Hauptstadtkater

15. April 2026

Lover, Schmankerl, Selbsthass und vergessene Kriege

Chillen also mal wieder. Als das Nonplusultra. Für die Erkenntnis. Nicht nur des Offensichtlichen, sondern auch von dem, was sich dahinter verbirgt. Als besonderes Schmankerl heute: Ein exklusiver Hintergrund zum 31. Zuammenkomm-Tag meiner Alten. Und als Realitätscheck: Vergessene Kriege entdecken.

Zunächst zu einem mehr oder weniger aus der Öffentlichkeit verbannten Krieg. Zu dem im Sudan. Der sich heute zum dritten Mal jährt. Ein extrem grausamer Krieg. Durch den schätzungsweise schon mehr als zwölf Millionen Menschen vertrieben wurden. In dem Bewaffnete Familien jagen, Männer erschießen, Frauen und Kinder vergewaltigen.

Diplomatie scheitert. Weil der Staat Sudan niemanden so recht interessiert. Nur insoweit, dass Nachbarstaaten die Kriegsparteien aufrüsten. Und es so auch einige Profiteure des Kriegs gibt. 

Und ich frage mich: Bringt es denn tatsächlich etwas, über diesen Krieg zu reflektieren? Außer Frust. Und Hilflosigkeit. Denke ich so, während ich meine Leckerli verschlinge. Welch Dekadenz. In meinem Revier. Durch mich. Selbsthass. Ob meiner Attitüde ergreift mich. Denn: Welch Glück, hier in diesem Revier zu leben.

Trotz Coco. Trotz meiner Alten. Offenbar muss ich in Abgründe blicken, um meinen Alltag zu schätzen. Sollte Mensch auch. Tja, sorry für mein anbiederndes Gut-Kater-Gehabe, gleich ist damit auch Schluss, versprochen. Aber das muss ich noch sagen: Nur wer hinschaut, kann Kritik üben. Und mit Gleichgesinnten Druck aufbauen, um in der Welt etwas zu bewirken. Amen. 

Der ukrainische Präsident Selenskyj schaffte es bislang hervorragend, den russischen Angriffskrieg auf sein Land seit mehr als vier Jahren ganz oben in den Schlagzeilen zu halten. Und damit Unterstützung von Alliierten zu organisieren. Nun aber klagt er, der Ukraine-Krieg gerate wegen des Iran-Kriegs ins Hintertreffen.

Die US-Vermittler hätten keine Zeit mehr für Verhandlungen mit Russen und Ukrainern. Und ich frage mich so: Warum fordern alle immer die USA? Die von einem failed Präsidenten geführt werden, dem manche Wahnsinn attestieren? Der aber als einziger in der Lage zu sein scheint, Konflikte zu befrieden. Weil manche glauben, er habe die Macht dazu. Was allerdings auch so gar nicht stimmt. Siehe Iran. Siehe Ukraine….

Nun aber das versprochene Schmankerl, die Vorgeschichte zum Zustandekommen des 31. Zusammenkommen-Tags von Felix und Laura: Man schrieb den Oktober 1994, als Katrin eher zufällig zu dem ihr fremden Holger in eine Berliner 2er-WG zog. Die beiden verstanden sich, kochten, lasen, fotografierten zusammen – und fuhren dann im Frühjahr an den Gardasee zu einer dort studierenden Freundin.

Kurz zuvor hatte sich Holger noch einen Köter namens Janosz zugelegt. Der die Mitbewohner zu gemeinsamen Quasi-Eltern machte. Und so passierte, was bei zu viel Zweisamkeit mit Köter passieren muss: Aus Mitbewohnern wurden Lover. Love and Hope eben. Zum Ausklang. Sagt der enthusiasmierte Hauptdstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Schaut hinter Fassaden. Und chillt, Leute!

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert