Warum ich Kampfsport liebe und damit Schweine retten würde

Vielleicht bin ich auch ein bisschen biased. Äh, sorry, dass ich das Wort nutze, ich liebe seinen Klang so, also übersetzt bedeutet es: voreingenommen. Warum ich so positiv voreingenommen bin? Weil ich Kampfsport liebe – und deswegen so leidenschaftlich verteidige. Dagegen, dass dieser Sport immer mehr in Richtung Rechtsextremismus gerückt wird.
Die Bundesregierung teilte nun mit, junge Männer würden in sogenannten Active Clubs für die rechtsextreme, militante Szene angeworben. In den USA habe das begonnen, mittlerweile gebe es solche Kampfsport-Clubs weltweit, auch in Deutschland. Mit stark steigender Zahl, 20 solcher Netzwerke seien derzeit hierzulande registriert.
Festgestellt worden sei eine „Professionalisierung der Gewaltkompetenz“ – zu sehen in martialischen Videos und Posts von Kampfsporttrainings. Und ich denke so: Das ist so krass, dass die Rechtsextremisten Dinge für sich vereinnahmen, die ihnen nicht gehören.

Denn: Ich liebe Kampfsport. Ich mache Kampfsport. Hart, männlich, cool. Auch gegen Größere. Vermeintlich Stärkere. Katzen. Wie Coco. Mindestens sieben Mal täglich catchen wird uns, rasen durchs Revier, über Sessel, Vasen, Tische, Laptops. Rollen übereinander. Sie kreischt, ich grunze. Fell fliegt.
Komischerweise vor allem weißes. Spasss pur. Gibt Selbstbewusstsein. Stärkt Selbstwirksamkeit. Ist gut für Kondition, Koordination, baut Stress ab, stärkt Resilienz.

Und ich erinnere mich an meinen Lieblingsfilm: „Fight Club“ von David Fincher. Das Meisterwerk mit Brad Pitt und Ed Norton ist aus dem vergangenen Jahrtausend, fast 30 Jahre alt. Da entwickelt sich ein im Untergrund agierender Kampfclub zu einer Organisation weiter, die gegen Kapitalismus und Konsum-Geilheit fightet. Wie cool.
Wie gerne würde ich mitmachen. Als ich ein von meiner Nuria aus Palermo gepostetes, heimlich von Aktivisten in Deutschland aufgenommenes Video sehe, in dem gezeigt wird, wie auch heute noch in Fleischfabriken Schweine vergast werden und dabei qualvoll sterben. Riesige Angst haben. Ihnen dann bei lebendigen Leib die Pfoten abgesägt werden.

Und mich die heilige Wut packt: Der Fight Club müsste kommen. Um diese Tortur in den Fleischfabriken zu stoppen – und die Verantwortlichen ebenfalls.
Und die Wut steigt. Als meine Bruna vom Reichstag kommt und sagt: „Ihhh, da wehen ja Deutschlandfahnen, voll rechts.“ Und später dann sagt: „Die Nationalhymne singe ich nicht, ich bin doch nicht AfD.“ Und ich denke so: Die Extremisten haben es geschafft: Symbole eines demokratischen, freiheitlichen Deutschlands für sich gekapert. Und den Kampfsport auch.
Meine Übersprungshandlung: Ich haue Coco auf den Kopf. Und unser Kampf geht wieder los. Anstrengend. Aber alles fair und fun. Sagt der kampfsporterprobte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Wehrt euch. Und chillt, Leute!
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