25 Jahre nach 9/11: Das Grauen hört nicht auf

Es gibt Tage, die die Welt verändern. Kenne ich. Wenn ich an Corona oder die Kriege in der Ukraine und im Iran denke. Für Felix aber markiert noch viel stärker ein anderer Tag eine solche Zeitenwende. Sagt er. Und ist really erschüttert, als er zum x.-ten Mal die Bilder sieht, die zeigen, wie zwei Flugzeuge in die beiden Türme des World Trade Centers krachen.
Wie die 400 Meter hohen Türme brennen. Menschen aus dem oberen Stockwerken springen, weil sie nicht verbrennen wollen. Und die Türme dann kollabieren. Riesige Staub- und Aschewolken die Straßenschluchten der Millionenmetropole grau machen. 25 Jahre ist das jetzt her. Und Felix sagt: „Wie krass, ein Vierteljahrhundert. Und doch, als ob es gestern gewesen wäre. Irgendwie. Weil es so intensiv war.“

Ich bin tatsächlich – nicht nur wegen der Leckerli vor dem Fernseher, he he – auch gebannt, fasziniert von den Bildern. Die nicht aus einem fiktionalen Film kommen, sondern aus der Realität. Die damals auf den Kopf gestellt wurde. Weil die als unverwundbar geltende USA von islamistischen Terroristen angegriffen wurden. Die vier Flugzeuge kapern konnten. Die nicht nur die Türme trafen, sondern auch das Pentagon bei Washington. Während das vierte über einem Feld abstürzte.
Klar war: Die USA, Symbol der freien Welt, wurde attackiert. Das war bis dahin für viele unvorstellbar. Fast 3.000 Menschen starben – und bis heute mindestens nochmal so viele, die damals dem giftigen Dämpfen und dem Staub ausgesetzt waren. Und ich denke so: Klar, dass sich das in das kollektive Gedächtnis der Menschen eingebrannt hat. Unklar aber, warum sie daraus keine guten Lehren gezogen haben. Sondern nur nach dem Motto: Rache. Gegenrache. Krieg. Tod. Hass. Gehandelt und reagiert haben.

Durch diese Attacken sei die Welt eine andere geworden. Sagt Felix. Die USA starteten ihren Krieg gegen den Terror. Erst griffen sie einen Monat später Afghanistan an, um die für die Anschläge verantwortlichen Al-Kaida-und Taliban-Leute zu töten. Später dann folgte der Irak-Krieg.
Präventivkriege seien die neue Taktik gewesen. Sagt Felix. Dafür seien die Verteidigungsausgaben massiv gesteigert, der Sicherheitsapparat ausgebaut worden. Auch das 2002 in Betrieb genommene Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba, in dem Häftlinge gefoltert worden sein sollen, sei eine Folge. Erzählt Felix.

Hat Tränen in den Augen. Als er vom Besuch des Memorial Museums am Ground Zero – dem Ort, an dem die Türme des World Trade Centers in New York standen – spricht. Da seien viele persönliche Gegenstände der Opfer ausgestellt, Koffer, Uhren, Schuhe – auch die zerfetzte Puppe eines Kindes.

Felix erzählt, auch eine Katze an Bord einer Maschine sie ums Leben gekommen, sie sei mit ihrer Besitzerin bestattet worden. Welch Grauen. Denke ich so. Immerhin gibt es eine good news: In den Trümmern sei auch eine acht Wochen alte Katze gefunden worden, die dann an eine Familie vermittelt worden sei. Erzählt Felix.
Und ich denke so: Auch im Grauen kann es mal positive Überraschungen geben. So richtig Hoffnung macht mir das allerdings nicht. Sagt der deprimierte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid aufmerksam. Und chillt, Leute!
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