Die Suche nach dem Messias und mein Dank an Euch

Schnauze abwischen und weitermachen. Mit dem Chillen. Und dem Schreiben. Weiter geht es mit dem Alltag des Nicht-Alltäglichen. Weg mit den Sentimentalitäten, ausgelöst durch mein Jubiläum, das mich ganz weich gemacht hat.
Heute also wieder hart: Denn die Lage bleibt düster. Also Zeit für einen Messias. Oder für mehrere. Und ich denke so: Zum Glück bin ich weiß. Also, die Farbe meines Fells. Hehe. Ich strahle, aber auch er: Ulrich Siegmund, der Wahlsieger der rechtsextremistischen AfD in Sachsen-Anhalt.
Der einfach immer lächelt. In der Öffentlichkeit. Und dazu nur sagen muss, es werde alles gut. Mindestens so gut wie früher. Behauptet der Mann, der kurz nach der deutschen Wiedervereinigung geboren wurde. Finden viele attraktiv. Weil sie keine anstrengenden Debatten nachvollziehen müssen. Sich nicht über Kompromisse ärgern müssen. Sondern ihnen unmissverständlich gesagt wird, wie es – angeblich – ist. Düster, denke ich so.
Wenn es in Deutschland die Politik nicht mehr richten kann, muss der Sport liefern. Jürgen Klopp, der neue Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, hat sich zu einer Art Erleuchter gemacht. Immer gut gelaunt, immer ein strahlendes Lächeln.

Er spricht über Aufbruch- und gute Stimmung. Er spricht von einem „positiven Patriotismus“ und davon, sich die Fahne zurückholen zu müssen – ohne die AfD zu nennen. Es solle klar sein: „Du bist happy und verstehst, dass du Glück hattest, in diesem wundervollen Land geboren zu sein, aufgewachsen oder zugezogen bist.“ Er wolle Nationalstolz nicht den falschen Leuten überlassen.
Und ich denke so: Klopp könnte das schaffen, was Kanzler Merz stets misslingt: Mit Überzeugung eine positive Grundstimmung schaffen. Denn es gibt doch so viele Menschen, die gerne in diesem Land leben, auch weil es nicht perfekt ist.
Wie beispielsweise Juri, der Taxifahrer, der den Opa Volker meiner Bruna an Wochenenden zur Dialyse kutschiert. Erzählt meine Bruna. Vor zehn Jahren sei Juri aus Kirgisistan gekommen. Mittlerweile hätten seine Frau und er drei kleine Kinder. Um ihr Leben finanzieren zu können, fahre er an Wochenenden Taxi.
In der Woche sei er bei einem Bundesinstitut beschäftigt, nehme Proben von Getreidepflanzen, um festzustellen, ob ihre Pestizidbelastung nicht zu hoch sei. Das verdiente Geld reiche so, einmal im Jahr für zwei Wochen mit der Familie in die alte Heimat zu fliegen. Dort würden sie wie Lichtgestalten gefeiert, Schafe würden ihnen zu Ehren geschlachtet, die Feiern würden Tage – und Nächte – andauern.

So dass sie dann auch wieder froh seien, im veganen Deutschland mit den echt netten Menschen zu sein. Um sich bei der Arbeit erholen zu können. Und ich denke so: Deutschland ist gar nicht so düster. Wie es vor allem die Weltuntergangs-Apologeten der AfD immer wieder erzählen. Und wie es offenbar immer mehr Menschen glauben.
Ich jedenfalls bin geflasht. Von Euch, liebe Leserinnen und Leser. Für Euren netten Worte zum Jubiläum. Und erfülle gerne den Wunsch. Weiterzumachen. Finde ich ja auch cool. Alles zu erhellen. He he. Lacht der zufriedene Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Erstrahlt. Und chillt, Leute!
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