Garfield und ich: Der vierte Geburtstag

Vier Jahre! Bin ich nun. Ein Zeitspanne, so lange wie der Erste Weltkrieg. Aber: Der Ukraine-Krieg dauert sogar schon länger. Und meine Bruna sagt: „Ups, jetzt ist Charlie kein Kind mehr, vier ist für einen Kater nicht mehr richtig jung.“ Und ich erschrecke. An meinem Geburtstag.
Nur getröstet mit Gedanken an einen alten Menschen, der noch fit ist: Lionel Messi, der argentinische Fußball-Superstar, der hat in dem für Profi-Fußballer biblischen Alter von 38 Jahren kürzlich in einem WM-Spiel drei Tore geschossen. Also: Das Alter ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit Trübsal, Krankheit, Langeweile. Denke ich so. Obwohl – wenn ich da Felix sehe, wie er in seinem Homeoffice vergammelt. Und immer grauer wird. Seit sechs Jahren…

Es ist Geburtstag, also fort mit den trüben Gedanken. Denke ich so. Denn ich bekomme nicht nur Leckerli, Würstchen und Sonder-Streicheleinheiten samt ständigem Hochgehebe vor debil strahlende Gesichter, die mich beglückwünschen. Sondern auch eine richtige Überraschung.
Felix zeigt sie mir: Die „Süddeutsche Zeitung“ würdigt heute einen anderen Kater, einen Kater, den ich really schätze. Garfield. Und warum wird ihm gehuldigt? Weil er heute ebenfalls Geburtstag hat. Zumindest jährt sich heute der Tag der Erstveröffentlichung des Garfield-Comics zum 48. Mal. Am 19. Juni 1978 tauchte der von Jim Davies geschaffene Kater erstmals in US-Zeitungen auf.
Und trat dann seinen weltweiten Siegeszug an. Und Garfield, klar, der ist weird, aber auch cool. Nicht sein orange-getigertes Fell, seine Lasagne-Leidenschaft oder seine Körperfülle. Sondern sein zynischer Humor. Sein cooler Umgang mit Kötern. Seine entspannte Weltsicht. Die in seinem Lieblingssatz gipfelt: „Ich mag keine Montage.“



Kann ich nachvollziehen. Aber vor allem: Ich mag keinen Trumps. An den US-Präsidenten werde ich unwillkürlich durch meinen Ehrentag erinnert. Auch Trump hatte ja vor ein paar Tagen Geburtstag. Und der Typ beschenkte sich selbst: Ließ zu seinem 80. blutige Gladiatorenkämpfe vor dem Weißen Haus in Washington aufführen.
Und bekam dann von Bundeskanzler Merz beim Gipfel der sieben wirtschaftsstärksten Länder im französischen Evian ein Trikot der Deutschen Nationalmannschaft geschenkt, beflockt mit der Nummer 47 – Trump ist der 47. US-Präsident. Der wusste mit dem Shirt erst mal gar nichts anzufangen, lächelte dann und knüllte es zusammen.



Tja, Geschenke sind eben gar nicht so einfach. Denke ich so. Da lobe ich mir doch Leckerli und Würstchen. Und einen zusätzlichen Schlaf, ganz a la Garfield: „Schlaf ist genial, man schließt die Augen und die Welt ist weg.“ Sagt der. Trump ist dann auch weg. Wenn ich die Augen schließe. Sagt der gerührte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Lest Garfield. Und chillt, Leute!
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