Kategorie: Uncategorized

  • 24. April 2026

    The sound of chicken und Leben als Täuschung

    Nur weil ich Hühnchenstellung liebe, lege ich noch lange kein Ei. Und gackere auch nicht rum. Wenn ich da mit untergeschlagenen Pfoten aufgeplustert auf meinem Sessel throne. Und einfach herrlich chille. Sehend, dass das Leben eine einzige Täuschung ist. Denn: Ein Kater ist kein Huhn – auch wenn er so ausschaut. Und ein US-Präsident muss weder gebildet noch klug sein. Was man ja vermuten könnte. Wenn einer mächtigster Mann der Welt wird. 

    US-Präsident Trump verkündete nun die Verlängerung einer Waffenruhe, die es gar nicht gab. Oder gibt. Er schrieb auf seiner Plattform Truth Social, Israel und Libanon hätten ihre Feuerpause um drei Wochen verlängert. Dabei gibt es zwischen den beiden Ländern weder einen Krieg, geschweige denn eine Waffenruhe.

    Vielmehr aber gibt es einen Krieg zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz und Israel. Der zwar auch im Libanon tobt, weil da die Hisbollah sitzt. Aber der Libanon selbst ist keine Kriegspartei, hat sich sogar von eben dieser Hisbollah distanziert.

    Nun, Trump irrt sich häufig. Und outet sich so als Dilettant. Bundeskanzler Merz bezeichnete er als Staatsoberhaupt – das ist aber hierzulande der Präsident, derzeit Steinmeier. Den ukrainischen Präsidenten Selenskyj bezeichnete er als „Diktator ohne Wahl“. Und wiederholte damit ein russisches Narrativ.

    Zum einen ist Selenskyj Umfragen zufolge beliebt. Zum anderen sind Wahlen in dem von Russland angegriffenen Land wegen des Kriegsrechts ausgesetzt. Dass Trump dann auch noch den Ukrainern Mitschuld am Krieg gibt und behauptet, die Ukraine habe ihn begonnen – geschenkt.

    Genug Trump-Schwachsinn, nun zum wirklich Wichtigen, zu dem, auf das wohl die meisten Leser und Leserinnen warten: Eine Antwort auf die Frage, wie die Hexen-Prüfung für meine Bruna und ihre Freundinnen Uma und Frida so lief. Here you are: Es sei zauberhaft gelaufen. Sagt meine Bruna, extrem glücklich, aber voll erschöpft. Sie hätten die beiden Prüfer regelrecht becirct.

    Zuerst hätten sie ihre kleinen Hexenfiguren – Glücksbringer – an der Tafel drapiert. Dabei sei die Hexe meiner Bruna fast runtergefallen, weil Coco in der Nacht den sie stützenden Besen zernagt habe. Dann aber seien die beiden Prüfer wie hypnotisiert gewesen. Hätten – wie von meiner Bruna und ihren Freundinnen beabsichtigt – gerafft, dass Hexen Feminismus-Ikonen sind. Dass die drei Schülerinnen selbst Hexen sind. Und alles andere als eine „1“ eine Höllenfahrt verursachen würde.

    Und ich denke so: Dieser extreme Leistungsdruck. Überall. Nervt mich. Regt mich auf. „Wir haben uns den Druck selbst gemacht, die Lehrer waren ganz locker“, sagt meine Bruna da. Und ich miaue – zugegeben: etwas krächzend – auf. Was meine Bruna zu einem Lachkrampf animiert. Weil es wie Gackern klinge.

    The sound of chickens. Finde ich gar nicht lustig. Und noch weniger, weil sie mich dann emporhebt. Tatsächlich, um ein Ei zu suchen. Sagt sie. Und ich denke so: Als ob. Diese krasse Hexe. Sagt der gluckende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Enttarnt die Täuschung. Und chillt, Leute!

  • 23. April 2026

    Verhext von meiner Bruna – Die Prüfung

    Sie ist meine Hexe: Meine Bruna. Wo sie ist, da will auch ich sein. Und sie muss mich nicht einmal mit Leckerli locken. Nein, es ist ihre pure Ausstrahlung, absolute plus Aura. Mit der sie mich verzaubert. So dass ich auf ihrem Rücken spaziere. Richtung Schulter. In Trance. Die geradezu mystische Verbindung zu ihr spüre.

    Eine symbiotische Beziehung, die es so oder ähnlich seit Jahrhunderten zwischen Kater und Hexe gibt. Ich also als ihr magischer Gefährte. Der sie beschützt. Vor dem Säubern von Katerklos. Vor Geige-Üben. Vor bösen Lehrern. Und Lehrerinnen. Vor ihren Alten. Vor Coco. Indem ich ihr Kräfte einhauche. Die sie widerstandsfähig machen. Bilde ich mir mal so ein. Und spüre ihre Kraft. Die Macht meiner Bruna, die sich auf mich überträgt. 

    Bin ich sie? Ist sie ich? Wo doch die Legende behauptet, Hexen hätten sich auch in Katzen verwandeln können. Um unerkannt zu entkommen. Oder zu verreisen. Woher ich das alles weiß?Weil sie, meine Bruna, morgen mit ihren Freundinnen Uma und Frida in der Schule eine sogenannte MPA-Prüfung macht – übersetzt: Mediengestützte Projektarbeit. Zur Vorbereitung aufs Abitur.

    Also, die Drei präsentieren Geschichte und Bedeutung von Hexen. Vom Mittelalter bis heute. Bei Shakespeare und Goethe. Und in Filmen wie Bibi Blocksberg oder dem Blair-Witch-Project. Tja: Viel Reden tat meine Bruna ja noch nie – und in den vergangenen Monaten noch weniger. Aber ein bisschen was habe ich mitbekommen. Beispielsweise, dass die Katzen von Hexen schwarz sind – und nicht weiß.

    Was allerdings falsch ist. Wenn ich mich so sehe. Meine Bruna ist empört. Darum gehe es überhaupt nicht. Thema des Vortrags sei vor allem Feminismus. Natürlich seien es Männer gewesen, die den Begriff Hexe geprägt haben – im Mittelalter. Sie hätten vor allem mystisch wirkende, unabhängige Frauen, die sie fürchteten, als Hexe abqualifiziert, um deren Unterdrückung – und Verbrennung – zu rechtfertigen.

    Unfassbar, dass heute in einigen Ländern Afrikas, aber auch in Asien noch immer geschätzt Tausende Frauen jedes Jahr gefoltert und getötet würden, denen vorgeworfen wird, Hexe zu sein. Sagt meine Bruna. Während der Begriff Hexe hierzulande mittlerweile auch positiv besetzt sei – manchmal.

    Moderne Hexen seien meist junge, selbstbewusste Figuren wie bei Bibi Blocksberg oder auch Harry Potter. Und auch Influencerinnen, die vorgeben, Magie zu nutzen, und ihr Tun mit Umweltschutz und Selfcare verbinden. Sagt meine Bruna. Und: Sie würden als Ikonen des Feminismus gelten.

    Ich weiß: Meine Bruna muss eine Hexe sein. Weil sie stark ist. Unabhängig. Mystisch. Magie von ihr ausgeht. Fühle ich so. Auf ihrem Rücken chillend. Sie ist der einzige Mensch, der katergleich authentische Chill-Vibes auf mich übertragen kann.

    Die mit ihren Mit-Hexen Uma und Frida die Lehrer und Lehrerinnen ihrer Schule bei der Prüfung morgen verzaubern wird. Sagt der hexende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Lasst euch auch verzaubern. Und chillt, Leute!

  • 22. April 2026

    Alles paradox oder was – Livestream vom gestrandeten Wal

    Für Show ist sie immer gut. Coco also lässt sich von Diego an ihren Vorderläufen packen. Macht dann eine Art Rückwärtspurzelbaum. Und hängt kopfüber auf seinem Schoß. Und meine Leute jauchzen. „Süß, sportlich, so cool.“ Rufen sie. Und Coco?  Miaut. Bekommt aber noch nicht mal Leckerli für ihre Aktion. Show für nichts. Denke ich so. Wie paradox.

    Und sehe auf Felixens Laptop einen Livestream. Vom vor der Insel Poel in der Ostsee gestrandeten Wal. Der sich zuständig fühlende Minister Backhaus sagt auf einer Pressekonferenz, zwar sei der Gesundheitszustand des Wals kritisch. Aber er lebe. Und so sei die Situation weiter außergewöhnlich schwierig. Sagt er. Und der Livestream mit dem aus dem Wasser ragenden Körper bleibt. Bis zur Dämmerung. Bis Coco mich vom Bildschirm verjagt. Showgirl eben. 

    Coco erinnert mich mit ihrer Art an Politik-Zampanos. Ob sie nun Trump, Putin oder Orban heißen. Show gehört auch bei ihnen zum Geschäft. Bis zum Paradox. So gibt beispielsweise die EU nicht nur der Ukraine milliardenschwere Kredite zur Verteidigung ihres Landes gegen Russland. Sondern finanziert zugleich eben den Krieg dieses Aggressors Russland mit.

    Die Story behind: Endlich hat der ungarische Showman Orban seine monatelange Blockade eines 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU an die Ukraine aufgegeben. Warum? Weil die Ukraine eine zuvor von Russland im Krieg zerstörte Pipeline repariert hat, durch die nun wieder russisches Öl nach Ungarn fließen kann. Für das das EU-Land Ungarn nun wieder Geld an Kremldespot und Showman Putin bezahlt. Das damit seinen Krieg gegen die Ukraine bezahlt. Und dort dann wieder Infrastruktur zerstört. Ich darf nicht weiterdenken. Alles zu crazy. 

    Paradox. Wie ein allmächtiger Gott, der eben doch nicht allmächtig ist, weil er dann ja einen Stein erschaffen könnte, der so schwer ist, dass er ihn nicht heben kann. Nun, die Walexperten behaupten, der Wal habe Schmerzen, weil er sich krümme. Fügen dann hinzu, niemand könne in einen Wal hineinschauen und wissen, was in ihm vorgehe. Was er empfinde und denke. Und der Livestream zeigt sanfte Wellen. Die einen mächtigen, bewegungslos aus dem Wasser ragenden Körper umspülen.

    Und so sprinte ich Coco hinterher. Die nun doch Leckerli bekommt. Für ihre Kunststückchen offenbar. Und ich denke so: Ist sie wohl doch nicht so paradox wie gedacht. Sondern im Gegenteil: Strategisch. Klug. Sagt der gespaltene Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Tut das Unerwartete. Und chillt, Leute!

  • 21. April 2026

    BBQ in der Hölle mit Trump und dem Buckelwal

    Einfach immer locker bleiben. Meine Devise. Ist leicht dahingesagt. Vor allem, wenn man Hunger hat. Und das habe ich. Eigentlich immer. Und dieses zehrende, beißende Gefühl in der Körpermitte: Ist eine wahre Hölle. Quälend, nur zu bekämpfen durch den Genuss der Sünde: Leckerli. Und Salami. Ich spüre die tiefe Zufriedenheit, wenn ich das bekomme.

    Und frage mich so: Was wäre, wenn Menschen immer satt wären. Richtig vollgestopft. Und antworte mir: Sie wären ruhig. Träge. Bestenfalls gechillt. Würden nicht immer unsägliche Ideen entwickeln. Die die Welt zerstören. Und ich denke so: Mästet Mensch! Und zerstört so die Hölle.

    Wovon Wal nur träumen kann. Tatsächlich, ich bin schon wieder bei ihm. Bei Timmy, dem vor der Insel Poel erneut gestrandeten Buckelwal. Der eigentlich eine Tonne Nahrung am Tag zu sich nimmt. Dem werden nun 2,5 Kilo Makrele angeboten. Von offenbar halb verhungerten, selbst ernannten Walrettern. Die ihm nun ob ihrer „Rettungsversuche“ eine Hölle bereiten.

    Und sich selbst offenbar auch: Sie sind völlig geschafft, weil sie nur drei Stunden Schlaf finden. Ob der Anstrengungen. Erzählen sie. Eine Tierärztin musste als Notfall ins Krankenhaus. Eine andere eigens eingeflogene US-Expertin reiste verärgert ab, weil sie die Inkompetenz einiger Mitstreiter nicht aushielt. Die Sprecherin der Initiative trat zurück, weil professionelle Zusammenarbeit nicht möglich sei. Mittlerweile ist sie wieder dabei.

    Und dann sorgt ein „Retter“ für Schlagzeilen, der vor zwei Jahren noch in einer Rockergang war. Der damals auch eine Demo organisiert haben soll, die dem rechten Spektrum zugeordnet wird. Neben ihm steht der mecklenburg-vorpommersche Umweltminister Backhaus und wiederholt mantraartig, für ihn stehe das Tierwohl im Mittelpunkt. Während ein Experte empfiehlt, den Wal doch endlich mal in Ruhe chillen – und sterben zu lassen. 

    Schlimmeres als auf Erden wird den Wal wohl nicht erwarten. Denke ich so. Denn die Hölle scheint allgegenwärtig: Sowohl der mächtigste Mann der Welt als auch die tyrannischste Regierung der Welt drohen sich gegenseitig mit der Hölle. US-Präsident Trump versus Iran. Alle offenbar ausgehungert. Wie anders lässt sich ihre Aggressivität erklären? Frage ich mich so.

    Trump also verkündet nach all seinen Hölle-Drohungen nun erst mal eine Verlängerung der Waffenruhe, die in den kommenden 24 Stunden ausgelaufen wäre. Allein: Der Iran sieht sich nun am längeren Hebel. Und will sich nicht unbedingt an Trumps Vorgabe halten. Und droht nun seinerseits den USA und Israel mit der Hölle. Falls die beiden Länder ihre Angriffe auf den Iran wieder aufnehmen sollten.

    Und ich hoffe so, dass all diese wortgewaltigen Leute BBQ lieben. Wenn sie dann in der Hölle schmoren. Besser: Grillen. Und sich gegenseitig verspeisen. Bis sie endlich schweigen.

    Es ist zu viel Hölle für mich. Denn eigentlich bin ich doch im Paradies. Der Küche. Mit den Salami-Broten. Die Felix unbeaufsichtigt stehen lässt. Und die ich abräume. Mit der Leckerli-Dose. Die am Rand des Schranks steht und wie von Zauberpfote herunter plumpst. Und sich öffnet. Für mich. Und Coco.

    Ich spüre das Glücksgefühl. Danke Dopamin. Sagt der gelockerte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Esst massenhaft. Und chillt, Leute! 

  • 20. April 2026

    Mein Weg zur US-Präsidentschaft auf dem Golfplatz

    Ich hatte einen Traum: Über mich fliegt ein kleiner weißer Ball. Ich jage ihm hinterher über grüne Wiesen. Schnappe den Ball. Laufe weg. Spüre, wie ein schwerer, alter Mann über mich stolpert. Ein Golfschläger dicht über meinen Kopf zischt. „Crazy bastard“, flucht der Mann, der taumelt und dann mit seinem schweren Körper auf dem Boden neben mir aufschlägt.

    Er stöhnt, hat aber die Kraft mir zuzurufen: „Macht meine Golfplätze frei, oder ihr landet alle in der Hölle. Ich werde alle Katzen vernichten. Eure gesamte Zivilisation.“ Sein Körper zuckt, Blut tropft von seinem roten Schopf auf mein weißes Fell.  Er röchelt: „Ich werde euch Katzen in die Steinzeit zurückversetzen.“

    Dann stockt sein Atem. Sein Blick bricht. Von überall her strömen Katzen auf mich zu. Und Menschen. Die jubeln. „Guat, wacker, heddel. Unser Erlöser.“ Rufen sie mir zu. Und ich fühle mich gut. So als unfreiwilliger Kriegsfreiwilliger. Wache auf. Im Bett meiner Bruna. Leider. 

    Ich als Retter. Der Welt. Der Menschen und der Katzen. Und Kater. Nice. Ich als Beobachter der Welt. Noch nicer. Denke ich so. Denn die Welt hat bessere Retter. Als mich. Beispielsweise Leute, die einst Freunde von Despoten waren und sich zu deren ärgsten Feinden wandelten, weil sie sich nicht angemessen gewürdigt fühlen.

    In den USA mehren sich Zeichen, dass US-Präsident Trump seinen Zenit überschritten hat. Bei der Rettungsaktion von zwei im Iran abgeschossenen Piloten vor wenigen Wochen sei er nicht vollständig in die Beratungen einbezogen worden, weil er zu ungeduldig sei. Und herumgeschrien habe.

    Berichtet eine Zeitung unter Berufung auf anonyme Quellen. Nicht nur diese Story an sich, sondern auch dass sie in die Öffentlichkeit gelangt – offensichtlich Symbol seines Machtverfalls. Denke ich so. Gechillt. 

    Und dann wenden sich auch einst glühende Verehrer seiner Make America Great-Bewegung zunehmend von Trump ab. Einige sind erschüttert, weil er sich mit dem Papst anlegt und sich selbst als Erlöser präsentiert. Andere verwenden nun dieselbe Taktik, mit deren Hilfe Trump an die Macht kam – Verschwörungserzählungen. Um ihn zu diskreditieren.

    Und ziehen in Zweifel, dass die Schüsse, die im Wahlkampf 2024 auf Trump gefeuert worden waren und ihn wohl lediglich streiften, wohl eine Inszenierung gewesen seien. Wird da von MAGA-Leuten behauptet – natürlich ohne Beweise vorzulegen. Müssen sie ja auch nicht. Bei solchen Narrativen. Denke ich so. 

    Und ich throne auf Trump. Auf dem Golfplatz in Florida. Seinem Sitz Mar-a-Lago. Die Katzen um mich herum schnurren. Hinter ihnen jubeln Menschen: „Wir sind aus Haiti. Wir lieben Katzen. Und essen sie nicht.“ Skandieren sie.

    Und ich setze meine Pfote unter meine ersten Dekrete: Eintritt in Pariser Klimaabkommen, in die Weltgesundheitsorganisation, in die Unesco. Übermittele dem Iran Pläne zur Beendigung des Kriegs. Signalisiere dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj die Aussicht auf mehr Unterstützung in seinem Abwehrkrieg gegen Russland. Sage der Bevölkerung im Sudan Hilfe zu.

    Und verbiete die Kastration von Katzen. Und Katern. Sagt der aufgeweckte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Verschwört euch. Und chillt, Leute!

  • 19. April 2026

    Der Mensch bleibt pedantischer Mensch – Kriegsmusik in Freiburg

    Vertrauen, Wärme, Zuneigung. Spüre ich zu meinen Menschen. Und will mit ihnen zusammen chillen. Das ist Leben. Für mich. Ich also platziere mich auf dem Schoß meiner Laura. Versuche es zumindest. Denn sie wehrt ab. Ernsthaft: behauptet, sie wolle nicht so aussehen wie ich. Was übersetzt so viel bedeutet wie, dass sie die drei Härchen, die ich beim Kuscheln verliere, nicht auf ihren Klamotten haben will.

    Pedanterie pur. Ich dränge mehrfach und ignoriere ihre Abwehr. Bis sie nachgibt. Wie immer. Und ich spüre. Wie sie sich entspannt. So nice. Für sie. Dialog. Kommunikation. Auch ohne Worte. Durch Verhalten. Blicke. Das funktioniert nicht nur bei Artgenossen, sondern auch mit Lieblingsmenschen. Mit meiner Laura beispielsweise sind unsere intimen 38 Minuten und 26 Sekunden Kuscheln wie ein Antidepressivum. Im Chaos. Nur besser. 

    Und ich höre, menschliche Roboter würden immer menschlicher, nur besser. In Peking habe nun einer einen Halbmarathon gegen Menschen gewonnen. In 50 Minuten und 26 Sekunden. So schnell war noch nie ein Mensch auf dieser Distanz. Felix braucht drei Mal so lange.

    Tja, diese humanoiden Teile werden ja bereits auch in Altenheimen eingesetzt – und manche Bewohner schätzen sie höher als menschliche Pflegekräfte, weil sie viel mehr Geduld hätten. Und trotzdem. Ich will Mensch. Den echten. Aus Fleisch und Blut. Ihn spüren. Schmecken. Riechen. Seine mangelnde Intelligenz bemitleiden. Also diese Unvollkommenheit. Die kein Roboter so nachahmen kann. Behaupte ich.

    Und fühle mich einem weiteren Menschen äußerst verbunden, der diese Spezies so gut beschreibt: Herbert Grönemeyer. Der singt: „Der Mensch heißt Mensch, weil er vergisst, weil er verdrängt und weil er schwärmt und stählt, weil er lebt.“ Und weil er kuschelt. Weich ist. Individuell. Sympathisch. Empathisch. Sich ärgert. Lacht. Strahlt. Duftet. Stinkt. Musiziert. Liest. Schreibt. Serien schaut. Altert. Unberechenbar ist. Füge ich mal hinzu. 

    Und ich erblicke mal wieder den Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern. Der sichtlich gestresst ausschaut. Für den die größte Staatskrise derzeit eine Walkrise ist. Seit 20 Tagen mittlerweile. So lange liegt der 12-Tonnen-Buckelwal, den der Minister Hope nennt, auf der Sandbank vor der Insel Poel.

    Minister Backhaus weist Vorwürfe zurück, die Behörden reagierten bei den Rettungsversuchen von zwei Multi-Millionären nicht schnell genug. Dem Wal gehe es gut, er lebe, er atme, er signalisiere, er vokalisiere und zeige auch Aktionen. Sagt der SPD-Politiker. In dessen Bundesland in fünf Monaten gewählt wird. Und in dem die rechtsextreme AfD gewinnen könnte.

    Während Experten sagen, der Wal habe sich die Sandbank bewusst ausgesucht. Weil er zu schwach zum Schwimmen in tiefen Gewässern sei. Und dort ertrinken würde. Ich schnappe nach Luft.

    Und merke, wie sich der Atem meiner Laura beruhigt. Sie locker wird. Entspannt. Gechillt eben. Durch mich. Und ich höre, dass meine Nuria in Freiburg Erfolge feiert. Mit ihrem komischen Cello. Ein Vorspiel für ein Studierendenorchester bestanden hat. Dort spielen sie Star Wars. Really.

    Sollen sie doch Kriegsmusik machen. Sagt der verwuschelte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Spendet Wärme, duftet, vertraut. Bürstet meine Haare von den Klamotten. Und chillt, Leute! 

  • 18. April 2026

    Antichrist gegen Antichristen unter Rosen

    Ich bekenne: Oft denke ich, ich weiß es besser. Und weiter: Wenn doch nur mehr so ticken würden wie ich. Wie viel besser könnte Welt dann sein. Es fällt mir nicht leicht, mein Innenleben zu offenbaren, weil es so unsympathisch ist – aber so ist es nun mal. Wenn ich unter dem Rosenstrauß liege. Und von den Knospen genascht habe.

    Und ich natürlich weiß: So beginnen fucking Allmachtsfantasien. Die, wenn sie kein Korrektiv erfahren, in den Wahn führen. Und in die Zerstörung. Bestens vorgeführt vom mächtigsten Mann der Welt: US-Präsident Trump. Der sich mittlerweile als Erlöser sieht. KI-Bilder veröffentlicht, auf denen er als Messias erscheint, der an einem Krankenbett steht – hinter ihm die US-Flagge und Kampfjets. Trump – der Heiland. Der die Welt bekehren will. 

    Und nun aber taumelt. Weil er sich mit dem iranischen Regime Kontrahenten ausgesucht hat, die ähnlich ticken wie er. Antichristen. Wie Trump selbst. Und ich denke so: Wohin führt das: Antichrist gegen Antichristen? Chaos. Chaos. Chaos. In das die Welt immer weiter abgeleitet. Zu besichtigen in der Straße von Hormus.

    Geschlossen, offen, geschlossen. Was denn nun? Denke ich so. Nach dem Jubel über die Öffnung gestern. Erklären die iranischen Revolutionsgarden heute, die wichtige Route für Handelsschiffe, über die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels läuft, sei wieder dicht. Weil die USA ihre Blockade der iranischen Häfen nicht aufheben wollten. Und man sich das nicht gefallen lasse. 

    Trump ist mit seiner Taktik, seinen unsäglichen Drohungen, an eine Grenze gelangt. Denke ich so. Unter den weißen und roten Rosen liegend. Die so nice duften. Und deren Knospen so lecker schmecken. So dass ich schwebe. Mich von oben sehe. Selbst zur Rose mutiere.

    Und nicht mehr unterscheiden vermag, ob das, was Trump vollführt, tatsächlich Realität ist. Oder ob ich nicht in einer wahnwitzigen Reality-Show chille. In der der mächtigste Mann der Welt sein Messias-Bild von seiner Plattform Truth Social entfernt. Sich ein stückweit der Empörung selbst einstiger Fans, die ihm nun Blasphemie vorwerfen, beugt. Und sagt, er habe gedacht, das Bild zeige ihn als Arzt.

    Der die iranischen Machthaber als verrückte Mistkerle diffamiert, die in der Hölle landen würden, wenn sie die Meerenge nicht endlich öffnen würden. Dann mit Auslöschung der gesamten iranischen Zivilisation droht. Allein: Die iranische Regierung bleibt cool. Weil deren Machthaber genauso verblendet und skrupellos sind wie Trump. Und ihnen ihr Volk mehr oder weniger egal ist. 

    Ich möchte Trump und dem iranischen Regime zurufen, von meiner Rosenwolke: Hey du! Ich bin die Rose. Fühle mich frei. Und weit weg von jedweder Realität. Sagt der allmächtig blühende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Genießt die Schönheit der Blumen. Und chillt, Leute! 

  • 17. April 2026

    Schwarzes Gold: Ich bin Barista-King – „Inhaliert Kaffee!“

    Bin ich King, bin ich glücklich. He, he. Deswegen throne ich so gerne auf der Siebträgermaschine meiner Leute. Die sie anbeten. Weil aus ihr das schwarze Gold quillt, das sie lieben. Von dem sie abhängig sind. Und wenn ich ihren Café Creme oder Cappuccino dann mit einem weißen Haar von mir garniere, das sich auf der Oberfläche auch noch in Herzform kringelt, dann, ja dann ist der Höhepunkt der Ekstase erreicht. Für mich. Für sie. Meine Junkies, die mir, dem Barista-King huldigen.

    Schwarzes Gold also. Ist für Mensch allerdings nicht nur Kaffee. Sondern auch Öl. Immer noch. Hängen die Menschen daran. Trotz alternativer Energien. Und jauchzen nun kollektiv und weltweit hörbar auf, weil die iranische Regierung ankündigt, die seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf ihr Land vor gut anderthalb Monaten blockierte Straße von Hormus für Handelsschiffe wieder freizugeben.

    Was bedeutet? Die Ölpreise sinken sofort. Und damit – wenngleich die sinkenden Preise von den Ölkonzernen naturally deutlich verzögert an die Verbraucher weitergegeben werden – auch an den Zapfsäulen der Tankstellen. Und die Völker der Welt: Happy. Sogar der mächtigste Mann der Welt – einmal demütig: „Thank you“, schreibt US-Präsident Trump auf seiner Plattform Truth Social. 

    Wie es zu dem „Entgegenkommen“ der Iraner kam? Nun, wie im Iran-Krieg, so gilt seit heute auch im Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon eine Waffenruhe. Zehn Tage. Genau das hatte das iranische Regime verlangt.

    Denn trotz der vor wenigen Tagen inkraft getretenen Waffenruhe im Iran-Krieg hatte Israel die Hisbollah-Miliz im Libanon weiter massiv attackiert – zum Missfallen der Iraner. Trump verkündete nun auch in diesem Konflikt eine Waffenruhe. Und viele Menschen im Libanon jubeln. Es kann ein Schritt in Richtung Frieden sein. Denke ich so. Vielleicht.

    Denn: Es gibt ja immer mal wieder Wunder: Bei Hannover war 2015 eine Katze ausgebüxt. Nun, elf Jahre später, kehrt sie zu ihren Besitzern zurück. Nachdem sie als Streunerin im Tierheim gelandet war. Dort der ihr implantierte Chip ausgelesen wurde. Und sie so ihrem Besitzer zugeordnet werden konnte.

    Und noch ein Wunder heute: Meine Alten sind begeistert von der Energie, die Diegos Alba-Basketballteam in einem Ligaspiel ausstrahlt. Sind begeistert von den Pässen meines Diegos. Seiner Übersicht. Spielintelligenz. Und ich weiß, dass ich maßgeblich verantwortlich bin.

    Weil er sich vor dem Spiel einen Cappuccino reingezogen hat. Mit Haar von mir. Energieübertragung eben. Auf diese Weise habe ich übrigens auch Felix von seiner Katerhaarallergie geheilt. Desensibilisierung nennen Menschen das.

    Aber das ist wieder ein anderes Thema. Werde ich zu einem anderen Zeitpunkt ausführen. Sagt der nun entkoffeinierte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Inhaliert Kaffee. Und chillt, Leute!

  • 16. April 2026

    Flyin‘ Cars und erstickende Wale

    Und sie springt doch. Naturally. In ihrem unnatürlichen Habitat. Meinem Revier. Der Küche. Jumpt Coco vom 2, 50 Meter hohen Kühlschrank auf den 2,18 Meter entfernten Vorratsschrank. Als ob sie draußen von Baum zu Baum hüpfte. Zeigt so ihre wahre Natur. Sie ist unzweifelhaft ein vom Raubtier abstammendes Geschöpf.

    Und ich stelle die Frage der Fragen: Ist sie artgemäß – die Haltung von Katzen und Katern in einer Wohnung? Tja, was soll ich antworten: Bin ja happy. Liegt wohl daran, dass wir Katzen und Kater seit Jahrzehnten domestiziert werden. So unsere Freiheitsliebe gebrochen wurde. Durch den Menschen. Dieser komischen Spezies. 

    Die versucht nun doch wieder, den seit mehr als einer Woche erneut in der Ostsee, dieses Mal vor der Insel Poel, gestrandeten Buckelwal Timmy zu retten. Der sollte eigentlich in Ruhe gelassen werden und würdevoll sterben. So hieß es.

    Nun aber wollen zwei Multimillionäre eine Rettungsaktion finanzieren. Mithilfe von Luftkissen soll das zwölf Tonnen schwere Tier angehoben werden, auf eine zwischen zwei Schwimmplattformen befestigte Plane gebettet – und Hunderte Kilometer weit in die Nordsee, eventuell bis in den Atlantik geschleppt werden.

    Ein Wal! Dessen Gesundheitszustand schlecht sein soll, dessen Haut Blasen schlägt. Während zugleich alljährlich Hunderttausende Wale und Delfine – auch in Nord- und Ostsee heimische Schweinswale – eiendlich in Fischernetzen verrecken. Ersticken, weil sie sich verfangen und nicht mehr auftauchen können. Weil selbst in Schutzgebieten sogenannte Stellnetze erlaubt sind.

    Und ich denke so: Das zu ändern, wäre Aufgabe der Politik. Der zuständige Minister Backhaus aus Mecklenburg-Vorpommern aber ist auf Timmy abgefahren. Und sagt, er glaube an das Tier, habe den Wal in die Augen geschaut. Really: Er habe ihm in die Augen geschaut!!! Und wolle ihn doch retten lassen. Während er seine politische Kraft eigentlich für den Schutz der Lebensräume der Wale und Delfine einsetzen könnte. 

    Ähnlich wie Backhaus argumentieren auch die beiden sponsernden Millionäre. Während sie doch eigentlich ihre Geld für sinnvolle – aber wohl weniger öffentlichkeitswirksame Projekte – investieren könnten. Wo sich der Lebensraum der Säugetiere doch stetig verkleinert. Denke ich so.

    Aber: Sogenannte Tierschützer, profilsüchtige Politiker und Millionäre schauen lieber in die Augen eines sterbenden Tieres. Projizieren ihre Ängste und Sehnsüchte in dessen Blicke. Und geben dann auch noch vor, artgerecht zu handeln. Aus Tierliebe.

    Denke ich so. Während Coco über mich fliegt. Engelsgleich. Und ich? Folge ihr. Rase durchs Wohnzimmer über Sessel, in die ich meinen Krallenabdruck tätowiere. Jumpe den Kratzbaum auf den Schrank hinauf. Und fliege. Coco hinterher. Ganz natürlich unnatürlich. Denn: Ich. Bin. Ein. Kater. Sagt der flyin’ Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Rettet euch selbst. Und meinetwegen auch den Wal. Und chillt, Leute! 

  • 15. April 2026

    Lover, Schmankerl, Selbsthass und vergessene Kriege

    Chillen also mal wieder. Als das Nonplusultra. Für die Erkenntnis. Nicht nur des Offensichtlichen, sondern auch von dem, was sich dahinter verbirgt. Als besonderes Schmankerl heute: Ein exklusiver Hintergrund zum 31. Zuammenkomm-Tag meiner Alten. Und als Realitätscheck: Vergessene Kriege entdecken.

    Zunächst zu einem mehr oder weniger aus der Öffentlichkeit verbannten Krieg. Zu dem im Sudan. Der sich heute zum dritten Mal jährt. Ein extrem grausamer Krieg. Durch den schätzungsweise schon mehr als zwölf Millionen Menschen vertrieben wurden. In dem Bewaffnete Familien jagen, Männer erschießen, Frauen und Kinder vergewaltigen.

    Diplomatie scheitert. Weil der Staat Sudan niemanden so recht interessiert. Nur insoweit, dass Nachbarstaaten die Kriegsparteien aufrüsten. Und es so auch einige Profiteure des Kriegs gibt. 

    Und ich frage mich: Bringt es denn tatsächlich etwas, über diesen Krieg zu reflektieren? Außer Frust. Und Hilflosigkeit. Denke ich so, während ich meine Leckerli verschlinge. Welch Dekadenz. In meinem Revier. Durch mich. Selbsthass. Ob meiner Attitüde ergreift mich. Denn: Welch Glück, hier in diesem Revier zu leben.

    Trotz Coco. Trotz meiner Alten. Offenbar muss ich in Abgründe blicken, um meinen Alltag zu schätzen. Sollte Mensch auch. Tja, sorry für mein anbiederndes Gut-Kater-Gehabe, gleich ist damit auch Schluss, versprochen. Aber das muss ich noch sagen: Nur wer hinschaut, kann Kritik üben. Und mit Gleichgesinnten Druck aufbauen, um in der Welt etwas zu bewirken. Amen. 

    Der ukrainische Präsident Selenskyj schaffte es bislang hervorragend, den russischen Angriffskrieg auf sein Land seit mehr als vier Jahren ganz oben in den Schlagzeilen zu halten. Und damit Unterstützung von Alliierten zu organisieren. Nun aber klagt er, der Ukraine-Krieg gerate wegen des Iran-Kriegs ins Hintertreffen.

    Die US-Vermittler hätten keine Zeit mehr für Verhandlungen mit Russen und Ukrainern. Und ich frage mich so: Warum fordern alle immer die USA? Die von einem failed Präsidenten geführt werden, dem manche Wahnsinn attestieren? Der aber als einziger in der Lage zu sein scheint, Konflikte zu befrieden. Weil manche glauben, er habe die Macht dazu. Was allerdings auch so gar nicht stimmt. Siehe Iran. Siehe Ukraine….

    Nun aber das versprochene Schmankerl, die Vorgeschichte zum Zustandekommen des 31. Zusammenkommen-Tags von Felix und Laura: Man schrieb den Oktober 1994, als Katrin eher zufällig zu dem ihr fremden Holger in eine Berliner 2er-WG zog. Die beiden verstanden sich, kochten, lasen, fotografierten zusammen – und fuhren dann im Frühjahr an den Gardasee zu einer dort studierenden Freundin.

    Kurz zuvor hatte sich Holger noch einen Köter namens Janosz zugelegt. Der die Mitbewohner zu gemeinsamen Quasi-Eltern machte. Und so passierte, was bei zu viel Zweisamkeit mit Köter passieren muss: Aus Mitbewohnern wurden Lover. Love and Hope eben. Zum Ausklang. Sagt der enthusiasmierte Hauptdstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Schaut hinter Fassaden. Und chillt, Leute!