Hauptstadtkater

20. Juni 2026

Nichts ist für ewig: Nurias Abschied und Irans Opposition

Traurig. Das nichts für ewig ist. Schon wieder steht ein Abschied an: Meine Nuria sagt Good-bye. Sie sagt, sie müsse zurück ins schnöde Freiburg. Als ob. Sie wird fehlen. Und das tut so weh. Da sie eine wahre Kater-Katzen-Flüsterin ist.

Siehe Coco, die ihrem Charme ebenfalls komplett erlegen ist. Aber klar, ohne Tiefen keine Höhen keine Tiefen. Wie langweilig, wenn immer nur die Sonne scheinen würde. Obwohl – eigentlich wäre es nett. Denke ich so. Wenn die Sonne immer meinen Pelz wärmte. Oder meine Nuria immer da wäre.

Andererseits: Schon gut, dass die Vanitas, äh, Vergänglichkeit alles und alle trifft – und damit auch den holy Shit des Lebens. Also auch die iranischen Revolutionsgarden. Und auch US-Präsident Trump. He he. 

Allerdings, ob es nach gefühlten Ewigkeiten Depression dann irgendwann tatsächlich heller wird, oder die Depression erst einmal nur eine andere wird – who knows? Im Iran allerdings kann es eigentlich nur aufwärts gehen. Irgendwann. Es ist so erschütternd, die Schicksale von Oppositionellen, die gefoltert und ermordet werden, mitzubekommen.

Hilflos abzuchillen. Im Arm meiner Nuria. Mit dem Wunsch abzuschalten, weil es kaum auszuhalten ist. Und ich dann bei der Fußball-WM in den USA die iranische Mannschaft kicken sehe. Und der Weltfußballverband Fifa, aber auch die Kommentatoren so tun, als ob das Team ein legitimer Vertreter des Landes sei. Und iranischen Oppositionellen in den USA sogar verboten wird, die Nationalflagge im Stadion zu zeigen, die bis zur islamischen Revolution 1979 Symbol für den Staat war. 

Die in den USA lebende iranische Aktivistin Gazelle Sharmahd ist empört: Das Mullah-Regime sei keine iranische Regierung, sondern eine Besatzungsmacht, die seit 47 Jahren Massaker am iranischen Volk begehe. Im Januar seien alleine 35.000 Menschen von den Schergen des Regimes ermordet worden. Sagt sie der „Süddeutschen Zeitung“.

Die iranischen Nationalspieler seien nicht danach ausgewählt worden, wer am besten kicke, sondern wer das Regime am besten vertrete. Die Nationalspieler, die gegen das Regime seien, säßen im Gefängnis. Dass die US-Regierung von Trump nun eingefrorene Gelder für das iranische Regime freigeben wolle, halte die Terroristen an der Macht. Und somit hätten die USA an dem Desaster eine große Mitschuld. 

Trauer. Meine Nuria wartet bereits seit Stunden am Bahnhof auf Züge nach Freiburg, die nie kommen. Ewigkeiten. Aber dann doch. Während die Massen in Kneipen auf Großbildleinwänden leiden. Und jubeln. Wenn der Iran bei der WM ein Tor schießt.

Wut, Empörung, Erleichterung. Tiefen, Höhen. Und die diffuse Hoffnung, dass nichts für ewig ist. Sagt der traurige Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Hofft auf ein Ausscheiden des Teams der iranischen Terroristen. Und chillt, Leute!

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