Wenn Welt unwichtig wird oder über das Entdecken der Schönheit

Es gibt die Momente, in denen alles andere unwichtig wird. Weil ein Schock den Fokus verschiebt. Und zeigt: Die Aufregung über Welt, Menschen, Coco, Futter, Wetter, Kriege, Trump, Putin und Konsorten ist unbedeutend und klein. Wühlt oft auf, macht dann unzufrieden und aggressiv. Weil man so merkt: Ich bin machtlos, es ist unabänderlich. Und die Wut darauf dann auch wenig konstruktiv ist. Im Gegenteil: Sie verstellt dann auch noch den Blick auf die Schönheit des Lebens.
Und ich denke so: Das Leben ist viel zu kurz. Um sich mit dem Unabänderlichen, Unwesentlichen aufzuhalten. Wobei ich naturally weiß: Oft ist erst im Nachhinein sichtbar, ob etwas tatsächlich unabänderlich, unwesentlich war – oder nicht. Und selbstverständlich: Empörung muss da sein. Da sie der Antrieb für Veränderung, Verbesserung des Lebens ist.
Aber: Möge dies ein Plädoyer sein, im wirbelnden Strudel des Lebensflusses auch immer mal zu stoppen. Bewusst. Um die Schönheit des Lebens zu entdecken. Die es gibt. Überall. Wenn man den Moment und sein Glück einfach mal genösse. Und würdigen würde.
Alles ändert sich, wenn man erfährt, dass ein nahestehender Mensch schwer erkrankt ist. Und ob dieser Nachricht die Zeit plötzlich stillzustehen scheint. Sie es aber natürlich nicht tut. Sondern unbeeindruckt weiterläuft. Als ob nichts passiert sei. Und – fast – alles seinen normalen Gang geht. Als ob nichts geschehen wäre.
Wie pervers. Denke ich so. Wie nicht anders möglich. Denke ich dann so. Obwohl doch die eigene Welt aus den Fugen geraten ist. Und im Nebel erst unscharf wird. Dann unwichtig.
Dann der erste Schock dem Schmerz weicht. Und der schneidenden, eigentlich bekannten, aber verdrängten Erkenntnis über die Endlichkeit des Lebens. Will Stärke zeigen. Zuversicht ausstrahlen. Spüre aber meine Schwäche. Hilflosigkeit. Schreckliche Ohnmacht. Kein Wort kann etwas ändern.
Also stoppe ich. Für heute. Unter unserer Küchenuhr, die für alle Ewigkeit sechs Minuten vor neun anzeigt. Sagt der erschütterte Hauptstadtkater. Der sehr gerne über euch wachen würde. Und sieht: Es gelingt nicht. Leider. Aber der Appell bleibt: Chillt, Leute! Am besten zusammen. Für Wärme. In der Kälte. Und Erkennen des wirklich Wichtigen: Die Schönheit im unbarmherzigen Leben.















































