Über Retter, Jedi-Ritter, Götter und Albaner

Glück ist, wenn dann doch noch das passiert, was man sich zuvor stundenlang erhoffte. Irgendwann am späten Abend öffnet sich die Eingangstür zu unserem Revier. Coco und ich springen auf. Vom Schuhschrank, auf dem wir ausharrten, erblicken wir unseren Retter: Diego. Der nur cool sagt: „Hej cats.“
Rein stolziert. Coco und ich hecheln seinen verschweißten Beinen hinterher. Auf dem Weg in die Küche. Zu unseren Näpfen. Die seit 24 Stunden leer sind. Und sich nun füllen. Mit Lachs in Soße. Und Lamm in Soße. Glück. Kann. So. Einfach. Sein.
Gilt auch für andere, wie US-Präsident Trump. Der sich gestern selbst zelebrierte, indem er den 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA von Großbritannien zur Lobpreisung seiner selbst umfunktionierte. Er sei der Allergrößte aller Zeiten. Sprach er zu seinem Volk. Das zuhörte – anstatt ihn in die Psychiatrie zu bringen.

Trump also weiter: Die USA seien eine von Gott auserwählte Siegernation. Alle strebten danach, so zu sein wie die USA. Trump trieft. Es ist heiß. Hot, hotter, Washington. Denke ich so. Knapp 40 Grad zeigen die Thermometer in der Hauptstadt. Not so nice. Auch für Trump. Seine Ehrenparade wird abgesagt – wegen der Hitze. Am Abend heftige Gewitter. Zuschauer müssen evakuiert werden. Die Götter schlagen zurück. Denke ich so.
Ortswechsel: Parteitag der AfD in Erfurt. Auch hier feiern sich Rechtsextreme. Aber ihre Gegner zeigen sich. Zehntausende demonstrieren. Und dann ist in der Halle, in der der Parteitag stattfindet, plötzlich Starwars-Musik zu hören. Bei den Reden. Ungeplant.
Keiner weiß, wer der Verursacher ist. Der hinter einen Vorhang eine Bluetooth-Box stellte. Aus der die Musik dringt – gespielt von einer Blockflöte. Darth Vader, der Jedi-Ritter aus Starwars, kapert die Extremen. Aber nicht mit Pauken und Trompeten – sondern mit den zarten Klängen einer Flöte. Ein gutes Zeichen. Denke ich so. Wenn die dunkle Seite der Macht die AfD der Lächerlichkeit preis gibt.

Ob meine Leute was damit zu tun haben? Kann es Zufall sein, dass zeitgleich in Freiburg meine Nuria mit ihrem Studierendenorchester in einem Konzert Starwars spielt? Dass der Dirigent mit grün leuchtendem Taktstock dirigiert. Die Hornisten Darth Vader-Masken tragen?
Und ich höre meine Nuria antworten: „Man muss nicht immer alles als verrückt abstempeln, nur weil es von der Norm abweicht. Eigentlich ist es auch einfach cool.“ Kryptisch das alles. Denke ich so.

Dass dann auch noch in Albanien seit Wochen Tausende auf die Straße gehen, um gegen ein von Trumps Familie geplantes Luxusresort zu demonstrieren, das an der Küste in einem Naturschutzgebiet mit Flamingos errichtet werden soll, ist ein weiteres – gutes – Zeichen: Menschen wehren sich. Lassen sich nicht alles gefallen. Und mit sich machen.
Kater auch nicht. Sagt der schmatzend glückliche Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Meidet Blasphemie. Und chillt, Leute!


















