Never say never: Nurias 22. Geburtstag

Was einst als unvorstellbar, geradezu absurd erschien, kann plötzlich ganz normal sein. Beispielsweise, dass Coco den Platz auf dem Wäscheständer besetzt. Und ich darunter abchille. Und es nicht andersrum ist – wie einst eben. Oder Coco mich im Vorbeigehen touchiert – und ich das Gleichgewicht verliere. Auch das war einst undenkbar. Weil es umgekehrt war – und sie umkippte.

Bei der Fußball-WM gibt es auch Neuerungen, die viele Nostalgiker kirre machen. Alle 22 Minuten: Trinkpause. Und in der Halbzeit: Große Show inklusive einer Verdopplung der Zeit für die Halbzeit. Darf das ein Veranstalter einfach so ändern? Fragen sich viele. Es wird eben einfach gemacht.

Und ich denke so: Ist doch auch egal. Einfach annehmen. Man kann eh nix dran ändern. Und vor allem: In ein paar Jahren wird sich keiner mehr daran erinnern, dass es keine Trinkpausen gab. Und keine große Halbzeit-Show. Es wird normal sein.
Ich denke an meine Leute, die zunächst zum Surfen in ihrem französischen Lacanau keinen Neoprenanzug anziehen wollten. Das bräuchten sie doch nicht. Sehe voll albern aus. Außerdem sei es ja warm. Nach 43 Minuten Surfen im Bikini und Badehose waren Bauch und Beine gerötet. Der Wind unangenehm kühl. Und die giftigen portugiesischen Galeeren-Quallen drohten. So dass sie mittlerweile längst Neopren tragen. Und Anfänger belächeln, die ohne surfen.

Und ich denke so: Never say never. Wer weiß, was die Zukunft bringt. US-Präsident Trump kündigte an, alle Kriege mit US-Beteiligung beenden zu wollen. Er beginnt immer neue. Felix sagte, er werde nie Texte redigieren. Er redigiert Texte. Laura sagte, sie wolle nie Erzieherin in einer Kita sein. War sie mehrere Jahre.
Und ich denke an meine Nuria. Die feiert heute birthday. Sweet 22. Sie feiert nicht nur ohne mich. Auch ohne meine Leute. Allein in Freiburg. Allein umgeben von ihren Büchern. Die sie studieren muss. Für Prüfungen. Puuh, und was ist mit Lebensfreude, mit Chillen, frage ich mich so. Nun, immerhin ist ihr Freund Piet da. Möge er mich würdig vertreten. Sagt der gratulierende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Feiert. Und chillt, Leute!
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