Fresst Menschen: Das Ende des Vegan-Booms

Tierquälerei oder Spaß? Eine Frage der Sichtweise. Denke ich so. Wenn ich sehe, wie Diego Coco kreuzigt – also sie an beiden Vorderpfoten hochzieht. Und sie dann wie eine leidende Christusskulptur zwischen seinen Händen hängt. Und Coco natürlich – schnurrt. Für alle Kater-Dilettanten: Das ist das Geräusch für Wohlbefinden. Das Gegenteil also von Leid.
Nun, allgemein gilt: Egal, ob es sonnig ist, die Lebenserwartung steigt oder das Bewusstsein für Umweltschutz wächst – es gibt immer die Gegenseite. Wer das Strandwetter in Deutschland lobe, vergesse, dass das mit dem Klimawandel zusammenhänge; wer die immer höhere Zahl an über 100-Jährigen preise, blende aus, dass der demographische Wandel die Gesellschaft zerstöre; wer sich für Fridays for Future einsetze, fliege trotzdem drei Mal pro Jahr in den Urlaub, monieren die Nörgler. Und wer mit einer Katze spiele, der quäle sie. Wird dann eben auch kritisiert. Denke ich.
Und höre Laura. Die kürzlich die Debatte führen musste, ob es gut sei, dass in Supermärkten immer mehr Selbstbedienungskassen eingeführt werden. Ihre Cousine habe stolz gesagt, ihre beiden Anfang 20 Jahre alten Kinder würden immer zu der Kasse gehen, an der Menschen die Preise einscannen. Weil der persönliche Kontakt doch so wichtig sei. Und die Kassiererinnen und Kassierer sich darüber freuten.

Die Nichte von Laura antwortet, ein Freund habe ein paar Monate an einer solchen Kasse gejobbt. Ein höllenanstrengender Job. Und dazu nervige Kundinnen und Kunden, die zum x.-ten Mal über Sonderangebote oder das Wetter reden wollten. Und er sich gefragt habe, ob er Psychologe oder Kassierer sei.
Während der Onkel Chris meiner Alea sagt, die SB-Kassen würden eh demnächst abgeschafft. Weil die selbst grundehrliche Menschen dazu verführten, Produkte nicht zu scannen und so einzupacken. Einfach, weil der Barcode nicht funktioniere. Tja, was denn nun? Unerquicklich, diese Debatten. So ziellos. Und energieineffizient.
Fleischersatzprodukte jedenfalls boomen wohl auch unabhängig von der derzeit noch steigenden Zahl an SB-Kassen nicht mehr. Absatz und Produktion gehen zurück. Ich habe sogar Zahlen dazu: Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland Fleisch im Wert von mehr als 45 Milliarden Euro produziert, Fleischalternativen im Wert von 632 Millionen Euro – mehr als 2 Prozent weniger als 2024.

Warum? Die fleischlosen Produkte seien ziemlich teuer. Sagt Diego. Und viele schmeckten dann auch nicht besonders gut. Und ich denke so: Der Mensch ist eben doch wie der Kater: Ein leidenschaftlicher Fleischfresser. Nun, Hauptsache er frisst in der Not keine Kater. Denke ich so.
Und würde meine Pfote nicht ins Feuer legen, dass meine Menschen mich tatsächlich verschonen würden, falls sie wirklich mal Mangel und Hunger zugleich erleben würden. Tja, dann müssen wir Kater und Katzen schneller sein. Und sie, die Menschen fassen. Und futtern. Sagt der aufgeweckte Hauptstadtkater. Der trotzdem über euch wacht. Und jetzt: Esst vegan. Und chillt, Leute!
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