Hauptstadtkater

21. August 2026

Warum weiße Kater nicht ins Wasser wollen und schwarze Menschen nicht dürfen

Wasser und Kater. Das ist wie Feuer und Wasser. Für mich. Passt nicht zusammen. Zu nass, um es zu mögen und nicht zu hassen. Aber klar. Es ist auch wichtig. Um zu überleben. Weiß ich schon. Und staune doch immer wieder, dass Katzen offenbar ein ganz anderes Verhältnis zum Nass haben als Kater. Coco zum Beispiel.

Spielt mit Tropfen rum. Liebt es, wenn das Wasser in einem Strahl aus dem Wasserhahn rinnt. Hält ihr Maul drunter. Trinkt. Haut dagegen. Und ich denk so: Jo mei, leck mich. Vor allem, als ich die Story aus Baden-Baden höre.

Da soll eine Katze selbstständig den Wasserhahn aufgedreht und eine Wohnung samt Keller geflutet haben. Die Wohnungsinhaberin sei nicht zuhause gewesen. Und ich denke so: Nun ja, wahrscheinlich hat die den Hahn aufgedreht und das vergessen. Ist Felix auch schon passiert.

Aber nein: Die Frau behauptet, sie habe eine Überwachungskamera installiert, darauf sei die Katze als Täterin zu sehen. Und ich denke so: eine Kamera, die den Wasserhahn im Blickfeld hat? Wer ist hier more crazy: Mensch oder Katze? Wobei ich Coco das übrigens auch zutraue. Dass sie einen Wasserhahn aufdreht. Die Tür zum Bad kann sie auch aufmachen… Unüberwacht!  

Womit ich beim Berliner Volksbad bin. Jenem Planschbecken, das der neue Volksbühnen-Intendant Lilienthal vor ein paar Wochen direkt vor seinem Theater aufbauen ließ. Und worüber schon so herrlich gestritten wurde: Ist ein Schwimmbad Kultur? Sollte dafür Steuergeld ausgegeben werden, was für Kunst bereitgestellt worden war? Wurde gefragt.

Und ich denke so: Welch Top-Debatte. Bundesweit. Genau so funktioniert große Kunst. Auch wenn sie nass ist. Mit der Mitteilung, das Bad einen Nachmittag nur für Schwarz zu reservieren, wurde die Kunst dann noch größer. Und politischer. Und hässlicher. Wurde so doch einer geifernden Gesellschaft der Spiegel vorgehalten.

Die zu einem größeren und vor allem lauten Teil diesen Safe Space Schwarzen nicht gönnte. Anders als Frauen oder Rentnern, denen in diesem Volksbad auch Extra-Zeiten angeboten werden. Nun: Über die Volksbühne ergoss sich ein Shitstorm, sie wurde mit Drohbriefen eingedeckt. Nun würden Weiße Rassismus erleben, hieß es. Was für eine Diskriminierung das doch wäre.

Und ich denke so: Welch Täter-Opfer-Umkehr. Klar werden auch Weiße hierzulande diskriminiert – aber nicht wegen ihrer Hautfarbe. Die Volksbühne sagte das Event ab – sie könne nicht für die Sicherheit der schwarzen Badegäste garantieren. Stattdessen platzierte das Theater ein großes Plakat am Schwimmbecken mit der Aufschrift: „Fickt euch!“ AfD-Deutschland 2026. Macht euch nass. Denke ich so. 

Dabei können Menschen auch anders. Emphatisch und nett sein. Wenn es um uns Kater geht: In Frankreich hat eine Familie anderthalb Wochen an einer Autobahnraststätte Urlaub gemacht – anstatt wie geplant in den Bergen. Grund: Beim Tankstopp lief ihre Katze Chanel weg. Die könne nicht einfach zurückgelassen werden, sagten ihrer Besitzer.

Aber: Trotz vieler Helfer blieb das Happy End aus, Chanel ist weg, der Urlaub over, die Familie wieder zuhause. Sie wollten aber oft zur Raststätte zurück, um weiterzusuchen. Wahre Liebe. Sagt der entzückte Hauptstadtkater. Und jetzt: Vielleicht mal bei Coco suchen, die Chanel? Lacht! Und chillt, Leute! 

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