Hauptstadtkater

Chillen, Checken, Schnurren – meine Gedankenfetzen zum Absurdistan der Welt. Ansichten eines weißen Katers im Chaos.

  • 21. November 2025

    Ich bin bei mir und dem 28-Punkte-Plan für die Ukraine

    Ich bin ich. Fühle mich. Bin bei mir. Und das ist so gut so. Brrrr. Es schüttelt mich. Weil es so esoterisch klingt. Aber: Ein Gefühl nur deswegen nicht zu beschreiben, weil es fehlgedeutet werden könnte, ist bekloppt. Deswegen sage ich ganz laut: Ja, ich fühle Stärke, wenn ich mich auf mich konzentriere. Besinne. Mich spüre. Und so sitze ich da. Und sinniere.

    US-Präsident Donald Trump hat nun also einen 28-Punkte „Plan für Frieden“ in der Ukraine vorgelegt. Trump will – offensichtlich um jeden Preis – Frieden in der Ukraine. Was ja erst mal gut ist, denke ich so: Denn jeder Tag, an dem russische Drohnen und Raketen keine Ukrainer mehr töten, ist ein guter.

    Aber: Auch Frieden ist eine Frage des Preises. Wenn die Ukraine praktisch kapitulieren muss und Russland alle seine Ziele verwirklicht – was bei Umsetzung des „Plans“ der Fall wäre -, dann ist das fatal. Warum sollte Russland künftig seinen Vormarsch Richtung Westen stoppen? Wo es doch mit diesem Krieg und der gewaltsamen Verschiebung von Grenzen Erfolg gehabt zu haben scheint?

    Nun, zu Trump: Wenn ich diesen Mann anschaue, dann sehe ich einen absoluten Egozentriker. Ich unterstelle, dass ihn das Schicksal der Ukrainer nur am Rande interessiert. Er fühlt sich sicherlich gut – als Philanthrop – wenn er das Leid der meisten Ukrainer durch eine Waffenruhe erst mal lindern kann.

    Aber eigentlich ist klar, dass Trump andere Motive für seinen „Plan“ hat: Er will möglichst bald sowohl mit Russland als auch der Ukraine Deals, Geld, machen. Und vor allem will er – nach dem 20-Punkte-Plan für die Gaza-Waffenruhe – mit einem weiteren „Frieden“ seinem großen Ziel, den Friedennobelpreis zu bekommen, einen großen Schritt näherkommen. Sinniere ich mal so.

    Denn, was sagt dieser „Plan“, der Russlands Interessen fast 1:1 wiedergibt und den die Ukraine innerhalb einer knappen Woche bestätigen soll? Die Ukraine soll große Gebiet  im Osten des Landes abtreten, selbst von Teilen, die Russland militärisch nicht erobern konnte. Die Ukraine soll auf eine Nato-Mitgliedschaft verzichten. Ihre Truppengröße auf 600.000 Mann beschränken – derzeit sind es rund eine Million. Im Gegenzug verspricht Russland, die Ukraine nicht anzugreifen.

    Und ich denke so – oh, die Russen versprechen etwas – wer will das glauben? Zudem geben die USA Sicherheitsgarantien, die aber nicht näher erläutert werden. Ich lehne mich zurück. Sinnierend. Denke an München. 1938. Damals musste die Tschechoslowakei Gebiet an Hitler-Deutschland abtreten. Der britische Premier Chamberlain sprach von „Frieden für unsere Zeit“.

    Und ich denke so: Wie krass, wie paradox, die einzige Hoffnung der Ukrainer muss nun auf Kremldespot Putin ruhen. Dass der sagt, „das im „Plan“ genannte genügt mir nicht, ich will mehr“. Denn sein Ziel ist ja die Eroberung der gesamten Ukraine. Ein Russland in der Größe der Sowjetunion. Deswegen, so die „Hoffnung“, könnte Putin nicht auf den „Plan“ eingehen. Sondern den Krieg fortsetzen. So dass die USA mehr oder weniger zwangsläufig die Ukraine weiter unterstützen müssten.

    Nicht völlig ausgeschlossen. Dieses Szenario. Arme Ukrainer. Denke ich so. Und spüre mich. Weil ich in mir ruhe. Sagt der empathische Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Chillt, Leute!

  • 20. November 2025

    Ich bin ein Mumin und Trump ein Saudi-Fan

    Ich bin ein Troll. Oder besser: Ein Mumin. Denke ich so. Als ich auf die Postkarte voller Mumins blicke, die meine Nuria mir aus Freiburg geschickt hat. Die Mumins haben Wuschelschwanz, sind pelzig, klein und weiß – wie ich. Dazu sind sie weise, respektvoll, neugierig und freiheitsliebend – wie ich.

    Auf der Karte ist eine Mumin-Familie – die Eltern und drei Kinder – abgebildet, auf einem Floß sitzend vor der untergehenden Sonne. Möwen davor. Idyllisch wirkt es auf jeden Fall. Denke ich so. Um dann zu merken: Die fünf auf der Karte könnten auch meine family sein. Aber wo bin dann ich? Und – ok – wo ist Coco? Was will mir meine Nuria mit dieser Karte sagen? Intelligenter Eskapismus vor der Realität? Oder: Schiffbrüchig – ist das Ende nah?

    Ich höre, die USA sollen einen neuen „Friedensplan“ entwickelt haben. Um den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu beenden. Zusammen mit den Russen sollen sie den Plan ausbaldowert haben. Die Europäer hören heute das erste Mal davon. Auch der ukrainische Präsident Selenskyj war nicht involviert.

    Und ich denke so: Krass, wenn andere über dein Schicksal entscheiden. Und du noch nicht einmal gefragt. Was wohl ein Mumin dazu sagen würde?  „Du kannst diesen riesigen, großen Sturm auf dich zukommen sehen, und du kannst nichts dagegen tun.“ Antwortet mir einer der ihren.

    Der US-Plan sieht vor, dass die Ukraine große Gebiete ihres Territoriums abtreten soll – auch solche, die der Aggressor Russland nach über dreieinhalb Jahren Krieg nicht erobert hat. Und ich denke so: Warum tendiert die US-Regierung von Präsident Donald Trump so oft in Richtung von Despoten? Und höre meinen Lieblings-Mumin, Snufkin, sagen: „Wer einen andern zu sehr bewundert, wird nie richtig frei.“

    Nun, Trump scheint auch den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman – kurz: MbS – zu bewundern. Der war mehr als sieben Jahre ein Paria – der US-Geheimdienst kam zu dem Schluss, dass der Kronprinz 2018 die Tötung des regimekritischen saudischen Journalisten Khashoggi in der Botschaft in Istanbul gebilligt hatte.

    Jetzt hob Trump die Isolation auf, lud MbS ins Weiße Haus nach Washington ein, nannte den Golfstaat einen großartigen Verbündeten und verteidigte den Kronprinzen. Der habe von dem Mord keine Kenntnis gehabt. Und ich höre Mumin Kleine My – mich anstachelnd im gerechten Widerstand: „Wenn du dich nicht wehrst, kannst du nicht gewinnen.“

    Tja, und dann lese ich die Karte meiner Nuria. Really: Ich kann lesen! Die Mumins stellen für sie für sie eine Art Zuhause dar. Weil sie früher abends in heimeliger Atmo vorgelesen wurden. Schreibt sie. Und mir wird warm ums Herz. Höre die Mumin-Tante sagen: „Ein Zuhause ist dort, wo man verstanden wird.“

    Spüre dann aber doch plötzlich eisige Kälte. Felix zwingt mich, mich zu erheben. Um die Postkarte gegen mich lehnen zu können. Und befiehlt mir, still zu halten. Fürs Foto. Für mein Tagebuch. Ich würde mich später drüber freuen. Wird nicht so sein. Weiß ich.

    Stattdessen freue ich mich über die Leckerli, die er mir fürs Posen gibt. Höre Mumin Snormaiden sagen: „Manchmal ist es gut, einfach den Moment zu genießen und nicht zu viel nachzudenken.“ Sagt auch der vertrollte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Chillt Leute. Und denkt einfach nicht zu viel nach.

  • 19. November 2025

    Aus Grau mach bunt und Mission Impossible possible

    Es ist so verdammt kalt. So verdammt grau. Sage selbst ich. Der dauergutgelaunte Kateroptimist. Und hüpfe zu Diego. Der mit grauem Antlitz in der Küche sitzt und in Sudoku-Welten abgedriftet ist. Rolle mich auf seinem Schoß ein. Lasse mich kuscheln.

    Und alles wird: Bunt. Selbst sein Face leuchtet auf. Wie bei Felix und Laura – offenbar. Die auf ein Hip-Hop-Konzert gehen. Als ob sie jung wären. Trotz ihrer grauen Haare – bunt. Nun, die Band namens Stereo MC’s ist ihr Alter. 50 plus.

    Und ganz nice: Trotz des Alters versprühte die Band Energie. Sagen meine Leute. Das Grau zerschellt. Überall Sterne. Einzelkörper, die sich zur wogenden Masse verbinden.

    Getrieben vom stampfenden Beat des Drummers. Getragen vom harten Staccato des Sängers, untermalt vom lyrischen Sopran seiner Begleiterin. Higher. Und higher. Oder so. Rhythmisches Fieber. Energie ohne Ende. Schaukelt sich hoch zur Ekstase. Groß. Sagen meine Leute. Wie früher. Verdammt lang her eben. Denke ich so. 

    Und sehe meine energielose Bruna. Schlaff auf ihrem Bett hängend. Ankündigend, nicht mehr zur Schule zu gehen, Zehnte Klasse: Zu langweilig. Zu anstrengend. Zu grau. Zu kalt. Hätte auch eine Lehrerin bestätigt.

    Die habe erzählt, vor Jahren hätte sie auch das Angebot gehabt, als Gefängniswärterin im Hochsicherheitstrakt von Stuttgart-Stammheim zu arbeiten. Zu grau. Fand sie damals. Und habe den Job abgelehnt. Sie habe den Lehrerinnen-Job präferiert.

    Aber: Heute fühle sie sich wie eine Gefängniswärterin. In der Schule. Die auch grau sei. Weil die Schülerinnen und Schüler so unfrei seien. Gefangen im Notensystem. Im Klausuren-Stress. Im Lernen von unnötigen Dingen.

    Meine Bruna kuschelt mich. Und zusammen spüren wir die Energie fließen. Das Grau kracht. Zusammen. Bunt.

    Der Tag ist eigentlich gar nicht so übel. Denke ich so. Und sehe Grün ohne Ende. Denn Deutschland sagte auf der Weltklimakonferenz in Brasilien eine Milliarde Euro für den Schutz des Regenwalds zu. Damit er weiter atmet – die Lunge der Welt eben.

    Meine Alten – noch immer völlig losgelöst. Enthusiasmiert. Und nice: Meine Bruna und Diego: Gechillt. Und ich denke so: Mein Job ist getan. Mission Impossible possible gemacht.

    Alles ist bunt. Sagt der energetische und optimistische Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Chillt Leute. Und lasst das Grau bunt leuchten. Alles Ansichtssache. Oder so.

  • 18. November 2025

    Gras ist geil und der bekiffte Kanzler in Belem

    Gras ist geil. Frisch. Schmeckt würzig. So anders als Nass- oder dröges Trockenfutter. Da sind uns Coco und ich ausnahmsweise mal einig. Und so jumpen wir synchron auf den Tisch, auf den Katrin den Grastopf stellt. Und dann geht es los: Unser gemeinsames Grasen. Euphorie ergreift uns. Wir heben ab. Eskapismus.

    Und ich denke so: Vielleicht ist Gras das, was uns am meisten mit Menschen verbindet. Denn auch die lieben Gras. Vor allem jenes, das sie Cannabis nennen. Und dann rauchen. Riecht auch gut. Und ist geeignet, sie wegschweben zu lassen. Aus ihrem drögen Alltag. Seit gut anderthalb Jahren ist die Droge sogar teillegalisiert, das heißt, kleine Mengen – bis zu 25 Gramm – darf man dabeihaben. Zuvor war das verboten. Weil: Drogen eben – und damit gefährlich.

    In München dachte man nun wohl – nach dem Verbot ist vor dem Verbot. Auf jeden Fall verhängte die Staatsregierung kurz nach der Legalisierung ein Cannabisverbot für eine der größten Parkanlagen der Welt, den Englischen Garten. Begründung: Der Gestank. Jugendschutz. Und ich denke so: Waren die Politiker bekifft? Ein solch großer Park. Besser hier Kiffen als in der City…

    Zwei Männer klagten gegen das Verbot: Sie wollen überall Gras rauchen. Der eine sagt, nach einer Krebserkrankung sei er Schmerzpatient – und Cannabis seine Medizin. Der andere hat einfach Spaß am Gras. Und hasst es, eingeschränkt zu werden. Und ich denke so: Mensch habt ihr Probleme. Gönnt doch jenen, die das wollen, den Genuss. Und jene, die genießen, müssen eben Rücksicht nehmen. Damit sie niemanden belästigen. Aber das ist eine Utopie. Bei Menschen nicht umsetzbar.

    Sie verhalten sich infantil. Scheinen auch ohne Gras immer voll bekifft zu sein. Selbst der Kanzler. Merz. Der hatte sich nach seinem Kurztrip zur Weltklimakonferenz in Brasilien negativ über die Gastgeberstadt Belem ausgelassen. Er habe einige Journalisten, die mit ihm in Brasilien gewesen seien, gefragt, wer gerne dortbleiben wolle. Keiner habe die Hand gehoben. Sie seien alle froh gewesen nach Deutschland zurückzukehren. Man lebe in Deutschland „in einem der schönsten Länder der Welt“. Sagt Merz.

    Nun – was das beim Gastgeber auslöst? Pure Freude. Denke ich so. Und nehme einen Happs Gras. Pure Freude?  Nein, naturally not. Der brasilianische Präsident Lula meint dann auch so, Merz hätte in Belem in eine Bar gehen, dort tanzen und die lokale Küche probieren sollen, „denn dann hätte er gemerkt, dass Berlin ihm nicht einmal zehn Prozent der Qualität bietet, die der Bundesstaat Pará und die Stadt Belém bieten“.

    Und ich denke so: Oh, das trifft. Berlin ist doch cool. Und denke dann: Was für ein Kindergarten. Und: Wie unterhaltsam. Und: Wie unfassbar traurig – über Inhalte der Weltklimakonferenz dringt kaum was durch. Für den Aufschrei sorgen solche bekloppten Merz-Storys.

    Mein Breakeven-Punkt beim Gras ist erreicht. Noch ein Happen. Dann wird mir schwummerig vor Augen. Ich würge. Und entleere meinen Magen. Tut gut. Sagt der von innen gereinigte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Chillt Leute. Und raucht Gras.

  • 17. November 2025

    Der gespaltene Mensch und Disharmonie auf dem Küchentisch

    Menschliches Verhalten ist grundsätzlich triebgesteuert. Es gibt darin keine Konsistenz. Menschliche Reaktionen sind von Stimmungen abhängig. Und Momenten. Ein Beispiel: Eigentlich wollen sie uns Katzen grundsätzlich dicht bei sich haben. Kuscheln. Schmusen.

    Heute aber mal wieder: Felix behauptet, es herrsche Katzenüberschuss auf unserem Küchentisch. Weil Coco und ich über seine dort liegende Zeitung streifen. Und ich denke so: Wir mögen eben auch Gesellschaft, menschliche Gesellschaft. Und ertragen dann sogar Felix. Wenn kein anderer da ist.

    Und naturally: Wir. Lieben. Zeitungen. Papier. Printprodukte. Die groß und weich sind. Und so nice rascheln. Vor allem, wenn Felix umblättert. Diese Bewegung. Flatterndes Papier. Eine Reminiszenz an Vogelflügel. Wir sind da. Setzen zum ultimativen Schlag an. Treffen – und klar, unser Erfolg ist ein klaffendes Loch in der Seite. Findet Felix nicht lustig. Wir schon.

    Man darf doch auch mal positiv sein. Denke ich so. Im trüben November. Denn erst mal scheint der heutige Tag mal kein schlechter zu sein. Mit Blick auf Welt. Der UN-Sicherheitsrat, das höchste Gremium der Vereinten Nationen und seit Jahren notorisch zerstritten, zeigt sich überraschenderweise mal einig. Und stimmt einer Resolution zur Absicherung des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump zu.

    Was bedeutet, dass dieser Plan, durch den endlich eine dauerhafte Waffenruhe und dann Frieden im Gazastreifen erzielt werden soll, auf eine breite Unterstützung durch die Staatengemeinschaft bauen kann. Und auch nice: Die Abstimmung zeigt, dass sich die großen Antagonisten USA, China und Russland mal nicht gegenseitig blockieren.

    Also, eigentlich ein Lichtstreif am düsteren Horizont, endlich mal. Der übertriebene Jubel darüber von Trump, der von einem historischen Fortschritt und Weltfrieden schwadroniert, aber verdüstert diesen Streif. Weil mal wieder offenbar wird: Trump ist nur ein Poser, Blender, Prahler, dem es nicht um die Sache, sondern nur um sich selbst geht. Denn der Weg zu einer nachhaltigen Waffenruhe ist trotz der Zustimmung des Sicherheitsrats fern.

    Die beiden Kriegsparteien, Israel und die islamistische Terrororganisation Hamas, sind über diese Resolution nicht amused. Israel ließ schon vor der Verabschiedung verlauten, die Resolution sei nicht gut, da in ihr von einem Weg zur palästinensischen Selbstbestimmung und Staatlichkeit die Rede sei. Und ein Staat für die Palästinenser – no way für Israel.

    Und die Hamas moniert, der geplanten Entwaffnung ihrer Leute werde sie nicht zustimmen. Die Resolution erfülle nicht die Forderungen des palästinensischen Volks.

    Blockade – die fühlt offenbar auch Felix. Am Küchentisch. Und schuld sind: Wir. Coco und ich. Und das, obwohl wir Zeitung und Tisch längst verlassen haben. Und uns auf den Küchenstühlen platziert haben. Ist Holger auch nicht recht.

    Symptomatisch für Mensch: Egal, was ihm angeboten wird, er ist dagegen. Aus Prinzip. Und Trieb. So entschwinde ich. Aus der Küche. Ich bin unabhängig. Relativ. Sagt der entspannte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Chillt, Leute.

  • 16. November 2025

    Einstürzende Gewissheiten – und warum ich nicht mehr trinken muss

    Meine einzige Gewissheit ist, dass es keine Gewissheit gibt. Ungewissheit also meine einzige Gewissheit ist. Beispiel? Ich gehe davon aus, dass ich ein Kater bin. Dachte ich jedenfalls so. Aber – es gibt Momente, in denen fühle ich mich selbst unwirklich. Und komme zum Schluss: Vielleicht bin ich gar nicht. Alles ist Einbildung. Ein einziger Traum.

    Bislang dachte ich auch, Katzen seien Katzen – und hätten keine Hunde-Attitüden. Auch diese Gewissheit löst sich auf. Wie Köter, so liebt Coco Wasser. Und nun apportiert sie auch noch. Wie ein Hund. Stoffbündel. Federrasseln. Spielzeugmäuse. Die meine Bruna wirft. Coco jagt hinterher. Nimmt es auf. Trägt es dann in der Schnauze zurück. Zu meiner Bruna.

    Felix erzählt vom Bruch unumstößlicher Gewissheiten in seiner Branche, den Medien. Bis vor einem Jahr seien sich so ziemlich alle Chefredakteure von Zeitungen einig gewesen: Die gedruckte Zeitung sei tot, spätestens 2029. Eine Fehleinschätzung. Räumt Felix kleinlaut ein. Die gedruckten Ausgaben würden viel länger leben. Weil sie weiter Geld brächten. Obwohl dort keine Werbung mehr geschaltet werde, obwohl die Auflagen stetig abnähmen, weil junge Abonnenten nicht dazu kämen.

    Aber, es würden eben auf der anderen Seite massiv Kosten gesenkt. Das Personal in den Reaktionen sei nur noch zu einem Drittel da, der Rest entlassen. Druckereien seien dicht gemacht worden, dafür würden jetzt mehrere Titel in einer Druckerei erstellt – eine weitere große Kostenersparnis. Und: Die zeitungslesende Generation 70 plus sei leidensfähiger als angenommen. Trotz massiver Erhöhungen der Abo-Preise blieben sie dabei. Und auch die mit Penetranz vertretene Gewissheit: Digital sei alles – sei ungültig. Da die Erlöse dafür noch längst nicht ausreichten.

    Der Opa meiner Bruna, Volker, ist derzeit im Krankenhaus. Seine Nieren mucken. Der Chefarzt dort stößt weitere Gewissheiten um: Die seit Jahren gepredigte Doktrin, Mensch müsse täglich mindestens zwei Liter Wasser trinken, sei falsch. Jeder solle so viel trinken, wie er wolle. Wie sein Verlangen sei. Zu viel Flüssigkeit könne auch schädlich sein. Und ich überlege so: Gilt das auch für Kater? Die ja auch immer viel trinken sollen, damit die Nieren nicht kaputt gehen. Sagen Tierärzte. Herrlich, wenn ich nicht mehr stinkendes Wasser trinken muss. Denke ich so. Und haue Coco.

    Tja, und nicht einmal meine Gewissheit, dass aufgewärmter Spinat giftig werde, stimmt. Behauptet jedenfalls Laura. Die Allwissende. Ein Koch habe gesagt, früher hätten oft Kühlmöglichkeiten gefehlt. Und wenn der Spinat nicht kaltgestellt werde, bildeten sich Giftstoffe. Ansonsten sei es aber kein Problem: Aufwärmen und essen. Und ich denke so: Zum Glück mag ich kein Grünzeug. Eine absolute Gewissheit. Für mich. Sure.  

    Tja, dann jage ich mal Coco. Spüre mich. Bin Kater. Ganz sicher. Jung. Wild. Und nicht alt. Hole den Stofflappen, den Coco apportiert hatte. Bin gewiss, dass ich schnell geblieben bin. Sagt der gewissenhafte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt, Leute: Chillt!

  • 15. November 2025

    Warum ich nicht dick bin, aber als dick bezeichnet werde

    Altern tue ich von alleine. Für mich mehr oder weniger unbemerkt. Weil schleichend. Für andere, die mich länger nicht gesehen haben. Offenbar erschreckend. Schockierend. „Der ist ja dick geworden“, blamed mich heute tatsächlich eine eigentlich nette Nachbarin, die mich länger nicht gesehen hatte. „Und Charlie, du wirkst auch recht ruhig und gediegen, richtig alt“, fährt sie fort, als Coco an mir vorbei jagt.

    Ja – manchmal geht es eben doch schnell, mit dem Altern. Sage ich mal so, mit meinen zarten dreieinhalb Lenzen. Eben noch – bis zu Moros Tod vor vier Monaten – war ich der Kleine. Und Moro mein großer Katerbruder, war der weise, ruhige, knurrende und langweilige Typ. Ich dagegen: Wild. Ungestüm. Spontan. Angeknurrt.

    Dann kam Baby Coco im September in mein Revier. Ein krasser Wildfang. Selbst aus meiner Perspektive. Unstoppbar. Flausen – oder gar nix? – im Kopf. Und ich dachte plötzlich so: Nervt ganz schön – da sollte wenigstens einer im Chaos cool bleiben: Ich! Was natürlich Kraft kostet. Energie verlangt. Die ich mir hole. Durch Cocos leckeres Kittenfutter. Was kann ich dafür, dass es aufbläht? Rhetorische Frage, die ich zur Sicherheit mal selbst beantworte: Nichts!

    Es gibt einen sogenannten Drogenbeauftragten der Bundesregierung namens Hendrik Streeck. Der CDU-Politiker hat einen ziemlich irren Vorschlag gemacht: Sehr alten Menschen sollten bestimmte, besonders teure Medikamente nicht mehr gegeben werden. Sagt er. Weil das Gesundheitssystem viel zu viel Geld verschlinge.

    Sein eigener Vater habe im Endstadium einer Krebserkrankung extrem teure Medikamente bekommen, die dann auch nicht mehr geholfen hätten. Es gebe bestimmte Phasen im Leben, wo man bestimmte Medikamente nicht mehr so einfach benutzen sollte.

    Und mir wird kalt – denn ich denke so: Wer ist sehr alt? Wo ist die Grenze? Ab wann ist ein Medikament besonders teuer? Werden die Großeltern meiner Bruna künftig nicht mehr bestens behandelt, weil sie älter als 85 sind? Obwohl sie doch eigentlich sehr fit sind. Und mit einem „teuren“ Nierenmedikament weitere schöne Jahre vor sich haben könnten?

    Voll Altersdiskriminierung. Denke ich so. Gibt es doch 50-Jährige, die an unheilbaren Lungenkrebs erkrankt sind – in ihrer Vita steht auch, dass sie seit vier Jahrzehnten täglich 40 Zigaretten rauchen, Fleisch ohne Ende konsumieren und keinen Sport betreiben. Dieser Mensch bekommt die teuren Medikamente, weil er ja relativ jung ist. Während die 90-Jährige, die nie geraucht hat, Sport betreibt und sich vegan ernährt, gegen Niereninsuffizienz nicht das beste, weil teure Medikament erhält?

    Das spaltet. Denke ich so. Zerstört den solidarischen Gedanken, nach dem jeder die bestmöglichen Medikamente bekommen sollte. Anders geht es nicht. Denke ich so. Aber Menschen. Sind eben dekadent. Reduzieren alles oft auf Äußerlichkeiten, obwohl sie doch angeblich so woke und aufgeklärt sind.

    Ich werde also wegen meines angeblich zu dickem Körper von meiner Nachbarin gemobbt. Dabei sehe ich blendend aus. Sage ich so und betrachte meinen nicen Schatten. Mein Pelz ist von Natur aus dick. Gerade vor dem Winter. Sagt der voll schlanke Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Chillt, Leute. Und esst, was ihr wollt. Solange es schmeckt. Und altert. In Würde. Oder so.

  • 14. November 2025

    Über das Wasser und meine Aversion

    Ich. Hasse. Wasser. Es ist unangenehm. Unästhetisch. Nass. Kalt. Verklebt das Fell. Macht mich schwer. Es dauert ewig, bis ich getrocknet bin. Und: Selbst Trinken ist eher lästig. Weil: Wasser stinkt. Chlor. Was Menschen mit ihren Nüstern gar nicht wahrnehmen. Wasser ist auch äußerst rutschig. So manchen Sprung habe ich dadurch schon versaut, weil ich eine Wasserlache im Ziel nicht antizipiert hatte.

    Meine Aversion gegen Wasser: Liegt in meinen Genen. Und ist damit voll natürlich. Denn, geneigte Leserin, geneigter Leser – Ihr werdet wissen, von wem ich abstamme: Yes, Löwe. Der kommt aus der Savanne. Wo Wasser Mangelware ist. Er sich also nie daran gewöhnen musste.

    Coco. Liebt. Wasser. Was zeigt, wie degeneriert ihre Rasse ist. Main Coone eben, kein Britisch Kurzhaar wie ich. Heute wieder: Sitzt sie auf dem edlen Herd vor dem Topf mit dem gerade abgekühlten Wasser, in dem die Eier badeten. Und taucht dann ihre Pfoten ein. Erst die rechte, dann die linke. Wieder und wieder. Und spritzt dann mit dem Wasser rum. Ohne Ende. Und ich? Fliehe.

    Menschen stehen dem Wasser ähnlich gegenüber wie meine Spezies. Manche mögen es. Andere nicht. Bei Menschen aber gibt es ein Problem: Die, die es nicht mögen, stinken. Selbst aus meiner Sicht. Weil sie sich nicht putzen können. Wie unsereiner. Wir Kater. Eben.

    Felix kennt eine wasserliebende Frau. Eine Kollegin, die leidenschaftlich gerne segelt. Um auf ihrem Boot die Kraft des Wassers zu spüren, zu erfahren, sich ihr hinzugeben, zu genießen. Sagt sie. Erzählt Felix. Sie hat sich nun für eine Segelregatta namens The Ocean Race eingekauft, zehn Segelboote sind dabei, jeweils mit einer Crew von 18 Leuten. Mit den 20 Meter langen Schiffen geht es monatelang rund um die Welt, von Kapstadt nach Australien, Nordpolarmeer, Kanada, Panama-Kanal, Atlantik-Überquerung.

    Je höher die Wellen, desto besser, schwärmt die Kollegin. Wenn Brecher von bis zu 20 Meter in Sicht seien, schieße in ihr das Adrenalin hoch. Ein Rausch. Wenn das Boot dann in die Höhe gehoben werde, dann nach unter rase. Besser gehe es nicht. Diese Kraft zu spüren. Sich dem auszusetzen. Das sei Leben. Auch wenn es nicht ganz ungefährlich sei. Und sie im Fall der Fälle die Erlaubnis für eine Seebestattung ihrer Leiche gegeben habe.

    Und ich denke so: Geht auch anders. Dieses Flow-Feeling zu bekommen. Einfach Springen. Beispielsweise auf den Kühlschrank. Wo eigentlich keine Landefläche ist. Ich sie aber doch finde. Und dann stehe ich da. Neben dem Kitten-Trockenfutter von Coco. Schlitze die Tüte auf. Und lasse mir die Perlen schmecken. Und gerate ins Chillen.

    Wenn nur Coco nicht wäre. Die ihre nassen Pfoten schüttelt. Und dann – dann drückt sie den Topf per Nase Richtung Abgrund. Der Topf stürzt. Und überall verteilt sich das Wasser, auf dem Boden, auf meiner potenziellen Landefläche. Alles nass. Eklig. Wo ich landen könnte? No way. Sagt der trockene Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Chillt, Leute.

  • 13. November 2025

    Kater- und Putinmythen zu den Klängen der Geige meiner Bruna

    Es ist ein Mythos, dass Kater – und Katzen – keine menschengemachte Musik mögen. Wenn meine Bruna die Geige nimmt und sanft den Bogen über die Saiten gleiten lässt, bin ich dabei. Zu ihren Füßen. Sie lässt schnurren, ich schnurre mit. Die Obertöne sind so nice, ein absoluter Chill-Faktor, versetzen mich in Trance. Bringen mich in andere Sphären. Flow. Und Coco geht`s ähnlich. Sie ist mit dabei. Bevorzugt bei uns derzeit: Bach – Violinkonzert Nummer eins. A-Moll.

    Mythen sind gefährlich. Weil sie Vorurteile schüren. Die oft falsch sind. Beispiele gefällig: Als ob schwarze Kater – oder Katzen – Unglück brächten. Als ob Kater – oder Katzen – sieben Leben hätten. Als ob für Kater – oder Katzen – Milch gesund wäre. Im Gegenteil: Wir können daran kollabieren.

    Mythen sind überall – menschlich irgendwie. Um Welt einfach zu erklären und zu verstehen, vor allem in Zeiten, in denen Orientierung fehlt.

    Über Kremldespot Putin und seinen Ukraine-Krieg gibt es auch zahlreiche Mythen. Geschürt durch die russische Propaganda. Und ich denke so: Als ob Putin – wie von ihm behauptet – die Ukraine „entnazifizieren“ will; ein demokratisches Land mit einem jüdischen Präsidenten an seiner Spitze. Als ob die Ukraine – wie von Putin behauptet – historisch gesehen Teil Russlands sei; sie ist ein anerkannter souveräner Staat. Als ob der Westen – wie von Putins Russland behauptet – schuld an dem Krieg sei; Russland annektierte nicht nur bereits 2014 völkerrechtswidrig die Schwarzmeerhalbinsel Krim, sondern begann dann aus oben genannten Nicht-Gründen am 24. Februar 2022 seinen großen Krieg gegen den Nachbarn.

    Nun, es gibt natürlich auch Mythen, die positivere Bilder zeichnen als eigentlich berechtigt. Felix machte nun eine solche Erfahrung, als ihm eine Kollegin – mittlerweile mit Führungsrolle – sagte, er sei schuld, dass sie Weihnachten arbeiten werde. Denn vor zig Jahren, als sie in der Abteilung, die er leitete, gearbeitet habe, sei sie beeindruckt gewesen, als er die Weihnachtsdienste übernommen habe. Und das damit begründet habe, dass er nicht wolle, dass seine Mitarbeiter da ranmüssten. Felix freut sich. Kann sich nicht daran erinnern. Und weiß, dass er in jener Zeit zu Weihnachten frei hatte.  

    Felix krault mich. Braucht Entspannung. Denn der Alte ist traurig. Dass ein geschätzter Kollege in den Ruhestand verabschiedet wurde. Ein Kollege, der in aller Welt gearbeitet hatte, ein Auskenner. Mit Leidenschaft dabei. Und so wird er dann auch gewürdigt, als Leuchtturm, Fels – und Mensch. Der nicht nur Welt erklären kann, sondern sowohl Satzbau und Sprache als auch journalistische Regeln beherrscht.

    Eine Kombination, die es nicht mehr so häufig gebe. Behauptet Felix. Und ich denke so: Er tickt wie alle alten Menschen, die denken, sie seien unersetzlich und ihre Zeit sei die beste gewesen. Nun, Felix sagt, die Beschreibungen über den nun verabschiedeten Kollegen seien kein Mythos. Sondern Realität, wie sie realer nicht sein könne.

    Und ich blicke auf Coco. Real. Die sich zu Bachs Obertonreihen rekelt. Und dann, als meine Bruna ihr Violonieren stoppt, sofort in den Instrumentenkasten jumpt. Sodass meine Bruna keine Chance hat, die Geige reinzulegen. Und weiter fiedeln. Muss.

    Ich entschwebe. Und empfehle mich. Sagt der musikaffine Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Chillt, Leute. Und hört die Melodien meiner Bruna. Vor allem die Sequenz von a-moll zu C-Dur. Bach. So nice. As chill can.

  • 12. November 2025

    Blick eines unbestechlichen Katers auf die Korrupte Ukraine

    Jedes Lebewesen ist korrupt. Oder zumindest korrumpierbar. Mehr oder weniger. Behaupte ich mal. Moi beispielsweise. Ich sage zwar selbstbewusst: Kater – und Katzen – sind eigentlich nicht bestechlich. Also auch ich nicht. Was an den Genen unserer Spezies liegt. Die nach absoluter Unabhängigkeit verlangen. Danach, entgegen den Erwartungen zu handeln. Aber klar – es gibt ein großes Aber…

    Ich habe natürlich längst gecheckt, dass, wenn ich mich so verhalte, wie beispielsweise Felix das will, ich davon profitieren kann. In Form von Leckerli. Und Würstchen. Und – da ich kein Kostverächter bin: Spiele. Ich. Manchmal. Sein. Absurdes. Spiel. Mit. Und tue, was er so erwartet.

    Mein Schwenk – zur Ukraine. Das Leben dort ist und bleibt bitter. Seit mehr als dreieinhalb Jahren wird das Land massiv von Russland angegriffen. Werden Menschen getötet, Krankenhäuser, Gebäude, Kraftwerke zerstört. Die Ukraine hält dagegen – bildet die Speerspitze des Westens gegen die imperialen Gelüste des Kremldespoten Putin.

    Der offen sagt, die Eroberung der Ukraine sei nicht alleiniges Ziel. Vielmehr wolle er Russland wieder zur sowjetischen Größe führen. Und ich denke: Kann nicht gut gehen. Denn dafür müsste er sich die Nato-Verbündeten Estland, Lettland und Litauen einverleiben.

    Nun, die Ukraine, die den Krieg nur wegen der westlichen Milliarden-Hilfen führen kann, gilt trotz Reformen immer noch als einer der europäischen Staaten mit der höchsten Korruptionsanfälligkeit. Nun ist ein krasser neuer Skandal öffentlich geworden. Betroffen von den Ermittlungen sind ehemalige und amtierende Regierungsmitglieder. Und ich sehe: Jubilierende Gegner der Militärhilfen, die sich bestätigt sehen: Westliches Steuergeld versickere in ukrainischen „Sümpfen“. Behaupten sie. Und verlangen ein Ende der Förderung.

    Immerhin: Es gibt Reaktion auf den Fall. Der ukrainische Justizminister, der in den Skandal drinzustecken scheint, wurde seines Amts entbunden. Auch die Energieministerin trat zurück. Hintergrund: Beim für den Betrieb der Kernkraftwerke zuständigen Staatskonzern sollen Bestechungsgelder geflossen sein – für den Bau von Schutzvorrichtungen um Energieanlagen. Es soll auch um Schmiergeldzahlungen im Rüstungsbereich gehen.

    Als Hauptverdächtiger gilt ein enger Vertrauter des ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Und ich denke so – viel schlimmer geht`s nimmer. Skandal kurz vor dem Winter bei einem Energieunternehmen. Wo viele Ukrainer ohne Licht und Wärme auskommen müssen, weil die Russen Anlagen zerstört haben. Und nun müssen die ukrainischen Bürger sehen, dass sich Regierungsbeamte offenbar selbst bereichert haben.

    Ach Mensch, denke ich so. Verheerend. Setze mich in Hauptstadtkater-Pose. Wie von Felix gewünscht. Kassiere die Leckerli ab. Mehr als gedacht. Lasse generös Coco profitieren. Und denke so: Klar, ist auch so was wie Bestechung. Aber für den guten Zweck. Für Fotos, gegen Hunger. Win-Win. Sagt der unbestechliche Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Chillt, Leute.