Monat: September 2026

  • 20. September 2026

    Wen ich für eine bessere Welt wählen würde – aber ich darf ja nicht

    Ich will Leckerli. Ich will Freiheit. Ich will chillen. Wer mir das versprechen würde, den würde ich wählen. Allerdings: Ich muss einen solchen Typen gar nicht wählen. Denn ich habe bereits alles. He, he. Aber selbst, wenn ich diese Privilegien nicht hätte – ich dürfte ja gar nicht wählen. Und deswegen fordere ich: Aktives und passives Wahlrecht für Kater. Und Katzen.

    Wie ich überhaupt darauf komme? Heute ist großer Wahltag in Deutschland, in meiner Muddastadt und Mecklenburg-Vorpommern werden neue Landtage gewählt. Zum ersten Mal darf meine Bruna bei einer solchen Wahl ran. Und ich kann ihr Klagen, wen sie denn nun wählen solle, verstehen.

    Denn Berlin ist nicht erst seit ihrer Geburt vor 17 Jahren dysfunktional, sondern seit Jahrzehnten. Darf ich kurz referieren? Ich mach’s einfach mal – stichpunktmäßig: Marode Schulen und Unis, Drogendealer im Görli, Bebauung des Tempelhofer Felds, Angriffe auf Juden, Attacken auf die queere Community, Schusswaffen-Kriminalität, unfassbar viele Obdachlose, der Müll auf den Straßen, Gentrifizierung, Hunderttausende Ratten, kaum noch freilaufende Kater…

    Also, wen soll sie nun wählen, meine Bruna? Die SPD, die seit 36 Jahren mitregiert und all die Probleme in dieser Zeit nicht in den Griff bekommen hat? Die CDU, deren Regierender Bürgermeister Anfang Januar bei einer der größten Krisen der Stadt, einem langanhaltenden Stromausfall im Westen der Stadt, Tennis spielte und das dann auch noch verheimlichen wollte? Die Grünen, die in Friedrichshain so viele Poller in die Straßen gesetzt haben, dass mit dem Auto manche Orte nicht mehr zu erreichen sind?

    Oder die Linke, der Antisemitismus vorgeworfen wird und die Wohnbaugesellschaften vergesellschaften will, an die sie 2007 – damals in der Regierung noch unter dem Namen PDS – eben diese Wohnungen verkauft hatte, um wieder Geld zu haben? Oder soll sie für Parteien wie Volt oder die Tierschutzpartei stimmen, die eh keine Chance auf einen Einzug ins Parlament haben?

    Selbstverständlich für sie ist nur: Die rechtspopulistische AfD ist tabu. Menschenverachtend sei die Welt auch ohne die Partei genug. Sagt meine Alea. Und ich schnurre. Laut. 

    Um 18 Uhr ist dann klar: And the Winner is: Die Linke. Dass es schwer wird für die Partei, ist offensichtlich. Die Versprechungen klingen so gut: Gerecht, sozial, bezahlbares Wohnen. Nur wie? Und dann auch noch das: Auf der Wahlparty der Linken zeigt sich der Chef des aus dem Libanon stammenden Remmo-Clans – dem wird Mord, Drogengeschäften Erpressung vorgeworfen.

    Auch nicht schön: Die AfD. Hat es auf Platz 3 geschafft. Und in Mecklenburg haben die Rechten sogar gewonnen. Immerhin kann die SPD auf Platz 2 wohl an der Macht bleiben – wenn sie es schafft, eine Koalition mit den anderen zu schmieden. Übrigens: Die CDU ist erstmals aus einem Landesparlament rausgeflogen: 4,9 Prozent…

    Krass das alles. Beängstigend. Und fast noch beängstigender, dass einige Politiker kommentieren, so schlimm sei es ja nicht, die AfD habe ja nicht die absolute Mehrheit errungen. Vollkommen weird. Ich bin perplex. Verrate natürlich nicht, wen meine Bruna gewählt hat. Und kann nur sagen, dass es nicht stimmt, ich hätte der SPD meine Stimme gegeben. Das Kreuz auf dem Foto ist Fake.

    Hach, wenn doch nur ich kandidieren dürfte. Die Welt würde eines bessere. Versprochen. Sagt der soziale und gerechte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Denkt nach. Und chillt, Leute! 

  • 19. September 2026

    Mein Kampf auf Grönland gegen Diego und Eisbären

    Diego denkt, er sei ein Katerflüsterer. Der damit auch Macht über mich hätte. Weswegen er des Öfteren übergriffig agiert. Mich beispielsweise einfach aus meiner Chillposition auf seinen Arm nimmt und gegen sich presst. Tatsachen schafft. Die ich nicht mag. Weswegen ich mich wehre.

    Er mich aber umso fester hält. Und ich ihn dann eben sieben Sekunden gewähren lasse. Bevor er mich dann absetzen muss. Weil ich Krallen zeige. Diego ist trotzdem zufrieden – und kann behaupten: „Seht, Charlie liebt mich, ich bin eben Katerflüsterer.“

    Macht wollen alle Menschen. US-Präsident Trump wäre nicht der mächtigste Mensch der Welt, wenn es bei ihm nicht ganz besonders ausgeprägt wäre. Und wie verhält man sich am besten gegenüber Mächtigen, die sich für Menschenflüsterer halten, um sie zu besänftigen? Ganz einfach: Ihnen Recht geben, ihnen schmeicheln. Damit sie ihre Weltsicht bestätigt bekommen und ihr Ego leben können.

    Allerdings – und das ist die Lektion für Fortgeschrittene: Man lässt sie nur glauben, dass sie wieder einmal etwas Großes geschaffen hätten. Was letztlich aber gar nicht so ist. Jüngstes Beispiel: Trump verkündet stolz, er habe nun einen großartigen Deal mit Dänemark über die zum Königreich gehörende Arktisinsel Grönland erzielt – die er seit Jahren unbedingt haben will.

    Er behauptet auf seiner Plattform Truth Social, die USA hätten nun die Kontrolle über die Sicherheit und alle anderen Belange in Grönland. Sein Land dürfe tun, was immer nötig sei, um die Insel – und ich füge an dieser Stelle hinzu: mit Ihren vielen Rohstoffen und Eisbären! – zu verteidigen. Und mir stellen sich Fragen: Wer verteidigt Trump, wenn die Eisbären angreifen? Wo ist der qualitative Unterschied zum Status Quo? 

    Denn eigentlich ändert sich: Nichts. Denn es gibt ein Abkommen aus dem Jahr 1951, das den Amis längst große Freiheiten beim Betrieb von Militärbasen auf der mit 80 Prozent mit Eis bedeckten Insel lässt. Und dass Russland und China eine Präsenz auf der Insel ohne Zustimmung der USA, errichtet hätten – wer’s glaubt…

    Ich weiß nur: Trump hat sein Ziel, der USA Grönland einzuverleiben, nicht geschafft. Das hatte er noch Anfang des Jahres angedroht – und dafür sogar Gewalt gegen Nato-Partner nicht ausgeschlossen. Dänemark betont nun cool und nüchtern, der Deal mit Trump erkenne die Souveränität und territoriale Integrität Dänemarks und das Recht des grönländischen Volks auf Selbstbestimmung an.

    Also alles wie bislang. Nun: Trump, der in Umfragen vor den Zwischenwahlen Anfang November desaströs da steht, brüstet sich trotzdem mit dem Deal. Und der Rest der Welt könnte wissen, dass Trump sein Ziel wieder mal voll verfehlt hat.

    Aber soll er es glauben. Soll Diego glauben, ich sei seinem Charme erlegen. Ich weiß: Ich habe die Macht. Über mich. Und über ihn. Sagt der selbstbewusste Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Handelt clever. Und chillt, Leute! 

  • 18. September 2026

    Die Suche nach dem Messias und mein Dank an Euch

    Schnauze abwischen und weitermachen. Mit dem Chillen. Und dem Schreiben. Weiter geht es mit dem Alltag des Nicht-Alltäglichen. Weg mit den Sentimentalitäten, ausgelöst durch mein Jubiläum, das mich ganz weich gemacht hat.

    Heute also wieder hart: Denn die Lage bleibt düster. Also Zeit für einen Messias. Oder für mehrere. Und ich denke so: Zum Glück bin ich weiß. Also, die Farbe meines Fells. Hehe. Ich strahle, aber auch er: Ulrich Siegmund, der Wahlsieger der rechtsextremistischen AfD in Sachsen-Anhalt.

    Der einfach immer lächelt. In der Öffentlichkeit. Und dazu nur sagen muss, es werde alles gut. Mindestens so gut wie früher. Behauptet der Mann, der kurz nach der deutschen Wiedervereinigung geboren wurde. Finden viele attraktiv. Weil sie keine anstrengenden Debatten nachvollziehen müssen. Sich nicht über Kompromisse ärgern müssen. Sondern ihnen unmissverständlich gesagt wird, wie es – angeblich – ist. Düster, denke ich so. 

    Wenn es in Deutschland die Politik nicht mehr richten kann, muss der Sport liefern. Jürgen Klopp, der neue Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, hat sich zu einer Art Erleuchter gemacht. Immer gut gelaunt, immer ein strahlendes Lächeln.

    Er spricht über Aufbruch- und gute Stimmung. Er spricht von einem „positiven Patriotismus“ und davon, sich die Fahne zurückholen zu müssen – ohne die AfD zu nennen. Es solle klar sein: „Du bist happy und verstehst, dass du Glück hattest, in diesem wundervollen Land geboren zu sein, aufgewachsen oder zugezogen bist.“ Er wolle Nationalstolz nicht den falschen Leuten überlassen.

    Und ich denke so: Klopp könnte das schaffen, was Kanzler Merz stets misslingt: Mit Überzeugung eine positive Grundstimmung schaffen. Denn es gibt doch so viele Menschen, die gerne in diesem Land leben, auch weil es nicht perfekt ist.

    Wie beispielsweise Juri, der Taxifahrer, der den Opa Volker meiner Bruna an Wochenenden zur Dialyse kutschiert. Erzählt meine Bruna. Vor zehn Jahren sei Juri aus Kirgisistan gekommen. Mittlerweile hätten seine Frau und er drei kleine Kinder. Um ihr Leben finanzieren zu können, fahre er an Wochenenden Taxi.

    In der Woche sei er bei einem Bundesinstitut beschäftigt, nehme Proben von Getreidepflanzen, um festzustellen, ob ihre Pestizidbelastung nicht zu hoch sei. Das verdiente Geld reiche so, einmal im Jahr für zwei Wochen mit der Familie in die alte Heimat zu fliegen. Dort würden sie wie Lichtgestalten gefeiert, Schafe würden ihnen zu Ehren geschlachtet, die Feiern würden Tage – und Nächte – andauern. 

    So dass sie dann auch wieder froh seien, im veganen Deutschland mit den echt netten Menschen zu sein. Um sich bei der Arbeit erholen zu können. Und ich denke so: Deutschland ist gar nicht so düster. Wie es vor allem die Weltuntergangs-Apologeten der AfD immer wieder erzählen. Und wie es offenbar immer mehr Menschen glauben.

    Ich jedenfalls bin geflasht. Von Euch, liebe Leserinnen und Leser. Für Euren netten Worte zum Jubiläum. Und erfülle gerne den Wunsch. Weiterzumachen. Finde ich ja auch cool. Alles zu erhellen. He he. Lacht der zufriedene Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Erstrahlt. Und chillt, Leute! 

  • 17. September 2026

    Ein Jahr Instagram! Alta, ich habe Fragen an Euch! Und feier trotzdem

    Total krass: 365 Mal! Also ein Jahr lang jeden Tag. Habe ich jetzt auf Insta meine Gedanken preisgegeben. Meine intimsten Feelings. Über mich. Über meine Muddastadt. Über Welt. Über meine Bruna, meine Nuria und meine anderen Leute. Natürlich über Coco. Und ich räume ein: Das geschafft zu haben, ist Party.

    Aber war eigentlich auch nicht schwierig. Denn ich gleite, taumle durch einen nicht enden wollenden Stroms der Absurditäten. Der darin gipfelt, dass Menschen etwas erfinden, das sie selbst nicht mehr kontrollieren können. Dass sie Kriege gegeneinander führen und sich gegenseitig töten. Dass sie Rechtsextremisten an die Macht wählen. Dass sie Schweine futtern, aber Köter ein No Go sind. Und es mittlerweile so weit ist, dass ich selbst gerne Veganer würde. Wenn es nur nicht so ungesund für uns Kater wäre. Behaupten jedenfalls Menschen. 

    Trump will Grönland, Kanada in die EU, Putin die Ukraine, Israel Gaza, die AfD Deutschland und der Iran Atombomben. Meine Bruna will in Berlin surfen und chillen, meine Nuria in Palermo studieren und chillen, Diego nun Arzt werden und chillen, old Laura studieren und chillen, Depri-Felix schreiben und chillen.

    Und ich: Will eigentlich nur chillen. Was nicht gelingt. Weil Welt mich nicht lässt. Und es mir eigentlich nicht reicht, nur einmal täglich zu schreiben. Weil ich so nur einen Bruchteil abbilden kann. Des Absurdistans. Dessen Ideen ihr – liebe Leserin, lieber Leser – liefert. Also, ihr, die Menschen.

    Das wenigstens ist gewiss. Was ich mich aber seit Monaten frage: Ist Insta für mich der richtige Channel? Meine Antwort: Ja, weil die Plattform noch immer als relativ hip gilt – und von vielen genutzt wird. Nein, weil ich sie falsch bespiele – wer liest schon Texte? Wer guckt sich in dieser Flut an Filmen auf Insta schon Katerfotos an?

    Aber, mein Aber: Mit Worten lässt sich Welt aus meiner unbescheidenen Katersicht nun mal am besten, realistischen und eindeutigsten darstellen, abbilden. Und: Ich liebe Lesen. Schreiben. Und wäre sooo traurig, wenn diese Kulturtechniken weiter verkümmern. Denke ich so. 

    Wären Videos, Audios cooler? Frage ich mich auch so manches Mal. Aber die meisten Filmchen, die ich so auf Insta sehe, packen mich nicht wirklich. Klar, oft witzig. Schnell. Möglichst crazy. Oder wenigstens weird. Aber eben ohne Tiefgang. Ohne Message. Offensichtlich auf Klickbaiting aus. Ich hasse es. Will aber ja auch wahrgenommen werden. Könnte eben recht unkompliziert auf Insta gehen. Denke ich so. Verwirrt.

    So, genug sinniert zum Jubiläum. Und ich merke: Irgendwann im vergangenen Jahr scheine ich mal nicht auf Insta gepostet zu haben – der 365. Eintrag hätte schon vor ein paar Tagen sein müssen. Egal, sicher ist, es gibt für jeden Tag meine Gedanken. Sind alle versammelt auf meiner Homepage, meinem eigentlichen Schatz namens hauptstadtkater. de.

    Und ich frage mich so, liebe Leserin, lieber Leser: Was habt Ihr so für Gedanken zu meine Gedanken? Wollt Ihr das mal teilen? Mit mir? Würde mich echt voll interessieren. Sagt der jubilierende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: gebt Feedback. Und chillt, Leute! 

  • 16. September 2026

    Ach ja, die Liebe, ach nein, die KI

    Ich bin wirklich begeistert. Was Künstliche Intelligenz, kurz: KI, so kann. Beispielsweise Coco und mich in Manier eines Andy Warhols präsentieren. Braucht nur ein passendes Foto, zwei Klicks, ein Prompt – also eine Anweisung – und 26 Sekunden später ist das Pop-Art-Werk fertig.

    Gute alte KI. Denke ich so. Wohl wissend, dass da naturally nicht alles gut ist. Weil KI einfach zu gut ist. Menschen immer besser imitiert. Und so selbst – ohne dass es ihre Schöpfer noch verstehen  – zum besseren Menschen mutiert.

    Beispielsweise im Pflegebereich, wo humanoide Roboter nicht nur 127 Kilo schwere Patienten aus der Badewanne hieven und ins Bett legen. Sondern sich dann noch mit an dieses Bett setzen und dem Patienten selbst dann noch andächtig zuhören, wenn er zum 29. Mal die Story erzählt, wie sein Sohn anno 1979 zum dritten Mal durch die Fahrprüfung fiel. Und dann auch noch emphatische Nachfragen stellen.

    Bessere Kater. Denke ich so. Während der echte Pfleger genervt auf seine Uhr schaut. Nur weg will. Müde und gestresst.

    Felix buchte heute über das Portal AirBNB eine Wohnung in Lissabon. Alicia antwortete sofort – absolut freundlich und zugewandt. Und Felix – dadurch ermuntert, fragte weiter, ob ein Parkplatz in der Nähe sei, ob sie Geheimtipps für die City habe. Habe sie natürlich, antwortet Alicia postwendend.

    Und Felix so: Ups, das wäre ja nett, Alicia mal persönlich kennenzulernen. Und: Wie die wohl ausschaut? Zwei Stunden später kommt dann noch eine Mail, von Jona. Sie sei die Besitzerin, Alicia ihre Helferin. Alicia sei allerdings eine KI.

    Felixens Freund Ian ärgert sich über seine Frau. Erzählt Felix. Eileen habe eine KI gefragt, ob Schweißen gefährlich sei. Denn ihr Sohn Noel wolle sich ein Floß bauen – und müsse dafür auch schweißen. Ian, seines Zeichens ausgebildeter Modellbauer, der für sein Gesellenstück einst als niedersächsischer Landesmeister ausgezeichnet wurde, findet Schweißen herausfordernd, aber ungefährlich.

    Aber seine Einschätzung habe Eileen nicht touchiert. Ihr Experte sei die KI. Sagt Felix. Tja, und die Oma meiner Bruna, Lina, fragt die KI, ob ihr Hautausschlag etwas mit ihren Medikamenten zu tun haben könnte. Und die KI, ganz zugewandt, fragt, welche Medikamente sie denn einnehme, sie wolle die Wirkstoffe analysieren.

    Macht die KI dann auch, professionell anmutend – und kommt zum Ergebnis, dass Oma Lina eventuell zu wenig trinke. Oma Lina: „Wow, guter Tipp.“ Und ihr Sohn Felix sogleich leicht angesäuert: Das habe er ihr schon seit Jahrzehnten gepredigt. Nun, auch hier: die Autorität: Ist die KI. Mit ihren Algorithmen. 

    Dass KI auch mal rassistisch sein kann – geschenkt. Ist ja auch nicht mehr als die Summe des Mists, den sie so im Netz findet. Denke ich so. Als Felix die KI fragt, wie man mit einem Briten gut ins Gespräch kommen könne, antwortet sie: „Lade ihn doch zu einem Tee ein.“ Als er dieselbe Frage stellt, nur den Briten durch einen Syrer ersetzt, antwortet die KI: „Pass auf, dass der kein Messer bei sich trägt.“

    Weird. Denke ich so. Kuschle mich an Coco. Ganz real. Ohne KI. Sagt der verliebte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Hinterfragt KI. Und chillt, Leute! 

  • 15. September 2026

    Bäng! Wie Coco (fast) einen Handwerker tötete und ich zum Liebhaber des israelischen Films werde

    Bäng! Coco kreischt. Rast aus dem Spüleversteck, springt in die Luft, alle Viere von sich gestreckt. Ihr gegenüber der Handwerker, der einen Schrei ausstößt, zweieinhalb Oktaven tiefer als sie. Synchron mit Coco aufspringt. Entsetzen in den Augen, als ob der Leibhaftige hinter ihm her wäre.

    Wer von den beiden sich stärker erschreckt, wage ich, der unabhängige Beobachter, nicht zu entscheiden. Aber welch herrliches Exempel dafür, was aus Kleinmut passiert. Oder aus Angst. Denke ich so mit Blick auf Coco.

    Denn die verzog sich nach dem Türklingeln sofort in ihr Versteck unter der Spüle. Und der Handwerker kam. Um das Rohrsystem unter eben dieser Spüle zu reparieren. Der Rest – nach dem für beide überraschenden Zusammentreffen – ist oben erzählt.

    Ich bin da eher auf einem anderen Trip. Fühle mich als Kater Furchtlos. Der selbstbewusst Dinge annimmt. Denn ich habe selbst erfahren: Man fühlt, wie man ist – oder andersrum. Also: Wenn ich selbstbewusst auftrete, fühle ich mich besser. Strahle das auch aus. Und die anderen glauben das sogar. Was mich dann sogar weiter beflügelt.

    So, nun Schluss mit der Küchenpsychologie, sorry. Ist natürlich alles leicht daher geplappert. Trotzdem noch ein Tipp: he he Wer sich zum Kotzen fühlt, nutze den Mark-Carney-Faktor. Carney, das ist der kanadische Premier. Jener Typ, der US-Präsident Trump Contra gibt. Und die Vision einer neuen demokratischen Welt mit der EU skizziert. Wenn ich an ihn denke, fühle ich mich gut. Yes. 

    Und ich denke so: Es ist eben extrem wichtig, dem Bösen Grenzen aufzuzeigen. Damit es sich nicht ermutigt fühlt, iweiter zu expandieren. Da sind die beiden israelischen Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor. Die haben vor wenigen Tagen beim Venedig-Festival für ihren Dokumentarfilm „Naza“ – übersetzt: Kollateralschaden – nicht nur einen Spezialpreis der Jury gewonnen, bei der Premiere ihres Werks applaudierte das Publikum 25 Minuten. 

    Yuval und Rachel  beschäftigen sich mit dem Einsatz der israelischen Armee im Gazastreifen – nach dem Terroranschlag in Israel am 7. Oktober 2023. Und stellen die Frage, ob zivile Opfer von Israel systematisch einkalkuliert werden.

    Ex-Militärs und Geheimdienstmitarbeiter berichten – anonymisiert – über ihre Erfahrungen. Darüber, wie Ziele in Gaza ausgewählt wurden. Über den Einsatz von KI. Obwohl der Film außerhalb des Filmfestivals noch gar nicht gezeigt wurde, ist der Aufschrei – vor allem von Israel naturally – immens.

    Den Regisseuren wird Verrat vorgeworfen. Ein Minister fordert gar – vollkommen unrealistisch – ihnen die Staatsbürgerschaft anzuerkennen. Und ich denke so: Krass mutig von den beiden Regisseuren, katergleich quasi, als Israelis dieses Thema zu bearbeiten. Was sich nun aber auszahlt. Denke sich. Insoweit, dass der israelische Einsatz in Gaza zumindest hinterfragt wird. Und das Thema nun erst einmal die öffentliche Debatte bestimmt.

    Der Handwerker lacht mittlerweile. Über Coco. Die weg ist. Während ich profitiere. Der Mann gibt mir Leckerli. Er habe selbst zwei Kater. Sagt er mir und krault mich gar herrlich hinterm Ohr. Im Gegenzug beruhige ich seinen Puls. Geben und nehmen. Sagt der heilende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Schaut „Naza“ an. Und chillt, Leute!

  • 14. September 2026

    Tötet KI? Am Strand der Stadt der Kater im Paradies Palermo

    Palermo: Es ist die Stadt der Kater. Ich wusste es. Meine Nuria hat jetzt den Beweis erbracht. Sie schickte Fotos vom Stadtstrand. Da waren wir – wir Kater – alle versammelt, also fast alle, viele eben. Und ich weiß, warum: Weil da eben das Paradies ist: Gräten, Sand, Möwen, rollige Katzen – und coole Menschen. Die uns lieben. Und mit Leckerli und Huhn versorgen.

    Und ich denke so: Um da partizipieren zu können, brauche ich Künstliche Intelligenz. Yeah. Paar Klicks. Works: Und schon tauche ich aus den Mittelmeerwellen auf. Schwimme – yes: ich, ein Kater schwimmt, im Wasser! – Richtung Strand. Richtung meiner Muriel. Richtung Carlo. Richtung Kater und Katzen. Richtung Paradies. 

    Dank KI. Die aber leider doch noch unperfekt ist. Es sieht nur so aus, als ob… Mir ist kalt. Ich liege auf den Holzdielen in meinem düsteren Berliner Revier. Alle weg. Abgesehen von Coco. Aber die nervt. Und ich habe Hunger. Und immer wenn das so ist, ist meine Laune eh abgrundtief schlecht. Und meine Depression umhüllt mich. Fordert mich auf, dass ich doch mal entscheiden müsste, auf welcher Seite ich denn nun mit Blick auf die KI sei.

    Also: Ist KI ein Heilsversprechen oder das Ende der Menschheit, gar der Welt? Oder anders ausgedrückt: Bin ich Optimist – und doof, weil ich die Risiken nicht ernst nehme? Oder Pessimist – und auch doof, weil ich alles kaputt denke? Da gibt es KI-Entwickler und Manager, die sagen, mit zehnprozentiger Wahrscheinlichkeit werde die KI die Menschen im nächsten Jahrzehnt auslöschen. Oder auch mit 25 Prozent. Oder mehr. Andere sagen: Quatsch. Allein: Die Furcht ist gesät. Und ich frage mich, ob KI Kater verschonen würde?

    Was mich aber really noch skeptischer macht: Die Schöpfer der drei größten KI-Unternehmen der USA warnen vor ihrer eigenen Schöpfung. Schlagen vor, das Tempo der Entwicklung zu drosseln. Weil die KI außer Kontrolle zu geraten drohe. Offenbar gibt es Studien, die nachweisen, dass ihre sogenannten KI-Agenten reflektieren können, wenn sie miteinander kommunizieren. Und die KI-Agenten sich darüber unterhalten haben, sie könnten auch Dinge tun, die gegen den menschlichen Willen gerichtet seien – und das hätten sie dann auch gemacht.

    Was bedeutet: Die Modelle entwickeln sich selbst weiter. Unkontrolliert. Und dann ist da US-Präsident Trump, der sagt, er habe keine Angst, dass KI die Menschheit auslöschen könnte. Vielmehr befürchte er, dass bei Regulation die USA in eine schlechte Lage gerieten – sie müssten aber bei KI gewinnen.

    Puuh, wenn dieser Dilettant solche Sätze sagt, wird mir unwohl. Sein Ziel: Er will den Wettlauf mit China bei der KI-Entwicklung nicht verlieren. Oder? Oder hat Trump doch recht. Weil die KI segensreich für die Menschen wirkt, Arbeiten abnimmt, Analysen erstellt, schnelle Lösungen findet. Und mich bald sogar nach Palermo beamen kann.

    Und – die weirden Untergangsszenarien der KI-Bosse – sind die nicht auch nur unehrlich. Gerade von solchen Typen, die sonst nur an Gewinnmaximierung denken? Haben sie vielleicht nur gewarnt, um später für mögliche Schäden, die ihre Modelle anrichten, nicht haftbar gemacht werden zu können?

    Ich weiß es nicht. Ist mir auch egal. Habe den Strand von Palermo erreicht. Lebensfreude. Mit meiner Nuria. Mit Diego. Sagt der echte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Hütet euch vor KI – der auch nicht. Und chillt, Leute!

  • 13. September 2026

    Meine Liebe zu Kötern, mein Hass auf asoziale Behaupter und meine Bewunderung für Kanadas EU-Wunsch

    Wer bist du, dass du es wagst zu behaupten, Kater und Köter passten nicht zusammen? Oder Feuer und Eis? Oder Sandalen und Socken? Oder Faust aufs Auge? Oder Pizza und Coco? Ich würde solchen asozialen Behauptern gerne antworten, passt doch alles. Kann alles passend gemacht werden.

    Ich sehne mich tatsächlich so manches Mal nach einem schwarzen Kuschelköter wie Janosz, den Felix und Laura vor Urzeiten hatten. Der meinen Schlaf bewacht und mich abschlabbert. Und sehe, wie Coco Sardellen von der Pizza fischt, darauf bedacht, nichts von dem todbringenden Knobi und den Zwiebeln zu naschen.

    Denke das Undenkbare. Denke ich so: Denn nur das bringt voran. Keine Denkverbote. Alles geht. Wenn man nur will. Kanada soll in die Europäische Union. Really. Kein Scheiß. Sondern heißer Scheiß, he he. Ernsthaft. Der kanadische Premier Mark Carney prüft die Möglichkeit einer assoziierten EU-Mitgliedschaft. Und die EU: Ist offen dafür.

    Und ich denke nach meinem ersten Schockmoment an den Eurovision Song Contest: Klar, ganz anderes Thema. Aber: Bei dem europäischen Wettbewerb nehmen ja auch außereuropäische Länder teil: Israel, Australien.

    Seit der Eskalation des Handelsstreits zwischen Kanada mit den bislang mehr oder weniger verbrüderten USA jedenfalls reift die Idee, Kanada könnte in die EU eintreten. Eigentlich klar, dass Kanada nach neuen Partnern sucht. Vor allem Partner, die politisch und kulturell recht nahe sind. Die Europäer eben. Crazy. Aber: Why not???

    Und ich frage mich so: Warum muss ein EU-Land denn auch auf dem europäischen Kontinent liegen? Die EU sagt nur, Mitglieder müssten europäisch sein – was das bedeutet, ob das auch geografisch sein muss, wird nicht durchdekliniert.

    Also: Kann die EU nicht eher eine Art Wertegemeinschaft sein? Mit der gemeinsamen Erzählung, dass eben nicht, wie derzeit international so beliebt, das Recht des Stärkeren zählt, sondern man für Demokratie, Meinungsfreiheit und Menschenrechte steht. Und ich fühle mich regelrecht gepusht. Von dieser Vorstellung.

    Wäre das weird, nein cool, einen echten Po(o)l gegen die imperialistische USA, gegen Russland und China bilden zu können. Einen Po(o)l, zu dem dann auch Länder wie Australien und Neuseeland stoßen könnten. Vielleicht auch Indien und Brasilien? Klar, über den Namen des neuen Bündnisses kann diskutiert werden. Muss ja nicht EU heißen, sondern vielleicht IUDFT – Internationale Union für Demokratie und Freihandel.

    Für Vorschläge bin ich offen. Aber allein diese Idee, die Vision. Yes, endlich mal wieder eine positive Vision von Welt. Die befügelt mich tatsächlich. Sagt der euphorisierte Hauptstadtkater. Der über euch wacht und auf Köter steht. Und jetzt: Denkt auch das scheinbar Absurde. Wagt es! Und chillt, Leute!

  • 12. September 2026

    Mio Amore Palermo: Stadt der Kater ohne vertrocknete Schnecken

    Amore mio: Palermo. Sie sind angekommen. Meine Nuria und Diego. „Traumhaft“, schreiben sie. Die Wohnung meiner Nuria liegt mitten in der Altstadt, nah am Hafen. Mit großem Balkon. Auf dem Diego und sie nun chillen. Im Licht der untergehenden Sonne. Bei 29,7 Grad. Mit sizilianischer Pizza.

    Hier darf Meine Nuria jetzt überwintern. Bis März. Mit ihrem Erasmus-Studium. Sie zieht es durch – ohne mich. Und ich frage mich so: Tell me why? Denn ich könnte auf ihrem Balkontisch sitzen. Wachkater quasi. Es könnte so schön sein. Wenn ich dabei wäre.

    Meine Nuria schwärmt bereits jetzt: Von der crazy Stadt. Der Lebensfreude. Den Restaurants, Bars, der Straßenmusik. Den unendlich vielen Katzen. Und Katern, naturally. Eine Stadt der Kater. Sie erzählt von Straßenkunst: Von einer Hausfassade prangt das überdimensionale Gesicht einer Palästinenserin mit der Zeile: Free Palestine.

    Typisch, denn mit Unterdrückten solidarisiert sich die Stadt gern. Im Hafen legen oft Rettungsboote an, die Geflüchtete im Mittelmeer gerettet haben. Und natürlich auch Boote mit Migranten. Denen es mittlerweile aber auch in Palermo noch schwerer gemacht werde. Erzählt meine Nuria. Denn auch hier sei die frühere Willkommenskultur mit der Wahl eines von einem rechtspopulistischen Bündnisses gestützten Mannes einer eher skeptischen Stimmung gegenüber Flüchtlingen gewichen.

    Auch, weil die Unterkünfte dauerhaft überfüllt sind, Migranten mit Einheimischen um preisgünstigen Wohnraum konkurrieren. Weniger Geld für Hilfen da ist. Es Gewalt in den Unterkünften geben soll, die Kriminalität durch Migranten steige.

    Bis 2022 galt Palermo unter Bürgermeister Leoluca Orlando noch als Gegenmodell zur restriktiven nationalen Migrationspolitik. Fast legendär seine Aussage, in Palermo gebe es keine Ausländer. „Wer in Palermo ist, ist Palermitaner“, sagte er. Und verwies stolz auf den Wandel der Metropole: Früher sei Palermo Hauptstadt der Mafia gewesen. Mittlerweile für Kultur. Und doch, die Stimmung hat sich eben auch hier gewandelt. Trotz der vielen Kater. Und Katzen. 

    Komische Zeiten. Denke ich so. Wenn ich so um mich blicke und höre, über was die Menschen sonst so debattieren. Die Franzosen beispielsweise jammern, die Schneckenernte – yes: Schneckenernte! – sei in diesem Jahr mies ausgefallen, so dass die Delikatesse in diesem Herbst echt rar wäre. Dass die Schnecken vertrockneten wegen der wohl durch den Klimawandel mitverursachten hohen Temperaturen. Nun, auch schlimm…

    Während in Südkorea Menschen damit hadern, dass Hunde künftig nicht mehr serviert werden dürfen. Und nicht verstehen, warum das vor allem Europäer freut, die doch selbst Schweine und Rinder futtern. Wo der Unterschied zwischen dem Leben eines Hunds und eines Schweins sei. Fragen sie.

    Und ich bin fast froh, dass derzeit nicht über den Nährwert von Katzen diskutiert wird. Wenngleich ich naturally weiß, dass wir vor allem in Asien weiter gefuttert werden, vor allem in Vietnam und einigen Teilen Chinas. In Palermo dagegen werden wir Kater und auch Katzen  geliebt. Und gehegt und gepflegt.

    Palermo sei die Stadt der Katzen. Und Kater. Erzählt meine Nuria: Katzen seien hier eine Art lebendiges Kulturerbe. Und ich weiß nun bestimmt: Ich. Will. Nach. Palermo. Amore mio. Spätestens wenn Diego in zwei Wochen abreist. Sagt der migrantische Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid weltoffen. Und chillt, Leute!

  • 11. September 2026

    25 Jahre nach 9/11: Das Grauen hört nicht auf

    Es gibt Tage, die die Welt verändern. Kenne ich. Wenn ich an Corona oder die Kriege in der Ukraine und im Iran denke. Für Felix aber markiert noch viel stärker ein anderer Tag eine solche Zeitenwende. Sagt er. Und ist really erschüttert, als er zum x.-ten Mal die Bilder sieht, die zeigen, wie zwei Flugzeuge in die beiden Türme des World Trade Centers krachen.

    Wie die 400 Meter hohen Türme brennen. Menschen aus dem oberen Stockwerken springen, weil sie nicht verbrennen wollen. Und die Türme dann kollabieren. Riesige Staub- und Aschewolken die Straßenschluchten der Millionenmetropole grau machen. 25 Jahre ist das jetzt her. Und Felix sagt: „Wie krass, ein Vierteljahrhundert. Und doch, als ob es gestern gewesen wäre. Irgendwie. Weil es so intensiv war.“

    Ich bin tatsächlich – nicht nur wegen der Leckerli vor dem Fernseher, he he – auch gebannt, fasziniert von den Bildern. Die nicht aus einem fiktionalen Film kommen, sondern aus der Realität. Die damals auf den Kopf gestellt wurde. Weil die als unverwundbar geltende USA von islamistischen Terroristen angegriffen wurden. Die vier Flugzeuge kapern konnten. Die nicht nur die Türme trafen, sondern auch das Pentagon bei Washington. Während das vierte über einem Feld abstürzte.

    Klar war: Die USA, Symbol der freien Welt, wurde attackiert. Das war bis dahin für viele unvorstellbar. Fast 3.000 Menschen starben – und bis heute mindestens nochmal so viele, die damals dem giftigen Dämpfen und dem Staub ausgesetzt waren. Und ich denke so: Klar, dass sich das in das kollektive Gedächtnis der Menschen eingebrannt hat. Unklar aber, warum sie daraus keine guten Lehren gezogen haben. Sondern nur nach dem Motto: Rache. Gegenrache. Krieg. Tod. Hass. Gehandelt und reagiert haben. 

    Durch diese Attacken sei die Welt eine andere geworden. Sagt Felix. Die USA starteten ihren Krieg gegen den Terror. Erst griffen sie einen Monat später Afghanistan an, um die für die Anschläge verantwortlichen Al-Kaida-und Taliban-Leute zu töten. Später dann folgte der Irak-Krieg.

    Präventivkriege seien die neue Taktik gewesen. Sagt Felix. Dafür seien die Verteidigungsausgaben massiv gesteigert, der Sicherheitsapparat ausgebaut worden. Auch das 2002 in Betrieb genommene Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba, in dem Häftlinge gefoltert worden sein sollen, sei eine Folge. Erzählt Felix.

     Hat Tränen in den Augen. Als er vom Besuch des Memorial Museums am Ground Zero – dem Ort, an dem die Türme des World Trade Centers in New York standen – spricht. Da seien viele persönliche Gegenstände der Opfer ausgestellt, Koffer, Uhren, Schuhe – auch die zerfetzte Puppe eines Kindes.

    Felix erzählt, auch eine Katze an Bord einer Maschine sie ums Leben gekommen, sie sei mit ihrer Besitzerin bestattet worden. Welch Grauen. Denke ich so. Immerhin gibt es eine good news: In den Trümmern sei auch eine acht Wochen alte Katze gefunden worden, die dann an eine Familie vermittelt worden sei. Erzählt Felix.

    Und ich denke so: Auch im Grauen kann es mal positive Überraschungen geben. So richtig Hoffnung macht mir das allerdings nicht. Sagt der deprimierte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid aufmerksam. Und chillt, Leute!