Hauptstadtkater

12. Juli 2026

Surreale Hitze lässt WM-Star mit Trump golfen

Ich liebe surreale Momente. Etwa jenen, wenn meine Bruna mir erzählt, ich sei plötzlich bei ihr. In Lacanau. France. L’atlantique. Ich also würde direkt vor ihrer Terrasse bei lauem Sommerwind vorm Sonnenuntergang über die Dünen streifen. Also: Ich als Erscheinung. Surreal eben.

Aber es ist tatsächlich so: Meine Bruna und ihre Alten Felix und Laura denken, nicht nur ich, auch Coco sei bei ihnen. Sehen in jedem katzenähnlichen Geschöpf in ihrer Nähe mich. Oder eben – manchmal – auch Coco. Und warum ist das so? Mein messerscharfer Schluss: Sie vermissen uns.

Sogar Schmerz verbinden sie mit uns. Also die Alten. Des Morgens seien sie mit immensen Muskelkater aufgewacht. You know: Kater! He, he. Den hätten sie vom Surfkurs. Allerdings nicht vom Kampf gegen die Wellen. Sondern vom Tragen des Surfbretts über den Strand. Im Bestreben, bloß nicht abzusetzen. Sondern cool und lässig über den Strand zu spazieren. Surfer-like eben. Lifestyle. Auch das: Surreal. In ihrem Alter. Denke ich so. 

Wobei das lässige Laufen über den Sand ohne Pfoten ohnehin nicht so einfach ist derzeit. Weil der Sand nicht nur tief ist. Sondern auch heiß. Extrem heiß. Wegen der krassen Sonne. Frankreich registriere bereits die dritte Hitzewelle 2026 – mit Temperaturen Richtung 40 Grad. Sagen meine Leute.

In Paris würden deswegen Louvre und Eiffelturm früher dicht gemacht. Und zum ersten Mal in der Geschichte der Tour de France werde eine Etappe wegen der hohen Temperaturen gekürzt. Hmmm, Menschen. Denke ich so. Und packe mich in die Sonne. Mit meinem dichten Fell. Surreal. Nice.

Und ich denke an die Menschen in arabischen Ländern, wo sommerliche Temperaturen um die 40 Grad die Norm sind. Viele dort sehen in Europa einen Entwicklungskontinent. Wegen des Umgangs mit Hitze. Und so versucht der arabische Sender Al Jazeera Clickbaiting mit dem Thema: „Warum in Europa so wenig Gebäude mit Klimaanlagen ausgestattet sind.“ Nun – was denkt die geneigte Leserin? Der geneigte Leser?

Nebenbei läuft in den USA in klimatisierten Stadien die Fußball-WM weiter. Spieler bekommen trotzdem alle 22 Minuten was zu trinken. Und die Reklame läuft in der Pause auf Hochtouren. McDonald’s über alles. Die Stars werben dafür. Auch der 18-jährige Spanier Lamine Yamal.

Harry Kane, der britische Gentleman-Stürmerstar nicht. Über den wird berichtet, dass er vor anderthalb Jahren von US-Präsident Trump zum Golfen eingeladen war. Das Erlebnis sei surreal gewesen. Sagt Kane hernach. Er hoffe, er könne mit 80 Jahren noch ebenso gut spielen wie Trump.

Und ich denke so: Kann ich Menschen wie Kane weiter mögen, wenn sie mit Trump Golf spielen? Egal, meine Leute erzählen, sie hätten das WM-Viertelfinale bis zur Morgendämmerung durchgesuchter. England schaffte es gegen Norwegen. Mit Kane. Argentinien gegen die Schweiz. Mit Messi.

Und meine Bruna erzählt, vor ihrer Terrassentür habe regelmäßig der Kater gegrüßt. Sagt der einsame Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Genießt surreale Moments. Und chillt, Leute!

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