Hauptstadtkater

27. Juli 2026

Augen zu und durch apokalyptische Zeiten

Um das Leben besser ertragen zu können, hilft es, die Augen zu schließen. Am besten mit den Pfoten. Damit kein Licht durchkommt. Dann ist es ganz dunkel. Empfehlenswert. Really. Denn nun ist auch der islamistische Terror zurück in Deutschland.

Ein 21-jähriger Typ mit deutscher Staatsangehörigkeit, der mit der Terrormiliz Islamischer Staat sympathisiert, hat auf dem Christopher Street Day in Berlin vor wenigen Tagen einen Lieferwagen in die Menschenmassen gesteuert – dass dabei nur eine Frau ums Leben kam, grenzt schon fast an ein Wunder. 29 weitere Menschen wurden verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich.

Der mutmaßliche Täter ist mittlerweile ebenfalls tot – getroffen von Schüssen bei einem Polizeieinsatz. Was bleibt? Trauer. Unverständnis. Wut. Und auch Angst. Unsicherheit. Also genau das, was die Terroristen säen wollen. Wer geht noch zu solchen Veranstaltungen, wenn er oder sie um sein oder ihr Leben fürchten muss? Und wer profitiert: Die Rechtspopulisten. Die wieder pauschal behaupten, die Ausländer müssten raus aus Deutschland.

Düster bleibt auch die Lage in den Waldbrandgebieten in Südwesteuropa. In Spanien und Frankreich brennen weiter die Wälder. Mehr als 220.000 Menschen wurden rund um Bordeaux evakuiert, die Feuerfront ist 15 Kilometer vor der Großstadt.

Und krass, die Großbrände vermögen es, sich selbst zu verstärken. Experten sagen, die Feuer erzeugten eigene Unwetter. Riesige Feuerwolken würden die Brände anfachen. Durch die Hitze steige die Luft in mehr als zehn Kilometer Höhe auf, wo sie sich abkühle, dabei entstünden krasse Winde. Mit den Winden würde auch Wasserdampf nach oben gerissen, der dann zu Eis werde. Durch Reibung der Kristalle entstehe Elektrizität. Die sich dann in Blitzen entlade. Die könnten dann weitere Brände auslösen. 

Trotzdem, lokal gibt es wohl leichte Anzeichen einer Entspannung: Veronique, die Vermieterin meiner Leute in Lacanau Ocean, schreibt, um den Ort herum seien die Feuer derzeit unter Kontrolle. Aber: „Die Lage bleibt sehr beängstigend und sehr stressig.“ Alle würden irgendwie helfen, auch Bauern seien dabei und würden mit ihren Geräten helfen, die Brände einzudämmen.

Sie selbst helfe mit, indem sie für die Feuerwehrleute Baguette mache und Getränke bereit stelle. Aber, das große Aber: Ab morgen werde eine neue Hitzewelle erwartet – mit ungünstigen Winden.

Dass heute dann noch bekannt wird, dass in Rheinland-Pfalz 22 Katzen aus einer völlig verdreckten Wohnung gerettet werden. Passt. Zu meiner apokalyptischen Stimmung. Sagt der eigentlich immer positive Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Schließt die Augen. Und chillt, Leute!

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