänemark gehört. Und ist sauer auf die Europäer, die gegen einen Verkauf der arktischen Insel sind. Und es dann sogar noch gewagt haben, Soldaten zur Erkundung dorthin zu schicken – wie unter anderem Deutschland, Frankreich, Großbritannien oder eben Dänemark. Acht europäische Länder – und Nato-Partner – belegt Trump nun mit neuen Strafzöllen, ab dem 1. Februar in Höhe von 10 Prozent, ab dem 1. Juni von 25 Prozent – bis ein Grönland-Deal erreicht ist.

    Und ich sehe Coco. Die am weißen Bildschirm klebt. Und den schwarzen Mauscursor sucht – so vergeblich. 

    Und ich erinnere mich, dass die EU und die USA erst vor wenigen Monaten vereinbart hatten, dass ein Zoll von 15 Prozent für die meisten europäischen Produkte gelten soll. Und ich denke so: Warum noch Abkommen, wenn sie eh nach Gusto und Laune gebrochen werden? Und Trump putinsche Züge annimmt.

    Mir ist übel, weil ich die Abhängigkeit Europas von den USA sehe. Ohne den Schutz der USA hätte es Russland leicht, nicht nur das Baltikum, sondern auch Polen oder Deutschland anzugreifen. Sagen Experten.

    Womit das Lächeln endgültig ein Ende hätte. Was also tun? Kuschen? Oder erst kuscheln. Wie Coco. Die die Suche nach dem Mauscursor aufgegeben hat. Und auf dem Schoß meiner Bruna chillt. Lächelnd!!! Sagt der desillusionierte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Entspannt euch. Und chillt, Leute! 

  • 16. Januar 2026

    Kater aller Welt: Vereint euch – Rudis Leiden in Kiew

    Rudi! Wer war Rudi? Rudi IST ein Artgenosse. Im Mai 2022 kam er – auf der Flucht vor russischen Angriffen – mit seiner Familie aus Charkiw nach Hamburg zu den Großeltern meiner Bruna. Dort schärfte er die Spitzen seiner Krallen  an den edlen Sesseln der Alten. Und häutete damit einige Mäuse. Und Vögel. Nach getaner Arbeit lehnte er sich zurück und schnurrte: „Das waren Schuffen.“ Von allen Seiten ertönten Heilsrufe: „Guat. Wacker. Heddddel.“

    Oder auch nicht. Denke ich so. Wenn ich die Erzählungen meiner Leute über den Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und die Ankunft Rudis und seiner family in Deutschland so höre. 

    Es ist ein Krieg, der bald vier Jahre dauert, der am 24. Februar 2022 begann, einer Zeit, in der ich noch Pudding im großen Kateruniversum war. Heute lebt Rudi mit seiner Betreuerin Olena und ihrem Mann – trotz ständiger Attacken aus Russland – in Kiew. Rudi musste bereits mehrfach sein Revier wechseln. Da das eine erst zu klein war. Das andere dann zu teuer. Rudi hat Angst. Vor Explosionen und Raketen. Nun bibbert er. Weil die Heizung kalt ist. 

    In der ukrainischen Hauptstadt ist das Thermometer auf minus 20 Grad gefallen. Überall Schnee und Eis. Und die Russen: Starten Großangriffe auf die Energieanlagen der Millionenstadt. Treffen sie auch. Es gibt massive Stromausfälle. Keine Heizung. Kein Wasser. Kein Internet. Kein Handy.

    Und Olena schreibt so: „Derzeit haben wir nur so zwei bis drei Stunden am Tag Strom. Leider funktioniert die Heizung nur mit Strom. Auf diesen heftigen Frost haben die russischen Barbaren nur gewartet. Jetzt schießen sie unsere Energieanlagen kaputt. Um uns zu zermürben.“ Und ich denke so: Die Russen erreichen das Gegenteil: Hass ohne Ende, der unfassbare Widerstandskräfte entfesselt. 

    Boah, Coco und ich frösteln ob der Erzählung auch bei plus 20 Grad in meinem Revier. Coco liegt auf einer Herdplatte, die noch ein wenig Wärme abstrahlt. Und ich muss an den durch einen Anschlag verursachten Stromausfall in Berlin vor wenigen Tagen denken. An das Chaos. Das Wehklagen. Kein Strom bei minus 5 Grad. Betroffen waren gleich 40.000 Haushalte. Und es dauerte fast fünf Tage, bis sie wieder Strom hatten. 

    Rudi friert wirklich. Extrem. Er werde in Decken eingewickelt. Schreibt Olena. Plötzlich springt Coco vom Herd auf. Weil meine Bruna Milch aufwärmen will. Und ich denke so: Kater aller Welt. Vereint euch. Solidarisiert euch. Mit Katern und Katzen in der Ukraine. In allen Kriegsgebieten.

    Nicht nur Menschen leiden dort. Auch wir. Kälte, Lärm, Splitter, Revierwechsel, Unruhe. Und ich höre, Heilsrufe von allen Seiten: „Guat, wacker, heddddel.“ Sagt der demütige Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Wärmt euch auf. Und chillt, Leute. 

  • 15. Januar 2026

    Der große Coco-Funke und die fette Trump-Ankündigung

    Wer Großes ankündigt, sollte Großes folgen lassen. Um nicht zu enttäuschen. Und als bekloppter Maulheld dazustehen. Und ich bin wieder mal froh, dass Kater nicht sprechen – und damit auch nichts ankündigen können. Eigentlich…

    Nun, große menschliche Ankündiger gibt es zur Genüge. Kanzler Merz versprach im April nach seinem Wahlsieg, bereits im Sommer würden die Bürger spüren, es gehe voran. Dem war leider nicht so, vielmehr ging vieles nach rechts oder gar rückwärts.

    Der größte Ankündiger aber ist – wie könnte es anders sein – US-Präsident Trump: Vor wenigen Tagen versprach er den gegen ihr autokratisches Mullah-Regime demonstrierenden Iranern, sie sollten trotz aller Gewalt des Staats auf den Straßen bleiben. Hilfe sei unterwegs. 

    Viele Iraner wollten Trump glauben. Und blieben. US-Hilfe kam bislang nicht. Und die iranische Regierung geht weiter brutal gegen das eigene Volk vor. Es gibt Berichte, nach denen Tausende Menschen getötet worden sein sollen. Fotos, die trotz der Internetsperre nach draußen gelangten, zeigen Hunderte Leichensäcke.

    Vor rund zwei Wochen hatten die jüngsten Massenproteste gegen das Mullah-Regime begonnen. Ausgelöst wurden sie durch eine weitere Verschärfung der Wirtschaftskrise und extremer Inflation. Mehrfach drohte Trump mit einem US-Eingreifen, wenn den Demonstranten Gewalt angetan würde.

    Nun hadern viele Iraner mit Trump und der fehlenden, aber angekündigten Hilfe. Und ich denke so: Offenbar sind die Optionen der US-Regierung gar nicht so groß. Sonst hätte Trump längst angegriffen – wie vor rund einem halben Jahr, als er überraschend die iranischen Atomanlagen bombardieren ließ.

    Ist er vielleicht abwartend, weil er einige Kriegsschiffe aus der Region Richtung Venezuela abzog, die ihm nun fehlen. Oder liegt es auch daran, dass der Iran droht, den Konflikt eskalieren zu lassen. Und auch US-Streitkräfte auf ihren Stützpunkten in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Türkei attackieren will. 

    Mal abwarten, Und meiner Bruna zuhören. Die heute bei ihrem Ergotherapie-Praktikum einer 80-Jährigen Schlaganfall-Patientin das Greifen wieder beibrachte. Und – really – trotzdem gerne zurück in die Schule will. Und ich denke so: Wer hätte das gedacht: Vor vier Tagen… Sie. Will. In. Die Schule!

    Nun, ich bin glücklich. Weil ich von Coco mehr bekomme als ich je erwartet hätte. Sie muss gar nicht sprechen. Verbal ankündigen. Denn sie kündigt ihr Tun mit einem tiefen Blick ihrer orange-grünen Augen in meine blauen Augen an.

    Es funkt. Und sie springt zu mir. Auf den Sessel. Und kuschelt und leckt mich. So nice. So muss es sein. Handeln statt labern. Sagt der zufriedene Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid aufmerksam. Und chillt, Leute. 

  • 14. Januar 2026

    Der Tritt der Crocs und der Grönland-Anspruch der USA

    Das Leben ist eine einzige Veränderung. Kürzlich noch war ich der große Kater, jetzt bin ich der kleine Kater. Weil Coco mich bereits nun – mit gerade mal einem halben Jahr – überragt. Früher wurden Veganer als Spinner abqualifiziert. Heute gelten sie als coole Trendsetter in Sachen Ernährung.

    Vor wenigen Jahren wurde US-Präsident Trump ob seiner absurden Idee, Grönland kaufen zu wollen, ausgelacht. Heute setzt dem US-Anspruch auf die arktische Insel kaum noch jemand ernsthaft etwas entgegen. Vor 16 Jahren galten Crocs – so eine Art Clogs aus Gummi und quetschbunt – als hässlichste Schuhe aller Zeiten. Heute sind diese Pantoffeln ein Mode-Statement. Und so besitzt natürlich auch meine Bruna Crocs. In Lila. Gefüttert. 

    Alles Änderung also. Allen Ernstes müssen sich heute Vertreter Grönlands und Dänemarks in Washington der US-Avancen für die Insel erwehren. Trump hatte schon vor dem Treffen in der US-Hauptstadt geprollt, alles andere als ein Grönland in US-Hand sei inakzeptabel. Das wiederum ist inakzeptabel für Dänemark, das die Insel verwaltet. Und natürlich auch für Grönland selbst. Am liebsten wären die rund 56.000 Einwohner der Insel eh autonom. Und nun? Man geht uneinig auseinander. Erst mal. 

    Warum Trump so scharf auf die Insel ist? Nun, die Rohstoffe dort, die durch die Klimaerwärmung leichter erreichbar sein dürften, sind ein Argument. Das Trump natürlich nicht offensiv vertritt. Ein weiteres Argument für ihn dürfte sein, einen weiteren Bundesstaat in die USA einzugliedern – für den 51. Stern auf der Flagge.

    Nun: Trump behauptet offiziell, rund um die Insel seien verstärkt russische und chinesische Schiffe beobachtet worden. Und bevor eines dieser beiden Länder Grönland einnehme, wollten die USA die Insel kontrollieren. Und dort ihren Raketenabwehrschirm installieren. Hmmm, klingt erst mal logisch.

    Allein – denke ich dann so –  häh, Dänemark ist Nato, die USA sind Nato, die USA können dort doch Truppen schon jetzt hinschicken, so viel sie wollen. Unabhängig, ob Grönland nun direkt zu den USA gehört oder nicht. 

    Und mir wird klar: Es geht den USA nur um Erweiterung des eigenen Einflussbereichs. Wie es auch meiner Bruna mit ihren Crocs nicht um warme Füße geht, sondern um das Symbol. Wenn sie mit den Pantoffeln cool im Schnee stapft. Und ihre Crocs ein Statement sind. Wie Grönland ein Statement für die USA.

    Denke ich so. Und spüre die Schlappen auf mir. Fürs Foto. Das Felix schießen will. Ich halte still. O weia. Menschen. Sagt der veränderte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Wagt den Change. Und chillt, Leute

  • 13. Januar 2026

    Die Diktatorin im Katzengewand und Trump ist der Stärkste

    Sollte ein Katzenwesen tun, wozu immer es fähig ist? Worauf es gerade mal so Lust hat? Chaos wäre das Ergebnis. Und dementsprechend „nein“ meine Antwort auf meine eigenen bescheuerten rhetorischen Fragen. Für die es natürlich einen Grund gibt: Denn Mensch fordert sie geradezu heraus. US-Präsident Trump. 

    Der will die Welt so machen, wie sie ihm gefällt. Ohne Rücksicht auf andere. Ohne Rücksicht auf Regeln. Für ihn gilt nur das Recht des Stärkeren. Und Trump geht davon aus, dass sein Land und er die Stärksten sind. Auf der Welt.

    Also lässt er den venezolanischen Präsidenten Maduro aus dessen Palast in der Hauptstadt Caracas entführen. Also droht er, Grönland zu vereinnahmen. Also warnt er den Iran vor US-Angriffen, falls dieser weiter brutal gegen Demonstranten vorgeht. 

    Trump kennt keine Grenzen. Oder doch – es gebe etwas, das ihn in seiner Machtausübung einschränke, sagte er vor Kurzem in einem Zeitungsinterview: „Meine eigene Moral. Mein eigener Verstand. Das ist das Einzige, was mich stoppen kann.“ Und ich denke so: Super-Gau – Trump und Moral, Trump und Verstand. Ein Nullsummenspiel. 

    Trump behauptet, das Völkerrecht brauche er nicht. Zwar solle sich seine Regierung an internationale Rechtsnormen halten. Aber welche das seien, entscheide er.

    Und ich sehe Coco. Die meine Leckerli klaut. Die mich kratzt. Die die historischen Sessel zerkratzt. Die Felixens Platz belegt. Die die Herdplatten blockiert. Und dann die Badewanne besetzt. Die also tut, was sie willl. Worauf sie eben so Lust hat. Ohne Rücksicht auf unsere Gemeinschaft. Weil sie keiner stoppt. Und sie glaubt, sie sei die Stärkste. Chaos. 

    Und ich denke so: Sie ist eben eine Diktatorin im Katzengewand. Aber ich vergebe ihr. Sie ist ja noch ein Baby. Die Hoffnung bleibt. Auf Besserung. Und ich sehe, wie sie meiner Bruna Kraft spendet. Die nach einem weiteren Praktikumstag bei ihrer Ergotherapeutin erschöpft zu uns ins Revier kommt. Nachdem sie einer 87-Jährigen das Gehen wieder beibrachte. Und einem vierjährigem Kind mit Down-Syndrom das Spielen zeigte.

    Nun, Coco kann gut sein. Und Chaos nicht nur verursachen, sondern auch eindämmen. Selbst beim Trockenbaden. Sagt der entgrenzte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Würdigt die anderen. Und chillt, Leute.