Das Kreischen des Leibhaftigen und andere Bettgeschichten

Kuschlig, warm, dunkel, geschützt – oft liegt das Gute so nah. Einfach unter die Federdecke meiner Leute schlüpfen. Ist so nice. Hab ich gerade entdeckt. Als Felix – mich übersehend – die ausgeschüttelte Decke über mich warf. Und ich so: Schnurr as schnurr can. Herrliche Ruhe.
Bis er dann eine Stunde später wiederkam. In der Dämmerung Hülle. Die Bettdecke hochnahm. Und wir beide so: Kreisch! Ich – voll erschrocken – in der Luft quasi vor seinem Gesicht schwebend. Er – voll erschrocken – erstarrt, als ob er den Leibhaftigen sähe. Immerhin: Der Alte erlitt keinen Herzinfarkt. Hätte ich mir nicht verziehen. Echt!

Nichtsdestotrotz: Der Platz unter der Decke, was für eine Neuentdeckung. Verhüllen tut gut. So muss sich der Reichstag dereinst unter der Folie Christos gefühlt haben. Denke ich so. Und appelliere an die jüngeren meiner Leser und Leserinnen, das mal zu googeln.
Nun: Nichts sehen, nichts hören, viel fühlen. Unter der Decke. Einfach eine Top-Methode, dem täglichen Wahnsinn zu entkommen. Heute wäre der Wahnsinn beispielsweise die Geisterdebatte über Altkanzler Gerhard Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg gewesen. Ein Rohrkrepierer, den ich nun leider doch mitbekommen habe. Weil ich zu spät unter die Decke eintauchte.
Nun: Schröder in diesem Job – völlig absurd. Weil er ein Buddy Putins ist. Weil er für die russische Energiewirtschaft lobbyierte. Weil er nicht mehr fit genug ist. Aber ich denke mal positiv: Immerhin hat Putins Pseudo-Vorschlag eine Debatte ausgelöst, ob nicht doch auch Europa vermitteln kann in diesem europäischen Krieg. Was ja bislang von Putin vehement abgelehnt worden war.

Nun sein Vorschlag. Der zeigt: Der Russe scheint ob des nicht enden wollenden Kriegs, der im fünften Jahr ist, doch zunehmend verzweifelt. Würde er ansonsten einen solchen Vorschlag machen?
Und ich bedauere, dass neben Schröder nun nur noch Leute wie Bundespräsident Steinmeier und Altkanzlerin Merkel als deutsche Kandidaten für diesen Job genannt wurden. Aber niemand an das Naheliegende denkt: An Kater, an Kater wie mich. Die besten Schlichter der Welt. Denke ich so.

Springe zum mittlerweile schnurrenden Felix ins Bett. Der mir erzählt, dass meine Bruna heute in der Schule die 800 Meter in 2 Minuten und 56 Sekunden rannte. Krass schnell. Fast wie ich. Viel schneller als Felix. Das ist eine wirklich wichtige News. Finde ich. Kreisch! Unwichtig dagegen, was Felix mir sonst noch so zuflüstert: US-Präsident Trump habe heute einen iranischen Vorschlag für ein Ende des Kriegs als inakzeptabel bezeichnet. Who cares? Denke ich so.
Und bin froh, doch so einiges unter der Decke nicht mitbekommen zu haben. Felix labert. Ich muss es nicht wissen. Er zieht die Decke über uns. Kuschel as kuschel can. Sagt der vermittelnde Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid offen für Neues. Und chillt, Leute!
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