Was ich an Putin bewundere und warum ich Weinflaschen zerstöre – schmeckt eklig

Zerstören, was kaputt macht. Alkohol zum Beispiel. Heute habe ich gleich drei Flaschen Rotwein gekillt – mit einem Sprung auf das Weinregal und einem dann folgenden krassen Dominoeffekt. Allein, der Dank bleibt aus. Egal, ich weiß, ich bin auf der guten Seite. Und weiß, dass Felix, der jeden Mittag mit aufgequollenen Augen aufwacht, das im Grunde auch weiß.
Weil er ja ständig diesen – wie er sagt – über 50 Jahre alten Song summt: „Macht kaputt, was euch kaputt macht.“ Schade, dass die deutsche Demokratie das nicht befolgt. Im Gegenteil: Sie lässt die rechtsextreme AfD, die nun drei Landtagswahlen gewonnen hat, gewähren. Sich vorführen von einer Partei, die rassistisch agiert.

Und dann auch noch spottet: Die CDU werde pulverisiert, diese Demokratie sei in Wahrheit eine Diktatur, in der man seine Meinung nicht öffentlich äußern könne. Was sie ja tun. Nun ja, die Demokraten nehmen das alles hin. Und ich frage mich so: Warum lassen sie sich so verhöhnen? Sind sie einfach zu nett?
Ein bisschen Putin wagen, täte diesen Demokraten mal ganz gut. Denke ich so. Hui, dass ich so etwas mal schreiben würde. Liegt daran, dass ich mit meiner Zunge ein bisschen der roten Flüssigkeit geleckt habe, die mittlerweile unter den Kühlschrank geflossen ist. Schmeckt widerlich. Aber: Wirkt sofort. Benebelt.
Und ich denke so, die Demokraten sollten Putins Umgang mit Systemgegnern mal anschauen. Der Kremldespot hat seine Parlamentswahl nun klar gewonnen. Keine Probleme gehabt. Weil er zuvor alle kritischen Parteien verboten hatte.


So waren nun alle zur Wahl stehenden Parteien für den Krieg von der Ukraine. Und die von Putin unterstützte Partei geeintes Russland baute ihre Zwei-Drittel-Mehrheit noch einmal deutlich aus. Ob die Auszählung mit rechten Dingen zuging? Vollkommen egal. Weil ja auch die anderen Parteien kremlnah sind.
Putin jedenfalls sieht in dem Ergebnis einen klaren Auftrag für sich. Den Krieg gegen die Ukraine fortzusetzen. Und eventuell dann noch eine neue Mobilmachung zu starten. Muss Putin Konsequenzen fürchten? Nicht wirklich. Abgesehen von lauen EU-Protesten.
Ich liebe Freiheit. Ich liebe Debatten. Ich liebe Chillen. Ich hasse Putin. You know. Und mir ist übel. Von der roten Soße. Und Putin. Also: Meine Forderung, ein bisschen Putin zu wagen, ist naturally bittere Ironie. Aber es ist schon krass, dass die AfD-Rechtsextremisten ungestört die Demokratie beschimpfen dürfen – und so zugleich von ihr profitieren.
Krass ist auch, dass sie es schaffen, die große Partei der Nichtwähler zu mobilisieren, vor allem für sich selbst. Und ich denke so: Wahrscheinlich wählen die Leute die Rechtsextremisten, damit sie dann künftig gar nicht mehr wählen müssen. He, he. Möge es nicht so sein.


Übrigens: In Paris wurden in einer 50 Quadratmeter kleinen Wohnung 75 verwahrloste Katzen gefunden. Dazu einige tote Exemplare in der Tiefkühltruhe. Und ich denke so: Menschen machen Tiere kaputt. Menschen machen Menschen kaputt. Klima. Alles.
Vielleicht sollten sie doch einfach Wein trinken, um das aushalten zu können. Coco trinkt ja auch davon. Und kotzt. Sagt der traurige Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Distanziert euch von Rechtsextremisten. Und chillt, Leute!
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