Trump macht Weltmeister und meine Liebe für Gegensätze

Gegensätze. Ziehen sich an. Wie Coco und ich. Gegensätze stoßen sich aber auch ab. Wie Coco und ich. Wir sind ja nun auch mal, rein äußerlich, unterschiedlich. Sie ist gescheckt, ich bin weiß. Sie ist jung, ich bin alt. Was aber cringe ist: Ich fühle mich bei uns beiden erinnert an die beiden Katzen auf meinem Lieblingsgemälde, das als Poster im Schlafzimmer meiner Alten hängt: „Le rendez-vous des chats“ von Manet.
Dort steht der weiße dem schwarzen Kater gegenüber. Und die beiden, sie symbolisieren für mich das Leben: Der Schwarze steht für das Geheimnisvolle, Eigenwillige; der Weiße ist der ruhige, weiche und strukturierte Gegenpart. Die beiden sind die unterschiedlichen Seiten des Lebens. Denke ich so. Und haue Coco, die während meines Chill-Genusses wieder mal über mich springen will.

Tja, und unwillkürlich bin ich wieder bei US-Präsident Trump gelandet. Der hat den Boss des Weltfußballverbandes Fifa angerufen, weil das US-Team in der Klemme sitzt. Der bislang überragende US-Spieler Balogun flog beim letzten Spiel wegen einer roten Karte vom Platz – und wäre somit Achtelfinale gegen Belgien gesperrt.
Damit wären die Chancen für ein Weiterkommen der USA stark geschmälert. Also bittet Trump Fifa-Chef Infantino – der ihn ja vor ein paar Monaten mit dem absurden Fifa-Friedenspreis ausgezeichnet hatte- er möge für eine Begnadigung sorgen. Kurze Zeit später spricht die Fifa Balogun frei – auf Bewährung. Gegen Belgien jedenfalls darf er spielen.
Was nicht nur den belgischen Verband empört. Sondern auch den Europäischen Fußballverband. Und natürlich auch mich, Ballsportfan Charlie. Denn: Die Integrität des Fußballs, der WM steht auf dem Spiel,. Wenn der US-Präsident bestimmt, wie Regeln ausgelegt werden.

Es ist unfassbar, dass die Regelhüter um Infantino das sogar goutieren. Und belohnen. Und ich denke so: Ist das das Ende des Fußballs? Zumindest dieser Fifa? Das Perfideste dabei: Das Ganze ereignete sich nicht im Hintergrund, in aller Stille. Nein, Trump brüstet sich mit seinem Telefonat, und Infantino tut so, als ob es das Normalste der Welt wäre.
Dass ein gesperrter Spieler einfach so wieder mitwirken darf. Und ich denke so: Nun ist ein Präzedenzfall da. Jetzt kann auch Ex-DFB-Teamchef Nagelsmann kommen und fordern, dass der letzte deutsche Elfmeter gegen Paraguay wiederholt werden muss, weil sich der Torwart des Gegners zu früh bewegte. So dass das Spiel wiederholt werden muss. Deutschland gewinnt und schließlich im Finale steht. Dort aber scheitern wird.

Weil Trump dafür sorgen wird, dass das US-Team Weltmeister wird. Indem er alle französischen und spanischen Topstars sowie auch den Argentinier Messi sperren lässt. Den deutschen Torwart Manuel Neuer im Endspiel sowieso. Gründe werden sich dafür schon finden lassen. Denke ich so.
Denn ich bin weiß. Und rein. Und Coco ist fleckig und wild. Wir ergänzen. Und schätzen uns. Schauen noch ein bisschen USA versus Belgien. Sagt der unbestechliche Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Boykottiert die Fußball-WM. Und chillt, Leute!
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