Hauptstadtkater

13. Juli 2026

Eine WM-Bromance und warum ich Coco mag

Freundschaft. Brauchen Kater. Merke ich so. Als Cocos sich an mich kuschelt. Und ich ein wohliges Gefühl verspüre. Klar, sie nervt. Oft. Aber das gehört dazu. Das zu ertragen. In einer Freundschaft. Weil Coco im Grund krass gut drauf ist. Ich ihr vertraue. Sie immer da ist, wenn ich sie brauche. Nun, ich gebe zu, zwangsläufig, wenn man zusammen in einem Revier eingesperrt ist. He he.

Wie ich überhaupt darauf komme? Fußball-WM, naturally. Da wird das Netz gerade geflutet von Memes, die den norwegischen Stürmerstar Erling Haaland und den britischen Mittelfeld-Strategen Jude Bellingham in vertrauten Posen zeigen. Denn sie sind seit Jahren: Beste Freunde – trotz aller Rivalität im Milliardenspiel Fußball. 

Obwohl bei der WM in den USA das krass ernste Viertelfinale ihrer Nationalteams lief, zeigten die beiden ihre Bromance auch auf dem Platz. Bei einem Freistoß stößt Haaland Bellingham scherzhaft leicht nach hinten – und der kann sich das Lächeln nicht verkneifen. Und hernach, nach dem Ausscheiden seines Teams, lobt Haaland seinen Kumpel als einen der besten Spieler weltweit.

Vor ein paar Jahren lernten sich die beiden bei Borussia Dortmund kennen, wo sie im selben Team kickten. Seitdem mögen sie sich. Und zeigen: Nicht alles ist so ernst, wie es manches Mal scheint. Die Fans goutieren das: Das Netz ist geflutet mit echten und KI-Videos, die die beiden innig zeigen. 

Freundschaften sind naturally ständigen Änderungen und Herausforderungen unterworfen. Auch Freundschaften zwischen Nationen und Völkern. Wenn ich da nur an die Russen und Ukrainer denke. Bis vor wenigen Jahren bezeichneten sie sich als Bro-Völker. Nun töten die Russen Ukrainer, auch Kinder.

Vergangene Nacht attackierte Russland wieder mal Wohngebiete in der Ukraine. Die wehrt sich. Und rühmt sich nun, im Hinterland des Feindes erneut Öldepots in Brand geschossen zu haben. Und ich frage mich so, ob es angesichts dieses eskalierenden Hasses jemals wieder so etwas wie Normalität, gar Freundschaft geben kann?

Und erinnere mich an die Story von Volker, dem Opa meiner Bruna. Der machte mit einem Freund kurz nach dem Zweiten Weltkrieg eine Radtour, die auch durch das von den Nazis wenige Jahre zuvor okkupierte Frankreich führte. Und die Franzosen? Boten Baguette an. Und Bordeaux. Und Unterkunft.

Und ich erinnere mich an Lotte, die Oma meiner Alea. Die erzählt, ihr Chor, die Schaumburger Märchensänger, seien nach dem Krieg öfters in die USA eingeladen gewesen. Und dort in ausverkauften Hallen gefeiert worden. 

Ich spüre Hoffnung. Und kratze Diego. Der lächelt. Nun gut, Provokation funktioniert nicht immer. Also Kuscheln mit Coco. Sie leckt meinen Hals. Ih revanchiere mich mit Ohr-Knabberei. So ist das, bei echten Freunden. Sagt der sentimentale Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Würdigt Freunde. Und chillt, Leute!

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