Kategorie: Uncategorized

  • 3. September 2026

    Ich heile Nurias Hand und will aus dem abgefuckten Berlin nach Palermo

    Warum begreifen es Menschen nicht? Es gibt Katzen, Kater – und mich. Vorhin also befleißigte sich meine Nuria, die dekorativ auf meinem Sessel ausgerollte Coco zu kraulen. Zu knuddeln. Und dann ging es schnell: Coco fuhr ihre Pfote aus. Mit Krallen. Und hinterließ einen klaffend rot schillernden Riss auf der Hand meiner Nuria.

    Die bass erstaunt aufschreit: „Au. Du falsche Kröte. Ich mag dich nicht mehr. Du bist komisch.“ Und ich denke so: „Ach nee. Warum macht meine Nuria Kröten so schlecht?“ Schade jedenfalls, Coco hat es geschafft, meiner Nuria die eigentlich ausgezeichnete Stimmung zu verderben.

    Denn eben hatte sie nach langer Recherche den perfekten Flug zu Weihnachten von Sizilien – wo sie ja ein halbes Jahr ihr Erasmus-Studium macht –  zu mir nach Berlin gefunden. Und sofort gebucht. 65 Euro hin und zurück, direkt natürlich. Und ich denke so: „Häh, war da nicht mal was?

    Solche Billigflüge sollten doch nicht mehr angeboten werden, damit Menschen nicht mehr so oft fliegen, der Umwelt zuliebe? Was soll meine Nuria nun machen? Auf die Reise verzichten? Oder eben diese Flüge nehmen? Mit denen sie drei Stunden unterwegs ist und im Vergleich zu einer 30-stündigen Bahnreise mit zig Umstiegen nur ein Fünftel bezahlt. 

    Meine Nuria, die die Wunde nun mit einem Kühlkissen behandelt, ist jetzt in Fahrt: Schaut Coco an und sagt: „Bin ich froh, von Dir Biest wegzukommen.“ Überhaupt wegzukommen aus diesem hässlichen, vollkommen abgefuckten Berlin ins paradiesische Palermo. Gestern sei sie die nur 282 Meter von meinem Revier entfernte Hauptstraße entlang gelaufen.

    So viel Müll auf den Wegen habe sie weder in Namibia noch in Brasilien gesehen – wo sie durchaus auch in verarmten Vierteln unterwegs gewesen sei. Vor einem Buchladen hier, der vor drei Monaten dicht gemacht hatte, habe eine mit braunen Flecken übersäte Matratze gelegen. Auf ihr habe ein Mensch geschlafen.

    Wenige Meter weiter, vor der Haustür ihrer Freundin, hätten Fäkalien gelegen. Eindeutig menschlich. Sagt meine Nuria. Dazu dann noch das Berliner Herbstwetter. Grau, grauer, Berlin. Bei gefühlt 29,7 Grad. Ihr geliebtes Freiburg sei da völlig anders. Sauber. Warm, aber sonnig. Und Ähnliches habe sie eben auch von Palermo gehört.

    Hmmm, als ob da oder in Freiburg alles perfekt wäre. Denke ich so. Denn in ihrer Freiburger WG hat sie Horror, den sie hier nicht hätte. Sie erzählt, jede Nacht, in der sie mal austreten müsse, kehre sie voller Angst in ihr Zimmer zurück. Weil sie sich vorstelle, dass dort auf ihrem Sofa ein Fremder säße. Oder noch schlimmer: Eine Maus krabbele. Nun, letzteres wüsste ich zu verhindern. Denke ich so.

    Und spüre, wie sich meine Nuria endlich von Coco abwendet und zu mir kommt. Mich krault, knuddelt. Meint: “Ach Charlie, auf dich ist Verlass. Du bist eine ehrliche Haut. Und so ausgeglichen.“ Ich schnurre. Schenke ihr Glauben, Stärke, Hoffnung, Wärme. Heile ihre Wunde. Really. Sagt der perfekte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Macht Berlin sauber. Und chillt, Leute! 

  • 2. September 2026

    Urknall zu Lauras birthday mit viel Ohropax

    Es sind Tage wie diese. Die ich liebe. Der Tisch voller Geschenke. Die knistern, wenn man sich drauflegt. Die man per Prankenschlag öffnen kann. Und dazu: Lecker Blumen. Birthday nennen Menschen das. Heute dran: Laura.

    Die aber erst mal gar nicht amused ist. Weil da schon Coco statt eines daneben liegenden Merino-Shirts aus Geschenkpapier schnurrt. Weil die Vase wackelt, an der ich mit der Rose kämpfe. Laura beruhigt sich. Im Rausch des ständigen Handy-Klingelns. Weil Felix ihr einen Latte serviert. Weil meine Bruna ihr ein blaues Wellen-Gemälde überreicht. Weil Diego ihr selbst gemachtes Pesto kredenzt.

    Und dann auch noch die sonst so ferne Nuria aus Freiburg auftaucht. Mit ihrem Freund Piet. Und sie einen Song schmettern. Für Laura. Der selbst mich ergriffen aufs Sofa sinken lässt. Nun ja, ein bisschen. Denn dann sind sie weg.

    Konzert. Philharmonie. Ein Urknall sei das gewesen. Symbol fürs kommende Lebensjahr. Sagt Laura hernach. Tutuguri hieß das Werk. Ein von einem Komponisten namens Rihm vertontes Gedicht eines Poeten namens Artaud, der einen Ritus der schwarzen Sonne schrieb – irgendwie basierend auf einen Stamm Indigener von Mexiko, wie Felix verschwurbelt erklärt.

    Auf jeden Fall: Schlagwerk ohne Ende. Lärm. Oder: Energie? Kraft? Beides. Jedenfalls kaum Melodie. Meint meine Nuria. Und am besten für sie: Ohropax ohne Ende. Vom Veranstalter für empfindsame Ohren ausgelegt. Womit sich das Konzert schon gelohnt habe. Ihre Vorräte seien jedenfalls jetzt aufgefüllt. Sagt meine Nuria. Und weist auf ihre überquellenden Hosentaschen. 

    Felix sagt: Das war Teufelsaustreibung. Laura sagt: Urknall. Diego sagt: V.I.P. in der Psychiatrie (Stichwort: K.I.Z.). Meine Bruna sagt: Nichts. Weil sie neben mir liegt. Krank auf dem Sofa. Und ich sie tröste. Und meine Nuria? Verkrampft. Weil sie weiß, dass Laura und Felix sie fragen werden, wie sie das Stück fand.

    Und ihr nichts einfällt. Weil sie einfach nur zuhören will. Und denkt, nichts sagen zu können. Zu wollen. Dann aber sagt: Sie habe an ihre Griechin gedacht. Mit der sie bald in Palermo in eine WG ziehen will. Zum Erasmus-Studium dort. Und die durchaus anstrengend zu sein scheint. Und bei einem lustig gemeinten, ihr geschickten Insta-Video schon fragte, warum es keine Trigger-Warnung gegeben habe – ob der Dramatik und der vielen Lichtblitze.

    Und meine Nuria so: Was würde die Griechin zu dieser sogenannten Tutuguri-Musik sagen, in der keine Melodie wahrnehmbar sei. In der es knalle, rausche, brülle, ein Konzert, in der ein Erzähler schreie, bis dieser Schrei in einem todesähnlichen Röcheln ende?

    Immerhin: meine Leute waren sehr schnell zurück. Warum? Laura habe die Philharmonie fluchtartig verlassen. Erzählt meine Nuria. Weil sie nur eine Reihe vor sich die Eltern ihrer Freundin erspäht habe. Auf die sie nun mal so was von keine Lust hatte.

    Und ich denke so: Laura. Flieht. Vor. Menschen. An. Ihrem. Birthday. Höre dann aber, wie sie sagt: „Ich melde Patent an, jeder sollte mindestens zwei Mal im Jahr Geburtstag haben. Yes, why not, denke ich so. Mit Rose zwischen dem Kiefer. Raus aus dem Alltag. Gewürdigt von allen. Kein Krieg. Kein Frust. Nur Zugewandtheit. Meist jedenfalls. Sagt der erfreute Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Celebrate youth. Und chillt, Leute!

  • 1. September 2026

    Kopf hoch, Brust raus im Fight gegen Putin

    Immer nach vorn blicken. Kopf hoch. Das strahlt Selbstbewusstsein aus. Gibt es einem auch selbst. Behaupten Menschen. Und so sitze ich da. Brust raus, Kopf hoch. Sitze auf ihrem Thron. Der Maschine des Kaffees. Ohne die sie nicht leben können. Und Felix so: „Hej, Charlie, pass bloß auf, dass da kein Fell von Dir in eine Düse kommt.“ Und ich so: „Alta, gleich geht mir wirklich die Düse.“

    So ist er. Mensch. Denkt nur an sich und sein Wohlbefinden. Anstatt mal zu hinterfragen, warum ich da oben bin, auf der Kaffeemaschine? Anstatt mal Empathie zu zeigen. Mit mir. Dem geschundenen Hauptdstadtkater. Der an der Welt leidet. Das aber nicht zeigen will. Um nicht schwach zu wirken. Denn heute ist wieder mal so ein Tag, der mich an meine Grenzen bringt.

    Einen Monat nachdem der Flughafen Leipzig nur knapp einem Anschlag entging, hat die Bundesregierung heute den mutmaßlich Schuldigen präsentiert. Einen, von dem alle eigentlich wussten. Munkelten. Über den man aber lieber nicht spricht. Quasi der Voldemort – das ist der Böse aus Harry Potter – der Staatengemeinschaft: Russland.

    Damals, Anfang August, war zwischen ukrainischen Frachtmaschinen eine mit Sprengstoff präparierte Drohne entdeckt worden, die nicht zündete. Und nun also die Bundesregierung: Man habe Beweise – der Sprengstoff, die Art der Planung, Bauteile, Zündtechnik und Tatmuster – alles deute auf Russland hin. Allerdings, ausgeführt worden sei die Tat von „Low-Level-Agenten“ – Kleinkriminelle ohne geheimdienstliche Ausbildung.

    Und die Strafe: Das russische Generalkonsulat in Bonn muss dicht machen, das angebliche Kulturzentrum Russisches Haus in Berlin ebenfalls. Einreisebedingungen für Russen werden verschärft, der Druck auf die russische Schattenflotte soll erhöht werden.

    Puh, wie mutig. Denke ich so. Und höre das Zittern. Darf man Kremldespot Putin reizen? Selbst wenn der Vorwurf stimmen sollte? Ist das nicht gefährlich? Sollte man nicht besser vorsichtig sein anstatt einen vermeintlich Stärkeren herauszufordern? Ach, menschliche Zauderer, denke ich so. Ich verstehe euch. Weil es oft eben einfacher scheint, nichts zu tun – und abzuhauen. Den Thron freizumachen.

    Denn: Wenn Putin wütend wird, dann wird es gefährlich. Und ja, der weidet sich dann auch gleich an der German Angst. Reagiert sofort, behauptet: Die deutschen Strafmaßnahmen seien ein großer Fehler. Die angeblichen Beweise- alle gefälscht. Zitter. Die Reaktion der Bundesregierung innenpolitisch motiviert – angesichts der drohenden Wahlniederlagen. Zitter. Putins Sprecher behauptet, Deutschland gehe den Weg der Eskalation. Zitter. Putins Sprecherin fragt, ob Deutschland das Datum heute zufällig gewählt habe – es sei ja der Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs durch Deutschland. Zitter.

    Und ich frage mich: Ist das Zittern gerechtfertigt? Nun, Putin hat eben viele Trümpfe in der Hand. Warum sollte er keine weiteren Anschläge befehlen? Die Strafmaßnahmen Deutschlands – für ihn eher lächerlich. Andererseits: Was bringt das Zittern? Nichts – abgesehen von einem Lustgewinn für Putin.

    Aber: Wenn es mal so einfach für mich und Mensch wäre, das unkontrollierte Zucken abzustellen. Ist es nicht. Oder doch, so: Kopf hoch. Brust raus. Auf dem Thron gegen alle Widerstände sitzen bleiben. Selbstbewusst. Sagt der aufmüpfige Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Bietet Stärkeren die Stirn. Und chillt, Leute! 

  • 31. August 2026

    Selbstekel wegen der Faszination über das Grauen von Nepal

    Kann ich es aushalten? Kann sie es aushalten? Halten wir es zusammen aus? Ein Versuch ist es wert. Denke ich so. Und klettere auf den Schoß meiner Bruna. Vor mir trieft Fett von ihrem Brot, neben ihr flimmert ihr iPad. Mit der Netflix-Serie „Outer Banks“.

    Ich will ihre Nähe. Gekuschelt werden. Und meine Bruna so: Hat Hunger, will endlich essen, Ruhe, aber auch „Outer Banks“ suchten und dabei abschalten. Nimmt mich dazu stöhnend (sic: stöhnend, mich!) in Kauf. Sie sei ja Multitasking, meint sie noch generös. Hält es dann aber nicht aus, als Felix plötzlich mit gezückter Handykamera vor ihr, vor uns steht. Für Fotos. Von diesem weirden Moment. 

    Und ich denke so, das ist doch wahre Ambiguitätstoleranz. Meine Alea muss das Vieldeutige, Ungewisse jetzt aushalten. Um nicht auszurasten. Oder zu fliehen. Muss aushalten, dass sie von Felix (stark) und mir (ein wenig) genervt ist, wir aber beide ja eigentlich ihr voll zugewandt sind. Weil wir sie mögen.

    Sie aber muss erst mal ihre Primärbedürfnisse erfüllen, also essen und chillen, um wieder Kraft zu schöpfen. Und zugewandt sein zu können. Und ich – muss aushalten, dass meine Bruna neben mir andere Götter hat – ein Toast und eine Serie. Endlich macht Felix seine Fotos. Und zieht von dannen. Eine Uneindeutigkeit weniger…

    Denn ich brauche Eindeutiges. Für Ruhe. Und Entspannung. Die vergangenen Tage habe ich eine schreckliche Katastrophe einfach verdrängt – die Sturzflut im Himalaya-Gebirge, durch die in Nepal, Tibet und China Hunderte, wahrscheinlich Tausende Menschen ums Leben kamen. Natürlich auch Katzen, Kater – und andere Tiere.

    Ganze Dörfer wurden von Schlammlawinen begraben. 1.000 Tote sind geborgen, 5.000 weitere werden vermisst. In den sozialen Netzwerken werden immer mehr Videos gepostet, die den Horror zeigen, wie die Fluten Gebäude erfassen, auf deren Dachterrassen zig Menschen stehen – die dann mit dem kollabierenden Haus mit ins Wasser stürzen.

    Krasse Urgewalt. Die faszinierend ist. Ich merke, ich kann nicht wegschauen. Es ist wie ein Katastrophenfilm. In real. Die Ästhetik des Grauens. Bin angewidert, angeekelt von mir selbst. 

    Und höre Felix. Der sagt, er habe zuletzt am 11. September 2001 so etwas Ähnliches empfunden. Als die Flugzeuge von islamistischen Terroristen in die Türme des World Trade Centers in New York flogen. Die einstürzten. Aus denen Menschen sprangen. Wie in einem Videospiel.

    Und ich denke so: Krasse Mehrdeutigkeiten. Meine Bruna erträgt sie stoisch. Und entspannt sich, als das Essen endlich wirkt und der Zucker ihr Blut erreicht. Meine Bruna krault mich nun sogar. Ich lecke an ihrem Brot. Zusammen aushalten ist eben doch besser als alleine das durchzustehen. Wir können Multitasking. Also doch. Sagt der entspannte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid stark. Und chillt, Leute!

  • 30. August 2026

    Warum ich mir nichts zutraue und stinke

    Ich fühle mich so richtig – sorry – scheiße. Deprimiert. Denke, heute nichts auf die Reihe zu bringen. Nicht mal Leckerli von meiner Bruna einfordern zu können. Und alle meine Leute sagen – einer nach dem anderen – zu mir, als sie mich chillend auf dem Sessel sehen: „Oh, Charlie, wie süß du wieder ausschaust. Lass dich mal knuddeln.“

    Also genau das, was ich in diesem Moment nicht will, hasse. Eigen- versus Fremdwahrnehmung. Denke ich so: Wie das differiert. Bei Menschen jedenfalls. Denn Kater und Katzen riechen, wenn andere Lebewesen in Ruhe gelassen werden wollen. Merken das an deren bitteren Ausdünstungen.

    Kurz: Wenn ich unpässlich und genervt bin (sic: Das gibt es tatsächlich!), dann stinke ich, würde Mensch sagen, wenn er feinere Nüstern hätte. Menschen aber sind eben leider wahrnehmungsgestört. Opfer eben. Die auch deswegen zu Tätern werden. 

    Und so finde ich es fantastisch, dass Laura für mich ein Schild gemalt hat und auf dem Tisch in der Küche platziert hat. Auf dem Plakat steht in großen Lettern: „Ich trau mir oft nichts zu.“ Und ich denke so: Yes, Treffer, das ist bei mir genau der Grund für mein Unwohlsein.

    Aber: Als ich mich  auf das Schild lege, verscheucht mich Laura sofort. Und sagt, das sei ihr Plakat. Sie habe es bei einer Psychotherapeutinnen-Fortbildung gemalt. Der Seminarleiter habe die Aufgabe gestellt, einen belastenden sogenannten Glaubenssatz aufzuschreiben. Bei ihr sei es eben dieser Satz gewesen, der ihr spontan eingefallen sei.

    Und für sie überraschend – auch die anderen 19 Teilnehmerinnen hätten ähnliche Sätze aufgeschrieben. Gestandene Therapeutinnen, die so selbstsicher wirkten. Hatten da Sätze stehen, wie, dass sie sich nicht wahrgenommen fühlten (wie ich), dass sie fürchteten, total nervig zu sein (ich nicht), ihre Ziele eh nicht erreichen zu könnten (wie ich).

    Und ich denke so: Alta, alles Expertinnen, alles Leute, die Leuten helfen sollen, mit Problemen wie eben diesen zurecht zu kommen. Oh weia, Menschen! Immerhin: Die in der Fortbildung versammelten Therapeutinnen scheinen es geschafft zu haben, mit ihren Unsicherheiten umzugehen – sonst wären sie ja nicht in dem Job. Denke ich so.

    Und genau das brauchen dann eben auch ihre Patientinnen, Den richtigen Umgang mit Unsicherheit. Denn die Erkenntnis scheint ja zu sein: Letztlich sind alle Menschen unsicher.

    Nun  – Laura erzählt weiter, der Seminarleiter habe sie dann aufgefordert, alle Teilnehmerinnen sollten sich je einen Partner suchen. Und diesem den eigenen Glaubenssatz langsam sagen: Das auszuhalten, sei extrem intensiv gewesen. Sagt Laura. Und zu merken, dass es allen ähnlich gehe. Danach hätten sie ihren Satz 20 Mal hintereinander immer schneller wiederholen sollen. Der Satz und sein Inhalt hätten sich so verflüchtigt. Sehr nice. Sagt Laura. 

    Während Coco tatsächlich auch mich springt. Obwohl ich deprimiert bin. Trotz meines bitteren Gestanks. Alleine: Sie weiß es, dass ich sie gerade nicht will. Und macht es trotzdem. Um mich zu ärgern. So sind sie. Katzen. Ich beiße zurück. Habe tatsächlich Spaß. Sagt der nun optimistische Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Akzeptiert Schwäche. Und chillt, Leute! 

  • 29. August 2026

    Wie ich die geistesgestörten Russen stoppen würde

    Es gibt News von Rudi. Das ist der Kater unserer ukrainischen Freunde, die vor mehr als vier Jahren nach dem Überfall Russlands auf ihr Land bei den Großeltern meiner Bruna in Isernhagen Unterschlupf fanden. Rudi durfte nicht – mit in den Urlaub seiner Leute. Natascha war mit Denys und Rita in Südfrankreich. In der Provence. In Marseille, Monaco, Nizza, Saint Tropez, Cassis – sie wanderten, schwammen im Meer.

    Es sei wie ein wunderbarer Traum gewesen, schreibt Natascha. Und ich denke so: Es klingt wie bei meinen Leuten, ganz normal. Ist es aber nicht – denn was kommt nach dem Urlaub? Die Rückkehr in ein Land, das täglich von Mördern beschossen wird. 

    Sie habe gelernt, von Tag zu Tag zu leben, nichts großartig zu planen. Sagt Natascha. Trotz der ständigen Gefahr gebe es aber auch sowas wie Normalität. Im Ausnahmezustand. Auch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, die zuletzt immer stärker ins Visier russischer Raketen geriet.

    Trotzdem säßen die Menschen tagsüber in Cafés und chillten. Abends gehe es dann eben in die U-Bahnstation. Um vor den Raketen und Drohnen aus Russland geschützt zu sein. Die kaum noch abgewehrt werden können. Weil für das US-Raketensystem Patriot Munition fehlt. Die die Amis selbst brauchen. Für ihren Krieg gegen den Iran.

    Was der russische Machthaber Putin weiß. Und nun mit voller Wucht Zivilisten beschießen lässt. Um die Bürger zu zermürben. Allerdings, ob die Strategie fruchtet, frage ich mich so, als ich Nataschas Worte höre: „Keiner kann die geistesgestörten und blutrünstigen Russen derzeit stoppen. Das müssen wir aushalten.“ Zorn statt Angst. Und ich bewundere sie. Und die anderen Ukrainer. 

    Die sommerliche Idylle auf Nataschas Urlaubsfotos trügt. Ihr Mann kann nicht dabei sein. Er darf die Ukraine nicht verlassen. Auf der Rückreise müssen Natascha und Rita sich dann in Warschau von Denys verabschieden. Der dort nun seit anderthalb Jahren studiert, jobbt, lebt.

    Weil er nicht in seine Heimat zurück kann. Weil er dann an die Front müsste. In einen sinnlosen Krieg. Seit mehreren Jahren hat er nun seinen Vater nicht mehr gesehen. Alles andere als normal. Für einen mittlerweile 19-Jährigen. Und seine Familie. Denke ich so.

    Und höre von Rudi. Dem sei in der 30 Quadratmeter Wohnung langweilig. Meint Natascha. Sie sei einfach zu klein. Was ihn depressiv mache. Er habe auch keine Lust mehr, seinen eigenen Insta-Channel-zu bespielen. Bis fünf Tage vor Kriegsausbruch habe er auf www.instagram.com/rudi_abyssin seine Gedanken notiert. Seitdem nicht mehr. Vielleicht fange er ja wieder an mit Schreiben. Wenn der Krieg vorbei ist. Sagt Natascha.

    Rudi, denke ich so, scheint tatsächlich eine Art Seelenverwandter von mir. Während die Russen erneut Kiew mit Drohnen und Raketen überziehen. Und ein Munitionslager treffen: Mindestens 37 Tote. Ich bin sooo fassungslos. Über diese Menschenverachtung. Diesen Zynismus.

    Lege mich hin. Träume von mir als Weltenretter. Wie ich zusammen mit Rudi den Kreml stürme. Tja, Coco springt auf mich. Das ist die Realität. Vorbei der wunderbare Traum. Sagt der erschütterte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Bleibt stark. Und chillt, Leute! 

  • 28. August 2026

    Wie Odysseus und ich alle Handys killen und so die Welt retten

    Feel good. Strong. Unabhängig. Denke ich so, als ich an Diegos Kreatinpulver schnuppere. Und einige Partikel offenbar in meine Nüstern strömen. Ich spüre, wie sich meine Muskeln straffen, vergrößern, spüre unbändige Energie. Ein Wundermittel. Denke ich so. Wohl wissend, dass das erst mal nur Einbildung sein kann. Weil es längerfristig wirkt. Aber egal, ob Placebo oder nicht, am Ende zählt nur das Ergebnis: Und. Ich. Schwebe. 

    Was Felix natürlich sofort wieder mit gezückter Handykamera festhält. Der Typ sieht Welt nur noch durch Linse. Damit auch mich. Denke ich frustriert. Und hungrig. Was eigentlich ja vollkommen verrückt ist. Dieser Fotowahn. Mehr als fünf Milliarden Aufnahmen knipsen Menschen täglich, auf der ganzen Welt. Sagt eine Studie von Psychologinnen der Binghamton Uni im US-Bundesstaat New York.

    Und ich denke so: Wer hat das gezählt? Nun, egal, fast alle Fotos jedenfalls verschwinden in Speichern und Clouds. Und werden nie wieder angeschaut. Forscher haben nun rausgefunden, dass das ständige Fotografieren dann auch noch negative Auswirkungen auf das ohnehin schwache menschliche Gedächtnis hat.

    Wenn Menschen also etwas fotografiert haben, erinnern sie sich schlechter daran, als wenn sie es nur betrachtet haben. Wird berichtet. Und ich denke so: Wahrscheinlich denken Menschen, wenn etwas auf externen Speichern drauf ist, brauchen sie es sich selbst nicht mehr einzuprägen.

    Übrigens: Soll auch für Screenshots gelten. Und auch abfotografierte Folien in Uni-Vorlesungen werden schlechter erinnert, als wenn Studenten und Studentinnen sich selbst schriftliche Notizen dazu gemacht haben. Heißt es in der Studie. 

    Und mir wird klar, warum die rechtsextremistische AfD trotz der Nazi-Vergangenheit in diesem Land  und trotz ihrer menschenverachtenden und nicht-finanzierbaren Wahlkampfparolen kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt so stark ist. Die Menschen nehmen die entlarvende Berichterstattung über die Partei und ihre unhaltbaren Versprechen, ihren Menschenhass gar nicht mehr wahr.

    Finden es nicht absurd, sondern stimmen zu, wenn die Partei  mehr oder weniger deutlich propagiert: „Die DDR war geil.“ Weil ihre Speicher, ihr Gedächtnis nicht mehr funktioniert. Denke ich so. Abgestumpft durch ständigen Handy-Konsum, ständiges Fotografieren. Und so kann Aufklärung eben nicht mehr funktionieren.

    Sie rieselt an jenen vorbei. Weil sie knipsend vor der Sonnenfinsternis stehen. Weil sie mittlerweile selbst im Kino knipsen. Wie Felix erzählt, als er vom Film „Odyssee“ euphorisiert aus dem Kino in mein Revier schreitet.

    Und ich merke, wie mir das Kreatin den Kopf vernebelt. Schwebe weiter. Spüre Stärke wie nie zuvor. Denke so: Hoffentlich hat er, Felix, den Odysseus fotografiert. Möge der alte Grieche auferstehen. Und mit mir zusammen die Welt wieder ins Lot bringen.

    Wir würden als erstes alle Handys vernichten. Die Welt auf diese Weise retten. Damit die Menschen wieder sehen. Wie sich der Mond vor die Sonne schiebt. Wie die AfD lügt. Wie ich fast verhungere. Sagt der ungehaltene Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Schluckt Kreatin. Und chillt, Leute! 

  • 27. August 2026

    Warum ich Coco schlage und ausländische Ärzte rausgeschmissen werden sollen

    Alle sind so unversöhnlich. Absolut in ihren Ansichten. Schnell gekränkt, wenn ihnen widersprochen wird. Alles nur schwarz oder weiß. Auch ich. Übrigens auch Coco. Obwohl die ja schattiert ist, also gescheckt. Ich liege also auf dem einzigen Sonnenplatz im Revier. Coco springt auf mich. Und vertreibt mich. Qua Körper. Weil sie da sein will, wo ich bin. Kompromisslos. Punkt.

    Menschen sind schon so im jugendlichen Alter. Laura erzählt von ihrem Psychiatrie-Patienten Noah, 16 Jahre. Er klagt, er müsse am Nachmittag nochmal für das Fach Politische Bildung in die Schule. Darauf habe er absolut keinen Bock. Und Laura so: „Na, das Fach ist doch super, gerade wo bald in Berlin gewählt wird und Du erstmals darfst.“

    Noah, lachend: „Politische Bildung brauche ich nicht. Da weiß ich alles.“ Laura staunt. Über das Selbstbewusstsein. Eines eigentlich zutiefst Verunsicherten. Und ich denke so: Herrliches Beispiel für die These, dass Menschen mit eher geringem Wissen ihre Kompetenz überschätzen – und andersrum Hochqualifizierte ihre Fähigkeiten eher unterschätzen. Was auch für Kater und Katzen gelten könnte. Überlege ich so – mit Blick auf die bräsig auf meinem Platz chillende Coco. 

    Zurück zum Menschen. Und jenen bei der AfD, die obige These herrlich belegen. In ihrem Regierungsprogramm für Sachsen-Anhalt fordern die tumben Rechtsextremisten auf Seite 423: „Medizinstudenten statt Importärzte“. Ausländische Ärzte seien wegen Sprachbarriere und kultureller Differenz oft kaum geeignet, „unsere Bürger richtig zu behandeln“.

    Hinzu komme oft eine zweifelhafte oder schwer einschätzbare Qualifikation bei ausländischen Abschlüssen. Und deswegen fordern die Rechtsextremen: „Wir werden deshalb alles dafür tun, künftig nicht mehr auf ausländische Ärzte angewiesen zu sein.“

    Unfassbar. Denke ich so. So viel Inkompetenz, so viel Geraune von Leuten, die sich aufführen wie die künftigen Könige von Deutschland. Die aber keine Kompetenz haben. Ärztepräsident Reinhardt – zweifellos ein Experte – kontert: Ausländische Ärzte seien unverzichtbar. Sie würden dringend gebraucht. „Als globale Wissenschaft verbindet die Medizin Fachleute auf der ganzen Welt.“

    Diego entspricht den AfD-Vorstellungen. Deutsch, willig und fähig, Medizin zu studieren. Er will helfen, weil er helfen will. Not lindern. Top. Denke ich so. Er besuchte jetzt Freunde an der Ostsee,  der Vater Landarzt. Der Diego zu einem Notdienst mitnimmt. Und Diego packt mit an. Eine alte Frau ist von ihrem Klo gefallen, mit vereinten Kräften tragen Diego und der Arzt sie in ihr Bett.

    Befriedigender Job. Sagt Diego nach der Schicht. Während Laura erzählt, Noah habe dann gesagt, er habe längst per Brief gewählt. Grüne. Dann habe er laut aufgelacht. „Nee, verrat ich natürlich nicht. Derzeit gibt es eigentlich nur eine Partei, oder?“

    Sehe ich nicht so. Spüre aber, dass ich auch Kraft habe. Die ich nun nutze. Ein Prankenschlag geht auf Coco nieder. Und schon fliegen die Fellfetzen. Weiß. Und Gescheckt. Sagt der versöhnliche Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid offen. Und chillt, Leute!

  • 26. August 2026

    Wie die Polizei Nährboden für die AfD schafft

    Meine Bruna musste vor einem Vierteljahr erleben, wie ein Mann in einem Zug vor ihr und mehreren Klassenkameradinnen masturbierte. Die Mädchen informierten den Zugbegleiter, am nächsten Bahnhof nahm die Bundespolizei den Mann in Gewahrsam. Die Mädchen weinten. Die Klassenfahrt – verdorben.

    Anderthalb Monate später schrieben sie das Horrorerlebnis auf Forderung der Polizei detailliert auf. Und hofften, alles sei getan. Falsch gedacht. Denn erneut kam nun ein Brief der Polizei, mit der Aufforderung, persönlich in einer Dienststelle zu erscheinen, um den Verdächtigen per Lichtbild zu identifizieren. Und den Vorfall schriftlich zu schildern.

    Und, I guess, selbst mein Puls ging hoch. Die Mädchen jedenfalls empört. Was das solle? Sie hätten den Mann bereits bei dessen Festnahme live identifiziert. Und den Vorfall bereits schriftlich ausführlich geschildert.

    Felix ruft bei der für den Fall zuständigen Polizistin an. Und die so: Was, es werde bereits ermittelt? Das habe sie nicht gewusst. Dann sei ihr Schreiben gegenstandslos. Ja, sie könne die empörte Reaktion der Mädchen verstehen. Tue ihr leid. Aber: Ob Felix ihr noch die Vorgangsnummer der ermittelnden Behörde schicken und die anderen Betroffenen informieren könne. Das würde ihr die Arbeit erleichtern. 

    Und ich denke so, kann ja alles passieren. Aber ist eben auch eine Art Symbol für den Zustand des Patienten Deutschland. Also, dass nicht einmal mehr die Kommunikation bei der Polizei intern funktioniert. Nicht mal eine Nummer selbstständig herausgefunden werden kann. Und Felix den anderen Betroffenen Bescheid geben soll, dass erst mal nichts gemacht werden müsse.

    Und das bei einem Thema wie sexuellem Übergriff. Von dem neun traumatisierte Teenagerinnen betroffen sind. Die nun erneut damit konfrontiert werden. Und zurecht den Sinn einer weiteren Befragung in Zweifel ziehen. Und so bereits im jugendlichen Alter massiven Frust, Wut gegen ein offensichtlich unfähiges System entwickeln. 

    Sorry, nun ein großer Sprung. Aber das Erlebnis meiner Bruna soll ja auch nur ein kleines Beispiel dafür sein, wo und wie der Nährboden für Rechtsextremisten gedeihen kann. Jene also, die mit Vorliebe auf das „System“ eindreschen. Wie kaputt es sei. Dass es dringend einen Politikwechsel brauche. Um es zu reparieren. Mit ihr, der AfD. 

    Was viele Wähler eben glauben wollen – und ein Erlebnis wie das meiner Bruna als Exempel für ein kaputtes Deutschland betrachten. Einfach, weil es so einfach ist. Das zu glauben. Und es so gut tut, die einfachen Antworten der AfD zu bejubeln – in einer immer komplexer werdenden Welt.

    Wo einem die AfD einfach so sagt, Klimawandel gebe es nicht – ungeachtet dessen, dass auch in Deutschland die Flüsse kaum noch Wasser führen und Wälder brennen. Wo einem die AfD sagt, wenn die Migranten raus seien, werde alles besser – obwohl allein im in knapp zwei Wochen wählenden Sachsen-Anhalt dann jede Frau fünf Kinder bekommen müsste, damit der Arbeitsmarkt nicht zusammenbricht.

    Aber vielleicht, hoffe ich so, wachen die Menschen ja doch noch auf. Vielleicht sind die Umfragen, nach denen die AfD in dem kleinen Bundesland mit seinen 2,1 Millionen Einwohnern weit über 40 Prozent der Stimmen bekommen wird, falsch. Die Hoffnung regiert.

    Meine Bruna und ihre Klassenkameradinnen sind erst einmal beruhigt. Die Ermittlungen gegen den Mann laufen. Und laufen. Und laufen. Coco starrt ins Licht. Hypnotisiert. Ein guter Zustand. Sagt der erleuchtete Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Chillt, Leute!

  • 25. August 2026

    Wie Killer-Roboter Madonna töten und ich meinen Schatten schlage

    Ich bin schnell. Mein Schatten ist schneller. Es ist so wie bei der Entwicklung von Technik und ihrer Regulierung. Letztere ist immer langsamer und hinkt hinterher. Und so kommt es, dass verschiedene Staaten längst Killer-Roboter entwickelt – Maschinen, die autonom sehen und entscheiden, wo welche Menschen zu töten sind.

    Längst müsste die Weltgemeinschaft Regeln entworfen haben, um diesen Horror zu begrenzen und zu verbieten. Sie tut es aber nicht. Und ich schaue Richtung des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, wo längst KI-gestützte Drohnen eingesetzt werden, um Ziele auch weit im Hinterland des Gegners zu zerstören.

    Was möglich ist, wird umgesetzt. Im Wettlauf um Macht. Denke ich – erschöpft. Und das, obwohl Wissenschaftler vor ihrer eigenen Forschung warnen und Grenzen fordern. Umsetzen müssen das: Politiker. Die meist wegschauen. Oder sich offenbar machtlos fühlen.

    Und ich höre von einer Kooperation der Ukraine und Großbritanniens. Die beiden Länder haben ein Abkommen zur militärischen Nutzung von KI abgeschlossen. Dabei – so sagen sie – soll es in erster Linie um Schutz gehen. Und in zweiter Linie? Frage ich mich so.

    Nun, die Ukrainer wollen den Briten Millionen Aufnahmen von Schlachtfeldern überlassen, die die Ukraine dafür nutzt, autonome Drohnen zu trainieren. Die Briten wollen die Ukraine im Gegenzug durch ihre Wissenschaft und Technik bei der Entwicklung unterstützen. Zuvor hatte Großbritannien der Ukraine schon Waffensysteme geliefert, mit denen Ziele tief in Russland attackiert werden konnten.

    Und ich frage mich so: Was sind autonome Drohnen anderes als Killer-Roboter. Ich bin sicher, dass solche auch in Diktaturen und Autokratien produziert werden, die Forschung auf Hochtouren läuft.  Andererseits: Selbst wenn es Regeln gäbe – wer glaubt schon, dass solche von Staaten wie Russland, China, Nordkorea oder den USA anerkannt würden? Nur jene, die auch glauben, Kater könnten sprechen.  Denke ich so. He he. 

    Ich höre Musik. Brauch ich manchmal, um runterzukommen. „Like a prayer“ von Madonna, moderne Vision, sehr cool. Und was erzählt da der Radiomoderator? In Australien sei es derzeit das meistgespielte Stück im Radio, Platz 4 der Charts. Doch künftig werde es nicht mehr gelistet. Weil: Gesang und Schlagzeug seien KI-generiert.

    Ich fresse Gras – weil ich kotzen will. Ich mag tatsächlich KI. Will es aber nicht mögen. Solche Musik. Aber wenn die Ergebnisse genau so gut oder sogar besser als die von Menschen sind? Frage ich mich.

    Und schlage voller Frust meinen Schatten, der von der Wand fällt. Als ich springe. Treffer versenkt. Manchmal kann man also doch schneller sein, als man so dachte. Und das Unmögliche schaffen. Sagt der technikaffine Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Kämpft für KI-Regeln. Und chillt, Leute!