Hauptstadtkater

10. Oktober 2026

Was mich wirklich erleichtert (Larrys Genesung) und wirklich erzürnt (Trumps Verrat)

Erleichterung ist ein so krass cooles Gefühl. Crashout! Denke ich so. Als ich höre, dass mein Freund, mein Alter Ego quasi, eine OP gut überstanden hat. Larry the cat – der berühmteste Kater Großbritanniens, der auf einem eigenen X-Account das Leben sarkastisch betrachtet (!), ist zurück in der britischen Regierungszentrale Downing Street Number 10, wo er seit 15 Jahren lebt. 

Und yeah, die britische Regierung würdigt das Ereignis auf ihrem Insta-Account mit einem Film, in dem Larry – mit rasierter Stelle an der Seite – aus dem Tragekäfig springt. Dazu ertönt der alte Indie-Song Mr. Brightside von The Killers – großartig. Denn am Ende ist da die Erkenntnis: Auch wenn man aus einem imaginären Käfig raustritt, ist draußen nicht alles gut. Im Gegenteil. Hört Euch den Song an!!!

Aber: Ich bin irritiert. Dass mich das Schicksal Larrys tatsächlich so touchiert. Stärker als Drohnenangriffe auf Kiew. Meine Analyse: Der Horror in der Ukraine ist weit weg. Leid von Menschen, die ich nicht kenne. Fürchterlicher Alltag. O weia, ich schäme mich. Bin offenbar voll abgestumpft.

Und sehne mich nach Larry. Der für mich eine Institution ist, so etwas wie ein Vorbild. Und nun ja: Privates berührt eben doch stärker als weit entferntes Öffentliches. Auch wenn dieses Private eigentlich marginal-trivial im Vergleich dazu wirkt. Andererseits: Wer will schon bewerten, was für wen wie wirkt?

Zurück zu Larry. Der ja schon das biblische Alter von 20 Jahren erreicht hat. Er schreibt, er habe noch mindestens sechs Leben. Was mich aufatmen lässt. Im Rhythmus mit der Liedzeile der Killers: „Coming out of my cage.“

Ich komme auch aus meinem virtuellen Käfig. Und erblicke da draußen mal wieder US-Präsident Trump. Der die Ukraine ein weiteres Mal verrät. Und verkauft. Trump präsentiert einen Diesel-Deal, den er mit Kremlchef Putin geschlossen hat.

Russland soll in den kommenden Wochen – trotz Sanktionen wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine – Hunderttausende Lieder Diesel an die USA liefern. Trump hofft so, die exorbitant hohen Spritpreise in seinem Land zu senken, für die er durch seinen Iran-Krieg ja maßgeblich selbst verantwortlich ist.

Für die er massiv in der Kritik steht. Weswegen auch seine und die Umfragewerte seiner Republikaner desaströs sind. Und das kurz vor den wichtigen Zwischenwahlen Anfang November. Und Trump glaubt: Sinkende Spritpreise könnten die Stimmung ändern. Weswegen ihm dann auch egal ist, dass er mit dem Geld für den Diesel die Kriegskasse von Putin füllt.

Übrigens: Trump gratulierte Putin nun auch noch nachträglich zum 74. Geburtstag. Und wünschte ihm viel Erfolg. Während in den vergangenen Tagen erneut Dutzende ukrainische Zivilisten durch russische Angriffe starben. Es ist so widerwärtig. Denke ich so.

Und bleibe trotzdem positiv. Dank Larry. Es gehe ihm viel besser, aber er gehe die Dinge Schritt für Schritt an, schreibt er auf seinem Account. Möge mein intellektueller Schatten Larry weitere sechs britische Regierungschefs überleben. Sagt der erleichterte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Folgt Larry auf @Number10cat. Und chillt, Leute! 

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