Knutscht und trinkt Kaffee – wider dem Klimawandel

Kaffee soll nun also doch gesund sein. Drei Tassen täglich – und das Demenzrisiko sinke, jubilieren meine Alten und schneiden einen Artikel aus der „Süddeutschen Zeitung“ aus, in der unter der Überschrift „Schwarzes Gold für graue Zellen“ eine entsprechende Studie präsentiert wird. Und ich denke so: Schade, dass, meine Alten viel zu spät in ihrem Leben mit dem Kaffeekonsum begonnen haben. He, he.
Nun, heute ist Valentinstag, Tag der Liebe, ich will nicht zu bösartig sein. Und wende mich meiner Leidenschaft zu: Cocos Babyfutter. Schmeckt einfach um Klassen besser als meins. Und ich finde nicht, dass ich dadurch dicker geworden bin. Im Gegenteil: Stattlicher. Womit meine Alten und ihre komischen Studien widerlegt sind, die mich beharrlich von diesem Futter fernhalten wollen.

Ach, ja, Studien. Denke ich so. Entscheidend ist eben der genaue Blick darauf. Und so heißt es in der von der Zeitung zitierten Kaffee-Untersuchung der Havard Universität, dass diese nur Zusammenhänge aufzeige, aber keine ursächlichen Beziehungen belege.
Aber, frage ich mich so, wer liest schon noch so weit. Bei der Generation Z – da soll die durchschnittliche Aufmerksamkeit pro Artikel – Studien zufolge, he, he – nur noch bei acht Sekunden liegen. Und da Gen Z auch das Lesen zunehmend schwerfällt, bleibt wohl nicht viel mehr als die oftmals reißerische und überspitzte Überschrift hängen.


Und ich kann den wachsenden Frust der Gen Z verstehen: Weil ständig neue Studien erscheinen, die mal das, dann scheinbar das Gegenteil behaupten. Und dann auch noch verkürzt dargestellt werden. Um überhaupt Aufmerksamkeit zu bekommen. Teufelskreis.
Unumstritten unter ernstzunehmenden Wissenschaftlern ist der Klimawandel. Ebensowenig, dass Treibhausgase Haupttreiber für die Erderwärmung sind. Die wiederum Extremwetterereignisse wie Hitzewellen oder Starkregen auslösen. US-Präsident Trump ist einer jener, die nicht daran glauben. Er hebelt den Klimaschutz aus. Und hat – entgegen aller wissenschaftlichen Expertise – Treibhausgase nun als nicht gesundheitsgefährdend erklären lassen.

Damit kippt er die rechtliche Grundlage für Klimagesetze in seinem Land – das weltweit die zweitmeisten Treibhausgase in die Luft pustet. Warum er das macht? Tja, meine Antwort: Er will der Fossil-Lobby Gewinne ermöglichen. Indem Abgasregeln für Kraftwerke und Autos abgeschafft werden, sollen den Konzerne Kosten erspart werden.
Dass die Kosten für Schäden durch Extremwetter um ein Vielfaches höher sind, dass er nachfolgenden Generationen ein Trümmerfeld hinterlässt, ist ihm egal. Und ich habe Bilder vom brennenden Los Angeles, von Dürre im Mittleren Westen, von Hurricanes an den Küsten vor mir.

Genüsslich lecke ich die Soße von Cocos Kittenfutter. Ich weiß: Wenn es denn überhaupt für diesen Genuss einen Preis zu zahlen gibt, dann zahle ich den allein, nun meine Leute natürlich auch – beim Tierarzt. Den Preis von Trumps Handeln muss aber die ganze Menschheit zahlen. Und wir. Die Tiere. Die Kater der Welt.
Ich spüre ein Zerren an meinem Schwanz. Es ist: Coco. Ich weiche: Und sehe: Manchmal braucht es den Schubs von außen, um zur Erkenntnis zu kommen. Und sehe die Valentinstag-Studie, nach der nur zehn Sekunden Küssen am Tag extrem gesund sei. Für Herz-Kreislauf. Sagt der wissenschaftliche Hauptstadtkater. Der gerne über euch wachen würde. Und nun: Knutscht lang und intensiv. Trinkt viel Kaffee. Und chillt, Leute!
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