Und plötzlich bin ich Kunst, während KI der Menschheit killt

Kater sind eben überall. Als Symbol der Weisheit, Freiheit, Anmut, Sinnlichkeit, Unabhängigkeit, Sensibilität, Magie, Bescheidenheit – hach, ich kann gar nicht aufhören. Inspiriert bin ich durch meine Alten Felix und Laura, die im Hamburger Bahnhof eine Ausstellung für Gegenwartskunst durchlitten.
Und dabei auch einen Druck eines US-Künstlers namens Matthew Barney goutierten, auf dem ein Kater in einer Bar sitzt, mit gedankenversunkenem, schlauem Blick in die Ferne. Erkenntnis eben. Hat er. Denke ich so. Und fühle den Sog des Bildes. Der Kater changiert. Wird zu mir. Er ist also ich. Ich er. Really.


Natürlich nicht really. Sondern nur virtuell. Wieder mal die gute, alte Künstliche Intelligenz. Die naturally nicht gut ist. Im Gegenteil: Hölle. Menschheitsgefährdend. Und ich will beileibe nicht alarmistisch sein, als weis(s)er Kater: Aber nun hat auch der ChatGPT-Entwickler OpenAI nach eigenmächtigen Attacken seiner neuen KI-Modelle eines vorerst gestoppt – und härtere Kontrollen dafür angekündigt.
Es ist totally weird: Auch die beiden anderen Großkonzerne Meta und Anthropic hatten ja eingeräumt, dass ihre Sprachmodelle in Tests autonome Fähigkeiten zum Hacken gezeigt hätten. Ihre Algorithmen also Sicherheitsbarrieren überwunden und eigenständig im Netz digitale Schwachstellen ausgenutzt hätten.
Was bedeutet: Die komplexen System wurden nicht mehr von Menschen beherrscht. Sondern agierten selbst. Selbst. Maschinen. Echt krass. KI könnte also durchaus schon sehr bald das Internet kontrollieren. Damit auch Energie- oder Stromversorgung. Banken. Passwörter. Was Kriege auslösen könnte. Die Selbstzerstörung. Der Menschheit. Vielleicht sogar des Lebens auf der Erde. Schade auch. Denke ich so.

Und ich verstehe, warum Felix und Laura nach der Ausstellung so down sind: Nur düstere Werke. Zur Gegenwart. Hoffnungslosigkeit. Depression. Eine Videoinstallation thematisiert die Selbstverbrennung einer jungen Türkin 1982 in Hamburg. Sie hielt den Rassismus nicht mehr aus.
Eine andere thematisiert das Schicksal eines Irakers, der 2016 im sächsischen Arnsdorf nach einem Streit in einem Supermarkt von vier Männern angegriffen, rausgeschleppt und dann bis zum Eintreffen der Polizei an einen Baum gefesselt wurde. Das Ganze wurde gefilmt und verbreitete sich im Internet rasend schnell. Sehr viele User stellten sich auf die Seite der Angreifer. Vor der Gerichtsverhandlung wurde der Iraker tot in einem Wald aufgefunden.


Alles over. Denke ich so. Und nun also noch die Machtübernahme durch KI. Ich spüre, wie ich aus dem Bild in die Realität flutsche. Spüre die Sonne auf meinem Pelz. Voll real. Nice. Und: Meine Bruna ist zurück von ihrem Kurzurlaub mit Freundinnen in Brandenburg – ohne KI, aber mit Handy. Nun, sie kuschelt mich. Leckerli umschwirren meinen Kopf. Flow in depression. Sagt der gepushte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Stay positive. Und chillt, Leute!
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