Rausch der Höhe in Musks Mondstadt

Da wo ich bin, ist oben. Deswegen liebe ich meinen Kratzbaum. Der mich in die Höh’ bringt. Ganz oben, da fühle ich mich fast so etwas wie allmächtig. Weil ich den absoluten Überblick habe. Bislang jedenfalls war das so. Seit kurzem aber hat auch Coco mein Revier im Revier entdeckt. Und so ist es nun zwischen uns ein Wettrennen. Wer zuerst oben ist.

Und wieder ist da die Analogie zum – Menschen. Dem es auch eigen ist, nach oben zu streben. Erster zu sein. Tech-Milliardär Elon Musk hat schon seit Jahren sein Ziel verkündet, mithilfe seiner Weltraumfirma SpaceX den Mars erobern und besiedeln zu wollen. Plötzlich ist für ihn aus dem Mars der Mond geworden. Pragmatisch. Denke ich so. Nicht so weit weg. Leichter zu erreichen also. Und trotzdem: Den Blick von oben gibt es auch vom Mond. Vielleicht sogar besser als vom Mars.
Musk will auf dem Mond eine Stadt aufbauen – in weniger als zehn Jahren. Auf dem Mars würde das 20 Jahre dauern. Behauptet er. Die Reisezeit zum Mond betrage zwei Tage – alle zehn Tage könne dorthin gestartet werden. Zum Mars sei man sechs Monate unterwegs, eine Reise sei nur alle 26 Monate möglich. Behauptet er. Die Mission aber bleibe dieselbe: Das menschliche Bewusstsein und das Leben auf Sterne auszuweiten, die Zukunft der Zivilisation zu sichern.

Und ich denke so: Wie kommt der Mann auf diese Bau-Zeiten? Wo er sich bei Prognosen schon des Öfteren bei seinen Tesla-Autos und der Plattform X verrechnet hat. Und: Reicht es nicht, wenn Mensch einen Planeten zerstört – die Erde? Warum sollte das menschliche Bewusstsein gerettet werden? Und habe die Idee: Soll Musk zum Mond fliegen. Dort seine Stadt aufbauen. Und seinen Buddy Donald Trump mitnehmen. Der da dann einen ganzen Erdtrabanten reagieren könnte. Mit Blick auf die kleine Erde.
Trump wird bleiben. Und seine Apologeten auch. Ich verliere natürlich trotzdem nicht die Hoffnung. Nie. Denn meine Menschen zeigen, man kann auch virtuell nach Höhe streben. Und Gutes tun. Zeigt meine Laura. Wieder mal. Die ihren psychisch so kranken jugendlichen Patientinnen neue Welten eröffnet. Mit Kunstprojekten.
Widerwillig lassen sich die zwölf Jugendlichen überreden, gegenseitig Porträts voneinander zu malen. Drei Minuten nur sind Zeit. Die sonst so hibbeligen und hypernervösen Jugendlichen sind plötzlich ruhig – und äußerst konzentriert. Alle erstellen Porträts. Über die sie dann lachen – und sich unterhalten. Sie sind in anderen Sphären, Welten angekommen. Kurzzeitig glücklich. High. Ohne Drogen.

Und ich jumpe auf meinen Kratzbaum-Platz. Bin oben. Sehe Coco kommen. Und wünsche mich hinweg. Zu Musk. Auf den Mond. Sagt der erhöhte Hauptstadtkater. Der gerne über euch wachen würde. Und jetzt: Richtet den Blick nach oben. Und schaut nicht herab. Sondern: Chillt, Leute!






































