Hauptstadtkater

21. April 2026

BBQ in der Hölle mit Trump und dem Buckelwal

Einfach immer locker bleiben. Meine Devise. Ist leicht dahingesagt. Vor allem, wenn man Hunger hat. Und das habe ich. Eigentlich immer. Und dieses zehrende, beißende Gefühl in der Körpermitte: Ist eine wahre Hölle. Quälend, nur zu bekämpfen durch den Genuss der Sünde: Leckerli. Und Salami. Ich spüre die tiefe Zufriedenheit, wenn ich das bekomme.

Und frage mich so: Was wäre, wenn Menschen immer satt wären. Richtig vollgestopft. Und antworte mir: Sie wären ruhig. Träge. Bestenfalls gechillt. Würden nicht immer unsägliche Ideen entwickeln. Die die Welt zerstören. Und ich denke so: Mästet Mensch! Und zerstört so die Hölle.

Wovon Wal nur träumen kann. Tatsächlich, ich bin schon wieder bei ihm. Bei Timmy, dem vor der Insel Poel erneut gestrandeten Buckelwal. Der eigentlich eine Tonne Nahrung am Tag zu sich nimmt. Dem werden nun 2,5 Kilo Makrele angeboten. Von offenbar halb verhungerten, selbst ernannten Walrettern. Die ihm nun ob ihrer „Rettungsversuche“ eine Hölle bereiten.

Und sich selbst offenbar auch: Sie sind völlig geschafft, weil sie nur drei Stunden Schlaf finden. Ob der Anstrengungen. Erzählen sie. Eine Tierärztin musste als Notfall ins Krankenhaus. Eine andere eigens eingeflogene US-Expertin reiste verärgert ab, weil sie die Inkompetenz einiger Mitstreiter nicht aushielt. Die Sprecherin der Initiative trat zurück, weil professionelle Zusammenarbeit nicht möglich sei. Mittlerweile ist sie wieder dabei.

Und dann sorgt ein „Retter“ für Schlagzeilen, der vor zwei Jahren noch in einer Rockergang war. Der damals auch eine Demo organisiert haben soll, die dem rechten Spektrum zugeordnet wird. Neben ihm steht der mecklenburg-vorpommersche Umweltminister Backhaus und wiederholt mantraartig, für ihn stehe das Tierwohl im Mittelpunkt. Während ein Experte empfiehlt, den Wal doch endlich mal in Ruhe chillen – und sterben zu lassen. 

Schlimmeres als auf Erden wird den Wal wohl nicht erwarten. Denke ich so. Denn die Hölle scheint allgegenwärtig: Sowohl der mächtigste Mann der Welt als auch die tyrannischste Regierung der Welt drohen sich gegenseitig mit der Hölle. US-Präsident Trump versus Iran. Alle offenbar ausgehungert. Wie anders lässt sich ihre Aggressivität erklären? Frage ich mich so.

Trump also verkündet nach all seinen Hölle-Drohungen nun erst mal eine Verlängerung der Waffenruhe, die in den kommenden 24 Stunden ausgelaufen wäre. Allein: Der Iran sieht sich nun am längeren Hebel. Und will sich nicht unbedingt an Trumps Vorgabe halten. Und droht nun seinerseits den USA und Israel mit der Hölle. Falls die beiden Länder ihre Angriffe auf den Iran wieder aufnehmen sollten.

Und ich hoffe so, dass all diese wortgewaltigen Leute BBQ lieben. Wenn sie dann in der Hölle schmoren. Besser: Grillen. Und sich gegenseitig verspeisen. Bis sie endlich schweigen.

Es ist zu viel Hölle für mich. Denn eigentlich bin ich doch im Paradies. Der Küche. Mit den Salami-Broten. Die Felix unbeaufsichtigt stehen lässt. Und die ich abräume. Mit der Leckerli-Dose. Die am Rand des Schranks steht und wie von Zauberpfote herunter plumpst. Und sich öffnet. Für mich. Und Coco.

Ich spüre das Glücksgefühl. Danke Dopamin. Sagt der gelockerte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Esst massenhaft. Und chillt, Leute! 

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