Hauptstadtkater

1. Juni 2026

Jagd auf ewige Jugend – Tötet Nazis (metaphorisch)

Jagd ist was für die Götter. Also für uns. Kater – und auch Katzen. In der Dämmerung Hülle. Sind wir die Stars. Wenn sie sich da bewegt. Vor uns. Die Maus. Und wir so: Körperspannung, lauern, Arsch (sorry für den Ausdruck) hoch, geduldig sein – für den Moment der Momente: Den Sprung auf die Maus.

Die sich dann mal wieder als Wollmaus entpuppt. Frustrierend. Für Coco. Aber so ist das. In unserer sogenannten Zivilisation. Wo nicht mal richtig geputzt wird, sodass diese Fusselbälle ständig durch das Revier schwirren. Und uns täuschen. Ärgerlich. 

Menschen sind auch Jäger. Schlechte Jäger. Sie brauchen dafür Waffen. Also Gewehre oder Pfeil und Bogen. Oder auch Worte. Wie US-Präsident Trump. Der seine Feinde jagt. Nun aber ein Problem hat. Weil er einen Freund zum Feind stilisierte. Wenngleich das wohl auf sein Alter samt einer damit einhergehenden Demenz und seine Sinne deformierende Hybris einhergeht.

Jüngst also drohte er dem verbündeten Oman, seine Bürger in die Luft zu jagen. Vielleicht, wahrscheinlich meinte er aber den Iran, mit dem er sich ja bekriegt. Gefragt worden war Trump, ob er sich vorstellen könne, dass der Iran und Oman gemeinsam die von den Iranern blockierte Straße von Hormus kontrollieren könnten. Und Trumps Antwort – siehe oben. 

Ich bin mal positiv. Und glücklich, dass Trump nicht mich und meine Leute und ganz Deutschland in die Luft jagen will. Nachdem unser Deutschland-Chef Merz frech war und Trumps Iran-Krieg kritisiert hatte. Da reagierte der US-Präsident, zwar pikiert, aber fast sanftmütig: Und kündigte als Reaktion an, ein paar Tausend US-Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Und die eigentlich versprochenen reichweiten-starken Tomahawk-Raketen doch nicht hier zu stationieren. 

Tja, alte Menschen. Komisch. Alt will offenbar niemand sein. Beim 89. Geburtstag von Felixens Germanistik-Professor erzählte die 85-jährige Ex-Sekretärin, sie sei am Vortag mit dem Rennrad 82 Kilometer geradelt. Türlich ohne E-Motor. Eine elf Jahre jüngere Ex-Professorin kennt das Geheimnis ihrer Jugend: Tango tanzen. Das halte fit und jung – weil es sowohl Körper als auch Geist fordere – und man zugleich Gemeinschaft erlebe.

Felix fegt die Wollmäuse zusammen. Stöhnt ob des schmerzenden Rückens. Und ich verstehe nicht, warum er so erschüttert war, dass der Vater eines Freundes, der ihn kürzlich nach Jahren wieder sah, sagte: „Na, bei Dir schlägt das Alter ja nun auch zu.“ Und am nächsten Tag dann geradezu euphorisiert erzählte, jene Tango-Professorin habe gesagt, er altere ja nun überhaupt nicht – zuletzt hätten sie sich vor drei Jahrzehnten gesehen.

Und ich denke so: Was soll diese Jagd nach der ewigen Jugend. Jagt doch Mäuse. Wollmäuse. Jagt Nazis. Und tötet sie. Ist metaphorisch gemeint. Sure. Sagt der radikal jagende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Putzt. Und chillt, Leute! 

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