Hauptstadtkater

14. Juli 2026

Revoluzzer im Kampf gegen Blauhaie im Atlantik am Nationalfeiertag

Revolution! Manchmal wäre das schon nice und cringe. Wenn Kater die Macht übernehmen würden. Und die Bosse der Welt wären. Bestimmen könnten, was so abgeht. Sich Leckerli nehmen könnten, wann immer sie wollten. Über Menschen bestimmen könnten, wie sie wollten. Und ich übe: Fauchen. Zähne zeigen. Maul weit aufreißen.

Aber statt furchteinflößendem Gebrüll ertönt ein leises Miauen aus dem Untiefen meiner Kehle. Immerhin, ich bin realistischer Checker und weiß: So wird es nichts mit Revolution. Aber wie auch – ohne Verbündete. Denn Coco? Chillt tiefenentspannt auf dem Sofa. Und sonst: keiner da. 

Wahrscheinlich haben mich meine in Frankreich weilenden Leute -Felix, Laura und natürlich meine Bruna – auf die Revoluzzer-Gedanken gebracht. Denke ich so. Weil die erzählen, dass in ihrem geheiligten Land heute Feiertag ist – wegen des 14. Juli 1789: Das Datum gilt als Beginn für die Französische Revolution.

Damals stürmten  hungrige und unzufriedene Bürger die Bastille – ein Pariser Gefängnis. Und ein Ort, an dem Waffen vermutet und erbeutet wurden. Die Bastille fiel. Die absolute Herrschaft des Königs endete. Stattdessen im Fokus: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Und Bürgerrechte. 

Ein großer Tag also. Der auf die ganze Welt abstrahlte. Und gerade in düsteren Zeiten, in denen Menschen immer noch Tiere futtern und absolut über sie herrschen, Hoffnung geben kann. Allerdings: Menschen sind auch untereinander sehr ungnädig. Gestehen sich gegenseitig immer weniger Rechte zu. Meinungen zählen vielerorts mehr als Fakten. Fakten werden als subjektiv und verhandelbar diskriminiert. Wissenschaft nicht mehr akzeptiert.

Akzeptiert, gar gewünscht werden dagegen starke Führungspersönlichkeiten, die einfache Lösungen aufzeigen. Die Erkenntnis, wohin das dann führt, kommt oft zu spät. Denke ich entsetzt. Als ich dürstend vor der geschlossenen Leckerli-Dose hänge. 

Und einen Aufschrei von den Alten meiner Bruna bis hierher zu hören vermeine: Kaffee könnte bald teurer werden. Wegen durch den Klimawandel verursachter schlechter Ernten. In Brasilien ist darüber hinaus das Wetterphänomen El Nino dafür verantwortlich. Bis zu 20 Prozent der Ernte könnte die Produktion dort wegen Rekordhitze und -regenfällen sinken.

Womit die Preise steigen dürften. Und die Alten: Leiden. Wie ohne Kaffee noch wach werden, wenn sie jetzt schon im Dauerdelirium sind? Und nun?

Würde ich gerne meine Bruna trösten. Die hat einen geschwollenen Fuß. Spürte beim Surfen plötzlich einen heftigen Schmerz im Fuß. Qualle, Peterchenfisch oder Blauhai? Felix tippt auf Blauhai. Und sagt: Die wollten an diesem symbolträchtigen Tag Revolution machen. Und kämen nun in Richtung Küste.

Und ich denke so: Welch Apokalyptiker. Wäre so nice, wenn er mal Recht hätte. Auch wenn Laura dann nicht mehr ins Wasser ginge. Immerhin: Der Fuß meiner Bruna immerhin ist abgeschwollen. Weitere Haie offenbar nicht in Sicht. Nicht mal Katzenhaie. Sagt der revolutionäre Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Muckt auf. Und chillt, Leute!

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