Autor: Hauptstadtkater

  • 29. März 2026

    Breakdance für den Weltfrieden – Höllenbrüder unter sich

    Es ist unfassbar. Von was für Typen die Welt dominiert – und bombardiert – wird. Nicht nur mit Raketen. Sondern auch mit Worten. Da ist US-Präsident Trump. Der droht dem Iran, die Hölle würde über das Land hereinbrechen, wenn es die Straße für Hormus nicht für den internationalen Schiffsverkehr wieder freigebe.

    Und anders als westliche Partner, denen Trump ähnlich gedroht hatte, ziehen die iranischen Revolutionsgarden nicht zurück, sondern setzen rhetorisch einen drauf: Wenn die USA tatsächlich Bodentruppen einsetzen würden, würden die im Sumpf versinken. Drohen sie. Getötete US- Soldaten würden dann den Haien im Persischen Golf zum Fraß vorgeworfen. 

    Das ist tatsächlich Realität: So reden die Leute miteinander, die Macht haben. Und für die andere Menschen deswegen sterben. Müssen. Dabei erinnert dieses prollige Gerede eher an das von pubertierenden Jungs – nach dem Motto: Ich bin der Größte. Oder wie Dialoge aus einem extrem schlechten Film.

    Nun, ich habe zuletzt immer wieder versprochen: Be positive. Also: Wo ist Coco? Ich stürze mich auf sie. Sie sich auf mich. Wir tanzen. Im wilden Rhythmus. Crazy, wie biegsam sie ist. Wie krass sie springt. Ich spüre Plus Aura.

    Und Diego begeistert: „Ihr seid wie die Breakdancer heute beim Battle für die Meisterschaft. Müsst euch nur noch auf dem Kopf drehen. Und einen Überschlag machen. Dazu gebe ich euch dann meine krassen Beats.“ Und ich würde milde lächeln. Wenn ich lächeln könnte. Über diese kindliche Begeisterung. Für menschliche Tanzkünste. Für das Unvollkommene.

    Immerhin: Gut, wenn Menschen ihre Energie so verpulvern. Und nichts zerstören. Und es ihnen auch nichts ausmacht, dass diese Breakdance-Meisterschaft von Red Bull gesponsert wird. Das Brauseunternehmen, das für seine Geldspritzen an einen Leipziger Fußball-Bundesligisten gehasst wird. Von vielen. 

    Aber wehren könnten sie sich schon, die Menschen. Denke ich so. Um nicht von diesen eben erwähnten dummen Typen wie Trump und Co. deren Willen aufgedrückt zu bekommen. Die sich dann auch noch in ihrem Tun bestätigt fühlen, wenn sie keinen Widerstand merken.

    Aber – und ich spüre weiteren Plus Vibe: Ich bekomme Hoffnung, wenn ich die Millionen bei den Anti-Trump-Protesten in den USA sehe. Und wie nice, dass auch im Ausland gegen Trump protestiert wird. Der Anfang vom Ende für diesen Despoten? Wahrscheinlich bin ich zu optimistisch.

    Und spüre zugleich einen Minus-Vibe: Vom Buckelwal. Dem Buckelwal. Der derzeit alle Debatten bestimmt. Das Tier hat wieder in der Ostsee auf einer Sandbank aufgesetzt. Kommt wieder nicht weiter. Und er sei schwach. Sagen Tierschützer.

    Und ich denke so: Es ist ein Wal. Der so viel Aufmerksamkeit und damit Energie auf sich zieht. Die ihm nichts nutzt. In seiner Hölle. In der zum Glück wenigstens die Haie fehlen. Noch. Sagt der tanzende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Setzt eure Energie zielgerichtet ein. Und chillt, Leute!  

  • 28. März 2026

    Katzenmusik für No Kings und den gestrandeten Buckelwal der Nation

    Absurd, dass ausgerechnet Menschen Musik, die sie als dissonant empfinden, als Katzenmusik abqualifizieren. Denn das, was für sie Hörgenuss ist, ist für uns Kater kaum auszuhalten. Weil es viel zu laut, ungenau, unsauber ist. Was Menschen mit ihren unzureichend ausgestatteten Hörorganen jedoch gar nicht merken.

    Leider „beglückt“ uns meine Bruna nicht nur unregelmäßig mit krass schiefen Violintönen, Coco und ich müssen auch das von Diego malträtierte, ungestimmte Piano ertragen. Und selbst die sogenannte Musik aus den Boxen meiner Leute – schwer auszuhalten.

    Nur insofern, als dass bei geheucheltem Interesse und angedeutetem Kopfnicken im Takt des Raps, auch mal ein Leckerli abfällt. So wie nun für Coco. Die den trüben Sprechgesang, den Diego abspielt, tapfer auf dem Herd sitzend erträgt. 

    Und ich sehne mich tatsächlich nach wahrer Katzenmusik. Nach dem jaulenden Geschrei brünftiger Katzen. Und Kater. Und höre einen tiefen Ton. Der Bass, der Musik in meinen Ohren ist. Sehe Bilder vom Wal. Dem Wal. Dem Buckelwal der Nation. Der röhrt. Weil er erneut in der Ostsee gestrandet ist. Dieses Mal auf einer Sandbank in der Wismarer Bucht.

    Sein Schicksal fesselt die Menschen in aller Welt weiter. Journalisten berichten via Liveblogs. Kamerateams sind dabei. Experten und Influenzer. Schaulustige. Politiker. Sorgen sich um die angegriffene Haut des Säugetiers. Diskutieren, ob nicht trotzdem ein Peilsender auf eben dieser Haut angebracht werden könnte, damit sein Weg besser verfolgt werden kann.

    Während die Russen weiter Raketen auf die Ukraine feuern. Menschen dort sterben. Das aber nicht einmal mehr eine Randnotiz wert ist. 

    Aber ich will mal nicht lamentieren. Denn es gibt heute tatsächlich Musik in meinen Ohren: In den USA gehen Millionen Menschen auf die Straße und protestieren unter dem Motto „No Kings“ gegen US-Präsident Trump. Dem sie vorwerfen, wie ein Despot Bürgerrechte und Meinungsfreiheit einzuschränken.

    Und auch in anderen Ländern der Welt schließen sich Menschen dem Protest an – auch in Deutschland. Plus Aura. Denke ich so. Während ich meine Bruna vermisse, die sich mit Freundinnen vor einem Laden anstellt, der heute Döner für einen Euro verkauft. Während ich meine Nuria vermisse, die mit Freundinnen in Budapest weilt. Und erst kommende Woche zu mir kommt. Per Flugzeug. Gehe schneller als Bahn. Sagt sie. 

    Und noch mehr Musik höre ich: Das Klacken des Verschlusses der Dose, in der meine Leckerli sind. Lässt mich in die Küche tanzen. Sabbernd. Dem Pawlow nacheifernd.

    Und ich sehe: Wie Coco im Takt des Raps umher stolziert um Diego. Der ihr tatsächlich das letzte Leckerli gibt. Pech für mich. Ich könnte schreien. Katzenmusik machen. Sagt der unmusikalische musikalische Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Hört Musik – und chillt, Leute!

  • 27. März 2026

    Der transzendente Hauptstadtkater und der Tod

    Natürlich gibt es Übersinnliches. Was manche Menschen nicht akzeptieren wollen. Weil sie sich tatsächlich für die Krone der Schöpfung halten. Und in ihrer Hybris ihre Defizite, die Defizite ihrer Wahrnehmung weder wahrnehmen, geschweige denn reflektieren.

    Und ich frage so: Können sie so gut hören wie Kater? Nein. So gut riechen? Nein. So gut sehen? Nein. Ganz abgesehen davon, dass ihnen Schnurrbarthaare zum Tasten fehlen. Wie auch viele Windungen im Gehirn.

    Aber selbst Ich räume ein: Auch meine Spezies ist nicht vollkommen. Weil wir sonst wüssten, warum wir keine Ameisen, Bäume, Grashalme oder Quallen sind, sondern Kater. Wir wüssten, warum der vor wenigen Tagen in der Ostsee gestrandete Wal jetzt – befreit – wieder rausschwimmt Richtung Nordsee. Und warum er sich überhaupt verirrte.

    Wir wüssten, was die Schöpfung, das Leben überhaupt so soll. Hier auf dieser Erde. Mit den komischen Menschen. 

    Zurück zu den für den Menschen so übersinnlich erscheinenden Dingen, die es für uns Kater aber gar nicht sind. Das Antizipieren beispielsweise. Ich weiß schon im Voraus, was Coco so machen wird. Das Problem, dass sie das auch von mir weiß. Und wir kollidieren. Weil wir dasselbe wollen. Nämlich: Einen guten Platz.

    Meine Leute raffen das mit dem Antizipieren nicht. Also: Dass sich Coco beispielsweise schon zehn Sekunden, bevor Laura eine Palme vor ihr in Sicherheit bringen will, genau dort platziert hat – auf dem Fensterbrett im eigentlich verschlossenen Schlafzimmer.

    Oder ich mich bereits Sekunden, bevor Felix in die Küche kommt, auf seinem geliebten Stuhl festkralle. Und nach der Vertreibung von eben diesem Stuhl dann kurz darauf direkt vor ihm liege, an dem Ort, wo er seine Zeitung ausbreiten will.

    Oder sich Coco allabendlich genau zu dem Zeitpunkt auf Diego Schoß einkuschelt, wenn der eigentlich vom Sofa Richtung Bett gehen will. Wie soll ich das erklären: Es sind Schwingungen, die wir auffangen. Spüren. Mit unseren speziellen Sensoren. Im Hirn.

    Und eigentlich haben Menschen eine ähnliche Fähigkeit, die eben ziemlich verkümmert ist: Aber wenn ich höre, wie meine Laura manchmal am Telefon flötet: „Ach, ich habe heute den ganzen Tag an dich gedacht – und jetzt rufst du nach so langer Zeit tatsächlich an.“ Dann geht das in unsere Richtung. Mit den Sensoren. 

    Heute ist ein trauriger Tag. Felixens Tante Helga starb. Erschüttert geht er Joggen. Denkt an seine Tante. Erzählt er. Und plötzlich beginnt seine sonst so zuverlässige Jogging-App zu spinnen. Die angezeigte Strecke ist ein wildes Zickzack, die angezeigten Zeiten wären Weltklasse. Und dann habe auch noch eine Laterne im Park jedes Mal geflackert, wenn er an ihr vorbei gelaufen sei. Sagt Holger.

    Energie? Nun, ich denke an Moro. Meinem vor einem Dreiviertel Jahr verstorbenen Mitkater. Und den Regenbogen, der sich über mir bildete, als ich wenige Stunden nach seinem Tod auf seinem Platz im Fensterbrett der Küche saß. Sagt der transzendente Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Akzeptiert das Unerklärliche. Und chillt, Leute! 

  • 26. März 2026

    Rettersyndrom und Wal-Menschen

    Manchmal blitzt auch im Menschen das Gute auf. Das Retter-Syndrom. Oft weniger im Umgang mit Artgenossen. Sondern vielmehr mit Tieren. Jedenfalls jenen, die sie nicht futtern. Und die hilflos sind. Wie ein junger Buckelwal, der vor einigen Tagen auf einer Ostsee-Sandbank vor Timmendorf Strand gestrandet ist.

    Wo er definitiv nicht hingehört. Deswegen sind Bagger da, die Rinnen ausheben, damit sich das rund 12 Meter lange und 15 Tonnen schwere Tier freischwimmen kann. Via Nordsee, Richtung Atlantik. Wo der Wal hingehört.

    Sein Schicksal bewegt nicht nur meine Leute. Sondern das ganze Land. Es gibt tatsächlich Liveblogs, selbst US-Zeitungen berichten. Und es sind Hunderte Schaulustige da, zig Journalisten, Kamerateams und Fotografen und sehen die Fontänen, die der Wal ausstößt. Hören seine Geräusche, die wie Stöhnen anmuten. Und unvermeidlich: Auch Politiker lassen sich ablichten. 

    Plus Aura für die Retter. Denke ich so. Warum aber nur retten Menschen nie mich? Vor Coco? Vor zu viel Zärtlichkeiten? Immer muss ich retten. Trost spenden. Wenn meine Bruna schlechte Mathearbeiten schreibt. Mein Diego Kot seiner jungen Schwimmschüler nach der Übungsstunde aus dem Becken angeln muss. Meine Laura von ihren jugendlichen Patienten beschimpft wurde.

    Oder ich muss die Großeltern meiner Alea unterhalten. Weil Lina und Volker es offenbar für artgerecht halten, Leckerli zu werfen. Die ich dann kötergleich apportieren soll. Nun – wo Gute, wo Retter sind, muss es auch die Schlechten, die Zerstörer geben. Wie US-Präsident Trump. Der nun behauptet, es werde mit dem Iran verhandelt, um den Krieg zu beenden. Der Iran flehe darum. Und der Iran so: Verspottet Trump.

    Man wisse nichts von Verhandlungen. Offenbar gehe es den USA mittlerweile so schlecht, dass man mit sich selbst verhandele. Woraufhin Trump das Ultimatum an den Iran, die Straße von Hormus zu öffnen, ein zweites Mal verschiebt – vom 28. März auf den 6. April. 

    Zu den Schlechten zählt auch Kremldespot Putin. Der schießt weiter auf die Ukraine – und kämpft gegen sinkende Geburtenraten in seinem Land. Frauen, die keine Kinder wollen, sollen in Russland künftig zu einem Psychologen gehen. Mit dem Ziel, eine positive Einstellung zur Geburt von Kindern zu bekommen.

    Ich zweifle, ob das klappt. Dann doch eher einen Pflichtkater für jeden. Zur Tiefenentspannung. Vor der Kinderzeugung. Oder so. 
    Wie krass, denke ich so. Sehe meine beglückte Bruna. Gepusht durch mich – und ein grooviges Konzert, das sie mit ihrem Sinfonieorchester gab. Chatschaturjan und Bernstein. Sowjetunion und USA. Bäng! Geht doch.

    Tut gut, mal nicht Retter sein zu müssen. Finde ich. Gilt auch für Coco. Die absolut entspannt auf dem Sessel chillt. Yes, wir wirken. Wecken das Gute. Positive Energie. Sagt der mächtige Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Beobachtet den Wal. Und chillt, Leute! 

  • 25. März 2026

    Schaut auf diese Kater oder Ode an die Entschleunigung

    Kurios, schrill, lustig, überraschend – und vor allem kurz und schnell vermittelt müssen Inhalte sein, um heute noch wahrgenommen zu werden. In einer Welt, in der Online-Plattformen wie TikTok und Instagram den unruhigen Takt vorgeben. Und in der ständig neue Skandale, Kriege, Konflikte oder auch Trends hyperventiliert werden. Seh- und Lesegewohnheiten wie auch Inhalte verändern sich rasant.

    Was nicht wirklich gut ist, denke ich so: Denn vieles wird nicht mehr gesehen. Weil einfach die Zeit und die Geduld fehlen. Die für Erkenntnis und Erkennen unabdingbar sind. 

    Womit ich wieder mal bei mir bin. Und Coco. Und unseren Artgenossen. Den Meistern des Abwartens. Der Geduld. Ohne die wir nie etwas fangen würden. Keine Fliege am Küchenfenster. Geschweige denn eine Maus draußen. Denn Erfolg ist uns nur gegönnt, wenn wir lange genug gewartet haben, um den perfekten Moment für den Kill anzusetzen.

    Kurz, mein Appell: Mensch, schaut auf eure Katzen. Und Kater. Ohne Entschleunigung keine Beschleunigung. Denke ich so. Und sehe neue Menschen in meinem Revier. Die Großeltern meiner Bruna, Volker und Lina. Old school sind sie. Haben Geduld. Mit uns und unseren Ängsten. Vor dem Fremden. Und wir – tasten uns langsam vor. Nähern uns an. Und springen dann. Als sie die Leckerli auspacken. 

    Einer, der mit der Geschwindigkeit spielt, sie für sich ausnutzt, ist – wie könnte es anders sein? – trotz seines Alters US-Präsident Trump. Im wilden Staccato haut der mittlerweile 79-Jährige eine Ungeheuerlichkeit nach der anderen in die Welt hinaus – ob es nun neue Zölle sind, Grönland-Annexion, Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro, Abqualifizierung des ukrainischen Präsidenten Selenskyj oder Huldigung des Kremldespoten Putin.

    Es bleibt keine Zeit zum Lamentieren, geschweige denn zu Faktenchecks. Und wenn sie doch mal gemacht werden, können auch diese Checks gar nicht mehr wahrgenommen werden. Weil sie schon kein Thema mehr sind. Nicht mehr interessieren. 

    Ruhe also ist das oberste Gebot. In dieser atemlosen Welt. Was in der Natur gelingen kann. Haben meine Alten im Kino mit dem Dokumentarfilm „Flüstern der Wälder“ miterlebt. Beispiele gefällig?

    Erst nach langem Beobachten eines Baums werden nach und nach die Konturen eines Uhus sichtbar, der kaum von der Rinde zu unterscheiden ist. Um einen Luchs zu sehen, braucht es extrem viel Geduld. Wie auch für Hirsche. Und der kleine Zaunkönig mit seinem Gesang kann endlich gewürdigt werden – als weiteres Wunder der Natur. Ein Symbol für die Hoffnung. 

    Und ich? Habe Vertrauen zu Volker und Lina. Spüre ihre Ruhe. Spüre Plus Aura. Beziehungsweise Chillfaktor zehn von zehn. Sagt der entschleunigte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Genießt Langsamkeit. Und chillt, Leute! 

  • 24. März 2026

    Die enthüllte Coco ist (k)ein Kunstwerk und Zerstörung durch Deepfakes

    Die wrapped Coco ist enthüllt! Und steht wieder da in ihrer ganzen Pracht. Meine Bruna zog ihr in einem feierlichen Akt – zehn Tage nach der Eierstockvernichtung – den knallroten Body, der die klaffende Wunde schützte, aus. Darunter: Ihr plattgedrücktes Fell. Und plötzlich ist es ungewöhnlich, Coco so nackt zu sehen. Entblößt. Denke ich so. Und sehe, wie sich Coco rekelt und zu lachen scheint. Wenn sie es könnte. Quasi neugeboren.

    Und ich denke so: Verhüllen kann ja auch Kunst sein, Damals, vor 31 Jahren, brachten Christo und seine Frau Jeanne-Claude silberne Stoffbahnen über den Reichstag an – war eine krasse Aktion. Sagen meine Alten. Und viele hätten es damals schade gefunden, als das Bauwerk nach 14 Tagen wieder enthüllt wurde. 

    Und ich denke so: Ist Coco mit Body Kunst? Sollte sie es immer anhaben? Denn auch Menschen sind ja verhüllt. Meistens. Und wenn nicht, dann ist genau das das Aufsehenerregende. Es gibt vor allem männliche Artgenossen, die es offenbar cool finden, Bilder und Videos von nackten Frauen und Mädchen ins Internet zu stellen.

    Besonders perfide: Mittlerweile lassen sich per KI sogenannte Deepfakes erstellen – Videos und Fotos wirken täuschend echt, entsprechen aber nicht der Realität. Und so werden Artgenossinen durch KI nackig gemacht und in obszönen Posen gezeigt. Im Netz. 

    Eine Prominente namens Collien Fernandes hat nun ihren Ex-Mann Christian Ulmen beschuldigt, jahrelang gefakte Nacktaufnahmen von ihr im Netz veröffentlicht zu haben. Ein Schock. Für Felix beispielsweise. Für den die beiden Moderatoren und Schauspieler ein Traumpaar waren. Wie Freunde von nebenan.

    Offenbar empfinden viele andere Menschen ähnlich. Denn es folgt ein kollektiver Aufschrei. Tausende Menschen, vor allem Frauen, fühlen sich von Fernandes’ Schilderungen getriggert. Ich auch. Fühle Wut in mir. Auf die testosterongesteuerten Arschlöcher.

    Nun, trotzdem schweifen meine Gedanken auch zu Ulmen. Der sich zu dem seit fünf Tagen schwelenden Skandal noch nicht öffentlich geäußert hat. Gegen den bislang nur die Strafanzeige seiner Ex-Frau vorliegt. Gegen den noch nicht einmal ermittelt wird. Der aber nun durch die Hasswelle zerstört ist. Auch wenn sich doch noch herausstellen sollte, dass Fernandes gelogen haben sollte.

    Und ich denke an einen jüdischen Musiker namens Gil Ofarim. Der hatte 2021 einem Leipziger Hotelmitarbeiter vorgeworfen, ihn beim Einchecken antisemitisch beleidigt zu haben. Viele Menschen glaubten ihm. Weil es einfach zu passen schien – Judenhass in Sachsen. Bis sich herausstellte, dass die Story nicht stimmte. Puh, Vorverurteilungen eben… 

    Und ich denke so, doch gut, dass Coco befreit ist. Sie war kein Kunstwerk. Auch wenn es cool aussah. Ihr Body liegt nun achtlos in der Ecke. Laura will ihn wegschmeißen. Verhindert meine Bruna im letzten Moment, sie will ihn behalten.

    Für gut oder warum, frage ich mich so. Bekomme keine Antwort. Spüre aber trotzdem krasse Plus Aura. Denn: Coco ist fit. Die Sonne scheint. Chillfaktor zehn von zehn. Sagt der erleichterte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Verhüllt euch. Und chillt, Leute!

  • 23. März 2026

    Cello-Gott für Nuria Hoffnung – Hinsetzen und aufstehen

    Hoffnung. Meine Nuria ist enthusiasmiert. Befreit. Von trüber Welt. Nach einem Konzert. Eines Brückenbauers. Zwischen den Kulturen. Welten. Musikstilen. Ein Cellist aus Südafrika verzaubert sie mit seiner puren Lebensfreude, Ausstrahlung – kurz: Seiner Plus Aura.

    Dazu kommt natürlich sein Können. Und seine Kunst, aus verschiedenen Traditionen und Stilen etwas Neues zu kreieren. Genial. Sagt meine Nuria. Wie Abel Selaocoe da zusammen mit einem Percussionisten, einem Bassisten und einem Pianisten Klänge schuf, die sie bislang noch nie gehört habe. Schwärmt sie weiter. 

    Das elektrisch verstärkte Cello habe er nicht nur virtuos bestrichen, gezupft, gedreht und beklopft, sondern er habe auch gesungen. Dazu. Mal melodiös-sanft, dann rau, tief, eine Art Kehlkopfgesang, der anmutete wie der Sound eines Didgeridoos. Dem er dann noch krasse Beatbox-Rhythmen folgen ließ.

    Dazu immer locker, offen, open-minded. Er beschwört Frieden. Ruft zur Gewaltlosigkeit auf. Erinnert an seine langsam tanzende Mutter zuhause. Ein Gesamt-Kunstwerk. Cello-Gott eben. Denke ich so. So etwas gebe Hoffnung in düsteren Zeiten. Wie motivierend, dass so etwas doch noch funktioniere. Sagt meine Nuria.

    Selaocoe habe in verschiedenen Hinsichten Kulturen verbunden: Als Schwarzer spielte er ein klassisches Instrument der weißen Hochkultur, verwob Stimme und Instrument, verband klassisch europäische mit afrikanisch anmutenden Sounds. Jazz, Klassik, Afro. Mit seiner Band. Der Percussionist erzeugte Geräusche mit in Eimern abgefüllten Wasser, mit Klangstäben, mit Rasseln, mit Maultrommeln. Groß.

    Die vier Männer animierten das Publikum zum Mitsingen. Zum Tanzen. Ließen die rund 1.000 Leute im ausverkauften Saal – von 20 bis 80 Jahren jung – in andere Welten entschweben. Brüsk gestoppt und zurückgeholt in die Gegenwart, die Heimat durch eine Stimme, die plötzlich in die Stille rief: „Hinsetzen.“ In die ungläubige Ruhe die vielstimmige Antwort: „Aufstehen“. Was dann auch alle taten. Party. Sagt meine Nuria. 

    Viel Plus Aura also. Denke ich so. Sehe meine Bruna zurückkommen. Von ihrer Konfi-Freizeit, bei der sie als Teamerin dabei war. Viel Spaß hatte. Sagt sie. Mehr nicht. Aus Angst, hier zitiert zu werden. Nun: Ich sehe Diego – glücklich nach wohl bestandener Spanisch-Prüfung an der Uni. Alles gut also. Offenbar.

    Und ich? Chille weiter in der Sonne. Mit Coco. Chillfaktor zehn von zehn heute. Sagt der geflashte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Habt Hoffnung. Und chillt auch, Leute! 

  • 22. März 2026

    Irans Raketen kommen näher und der Bösewicht in Kater Murr

    So tun, als ob. Obwohl es eigentlich ganz anders ist. Die innere Befindlichkeit. Aber: Scheinen ist alles. Darin haben es Menschen zu einer wahren Meisterschaft gebracht. Die ich gar nicht so übel finde. Wenn es bei mir beispielsweise darum geht, ständig Lebensfreude versprühen zu müssen. Und diese zu übertragen. Auf, dass es anderen gut geht. Ist nicht so einfach. Weil ich mich eben sometimes auch cringe fühle.

    Doch: Genug gejammert, heute überwiegt tatsächlich die plus Aura. Weil: Krasse Sonne im Revier. Mein Pelz richtig nice erwärmt ist. Also: Chillfaktor zehn von zehn. Im Sonnenfleck auf den Zeitungen auf meinem Küchentisch. Und ja – es bleibt auch nice, als die ebenfalls durch die Sonne voll geflashte Coco zu mir hüpft. Und Körperkontakt sucht. Why not? Dann eben kämpfen. Macht. Voll. Spaß. In. Der. Sonne. Really. 

    US-Präsident Trump behauptet, der Krieg im Iran laufe optimal. Er werde bald vorbei sein. Weil die Führung des Mullah-Staates getötet worden sei, sie keine Raketen mehr hätten und ihr Atomprogramm danieder liege. Und ich denke so: Als ob. Denn: Der Iran schießt weiter zurück. Die Führung sagt, sie wolle Rache. Und plötzlich fliegen Raketen doppelt so weit wie die US-Experten bislang gedacht hatten: 4.000 Kilometer.

    Und da beginnen nun auch meine Leute wieder zu zittern. Plötzlich ist der Krieg doch viel näher als nur an den Zapfsäulen der Tankstellen, wo man plötzlich 30 Prozent mehr für eine Tankladung zahlen muss. Und das beunruhigt nun doch. Dass die Iraner nach Deutschland – zumindest auf den US-Stützpunkt Rammstein – feuern könnten. Mit ihrer Streumunition. Und Raketen, die nicht als sehr treffsicher gelten.

    Zugleich beantragt Trump beim US-Kongress einen Kredit von 200 Milliarden Dollar. Und ich frage mich so: Why? Wenn der Krieg doch fast vorbei ist – wie dieser Mann behauptet? Trump antwortet, sie Welt sei unanständig (ach nee!), es gehe nicht nur um den Iran (hups, um wen noch, Grönland oder Kanada, denke ich so). Außerdem seien die Munitionsbestände geschrumpft. Sagt Trump.

    Und sein Kriegsminister sekundiert: Natürlich koste es Geld, Bösewichter zu töten. Tatsächlich: Der Kriegsminister spricht von Bösewichtern.Und ich denke an Ponto, den Pudel, den Gegenspieler des Hauptkaters in Ansichten E.T.A. Hoffmanns Kater Murrs. Der war wirklich böse. Ein Verräter. 

    Trump hat noch ein weiteres großes Problem: Seinen Kriegs-Kompagnon, den israelischen Premier Netanjahu. Zwar behaupten beide, an einem Strang zu ziehen. Und ich denke so: Als ob. Denn ihre Ziele liegen auseinander. Netanjahu will den Iran zerstören. Er soll künftig keine Gefahr mehr darstellen für Israel. Deswegen lässt Netanjahu auch Gasfelder Irans bombardieren – und gefährdet die weltweite Energieversorgung.

    Die USA wollen das Atom- und Raketenprogramm Irans zerstören, aber keinesfalls die gesamte Golfregion in Brand setzen. Weswegen sie die Angriffe auf Gasfelder strikt ablehnen. Nun, Coco hüpft auf mich. Und ich denke so: Als ob. Haue zurück. Beiße in ihren roten Body. Der mittlerweile ziemlich löchrig ist. Mein Ziel: Sonnenplatz verteidigen. Plus Aura ohne Ende. Sagt der sich sonnende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Tut so, als ob. Und chillt, Leute! 

  • 21. März 2026

    Gute-Laune-Kater schlägt iranische Reichweitenkönige

    Der Gute-Laune-Kater. Bin ich. Will ich sein. Fällt mir wirklich nicht schwer. Denn Coco stürzt auf mich. Leckt mit ihrer rauen Zunge mein Ohr. Bevor sie sich auf meinen Platz, aufs Fensterbrett setzt. Mit Blick in den Hof. Die kleine Welt. In der großen.

    Zu sehen ist: Nachbar Adler, der seinen Biomüll in die Biomülltonne schmeißt – mitsamt Plastikbeutel. Eine Ratte, die aus einer Tonne springt – mit Verpackung im Maul. Nachbarin Schwerte, die ihr Fahrrad aufschließt, ein anderes touchiert, woraufhin dieses und die drei daneben wie Dominosteine umkippen, bevor sie verschwindet. Dann: Meine Nuria, die in den Hof schreitet – und die Räder wieder aufstellt. Plus-Aura also. Absolut. 

    Dazu kommt heute: 

    • Chilltime um drei Minuten im Vergleich zu gestern auf 23 Stunden und sieben Minuten erhöht. 
    • Sonne
    • Meine Nuria ist zurück
    • Ich gönne: Coco meinen Lieblingsplatz. Auch wenn sie buckelt. 

    Und ich merke mal wieder: Alles ist ambivalent. Aber vielleicht ist genau das die Triebfeder fürs Leben, für Entwicklung. Auch wenn es mich müde macht. Da wird Kanzler Merz massiv kritisiert, dass er den USA nun doch entgegenkommen will und wie von US-Präsident Trump gewünscht militärisch in der Straße von Hormus helfen will. Anbiedernd sei das, Europa werde dadurch in den Krieg gezogen, einen Krieg, der nicht der Deutschlands sei.

    So hätte es geklungen, wenn Merz Trump wirklich zugesagt hätte. Hat er aber nicht. Im Gegenteil: Er hat überraschend deutlich klare Kante gezeigt und eine militärische Beteiligung Deutschlands ausgeschlossen. Und nun wird sich eben so ereifert, von denselben Menschen, die auch ein Entgegenkommen gehatet hätten: Was für ein Risiko, den US-Präsidenten gegen sich aufzubringen. Das könnte Trump dazu bringen, die US-Hilfen für die Ukraine zu beenden. Heißt es nun. Anstrengend. Denke ich so.

    Absolut minus Aura. Dazu kommt:

    • meine Nuria sagt, es heiße nicht Aura minus sondern minus Aura. Nicht Aura plus sondern plus Aura. Ist mir peinlich. Wenn schon, denn schon. Richtig anbiedern. An die GenZ.
    • meine Bruna ist noch immer weg.
    • Heute soll eine iranische Rakete rund 4.000 Kilometer weit geflogen sein, Richtung Indischer Ozean zu einer Insel, auf der britische und US-Streitkräfte stationiert sind. Passiert ist nichts. Aber bislang dachten die Strategen, iranische Raketen könnten höchstens 2,.000 Kilometer weit fliegen. Eine doppelte Reichweite würde bedeuten, dass auch Deutschland ins Visier geraten könnte.  Nicht so nice, die Vorstellung. Und ich spüre die Müdigkeit schon wieder. Was immerhin meine Chilltime erhöht. Sagt der genervte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid auch mal zufrieden mit etwas. Und chillt, Leute!

  • 20. März 2026

    Plus Aura: Ich liebe sie.

    Aura ist alles. Heute ist sie positiv. Frühling. Sonne. Wärme. Chilly also. Es geht also, positive Vibes trotz depressiver Weltlage. Und deswegen, ab heute die Rubriken: Aura plus versus Aura minus. Und, liebe Leute, seid versichert: Cool schlägt cringe. Und das ist so nice. Really. 

    Here you are, meine Aura plus von heute: 

    • starke Chilltime: 23 Stunden und vier Minuten.
    • Noch throne ich über Coco. 
    • Coco ist nach Eierstockvernichtung fast wieder die Alte: Springt auf mich. Leckt mein Ohr. 
    • Felix ärgert sich über die neuen Auswärtstrikots der deutschen Fußballnationalmannschaft: Blau. Gehe gar nicht, blau sei Italien, AfD. Und der Himmel. Denke ich so. Frohlockend. Ob seines Ärgers. 
    • Würstchen bekommen, obwohl meine Bruna weg ist. 
    • Menschen kämpfen für ihre Rechte: Selbst Journalisten – die von Deutschlands größter Nachrichtenagentur streiken. Für mehr Geld. Was für mich letztlich bessere – teurere – Streu bedeuten könnte. Die Hoffnung stirbt zuletzt.Oder so ähnlich. 
    • Rassismus schwindet – auch bei meinen Alten. Die heute in der Philharmonie einem schwarzen Solo-Cellisten zujubelten, der nicht nur am Instrument brillierte, sondern dabei noch sang. Aber klar: Aufsehen erregt ein Schwarzer an einem klassischen Instrument noch immer. 

    Mein Aura minus heute:

    • 56 Minuten nicht gechillt. 
    • Coco nervt. 
    • Meine Bruna ist weg. Als Teamerin betreut sie irgendwo in Brandenburg blöde Konfis. 
    • Israel hat im Iran eines der weltweit größten Gasfelder angegriffen. Der Iran schwört Rache. Und will seinerseits Gasfelder in den Golfstaaten attackieren. Weltweit steigen die Preise für Energie. Ende nicht in Sicht.
    • Die Russen schießen weiter Drohnen und Raketen auf die Ukraine. Ende nicht in Sicht. 
    • Irgendwelche blöden Journalisten wollen Banksy enttarnt haben. Und ich denke so: Die Welt braucht Geheimnisse, um kribbelnd zu sein. Positiv kribbelnd. Bloß nicht alles dechiffrieren. Vor allem nicht Banksy. Der vor allem wegen seines Geheimnisses um seine Identität so fesselt. 

    Was soll ich noch viel schreiben? Sehe das Schöne. Um zu leben. Sagt der erleuchtete Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Spürt Aura plus 100. Und chillt, Leute!