Rückkehr meiner Bruna nach einer Leidenstour in Paris

Plötzlich ist sie wieder da. Als ob sie nie weg gewesen wäre. Nach über drei Wochen. Meine Bruna! Sie duftet nach Freiheit. Also Sauerstoff, Salz, Sonne, Abgasen, Köter, Jasmin, Sand. Einfach gut. Finde ich. Und das bedeutet: Kuschel as kuschel can.
Und ja: Auch ein Kater kann Wiedersehensfreude zeigen. Auch wenn Menschen häufig kolportieren, das gebe es bei uns nicht. Übrigens: Auch mit Laura, die ja auch wieder da ist, kuschelt es sich gut. Wie ich kurz darauf merke. Als sie sich auf dem Sofa fläzt. Und ich die Chance zum Körperkontakt ergreife.

Während sie in den Fernseher glotzt. Da radeln 150 Männer durch Paris. Mit mehr als 50 Stundenkilometern. Und sie so, enthusiasmiert: „Da sind wir gestern auch noch geradelt, Triumphbogen“, ruft Laura. „Ach, hätte ich doch nur das Gelbe Trikot in dem Shop gekauft – für schlappe 150 Euro.“
Zum Glück nicht, peinlich, peinlicher… – alte Menschen in Sportklamotten von aktuellen Helden. Denke ich so. Die aussehen wollen wie Pogacar, der die Tour de France in diesem Jahr wieder gewinnt, zum fünften Mal das Gelbe Trikot des Siegers behalten darf.

Heute also die letzte Etappe in Paris. Und ich denke so: Krass, was die Jungs da so leisten. Sie sind noch mal deutlich schneller unterwegs als ihre Vorgänger vor rund 20 Jahren. Bei denen dann vielfach Doping nachgewiesen wurde. Und heutzutage so? Haben meine Bruna und ihre Alten Laura und Felix E-Räder ausgeliehen, um durch Paris zu touren. Und sind damit, also mit Antrieb, gerade mal ein Drittel so schnell wie die Rad-Profis. Aber nein – ich will doch nicht unterschwellig irgendwas suggerieren, he he.

Auf der letzten Etappe müssen die Radler statt der geplanten 150 Kilometer nur knapp 90 fahren. Weil die zur Sicherung der Strecke verplanten Polizisten nach Südwestfrankreich abkommandiert wurden. Um beim Kampf gegen die historischen Feuersbrünste zu helfen, die nun die Großstadt Bordeaux bedrohen. Die weiter nicht unter Kontrolle sind.

Die Vermieterin meiner Leute in Lacanau Ocean, Veronique, schreibt, in dem Ort selbst seien noch keine Häuser verbrannt. Aber die Ungewissheit sei kaum zu ertragen. Der stetige intensive Brandgeruch erzeuge mittlerweile einen Würgereiz. Packen und zu Freunden ziehen? Oder ausharren? Und hoffen? Das sei die große wiederkehrende Frage.
Ich hänge mittlerweile voll auf Laura ab. Das ist meine Freiheit. Während Coco irgendwie komisch ist. Sagt zumindest meine Bruna. Und die muss es als Katzenflüsterin ja wissen. Coco fremdele etwas, als ob sie sie nicht erkennen würde. Oder sauer sei, dass sie weg gewesen sei.


Nun, ich denke da pragmatischer: So ist das nun mal in der Pubertät, auch in der Katzenpubertät. Und so lasse ich Coco in Ruhe. Sie braucht Zeit für sich. Sagt der verständnisvolle Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Radelt. Und chillt, Leute!












































