Hauptstadtkater

12. April 2026

Sensation: Coco regiert Ungarn – und eine Frau trainiert Männer

Wenn Coco zur Regierungschefin des EU-Landes Ungarn gewählt worden wäre, wäre das eine Sensation gewesen. Eine Katze, die den autoritär herrschenden Ministerpräsidenten Orban nach 16 Jahren ablöst! Aber vielleicht gar nicht so absurd, wenn man bedenkt, dass Orban spätestens nach der Empfehlung von US-Präsident Trump, eben diesen Orban zu wählen, endgültig nicht mehr wählbar war.

Und dann auch noch Orbans Herausforderer Magyar für so manchen keine wirkliche Alternative darstellte. Bezeichnet der sich doch selbst als konservativ und rechts. Und war dann auch noch bis vor wenigen Jahren Profiteur des Orban-Systems. Bis er sich abspaltete. 

Und so frage ich mich: Warum nicht eine Katze wie Coco als Regierungschefin? Als Symbol für Freiheit, demokratische Grundwerte, Nächstenliebe und Chillen? 

Nun, Magyar hat gewonnen. Es gibt tatsächlich einen Regierungswechsel in Ungarn – und eine Niederlage für die weltweit aufstrebenden Rechtspopulisten. Das ist nun, wo es passiert ist, doch überraschend. Vor allem überraschend aber ist die Deutlichkeit: Magyar gewann mit einer Zweidrittelmehrheit.

Und kann nun Orbans Abbau der Demokratie rückgängig machen. Der hatte nicht nur die Justiz mit Gefolgsleuten besetzt, sondern auch die Medien gleichgeschaltet, die Wahlen unfair gestaltet, sich an Russland und an Trump angebiedert, zugleich die EU blockiert. Die Wirtschaft stagnierte, während Inflation und Korruption stiegen. Und ich denke so: Möge Magyar beim Bewältigen dieser Aufgaben Ruhe bewahren. Und katergleich agieren. He he. 

Es ist ein Tag der Überraschungen: US-Vize JD Vance reist von den Friedensverhandlungen mit dem Iran in Pakistan ab. Es habe keine Einigung gegeben, räumt er mit verkniffenem Gesicht ein. Sein Chef Trump trötet derweil auf seiner Plattform Truth Social, die Iranfrage sei ihm egal. Um dann zu poltern, dann würden ab morgen eben auch die USA die Straße von Hormus blockieren. Und ich denke so: Hups, dieser Trump-Schwachsinn ist nicht überraschend. Der dauert ja seit Jahren an.

Und noch eine wahre Überraschung, die eigentlich keine sein sollte: Beim Fußball-Bundesligisten Union Berlin wurde für die letzten fünf Spiele Marie-Louise Eta zur Cheftrainerin befördert. Eine Frau! Was sogar international Schlagzeilen hervorruft. Es sei das erste Mal, dass in eine der fünf großen Ligen Europas eine Frau ein Männerteam trainiere.

Und ich denke so: Wir schreiben das Jahr 2026 – und es geht nicht um Fachkompetenz, sondern ums Geschlecht. Puuh, Cocos Augen weiten sich. Wohl bereit zur Übernahme Ungarns. Bereit zum Angriff. Auf mich. Keine Sensation. Aber ein Zeichen, dass sie wohl doch ungeeignet wäre, Ungarn zu regieren. Sagt der überraschte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Hofft. Und chillt, Leute!

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