Hauptstadtkater

Chillen, Checken, Schnurren – meine Gedankenfetzen zum Absurdistan der Welt. Ansichten eines weißen Katers im Chaos.

  • 22. August 2026

    Mit dem wiederauferstandenen Larry the cat auf Pfauenjagd

    Larry lebt! Larry. Ein Kater-Idol. Mein Kater-Idol. Welch Relief, äh, Erleichterung! Der so called oberste Mäusefänger Großbritanniens. Der mit zig Premiers zusammen seit 2011 (sic: 2011!) in der Regierungszentrale Downing Street Nummer 10 in London lebt. Der auf seinem X-Account mehr als 900.000 Follower  (sic: 900.000) hat. Und der so cool sarkastisch seinen Blick über die Politik seines Landes schweifen lässt.

    Nun, den hatte das britische Portal „Politics UK“ für tot erklärt. Und Larry so, auf X, britisch-trocken: „Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben…“

    Puh, Alta, ich war erst mal so was von weird und shocked. Und dann so was von erleichtert, als sich Larry so cool meldete. Übrigens ist seine Rückmeldung ein Zitat. Ein Zitat von einem ziemlich krassen Autoren: Mark Twain.

    Der hatte diese Worte, also so ähnlich jedenfalls, benutzt, als einige Zeitungen 1897 seinen Tod gemeldet hatten. Auch damals ein Irrtum. Den der Schöpfer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn eben mit diesem Zitat abräumte, klar, ein bisschen anders: „Die Nachricht über meinen Tod war eine Übertreibung.“ Schrieb Twain. Das Gerücht sei wohl entstanden, weil sein Cousin schwer erkrankt sei, teilte er mit. Und lebte noch 13 Jahre. 

    Das britische Portal „Politics UK“ immerhin widerrief seine Meldung und entschuldigte sich, eine eigentlich sonst absolut vertrauenswürdige Quelle sei gehackt worden. Und ich denke so: Puh, wohl kaum Qualitätsjournalismus. Wenn ein Tod gemeldet wird, sollte man sich schon todsicher sein. He he.

    Sonst gerät man ganz schnell in eine Reihe mit Persönlichkeiten wie Alfred Nobel, Charlie (sic: Charlie!) Chaplin, Frank Sinatra oder Jon Bon Jovi – die allesamt fälschlicherweise bereits als gestorben gemeldet worden waren. Obwohl sie putzmunter waren. 

    Also, Larry lebt. Ein Glückstag für mich. Zumal ich mit darf. Mit meinen Alten Felix und Laura. Ausflug zur Pfaueninsel im Wannsee. Und tatsächlich: Da stolzieren sie herum, diese Pfauen, die ich heute mal in Ruhe lasse. Denn: Ich bin gechillt, brauche keine Todesfälle. Und weiß ja auch, Pfauen stehen nicht nur für Schönheit, Stolz, Eleganz und klar: Auch Eitelkeit. Sondern auch für Unsterblichkeit.

    So ziehe ich mich zurück auf die Zinnen des nahen, mehr als 230 Jahre alten Märchenschlosses. Neben mir sehe ich tatsächlich Larry, the cat, sitzen und höre sein Schnurren. Gemeinsam betrachten wir Welt. Und Pfauen. Sagt der absolut erleichterte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Glaubt nicht jede Meldung. Und chillt, Leute!  

  • 21. August 2026

    Warum weiße Kater nicht ins Wasser wollen und schwarze Menschen nicht dürfen

    Wasser und Kater. Das ist wie Feuer und Wasser. Für mich. Passt nicht zusammen. Zu nass, um es zu mögen und nicht zu hassen. Aber klar. Es ist auch wichtig. Um zu überleben. Weiß ich schon. Und staune doch immer wieder, dass Katzen offenbar ein ganz anderes Verhältnis zum Nass haben als Kater. Coco zum Beispiel.

    Spielt mit Tropfen rum. Liebt es, wenn das Wasser in einem Strahl aus dem Wasserhahn rinnt. Hält ihr Maul drunter. Trinkt. Haut dagegen. Und ich denk so: Jo mei, leck mich. Vor allem, als ich die Story aus Baden-Baden höre.

    Da soll eine Katze selbstständig den Wasserhahn aufgedreht und eine Wohnung samt Keller geflutet haben. Die Wohnungsinhaberin sei nicht zuhause gewesen. Und ich denke so: Nun ja, wahrscheinlich hat die den Hahn aufgedreht und das vergessen. Ist Felix auch schon passiert.

    Aber nein: Die Frau behauptet, sie habe eine Überwachungskamera installiert, darauf sei die Katze als Täterin zu sehen. Und ich denke so: eine Kamera, die den Wasserhahn im Blickfeld hat? Wer ist hier more crazy: Mensch oder Katze? Wobei ich Coco das übrigens auch zutraue. Dass sie einen Wasserhahn aufdreht. Die Tür zum Bad kann sie auch aufmachen… Unüberwacht!  

    Womit ich beim Berliner Volksbad bin. Jenem Planschbecken, das der neue Volksbühnen-Intendant Lilienthal vor ein paar Wochen direkt vor seinem Theater aufbauen ließ. Und worüber schon so herrlich gestritten wurde: Ist ein Schwimmbad Kultur? Sollte dafür Steuergeld ausgegeben werden, was für Kunst bereitgestellt worden war? Wurde gefragt.

    Und ich denke so: Welch Top-Debatte. Bundesweit. Genau so funktioniert große Kunst. Auch wenn sie nass ist. Mit der Mitteilung, das Bad einen Nachmittag nur für Schwarz zu reservieren, wurde die Kunst dann noch größer. Und politischer. Und hässlicher. Wurde so doch einer geifernden Gesellschaft der Spiegel vorgehalten.

    Die zu einem größeren und vor allem lauten Teil diesen Safe Space Schwarzen nicht gönnte. Anders als Frauen oder Rentnern, denen in diesem Volksbad auch Extra-Zeiten angeboten werden. Nun: Über die Volksbühne ergoss sich ein Shitstorm, sie wurde mit Drohbriefen eingedeckt. Nun würden Weiße Rassismus erleben, hieß es. Was für eine Diskriminierung das doch wäre.

    Und ich denke so: Welch Täter-Opfer-Umkehr. Klar werden auch Weiße hierzulande diskriminiert – aber nicht wegen ihrer Hautfarbe. Die Volksbühne sagte das Event ab – sie könne nicht für die Sicherheit der schwarzen Badegäste garantieren. Stattdessen platzierte das Theater ein großes Plakat am Schwimmbecken mit der Aufschrift: „Fickt euch!“ AfD-Deutschland 2026. Macht euch nass. Denke ich so. 

    Dabei können Menschen auch anders. Emphatisch und nett sein. Wenn es um uns Kater geht: In Frankreich hat eine Familie anderthalb Wochen an einer Autobahnraststätte Urlaub gemacht – anstatt wie geplant in den Bergen. Grund: Beim Tankstopp lief ihre Katze Chanel weg. Die könne nicht einfach zurückgelassen werden, sagten ihrer Besitzer.

    Aber: Trotz vieler Helfer blieb das Happy End aus, Chanel ist weg, der Urlaub over, die Familie wieder zuhause. Sie wollten aber oft zur Raststätte zurück, um weiterzusuchen. Wahre Liebe. Sagt der entzückte Hauptstadtkater. Und jetzt: Vielleicht mal bei Coco suchen, die Chanel? Lacht! Und chillt, Leute! 

  • 20. August 2026

    Wer Safe Spaces nicht akzeptiert, spürt meinen Zorn, auch Israelis

    Rückzugsorte sind so nice. Raffen viele nicht. Also – meine Leute. Wenn Coco und ich also vollkommen crazy auf die leere Pakethülle zustürzen. Aus der Felix eben einen Trinkrucksack – ja sowas Absurdes gibt es – gezogen hat und die er nun zerreißen will. Was wir verhindern: Mit einem Satz gegen sein Bein. Und einem gegen seinen Arm.

    Die Pakethülle fällt herab. Neben Coco. Und drin ist sie. Und nicht ich. Shit happens, denke ich so. Denn auch ich liebe sie. Die Pakethülle. Dunkel und kuschelig innen, unauffällig außen. Die perfekte Beobachtungsstelle ohne selbst beobachtet werden zu können. Ein Safe Space. Wo ich mich wohl fühle. Keine Belästigung, keine Diskriminierung. Nice eben. 

    Klar, Safe Spaces, sichere Rückzugsorte suchen Menschen auch. Verfolgte vor allem. Wie die Juden. Nach dem Holocaust, bei dem die deutschen Nationalsozialisten rund sechs Millionen ermordet hatten, fanden sie diesen Platz in Palästina. Und goutierten den Plan der Vereinten Nationen, das britische Mandatsgebiet in einen jüdischen und einen arabischen Staat aufzuteilen. Gründeten Israel 1948.

    Aber – trotz der Erfahrung des Mords am eigenen Volk – es gibt bereits seit längerem Israelis, die das Land auf Kosten der Palästinenser immer weiter vergrößern wollen. Und dann noch Extremere, die offen für die Ermordung von Palästinensern eintreten. Ungestraft. Brechen sie Tabus. Die in Israel selbst keine mehr zu sein scheinen. Da ein öffentlicher Aufschrei ausbleibt.

    Was passiert ist? Der rechtsextreme – ja rechtsextrem! – Polizeiminister Ben-Gvir sagte kürzlich in einem Podcast, jede Nacht sollten im Gazastreifen 30 bis 40 Palästinenser gezielt getötet werden. Und zwar nicht nur solche, von denen eine unmittelbare Gefahr ausgehe. Sondern Menschen, die des Lebens nicht würdig seien.

    Sagt ein Jude. In der Attitüde eines Hitlers. Der sich anmaßt, lebenswertes von nicht lebenswertem Leben unterscheiden zu können. 

    Und ich denke so, Ben-Gvir will also von seinem Rückzugsgebiet aus das ohnehin umkämpfte Rückzugsgebiet der Palästinenser zerstören und die dort lebenden Menschen ermorden, die er übrigens hitlerlike als Tiere bezeichnet. Ich bin really empört. Wütend. In Israel aber bleibt es seltsam ruhig.

    Deutung eins: Die Menschen sind müde, sind Äußerungen wie diese gewohnt, weil sich der Minister nicht zum ersten Mal radikal äußert. Deutung zwei: Sie pflichten ihm mehr oder weniger bei. Und ich höre von meiner Nuria, dass sie gestern ihre Reise mit ihrem Freund Piet nach Schweden abbrach, weil sie keinen Rückzugsraum, sprich ein Zelt im Dauerregen aufbauen wollte. Heute nun aber hätten sie den perfekten Safe Space entdeckt. Ein Tiny Haus. Bei Malmö.

    Und ich? Bin wieder mal zu spät dran. Es ist schon heftig für meinen Mind: Wenn Coco in der Pakethülle bleibt. Muss ich eben verzichten. Und den Platz hinter dem Herd aufsuchen. Auch nice und dunkel. Aber abseits vom Schuss. Sagt der heimelige Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Empört euch über Israel. Und chillt, Leute!

  • 19. August 2026

    Surfin‘ Berlin: Warum meine Bruna auf eine alte Arbeiterpartei steht

    Wenn ich wählen dürfte, würde ich den wählen, der mir am meisten Chillzeit verspricht. Mitsamt Leckerli. Sure. Meine Bruna darf mit ihren zarten 17 Jahren demnächst erstmals wählen. In einem Monat bei der Abstimmung zum Berliner Abgeordnetenhaus.

    Und sie hat spontan bereits jetzt eine Entscheidung getroffen: SPD! Im ersten Moment überraschend, weil die taumelnde alte Arbeiterpartei so ungefähr das Gegenteil von cool und hip ist – und gerade irgendwie voll das Loser-Image hat. Im zweiten Moment aber verstehe ich meine Bruna vollkommen: Die SPD verspricht, was sie sich am meisten wünscht: Einen künstlichen See samt Surfwelle. Mitten auf dem schönsten – und umstrittensten – Platz der Hauptstadt: dem Tempelhofer Feld. 

    Die riesige Freifläche mitten in Berlin. Deren Ränder die CDU bebauen lassen will, um den akuten Wohnungsmangel zu bekämpfen. Die SPD ist voll dagegen. Schon jetzt ist das Areal des ehemaligen Flughafens Treffpunkt zum Chillen, Sport-Machen, Grillen, Trinken, Kultur erleben.

    “Und dann könnte es demnächst so aussehen“, schwärmt meine Bruna. „Ich fahre mit meinem Surfbrett unterm Arm mit der S-Bahn dorthin. Packe alles am See aus. Und reite dann mit der Welle in den Sonnenuntergang von Berlin. Wie geil.“ Finde auch ich. Wenn sie mich denn im Rucksack mitnähme. Schluchz. 

    Wie die Welle finanziert werden soll? Interessiert das echt? Keine Ahnung. Denke ich so. Sagt die SPD auch nicht. Geld gibt’s in Berlin ja eh nicht. Irgendwie regelt sich das dann eben. Wie auch das Amphitheater, das die Arbeiterpartei daneben aufbauen will. Für kostenlose Darbietungen von Comedians oder Bands. Kostenlos!

    Und das große alte Flughafengebäude soll eine Uni werden, in der künftige Lehrer und Lehrerinnen ausgebildet werden. Meine Bruna ist naturally total begeistert. Papa Felix naturally nicht: An was für Banalitäten sich die Wahl bei Jugendlichen ausrichte, entblödet er sich zu labern. Es sei doch völlig unrealistisch. Nicht durchdacht. Nicht mal mehr Umweltaspekte spielten da eine Rolle. Man sollte das Wahlalter doch wieder hochsetzen.

    Und ich denke so: Oh man, Du bist so alt. Blicke doch nur nach Sachsen-Anhalt, wo schon in gut zwei Wochen gewählt wird. Wo Junge wie Alte gleichermaßen, weiblich wie männlich gleichermaßen, mit überwältigender Mehrheit für Rechtsextreme der AfD stimmen wollen. Häufig wird von denen nur so lapidar als Grund genannt: Frischer Wind. Inhalte: Oft egal. Ok, Ausländer raus wird geraunt. Also: Dann doch lieber eine unrealistische Welle. Ohne Wind. Mit SPD. Denke ich so. 

    Und rase zu meinem Lieblingsplatz: Der Sessel, der so schön wie ein Surfbrett auf Wellen wackelt, wenn man draufspringt. Allein: Coco surft bereits. Und lässt mir keine Chance zum Landen. Faucht mich an. Fletscht die Zähne. Wie krass unentspannt. Sagt der politisierte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Wählt jene, die Eure Wünsche erfüllen wollen. Und chillt, Leute! 

  • 18. August 2026

    Wie Diego mit Netzstrumpfhosen Österreich glücklich macht

    Ich werde nicht gerne überrascht. Anstrengend. Aber: Ich mache gerne Überraschungen. Weil Menschen so abgefahren crazy reagieren. Beispiel: Ich lasse mich von Diego catchen. Hochheben. Und mache für ihn die Coco – das heißt, mache mich lang. Wie noch nie. Hänge wie ein Sack an seinen Armen.

    Und Diego? Voll erstaunt über mich, weil ich sonst nie solchen Quatsch mache. So dass er vor lauter Grinsen und Glucksen kaum noch aus seinem Glücksflow rauskommt. Typisch Mensch eben, denke ich so.

    Wohl auch der Grund, dass die Secret-Pack-Automaten funktionieren, die in Berlin derzeit boomen. In den Automaten – meist vor angesagten Clubs aufgestellt – lagern zig nicht zustellbare Päckchen, die ein Unternehmer von Onlinehändlern gekauft hat. Nun lungert Diego mit Dutzenden Menschen vor einem dieser Automaten und zahlt tatsächlich 12 Euro, um eins dieser so called Mystery-Pakete zu bekommen.

    Könnte ja ein iPhone sein. Ist es nicht: Diego packt drei schwarze Netzstrumpfhosen aus. Weird. Nein: Nice. Jetzt habe er schon das erste Weihnachtsgeschenk. Für seine Mama. Sagt er grinsend. 

    Auf Überraschung setzen ganz offenbar auch die Sympathisanten der rechtsextremen AfD. In wenigen Wochen ist in Sachsen-Anhalt Landtagswahl, die Rechten könnten eine absolute Mehrheit bekommen und erstmals in Deutschland einen Ministerpräsidenten stellen. Wer das Programm der Extremisten liest, weiß: Die wollen ein anderes Land.

    Ohne die meisten Migranten. Ohne Schulpflicht. Die EU soll grundlegend umgebaut werden. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch. Dazu Annäherung an Russland. And so on. Wie Deutschland dann aussähe? Wie es den Menschen dann ginge? Überraschung.

    Aber ich ahne: Ihnen wird es ähnlich gehen wie Diego in dem Moment, als er die Netzstrumpfhosen aus dem Mystery-Automaten auspackte. Enttäuscht bis entsetzt.

    Einige Sympathisanten erzählen, sie wollten nur die „gute alte Zeit“ zurück. Was immer das ist, denke ich so. Denn: Soll es so sein wie früher in der BRD, als die Frauen hinterm Herd standen und Kohlekraftwerke den Himmel verdüsterten?

    Oder besser wie in der DDR, wo keiner wusste, wer wen bespitzelte, wo man lange für eine Banane anstand, wo die Reise per Trabi an die Ostsee ging, während zuhause die Hausfassade bröckelte? Es wird weder DDR 2.0 noch BRD 2.0 sein: Sondern eine undemokratische, illiberale autoritäre Diktatur. Weiß ich. Überraschung. 

    Sie denken eben nicht. Menschen. Sondern reagieren immer nur. Denke ich so. Wie die Frau in Klagenfurt, die um Mitternacht Diego und seine beiden Freunde ausschimpft. Weil die, auf ihren Flixbus wartend, sich auf dem Marktplatz unterhalten. „Wenn da nicht sofort eine Ruhe ist, rufe ich  die Polizei“, schimpft sie lautstark aus einem Fenster einer Erdgeschosswohnung.

    Und dann hat Diego die Idee. Holt eine der schwarzen Netzstrumphosen aus dem Secret-Pack-Automaten aus seinem Rucksack. Läuft zum Fenster. Entschuldigt sich. Und reicht ihr die Strumpfhose. Die Frau erstrahlt. Fragt die Jungs, ob sie nicht auf einen Obstler reinkommen wollten.

    Zum Glück sei der Bus dann gekommen. Sagt Diego. Und zwei Strumpfhosen für seine Ma zu Weihnachten habe er ja immer noch. Ein Hoch auf die Automaten. Sagt der überraschte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Haltet 12 Euro bereit. Und chillt, Leute!

  • 17. August 2026

    Wider dem Shitstorm, Gegendarstellung, Chillen mit meiner Nuria

    Chillen mit meiner Nuria. So nice. Und ich merke mal wieder: Das im Alltag Unerreichbare wird noch krasser, wenn es dann doch mal da ist – wie meine Nuria, die wegen der Semesterferien in Freiburg nun endlich hier in meinem Revier ein Comeback feiert. Hach, wie sie krault. Schnurr.

    Ich brauche das heute besonders – also sehr viel Liebe, Wärme, Geborgenheit. Denn mir weht ein veritabler Shitstorm in die Nüstern – ausgelöst durch meine jüngste Schilderung der Generation Z. Junge Menschen schreiben, der Beitrag sei absolut weird. Eine Unverschämtheit eines debilen Katers. Es sei naturally nicht so, wie von mir geschildert, dass die GenZ nur noch klaue und vor allem Unverbindlichkeit schätze.

    Im Gegenteil: Viele von den Jungen arbeiteten mehr als die Älteren, hätten mehrere schlecht bezahlte Jobs zugleich – weil sie sonst nicht überleben könnten. Betroffen davon seien auch Akademiker. Und von der grassierenden Unzuverlässigkeit seien die meisten mittlerweile auch voll abgeturnt. Und darüber hinaus: GenZ arbeite in eine eher düstere Zukunft und finanziere Alte – während es später für sie so etwas wohl nicht mehr gebe. Und die meisten dann wegen der immer größeren Hitze wahrscheinlich eh tot seien. 

    Aber der Shitstorm reißt mich auch von der anderen Seite um. Alte Menschen schreiben, der Beitrag sei Mist. Wieder würden die Alten gegen die Jungen ausgespielt. Obwohl: Sie hätten es ja schon immer gewusst. Die GenZ sei die lost Generation.

    Wie das sein könnte, dass von denen keiner mehr arbeiten wolle, alle nur noch auf Klauen aus seien. Und trotzdem in Saus und Braus lebten, mit Flügen, Urlauben, ein Leben wie ein Dandy oder Privatier führten. Dies sei doch die Generation, der es so gut gehe wie keiner vor ihr. Und die doch gelernt haben sollte, dass für Wohlstand und dessen Erhalt etwas getan werden müsse.

    Und ich so, entsetzt: Stopp Leute! Kommt mal runter. Alles easy. Keep calm. Ist so absolutely nicht gemeint. Und auch nicht so formuliert. Spannend, was ein Jeder, eine Jede, da so rausliest. Denke ich staunend. 

    Meine Klarstellung: Es gibt junge Menschen, die gerne klauen. Auch aus gutbürgerlichen Elternhäusern. Genauso wie es auch schon vor drei Jahrzehnten junge Menschen gab, die gerne klauten und behaupteten, jeder Diebstahl bis 100 DM sei okay. Meine Nuria krault weiter. Und sagt nur: „Ist aber schon krass, dass aus meinem Umfeld mindestens 50 Prozent gerne klauen…“ Sie natürlich nicht.

    Was nun? Denke ich verwirrt. Jede Generation ist eben divers. Ist ja auch nicht so, dass alle Alten Nazis sind. Oder? Denke ich so. Also, sorry, das ich das so ausführen muss: Aber: Naturally setzen sich viele GenZ-Leute voll engagiert für ihre Zukunft ein. Haben es aber extrem schwer: Weil sie gegen jene Wand der Alten und Etablierten laufen – beispielsweise bei der Forderung nach mehr Klimaschutz.

    Denn das bedeutet oft eben auch Einschränkungen. Die keiner will. Ich ja auch nicht. Oder eben nur, wenn dann deutlich wird, dass ein besseres Leben auch künftig möglich sein wird. Und I guess: Das den Alten zu vermitteln ist schwierig, weil sie selbst es eh nicht mehr erleben werden. Sagt der schnurrende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid doch nicht immer gleich so getriggert. Und chillt, Leute! 

  • 16. August 2026

    Warum Klauen so geil und die Bahnverspätung meine Schuld ist

    Klar, ich bin auch Individualist. Und like das. Extrem. Will mich abgrenzen. Von anderen. Von Coco. Und klar, das ist nicht sonderlich schwer: Wir unterscheiden uns offensichtlich. Vom Fell, von der Größe, vom Mindset.

    Menschen streben auch nach Individualität. Um aus ihrer Masse herauszuragen, braucht’s was Besonderes. Was geht? Nun, einfach das Gegenteil machen, was die scheinbare Masse will. Und naturally: Was die Eltern-Generation empfiehlt und vorlebt. Unabhängig davon, ob’s smart ist. Egal. Hauptsache: Anders. Aus Prinzip. Individuell eben. 

    Das geht los bei Behaviour und Mindset: Eigentum, Besitz, abgesehen vom Handy, eher verpönt. Zumindest bei den Studenten und Studentinnen, mit denen beispielsweise meine Nuria umgeben ist. Alles wird wie auf Social Media geteilt – analog zu meiner Katerwelt. Denke ich so. Mit Blick auf die Leckerli und Coco.

    Nun, wenn Klamotten, Schuhe, Schmuck, Fahrräder, Pfannen, Laptop und Zahnbürste geteilt werden, ist das natürlich eine coole Vielfalt. Wenn sich denn jemand verantwortlich fühlt – und pflegt. Denke ich alter Bedenkenträger. Und höre dann von meiner Nuria, in ihrer Bubble sei es normal, zu klauen. Nicht, weil die Leute arm wären. Sondern aus Prinzip. Und einem gewissen Kribbeln dabei.

    Und so lassen die Leute Äpfel bei Rewe oder Schlafsäcke bei Decathlon mitgehen. Und unterlegen das dann noch moralisch: Kapitalistische Großkonzerne müssten bestohlen werden, um sie irgendwann zu zerstören. Moderne Robin Hoods also, denke ich so. Die allerdings vor allem sich selbst helfen. Hehe.

    Obwohl, wenn die Märkte nur noch Selbstbedienungskassen aufstellen, fordern sie Klauen natürlich auch geradezu heraus. Wäre so, als ob eine Leckerlitüte vor mir läge und ich nicht ran dürfte. Denke ich so. Und frage mich: Liegt der Trend zum Klauen auch darin begründet, dass Besitz zunehmend unwichtig wird?

    Und nun zum Style: Moden also. Die sich alle paar Jahrzehnte wiederholen. Angesagt sind derzeit tatsächlich weiße Tennissocken. Weit hochgezogen. Während zerrissene Jeans mittlerweile wieder out sind. In ist auch, trotz bester Bildqualität bei den Handys, billige Einmalkameras zu benutzen. Trotz schlechter Ökobilanz.

    Vinylplatten halten sich tatsächlich schon etwas länger bei den Tops jener hält, die bestimmen, was cool ist. Neuerdings sind auch Kassetten wieder im Kommen. Mit Spulen, Bandsalat und Rauschen. Egal, Symbol für Individualität eben. Um die eigene Ölkobiolanz positiv zu gestalten, wird dafür eben auf Fleisch und Auto verzichtet. Auf Urlaube und Flüge erstaunlicher Weise weniger.

    Benutzt wir anstatt des Autos dagegen häufig die Bahn. Was wegen deren Unzuverlässigkeit nicht einfach ist. Und ich frage mich so, ob diese Unzuverlässigkeit von der sich verändernden Gesellschaft auf die Bahn übergesprungen ist.

    Eine Gesellschaft, in der Unverbindlichkeit einer der höchsten Werte zu sein scheint. Feste Verabredungen absoluten Stress bedeuten. Und Zu-Spät-Kommen des Öfteren gar gefeiert wird. Was ja auch ich merke: Wenn ich erst gegen Mitternacht mein Fressen bekomme.

    Nun, ich ärger mich mal wieder. Über die individualisierte Coco. Die wieder mal meinen Lieblingsplatz okkupiert. Auf Felixens gesammelten Tagebüchern. Mit Blick auf mein Lieblings-Gemälde von Kokoschka: Der Pirat der Freiheit. Ich schwöre, Coco liegt wirklich da. Keine KI: Sagt der individuelle Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Hinterfragt euch. Und chillt, Leute! 

  • 15. August 2026

    Psychologie, Projektion und ein depressiver Affe

    Für mich sind Menschen offene Bücher. Wenn ich lesen könnte, he he. Was ich sagen will: Es gibt für mich nichts Einfacheres, als Menschen zu dekodieren. Denn, so sehr sie es auch versuchen – und manchmal ist das geradezu niedlich – Emotionen können sie nicht verbergen. Ob sie nun mal Trump, Putin oder meine Bruna heißen.

    Vor allem bei ihr: Es ist so süß, wenn sich über ihren zusammengekniffenen Augen die Stirne kräuselt und sie herauspresst: „Alles gut.“ Dann weiß ich: Nichts ist gut bei meiner Bruna. Ich werde dringend gebraucht. Oder Diego: Seinen unbändigen Hunger erkenne ich sofort – an seinen schmalen Lippen, der latent-aggressiv vornüber gebeugten Boxerhaltung. Oder Felix, der behauptet, immer gut drauf zu sein. Und meist mit sinnentleerten Blick auf sein Handy starrt. Stumm. Und bleich. 

    Nun, Menschen maßen sich dann auch noch an, über unsere Gefühlslagen und Emotionen zu urteilen. Wobei ich mit uns nicht nur uns Kater meine, sondern Tiere allgemein – übrigens selbst Schlangen. Die sähen falsch aus. Sagt Laura. Und windet sich vor Ekel.

    Nun, Menschen merken bei ihren Beurteilungen gar nicht, dass sie da den klassisch psychologischen Phänomenen der Projektion und des Anthropomorphismus unterliegen. He he. Klar, ich erkläre: Sie übertragen ihre eigenen Gefühlswelten auf Tiere und schreiben eben diesen Tieren menschliche Eigenschaften zu. Sehen in Hund, Katze, Maus quasi den Spiegel ihrer eigenen Gefühle.

    Laura erzählt von einem Zoobesuch mit den psychisch kranken Jugendlichen aus ihrem Krankenhaus. Die 14-Jährige Jessy, gerade wegen ihres siebten Suizidversuchs wieder mal eingeliefert, steht vollkommen fasziniert vor dem Affengehege. Dort sitzt ein großes Exemplar auf einem Stein, Kopf nach unten gesenkt, schlaff, bewegungslos. Und Jessy: „Mann, ist der traurig. Der arme Affe. Voll depressiv. Wäre ich auch, wenn ich eingesperrt wäre.“ 

    Was mich besonders nervt: Auch meine Leute betätigen sich ständig als Hobbypsychologen – mir und Coco gegenüber. Wenn wir geduldig und brav auf Futter warten, sagen sie, wir sähen „gierig“ aus. Wenn wir toben, sagen sie, wir sähen „frech“ aus. Wenn wir chillen, dann sagen sie, wir sähen „entspannt“ aus. Wenn sie selbst traurig sind, sagen sie, wir sähen traurig aus.

    Und ich muss sagen – natürlich alles Humbug. Weil wir undurchdringlich sind. Auch wenn Forscher festgestellt haben, Kater könnten 276 verschiedene Gesichtsausdrucke machen. Weil wir ja durchaus Ohren, Kiefer, Augen und auch Schnurrbarthaare bewegen könnten. Ihr krasses Ergebnis: 45 Prozent dieser Ausdrücke seien freundlich, 37 Prozent aggressiv.

    Als ob: Ich. Bin. Nie. Aggressiv!!!  Sondern ein entspannter Tröster. Weil ich erkenne, was dem Menschen fehlt. Auf den Schoß meiner Bruna springe. Sie entspanne. Und glücklich mache. Was ich sofort in ihrem Gesicht erkenne. Alles gut. Sagt der psychologische Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Achtet auf Projektion. Und chillt, Leute!

  • 14. August 2026

    Gute Freunde sind keine Verräter – ist Trump doch egal

    Alle wieder da: Meine Nuria aus Freiburg vom Studieren zurück. Meine Bruna aus dem Kurzurlaub in Brandenburg zurück. Diego von der Radtour aus Slowenien zurück. Die Alten Felix und Laura sind auch da. Alle sind zusammen. Wie früher.

    Wie schön. Könnte man denken. So viel Vertrauen. So viel Gemeinsamkeit. So viel Harmonie. So viel Verständnis. So viel Gekuschel. Familie eben. So was wie beste Freunde. Aber: Auch so anstrengend. Kann man erfahren. Wenn die übersteigerten Erwartungen auf eine intolerante Realität treffen.

    Und ich werde emporgehoben. Von meiner Nuria. Von meiner Bruna. Von Diego. Von Laura. Und auch von Felix. Der das sonst nie macht. Und ich komme nicht nach, mein weißes Fell zu säubern. Und will nur eins: Ruhe. Zum Chillen. 

    Man muss es natürlich nicht gleich so brachial machen wie US-Präsident Trump. Der seine Freunde ohne mit der Wimper zu zucken dem Hades überantworten würde. Um Ruhe zu haben. Die Story behind: Nach dem Nato-Gipfel in Ankara vor einem Monat stieg der Präsident in seine Air Force One.

    Erst jetzt wurde bekannt, dass er die Maschine vor dem Start heimlich verließ – durch eine seitlich am Flugzeug platzierte Catering-Box, in der er dann inkognito per Lkw zu einem kleinen US-Militärflugzeug gebracht wurde. Mit dem flog er dann nach Großbritannien, wo er zunächst unbemerkt wieder in die auch dort zwischengelandete Präsidentenmaschine einstieg.

    Alle sollten glauben, er sei die ganze Zeit damit geflogen. Und ich denke so: Häh, wie absurd, der mächtigste Mann der Welt versteckt in einem Container, dann in einem Flieger. Why?

    Wahrscheinlich weil er Ruhe haben wollte, denke ich so. Der Mann ist 80. Musste sich zuvor mit anstrengenden Nato-Bündnispartnern rumschlagen. Hatte keinen Bock mehr auf kluge Ratschläge seiner Vertrauten. War außerdem müde – durch die ständigen Zeitumstellungen. Und ließ so seine Vertrauten, darunter zwei Minister und mehrere Mitarbeiter seines Weißen Hauses, im Flieger sitzen. Und den Journalistentross sowieso.

    Um allein zu sein. Aber es ist anders. Ich erfahre: Trump wollte nicht nur Ruhe. Sondern war auch gewarnt worden. Dass der Iran einen Raketenangriff auf die Maschine plane. Um ihn – Trump – zu töten. Wie im Politthriller.

    Und ich denke so: Solche Freunde wie Trump will man haben. Lässt seine Vertrauten im Flieger sitzen, in dem Wissen, dass die seinetwegen in die Luft gejagt werden könnten. Nun, ob es die Drohung tatsächlich gab, ist wieder eine andere Story: Der israelische Geheimdienst soll seine US-Kollegen vor einem iranischen Anschlag gewarnt haben.

    Die USA allerdings hätten das gar nicht geglaubt. Seien aber trotzdem lieber den sicheren Weg gegangen. Ihrer Ansicht nach habe Israel die Warnung erfunden, um Trumps Wut auf den Iran zu steigern. Damit dieser den Krieg gegen die Islamische Republik wieder aufnimmt.

    Egal, wie es nun ist. Denke ich so. Trump hat damit auf jeden Fall seine wahre Fratze einmal mehr gezeigt. Er würde seine Vertrauten im Stich lassen. Und ich denke so, doch ganz nice mit richtiger family. Freunden. Denen ich voll vertraue. Echte Liebe eben. Sagt der empor gehobene Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Kuschelt. Und chillt, Leute! 

  • 13. August 2026

    Wie ich als Raver die Natur des Menschen entdecke

    Ekstase! Party! Gemeinschaft! Für alle. Die da sind. Auch für mich. Wild, tuff, denke ich so. Beim Rave. Mit meinen Alten Felix und Laura. Die mich wieder mal mitschleppen. In meinem Rucksack-Case. Dieses Mal zu den Berlin Beats. Im Hof vor dem Hamburger Bahnhof. Also dem Museum, in dem Beuys, Kirchner und andere Moderne sich zeigen dürfen.

    Darf offenbar auch musikalische Avantgarde nicht fehlen. Scheint sich das Museum gedacht zu haben Und hat really eine krass coole Idee: Bietet den ganzen Sommer, immer donnerstags, Raves an, mit echt coolen DJs und DJanes. Bei freiem Eintritt. Techno. Love. Wow. Berlin. Weltstadt. Really. 

    Ein bisschen wie Christos Reichstagverhüllung vor mehr als drei Jahrzehnten. Meint Laura. Wo des Sommers auch Tausende Menschen aller Couleur zusammenkamen und gemeinsam das Spektakel genossen. Und die Atmosphäre so entspannt war. Nun also der Rave von DJ Oda Haliti aus Pristina: Rund 3.000 Menschen sind gekommen – und ein Kater.

    Kleinkinder, Greise, Menschen aus der LGBTQ+-Sphäre, Schlipsträger, Coole, Uncoole, Dicke, Dünne, Halbnackte, Gestylte, Normalos, Obdachlose, Liebespaare, Sekretärinnen, Rentner, Rentnerinnen, Touristen, Schwarze, Weiße, Bunte, Yogis, Ökos, Museumsbesucher, Alt-Raver, Jugendliche, Kiffer, Kinder, Rocker, Eltern, eigentlich alle.

    Nein: Arschlöcher und Idioten fehlen. Meint Felix. Und sagt, er meine die über 40 Prozent Menschen, die im September in Sachsen-Anhalt die Rechtspopulisten von der AfD wählen wollten. Und sehenden Auges damit einer Partei an die Macht verhelfen wollten, der Toleranz ein Gräuel ist. Die Massenabschiebung für ein Programm hält. Die Schulpflicht aufheben will. Die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zerstören will. Die nur noch ihr genehme Kultur finanzieren will. Solche Menschen könnten eigentlich in dieser bunten Masse nicht dabei sein. Sagt er. Eigentlich.

    Die Bässe und Elektro-Beats schallen von den Wänden des altehrwürdigen, fast 200 Jahre alten Gebäudes. Hinter dem sich aber drohend die kalte Glitzerwand eines Hochhauses empor reckt, scheinbar im Versuch, die Kultur zu schlucken. Denke ich so. Weil dieses monumentale Gebäude schon mal begonnen hat, die abendlichen Sonnenstrahlen zu killen, die eigentlich noch den Innenhof des Museums fluten würden.

    KPMG, nennt sich der Eigentümer. Wirtschaftsprüfer. Die so gut prüfen, dass sie es sich leisten können, solche Paläste zu bauen. Denke ich so. Bevor mich die Beats wieder mitreißen. Aus meinem Käfig. Fliege ich. Zu den Turntables. Von DJane Haliti. Die gut ist. Die schon im Berghain aufgelegt hat, bei der Fashion Week in Berlin, in Paris, Wien und was weiß ich wo. Sie ist nice. Und ich. Bin dabei.

    Sehe Felix und Laura. Dancing. Wie alle anderen. Und ich denke so: Um das Gute am Menschen zu erkennen, muss man ihm eben nah sein. Direkt bei ihnen. Wie beim Rave. Unbeschwert. Es könnte so schön sein. Sagt der ravende Hauptsdtadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Tanzt. Und chillt, Leute!