Cello-Gott für Nuria Hoffnung – Hinsetzen und aufstehen

Hoffnung. Meine Nuria ist enthusiasmiert. Befreit. Von trüber Welt. Nach einem Konzert. Eines Brückenbauers. Zwischen den Kulturen. Welten. Musikstilen. Ein Cellist aus Südafrika verzaubert sie mit seiner puren Lebensfreude, Ausstrahlung – kurz: Seiner Plus Aura.
Dazu kommt natürlich sein Können. Und seine Kunst, aus verschiedenen Traditionen und Stilen etwas Neues zu kreieren. Genial. Sagt meine Nuria. Wie Abel Selaocoe da zusammen mit einem Percussionisten, einem Bassisten und einem Pianisten Klänge schuf, die sie bislang noch nie gehört habe. Schwärmt sie weiter.
Das elektrisch verstärkte Cello habe er nicht nur virtuos bestrichen, gezupft, gedreht und beklopft, sondern er habe auch gesungen. Dazu. Mal melodiös-sanft, dann rau, tief, eine Art Kehlkopfgesang, der anmutete wie der Sound eines Didgeridoos. Dem er dann noch krasse Beatbox-Rhythmen folgen ließ.
Dazu immer locker, offen, open-minded. Er beschwört Frieden. Ruft zur Gewaltlosigkeit auf. Erinnert an seine langsam tanzende Mutter zuhause. Ein Gesamt-Kunstwerk. Cello-Gott eben. Denke ich so. So etwas gebe Hoffnung in düsteren Zeiten. Wie motivierend, dass so etwas doch noch funktioniere. Sagt meine Nuria.

Selaocoe habe in verschiedenen Hinsichten Kulturen verbunden: Als Schwarzer spielte er ein klassisches Instrument der weißen Hochkultur, verwob Stimme und Instrument, verband klassisch europäische mit afrikanisch anmutenden Sounds. Jazz, Klassik, Afro. Mit seiner Band. Der Percussionist erzeugte Geräusche mit in Eimern abgefüllten Wasser, mit Klangstäben, mit Rasseln, mit Maultrommeln. Groß.
Die vier Männer animierten das Publikum zum Mitsingen. Zum Tanzen. Ließen die rund 1.000 Leute im ausverkauften Saal – von 20 bis 80 Jahren jung – in andere Welten entschweben. Brüsk gestoppt und zurückgeholt in die Gegenwart, die Heimat durch eine Stimme, die plötzlich in die Stille rief: „Hinsetzen.“ In die ungläubige Ruhe die vielstimmige Antwort: „Aufstehen“. Was dann auch alle taten. Party. Sagt meine Nuria.

Viel Plus Aura also. Denke ich so. Sehe meine Bruna zurückkommen. Von ihrer Konfi-Freizeit, bei der sie als Teamerin dabei war. Viel Spaß hatte. Sagt sie. Mehr nicht. Aus Angst, hier zitiert zu werden. Nun: Ich sehe Diego – glücklich nach wohl bestandener Spanisch-Prüfung an der Uni. Alles gut also. Offenbar.

Und ich? Chille weiter in der Sonne. Mit Coco. Chillfaktor zehn von zehn heute. Sagt der geflashte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Habt Hoffnung. Und chillt auch, Leute!
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