Surfer sind cool, auch wenn es hot ist – Surfin‘ Wäscheständer

Balance halten. Trotz schwankendem Untergrunds. Das ist es, was uns Kater und Katzen auszeichnet. Was wir lieben – und deswegen auch in unseren Stuben-Revieren suchen. Und finden. Wäscheständer!!! Dessen Leinen so schwanken wie die Ästchen von Bäumen. Wenn wir darauf jumpen. Und quasi darauf surfen. Von Leine zu Leine. Wäscheständer-Surfen. Sehr, sehr nice.
Und natürlich imitieren sie uns, die Menschen. Selbst Stadtmenschen wie meine, selbst alte Menschen wie meine. Versuchen zu surfen. Naturally: Nicht auf Wäscheständern. Sondern auf Wellen im Atlantik. Und so haben sie nun einen Surfkurs besucht. Um ihren Dilettantismus unter Beweis zu stellen.
Klar, meine Bruna hat es einigermaßen drauf. Aber Felix und Laura? Dass ein sich am Strand sonnender fetter Franzose hernach Surflehrerin Lea fragt, ob ihren Schülern Surfen wirklich Spaß mache, es wirke beileibe nicht so, mag ein Indiz sein. Wie anstrengend es für Felix und Laura ist.

Aber sie behaupten: „Es macht so Spaß.“ Behaupten es oft, immer wieder. Bis sie es irgendwann selbst glauben. Autosuggestion. Denke ich so. Als ich Felixens Surfer-Story höre. Und nun nacherzähle:
Hürde 1: Frühstück runterwürgen – Übelkeit wegen Aufregung vor Surfkurs. Hürde 2: Ewiges Warten auf den Kurs – 20 Minuten zu früh bei der Schule. Hürde 3: Nicht mit den Füßen in die Ärmel des viel zu engen Neoprenanzugs schlüpfen. Hürde 4: Surfbrett richtig herum tragen. Hürde 5: Beim Marsch durch den weichen Sand nicht Sonnenanbeter mit dem Surfbrett treffen. Hürde 6: Trotz allem würdig laufen. Surfer sind cool, auch wenn es hot ist. Hürde 7: Sich nicht mit der Sicherheitsschnur vom Surfbrett zum Bein selbst fesseln. Hürde 8: Sich am Wassersaum nicht von der ersten Welle umreißen lassen. Hürde 9: Kampf gegen die Wellen nach draußen. Hürde 10: Umdrehen. Hürde 11: Aufs Brett robben ohne wie eine alte, fette Robbe auszusehen. Hürde 12: Aufs Brett robben ohne wie eine alte, fette Robbe auszusehen. Hürde 13: Aufs Brett robben ohne wie eine alte, fette Robbe auszusehen. Hürde 14: Aufs Brett robben ohne wie eine alte, fette Robbe auszusehen. Hürde 15: Richtung Strand blicken und trotzdem die von hinten kommenden Wellen im Blick haben. Hürde 16: Los paddeln, wenn weiße Welle in Sicht kommt, die grünen sind zu schwach. Hürde 17: Nicht runterfallen, Füße zusammen. Hände auf Brett. Hürde 18: Welle erwischen. Und dann wird es schneller und schneller. Flow. Glück. Vor der Hürde 19: Aufstehen, rechtes Bein hinten, linkes nach vorn, gebeugte Haltung. Nun, diese Hürde bleibe. Bei ihm. Sagt Felix. Während meine Bruna an ihm stehend auf dem Surfbrett vorbei geschwebt sei. Katergleich. Denke ich so.


Und der dicke Franzose mit Blich auf meine Alten zu Lea: „Warum machen die Leute das? Sie versperren den Blick auf das Meer.“ Lea lacht. Alle lachen. Bis auf den Franzosen. Der guckt böse. Verschiedene Sichtweisen. Denke ich so.


Während Coco auf dem Wäscheständer balanciert. Springt. Und nach den wackelnden T-Shirts schlägt. Spaß hat. Sagt der ausbalancierte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Sucht Herausforderungen. Und chillt, Leute!
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