Hauptstadtkater

16. Juli 2026

Stinkender Altmännerschweiß durchströmt reine Katernüstern

Reinlichkeit ist mehr als Körperpflege. Reinlichkeit ist eine Lebenseinstellung. Für alle Sinne. Auch für die Seele. Reinlichkeit ist ein Statement. Für Eigenverantwortung, Empathie und Intelligenz. Und so ist naturally klar, dass wir Kater und Katzen das Putzen leidenschaftlich betreiben.

Und ich muss leider sagen: Menschen kommen da nicht an uns ran. Menschen stinken. Egal, wie sie sich bemühen. Immer haftet ihn der Duft von Schweiß, Urin und Ohrenschmalz an. Nicht zu vergessen, ihr fauliger Atem.

In Lacanau, dem französischen Surferparadies am Atlantik, toppen meine Leute das jetzt noch. Ihr Angstschweiß vor dem Surfkurs mischt sich mit dem Latex-Gestank ihrer engen Neoprenanzüge, die zuvor Hunderte andere Stinker anhatten. Boah, so absolut eklig. Und ich bin froh, weit weg zu sein. Wobei ich einräumen muss, auch hier, im Berliner Revier, gibt es extreme „Gerüche“: Vor allem, wenn Diego nach dem Basketballtraining seine Sportschuhe achtlos in den Flur befördert. 

Gegen Sport ist natürlich nichts zu sagen. Auch wenn das Schwitzen und damit Stinken bedeutet. Man kann ja Abstand halten. Machen viele Menschen nicht. Im Gegenteil: Bei der Fußball-WM in den USA umschlingen sich schweißtriefende Männer, wenn einer von ihnen ein Tor geschossen hat und sie gewinnen. Ich finde es so eklig.

Und verstehe zum ersten Mal einen Move von Fifa-Boss Infantino: Der hat US-Präsident Donald Trump die zweifelhafte Ehre überlassen, dem Sieger des WM-Endspiels zwischen Argentinien und Spanien am Sonntag den Pokal zu überreichen. Das bedeutet, Trump muss entweder den schweißtriefenden alten Mann Messi in den Arm nehmen. Oder den spanischen Jungstar Lamine Jamal. Samt deren Teams. 

Und ich denke so, ich würde wohl Jamal bevorzugen. Der wurde immerhin vor knapp 20 Jahren als fünf Monate alter Säugling vom damals 20-jährige Messi gebadet. Jamals Familie hatte damals ein Fotoshooting mit Messi für einen Wohltätigkeitskalender von Unicef gewonnen. Klar lange her. Aber Jugendschweiß dürfte doch ein bisschen angenehmer sein als Altmännerschweiß.

Wenngleich Trump wohl doch eher aufseiten Messis stehen dürfte. Denke ich dann so. Verbindet ihn doch mit dem rechtspopulistischen argentinischen Regierungschef Milei eine Art Freundschaft. Während er den sozialistischen spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez hasst.

Und ich putze meinen Kopf, den Diego eben mit Streicheleinheiten beschmutzt hat. Rein. Muss es sein. Sagt der putzige Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Badet. Und chillt, Leute! 

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