Warum ich lieber Influcater als Cat-Statue bin und Kontur durch Kante gewinne

Es könnte so einfach sein: Wenn man einfach mal schneller seinen inneren Schweineköter überwände. Und einfach mal machte, wozu man sich lange nicht so recht traut. Denke ich so. Als ich Diego sehe. Der nach überstandener Sport-Soziologie-Prüfung im Flow ist.
Die Prüfung hat er endlich hinter sich gebracht. Nachdem er sie seit sechs Semestern immer wieder aufgeschoben hatte. Weil er keine Lust auf das Fach hatte. Keine Lust auf die Prüfung. Und sich beides jedes Semester verstärkte. So dass er sich nicht mal mehr aufs Lernen konzentrieren konnte.
Nun, nach anderthalb Stunden Online-Prüfung über den Einfluss der Politik auf den doch eigentlich unabhängigen Sport, strahlt Diego: „Eigentlich spannendes Thema. Supernette Prüfer. Tolles Gespräch. Note: Eins. Naturally“ Und: „Ach, hätte ich gewusst, wie easy das ist, hätte ich das längst gemacht. Und mir die lange Qual erspart.“

Liebe Leute, ich kann euch beruhigen – ich kenne die Problematik. Welch Respekt hatte ich als Kitten vor dem hohen Kratzbaum. Wochenlang. Und als ich eines Tages dann endlich sprang: Wow, geiles Gefühl. Wie einfach. Wie nice. Warum nicht früher?
Oder mein Frust, wenn Coco mir meine Leckerli wegnahm und ich monatelang grübelte, ob ich eskalieren sollte. Aus Angst, sie könnte zurückschlagen. Aber: Sie versteht, seitdem ich ihr irgendwann – viel zu spät – mal eine Ohrfeige verpasste.
Und so ist mein Appell: Seid ehrlich zu euch selbst. Und handelt. Sofort. Zeigt Kante. Um Konturen zu gewinnen. Zögert nicht. Abwarten macht alles nur noch schlimmer. Scusi, icke weeß, icke klinge wie ein schlechter Therapeut. Oder Influcater. Oder so.
Aber ich will nun von Diegos und meinen Problemen endlich zum Großen und Ganzen kommen. Zur Politik. Zu Trump-Baby. Dem kaum einer wirklich sagt, was er oder sie von ihm denkt. Im Gegenteil, Speichellecker allerorten. Besonders in Europa. Denke ich so. Mit Blick auf die EU. Die – ohne Widerspruch – so ziemlich alles tut, was der US-Präsident so will.

Aber nun, nun beweist die EU tatsächlich so etwas wie Mut – oder besser: Mütchen, he, he. Denke ich so. Denn sie hat erlaubt, im Europaparlament in Straßburg eine 2,50 Meter hohe, vergoldete Skulptur von Galschiot aufzustellen, die Trump zeigt – nackt und fett. „Orange Plague“, also orangefarbene Pest, oder „King of Injustice“, also König der Ungerechtigkeit, nennt der dänische Künstler sein Werk.
In der einen Hand trägt die Skulptur einen überlangen Golfschläger, daneben liegt ein Ball in Form der Erde. In der anderen Hand hält sie eine Waage – Anspielung auf die Figur Justitia, Symbol der Gerechtigkeit. Getragen wird dieser Trump von mir, he he. Und im Original: Von einem kleinen Mann.

Trump sei eines der größten Hindernisse für die Lösung des Klimawandels, sagt Galschiot. Und ich denke so: Recht hat er. Aber richtig mutig wäre es, das Trump offen ins Gesicht zu sagen. Ihn offensiv anzugehen. Kratzen, beißen. Kontra geben. Klar, naiv. Icke weeß.

Und stelle mir vor, wie es so wäre, ich als Trump. Ich als Trump-Statue. Einsam. Denke ich so. Und: Bald wird das auch Trump das merken. Spätestens wenn er machtlos ist. Sagt der aggressive Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Zeigt Kante. Und chillt, Leute!
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