Hauptstadtkater

19. Oktober 2026

Pilze für alle im brennenden Paris – ich würde einfach mal kosten und löschen

Stehen zwei Pilze im Wald. Sagt der eine zum anderen: „Na, du Pilz.“ Das ist das Niveau, auf dem Felix agiert. Sein Lieblingswitz. Der auch nicht lustiger wird mit seiner komischen Artikulation. Egal, ich mag den Witz trotzdem – irgendwie.

Erstens, weil ich Pilze liebe. Ihren Duft. Ihre Wirkung, he he. Flyin’ high. Sag ich nur. Zweitens: Weil dieser spröde „Witz“ eine Leichtigkeit des Seins versprüht, eine Unbekümmertheit, die seit Jahren immer weiter schwindet. Im Leben der Anderen. Im Leben der Menschen.

Jetzt brennen sogar in Paris die Straßen. Krawalle. Unruhen. Brennende Barrikaden, Autos. Vermummte plündern Geschäfte. Auch in anderen Städten wie Lyon oder Marseille. Warum? Frust ohne Ende. Der dann in Gewalt mündet. Und für noch mehr Frust sorgt.

Und ich denke so: Leute, probiert Pilz. Nein, es ist nicht zum Scherzen, ich nehme es mir als Kater mal raus. Um locker zu machen.

Begonnen hatten die Proteste im Nachbarland vor rund einem Monat. Damals demonstrierten Lehrer, dann auch Schüler gegen marode Schulen, zu wenig Personal, vollgestopfte Stundenpläne. Der Frust brach dann auch bei anderen Franzosen aus – geklagt wurde über hohe Lebenshaltungskosten, teuren Sprit, niedrige Einkommen.

Tja, und dann übernahmen Linksextremisten die Regie. Mit dabei auch Menschen mit Palästina-Flaggen und der Forderung „Free Gaza“. Und Gewalttäter. Kriminelle. Die Geschäfte zerstörten, Sportschuhe, Klamotten, Handys aus den Shops klauten. Und die Polizei – überrascht und offensichtlich machtlos. 

Der französische Funke sprang über – auf Nachbarländer wie Belgien, Italien und Spanien. Auch dort wurde erst mal gegen steigende Lebenshaltungskosten protestiert. Und auch hier kam es dann zu Gewaltexzessen, Plünderungen, bürgerkriegsähnlichen Szenen. In Spanien prügelten gar Beamte auf Beamte ein: Polizisten auf streikende Lehrer. Und überall: Ein Ende nicht in Sicht.

Demos mit Zehntausenden Menschen gab es auch in Lissabon. Ihr Hauptanliegen: Wohnungsnot, horrende Mieten. Und Laura so: „Nein, nicht da, da sind wir doch schon nächste Woche.“ Und Felix so, im Stile eines Nachrichtensprechers: „Am Rande der Demos kam es auch in der portugiesischen Hauptstadt zu Unruhen. Autonome zogen in die Altstadt, wo mittlerweile jede zweite Wohnung an Touristen vermietet ist.  Dort zwangen sie die Touristen aus den Wohnungen, entkleideten sie, beschossen sie mit roter Farbe und jagten sie mit ihren Sprühpistolen Richtung Fluss Tejo.“

Und Laura so: „Oh nein.“ Und Felix so: „Wir sind der Grund der Proteste.“ Und er erzählt weiter – offensichtlich nach einer Prise Pilz: „Nun, plötzlich strömten 7.283 Kater und Katzen aus allen Winkeln der Altstadt – und attackierten die Autonomen. Die die Flucht ergriffen. Während die Touristen glückselig in ihre AirBnB-Wohnungen zurückkehrten. Den Katzen die Fischgräten der vergangenen Woche aushändigten. Und happy 582 Euro Tagesmiete für 40 Quadratmeter Wohnfläche in historischer Umgebung weiter bezahlten.“

Tja, denke ich so. Spröde Story von Felix. Erkenntnisse: Laura lacht trotzdem. Und: Menschen lieben offensichtlich Gewalt. Kater lieben Frieden. Und Pilze. Vor allem im Herbst. Wenn der wunderbare Parasol knospet. Sagt der fliegende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Meidet Gewalt. Und chillt, Leute! 

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert