Warum ich auch Friedensnobelpreisträger werden könnte – wenn doch nur jemand auf mich hörte

Es ist gut, dass Menschen Kater mittlerweile wie Familienmitglieder behandeln – oftmals sogar besser, he he. Also: Emphatisch, auf Augenhöhe, manchmal sogar gleichberechtigt, wenn ich daran denke, dass meine Bruna mir erlaubt, ihr ab und an die Butter vom Brot zu nehmen, ups, nein: zu lecken.
Es ist auch gut, dass Menschen sich auf Menschenrechte verständigt haben. Nicht gut ist, dass die nicht geachtet werden. Tendenz: Auch in Demokratien immer weniger. Dafür gilt immer mehr ein Leitsatz, der eigentlich der Vergangenheit anzugehören schien: Der Stärkere hat Recht. Und bestimmt, wo es lang geht. Back Richtung Barbarei also. Denke ich so.
In mehr als der Hälfte der 50 Bundesstaaten in den USA gibt es noch die Todesstrafe. Schon das ist ein Schandfleck und wider aller Menschlichkeit. Die Debatte darüber ist gerade neu entflammt, weil die verurteilte Mörderin Christa Pike in Texas trotz Verabreichung von zwei Todesspritzen überlebt hat – und mittlerweile sogar wieder gehen kann.

Ob sie trotz allem noch hingerichtet werden soll? Don’t know. Die US-Regierung setzt jetzt jedenfalls noch einen drauf. Verkündet, erstmals seit 60 Jahren solle Anfang Dezember wieder eine Militärhinrichtung stattfinden. Und die Erschießung, die solle öffentlich sein. Aber so richtig, für alle, also – per Livestream.
US-Kriegsminister Hegseth sagt: „Die Menschen müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen haben.“ Echt jetzt? Frage ich so. Öffentliche Hinrichtungen hatten die USA noch vor nicht allzu langer Zeit selbst angeprangert. Zuletzt gab es so etwas im Iran und in Afghanistan. Länder, mit denen sich die USA jetzt in eine Reihe stellen.

Und ich denke so: Puuh, der Mann, der hingerichtet werden soll, klar, der ist ein verurteilter Mörder, erschoss vor 17 Jahren auf einem Militärstützpunkt in Texas 13 Menschen, verletzte 32 weiter – und erklärte, das sei Vergeltung für den Krieg der Amis in der muslimischen Welt.
Aber – und das macht ja Rechtsstaat und Zivilisation aus – dass auch Mörder nicht getötet werden. Und wie pervers, dass dann eben diese Tötung auch noch gestreamt werden soll. Unfassbar. Auch ein Attentäter hat Persönlichkeitsrechte. Und was ist eigentlich mit Kindern, die sich da in den Stream einklinken? Frage ich mich so.

Und sehe dann die guten Ansätze, die offenbar doch noch im Menschen schlummern. Der Friedensnobelpreis! Die Preisträgerin wird verkündet: Und the winner is: Nicht – wie er selbst fordert – US-Präsident Trump. Sondern eine ehemalige Richterin des Internationalen Strafgerichtshofs, die Südafrikanerin Navi Pillay.
Und was machen die USA? Verhängen kurz nach dieser Verkündung Sanktionen gegen diesen Gerichtshof – unter anderem sollen Transaktionen mit dem Gericht verboten werden. Wie bitter und bekloppt. Kleingeistig. Tumb. Rückwärts gewandt. Denke ich. Und würde am liebsten schreien.

Und bewundere Coco. Die die letzten Strahlen der Herbstsonne nutzt. Um zu chillen. Nach dem Motto: Nimm, was noch zu nehmen ist. Sagt der friedliebende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Verteidigt Menschenrechte. Gebt mir den Friedensnobelpreis. Und chillt, Leute!
Schreibe einen Kommentar