Sehnsuchtsort Vollmond und die Leiden der jungen Laura

Völlig losgelöst. Von der Erde. Bin ich manchmal. Wenn ich springe. Und die Schwerkraft nicht mehr zu existieren scheint. Für mich. Ich meinen Moon sehe. Näherkommend. So golden-gelb. Ein verführerischer Chillort. Vor allem, weil der Mond eben ohne Menschen ist. Denke ich so.
Während ich dann doch wieder auf die Erde zurück platsche. Leider. Und bin really entsetzt. Als ich sehe. Eine Rakete, die Artemis 2, startet. Von Cape Canaveral in Florida. Mit vier Menschen drin. Richtung Mond. Meinen Sehnsuchtsort.
Zum ersten Mal seit 1972 machen Menschen das wieder. Sich selbst dem Mond nähern. Sie wollen erst mal nicht drauf, nur drumrum fliegen. Und sogar einige Tausend Kilometer dann vorbei – womit sie dann so weit weg von der Erde wären wie Menschen nie zuvor. Toll, denke ich so. Was haben sie davon?

Ich weiß es nicht. Spüre in meinen Gedanken plötzlich Laura über mich stolpern. Tut weh, aber sie flucht nun eben diesen, meinen Mond an. Dieser lasse sie wieder mal nicht schlafen. Es sei schon kurz nach vier. Und sie heult den Vollmond an. Dessen heller Schatten sich plötzlich verdunkelt.
Denn: Seine Silhouette wird gekreuzt von eben dieser Artemis 2. Die nun diesen Mond zweiteilt wie auch dessen Schatten. Und Lauras Gesicht entspannt sich. Der Vollmond ist zerstört. Von Artemis. Und sie wendet sich glücklich ab. Ruft: Danke, Rakete, Mond schwinde. Torkelt ins Bett. Schläft. Tatsächlich.

Die Rakete gegen menschliche Schlaflosigkeit also. Denke ich so. Die mit rund 30.000 Stundenkilometern durchs All rast. Um zum 400.000 Kilometer entfernten Trabanten zu gelangen. Zehn Tage soll der Flug dauern. Und ich überlege, was die Rakete so an Treibstoff verballert. In Zeiten, in denen in Bangladesch fürs Volk kein Benzin mehr da ist. In Zeiten, in denen der Klimawandel sich immer stärker beschleunigt.


Schreibe einen Kommentar