Irans Raketen kommen näher und der Bösewicht in Kater Murr

So tun, als ob. Obwohl es eigentlich ganz anders ist. Die innere Befindlichkeit. Aber: Scheinen ist alles. Darin haben es Menschen zu einer wahren Meisterschaft gebracht. Die ich gar nicht so übel finde. Wenn es bei mir beispielsweise darum geht, ständig Lebensfreude versprühen zu müssen. Und diese zu übertragen. Auf, dass es anderen gut geht. Ist nicht so einfach. Weil ich mich eben sometimes auch cringe fühle.
Doch: Genug gejammert, heute überwiegt tatsächlich die plus Aura. Weil: Krasse Sonne im Revier. Mein Pelz richtig nice erwärmt ist. Also: Chillfaktor zehn von zehn. Im Sonnenfleck auf den Zeitungen auf meinem Küchentisch. Und ja – es bleibt auch nice, als die ebenfalls durch die Sonne voll geflashte Coco zu mir hüpft. Und Körperkontakt sucht. Why not? Dann eben kämpfen. Macht. Voll. Spaß. In. Der. Sonne. Really.

US-Präsident Trump behauptet, der Krieg im Iran laufe optimal. Er werde bald vorbei sein. Weil die Führung des Mullah-Staates getötet worden sei, sie keine Raketen mehr hätten und ihr Atomprogramm danieder liege. Und ich denke so: Als ob. Denn: Der Iran schießt weiter zurück. Die Führung sagt, sie wolle Rache. Und plötzlich fliegen Raketen doppelt so weit wie die US-Experten bislang gedacht hatten: 4.000 Kilometer.
Und da beginnen nun auch meine Leute wieder zu zittern. Plötzlich ist der Krieg doch viel näher als nur an den Zapfsäulen der Tankstellen, wo man plötzlich 30 Prozent mehr für eine Tankladung zahlen muss. Und das beunruhigt nun doch. Dass die Iraner nach Deutschland – zumindest auf den US-Stützpunkt Rammstein – feuern könnten. Mit ihrer Streumunition. Und Raketen, die nicht als sehr treffsicher gelten.

Zugleich beantragt Trump beim US-Kongress einen Kredit von 200 Milliarden Dollar. Und ich frage mich so: Why? Wenn der Krieg doch fast vorbei ist – wie dieser Mann behauptet? Trump antwortet, sie Welt sei unanständig (ach nee!), es gehe nicht nur um den Iran (hups, um wen noch, Grönland oder Kanada, denke ich so). Außerdem seien die Munitionsbestände geschrumpft. Sagt Trump.
Und sein Kriegsminister sekundiert: Natürlich koste es Geld, Bösewichter zu töten. Tatsächlich: Der Kriegsminister spricht von Bösewichtern.Und ich denke an Ponto, den Pudel, den Gegenspieler des Hauptkaters in Ansichten E.T.A. Hoffmanns Kater Murrs. Der war wirklich böse. Ein Verräter.

Trump hat noch ein weiteres großes Problem: Seinen Kriegs-Kompagnon, den israelischen Premier Netanjahu. Zwar behaupten beide, an einem Strang zu ziehen. Und ich denke so: Als ob. Denn ihre Ziele liegen auseinander. Netanjahu will den Iran zerstören. Er soll künftig keine Gefahr mehr darstellen für Israel. Deswegen lässt Netanjahu auch Gasfelder Irans bombardieren – und gefährdet die weltweite Energieversorgung.
Die USA wollen das Atom- und Raketenprogramm Irans zerstören, aber keinesfalls die gesamte Golfregion in Brand setzen. Weswegen sie die Angriffe auf Gasfelder strikt ablehnen. Nun, Coco hüpft auf mich. Und ich denke so: Als ob. Haue zurück. Beiße in ihren roten Body. Der mittlerweile ziemlich löchrig ist. Mein Ziel: Sonnenplatz verteidigen. Plus Aura ohne Ende. Sagt der sich sonnende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Tut so, als ob. Und chillt, Leute!
Schreibe einen Kommentar