Lauras Träume: Zombies und gelbe Kaffeemaschinen

Wer schläft, träumt. Wer träumt, erfährt sein Inneres. Wer darüber redet, ist mutig. Denke ich so. Als ich Laura höre. Die frank und frei über ihre Träume erzählt. Und damit in ihre Abgründe blicken lässt. In die ich gerne mit hineinspringe. Hehe. Aber dazu gleich mehr.
Nun, Lauras Dreams: Sie macht Krafttraining. Mit Diego. Irgendwo draußen. Am Strand. Denn plötzlich fährt es vorbei – das Schiff, aus dem ein kollektives Stöhnen dringt, Menschen hängen über der Reling, krümmen sich. Kämpfen gegeneinander. Einige sind tot. Das Meer neben dem Schiff ist rot verfärbt – vom Blut.

Plötzlich kehrt gespenstische Ruhe ein. Laura jumpt rein ins rote Meer. Schwimmt zum Schiff. Klettert rauf. Stolpert über Leichen. Durch den Salon, der völlig verwüstet ist. Hin zur Kombüse. Wo sie steht: Die gelbe Kaffeemaschine. Die Laura sich greift. Einpackt in ihren wasserdichten Rucksack. Sie schwimmt zurück.
Am Strand wartet bereits meine Bruna mit ihrem Porsche. In dem auch Diego sitzt. Meine Bruna rast los. Sie kommt nicht weit. Denn vor ihr türmt sich etwas Weißes, Felliges auf. Ein Riesenkater. Er beugt sich runter. Laura spürt seinen Speichel auf sich tropfen. Spürt, wie er nach der gelben Kaffeemaschine greift. Sie krallt sie an sich. Sieht schwarz. Und merkt. Kaffeemaschine weg. Schlafmaske noch nicht.
Nun, die Realität: Rund 150 Passagiere sind mit ihrem Kreuzfahrtschiff, auf dem das Hantavirus grassiert, auf dem Weg nach Teneriffa. Dort darf das Schiff, das niemand haben will und vor dem alle Angst haben, in zwei Tagen anlegen. Hafenarbeiter auf der kanarischen Insel demonstrieren gegen den Plan. Es gebe keine Infos zu dem Einsatz, nicht mal dazu, welche Schutzkleidung sie im Hafen tragen sollten. Monieren sie.

Während die Menschen an Bord erleichtert sind, dass das Schiff endlich wieder fährt. Irgendwohin. Nachdem sie zuvor tagelang vor Kap Verde vor Anker lagen. Ohne zu wissen, was passiert. Und nur klar war: Das Hantavirus hat mindestens acht Menschen an Bord infiziert, von denen drei gestorben sind. Nun, nach Ankunft in Teneriffa soll ein Arzt an Bord kommen und sie untersuchen. Viel mehr weiß niemand.
Mir fallen die Augen wieder zu. Ich spüre einen Aufprall. Sehe zu meiner Pfote einen kleinen Porsche. Mit einer knallgelben Kaffeemaschine, meiner Bruna, mit Laura und Diego. Die zittern. Nicht vor Angst. Sondern weil sie offenbar hohes Fieber haben. Sie sind bleich. Entstellt. Blut tropft aus ihnen. Kurz: Sie müssen infiziert sein.

Ich überlege nicht lange. Sondern erlöse meine Leute von ihrem Leid. Mit meiner Kralle. Und forme aus der Kaffeemaschine ein Leckerli. Das ich nicht schlucken kann. Weil auf meine Schnauze krasser Druck ausgeübt wird. Coco. Sitzt auf mir. Sagt der verträumte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Träumt. Und chillt, Leute!

































