Kater können nicht nicht chillen, das verlogene IOC und Brunas Rückkehr

Es gibt sie, die unumstößlichen Gewissheiten. Meine lautet so: Kater können nicht nicht chillen. Aber gut finde ich auch: Man kann nicht nicht kommunizieren. Der Spruch stammt von meinem Alter Ego, Paul Watzlawick – dem alten Soziologen. Und frei nach ihm füge ich nun hinzu: Man kann nicht nicht politisch sein.
Weil jede Handlung eines jeden Lebewesens in einen Kontext eingebettet ist. In Beziehungen zu anderen Lebewesen steht. Und damit irgendwie auch politisch ist.
Woraus folgt: Auch Sport ist politisch. Und da ganz besonders die Olympischen Spiele, wo Athleten für ihre Länder antreten. Die sich dann mit deren Medaillengewinnen brüsten. Wobei das Internationale Olympische Komitee natürlich immer vehement behauptet, die Spiele seien unpolitisch. Es gebe nur den Sport.
Hach, welch Pseudo-Scheiß. Denke ich so. Auf meinem Thron sitzend. Als ob der Sport in einem Vakuum operieren könnte. Als ob er neutral sei. Neutral sein könnte – angesichts des Terrors, den einige Länder über andere bringen. Wie beispielsweise Russland seit fast vier Jahren mit seinem brutalen Krieg in der Ukraine.

Nun gibt es bei den Olympischen Spielen in Italien einen ukrainischen Skeleton-Piloten namens Heraskewytsch, der im Wettkampf einen Helm tragen wollte, auf dem die Porträts von 22 von Russland getöteten ukrainischen Athleten prangten. Das IOC verbot das – mit dem Hinweis, Demonstrationen – politische, religiöse oder rassistische Propaganda – seien in olympischen Veranstaltungszentren nicht erlaubt. Schloss den Mann – der nicht auf diesen Helm verzichten wollte – vom Wettkampf aus.

Und ich denke so: Ausdrücklich erlaubt ist den Athleten ein Recht auf freie Meinungsäußerung. Wenn jemand auf gestorbene Kollegen aufmerksam macht – ist das eine Demo, ist das Propaganda? Kompletter Bullshit. Und so verlogen. Denke ich so. Denn das IOC arbeitet daran, das von den Spielen suspendierte Russland wieder in die olympische Familie aufzunehmen. Ein Land, dessen Herrscher morden lässt.
Auch ukrainische Athleten. Worauf Heraskewytsch hinweisen wollte. Natürlich weiß ich: Der Helm mit den Porträts ist eine politische Botschaft. Wie aber auch eine Teilnahme Russlands an den nächsten Spielen. Oder – wie nun in Italien – Protest von US-Sportlern gegen die brutale Einwanderungspolitik von US-Präsident Trump. Der einen Sportler seines Landes als „Loser“ bezeichnete. Politisch ist alles.

Der Aufschrei gegen den Ausschluss von Heraskewytsch ist groß. IOC-Präsidentin Coventry vergießt wegen des Ausschlusses gar Tränen. Und meint, es tue ihr leid, aber Regeln seien eben Regeln. Und ich denke so: Mammamia, die Alte ist Präsidentin. Sie hätte die Macht gehabt, Heraskewytsch starten zu lassen.
Ich sehe, auch bei Athleten ist die Empörung groß. Aber dann doch nicht so groß, um gemeinsam den Wettkampf zu boykottieren. Ich ärger mich nicht weiter. Meine Bruna kommt von ihrer fünftägigen Orchesterfreizeit zurück. Die sei besser als erwartet gewesen. Sagt sie.

Da sie viele Leute besser kennengelernt habe. Und die sogar nett seien. Was sie nicht erwartet habe. Tja, man kann eben leider auch nicht nichts erwarten. Was manchmal wahrscheinlich besser wäre. Für mehr Offenheit. Sagt der gechillt Hauptstadtkater. Der so gerne über euch wachen würde. Und jetzt: Chillt, Leute!
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