Wenn Allmacht zu Ohnmacht mutiert und was das mit Trump und Andrew zu tun hat

Manchmal denke ich, ich bin allmächtig. Um dann ohnmächtig abzustürzen. Denn: Naturally – Allmacht gibt es nicht. Nicht mal Andrew hat sie, der ehemalige britische Prinz. Und auch Trump nicht, der US-Präsidente. War eigentlich schon immer klar. Nur diesen Typen selbst nicht – offensichtlich.
Der eine – Andrew – gab vermutlich Geheimdokumente an seinen Freund weiter, den verurteilten Sexualstraftäter Epstein – und wurde gestern nun als erstes ranghohes Mitglied der Königsfamilie seit mehr als 350 Jahren verhaftet. Der andere – Trump – erleidet heute vor dem höchsten US-Gericht eine historische Niederlage.
Und beide scheinen voll überrascht. Dass ihnen jemand Paroli bietet. Und ich denke so: Es funktioniert doch – niemand steht über dem Gesetz.

Heute also der Oberhammer, der mir ein Stück den Glauben zurückgibt, dass es in den USA doch noch so etwas wie Rechtsstaat und Gewaltenteilung gibt. Nachdem Trump in den vergangenen Monaten selbstherrlich und mithilfe von Dekreten am US-Parlament vorbei regierte. Und da weder die Volksvertreter noch die Gerichte aufbegehrten, machte Trump immer weiter. Fühlte sich bestätigt.
Bis heute der Supreme Court einen Großteil seiner Zölle kippte, mit denen er im vergangenen Jahr die Welt überzogen hatte. Und das damit begründete, dafür hätte Trump die Zustimmung des Kongresses benötigt.

Nice, denke ich so. Damit bringt der Supreme Court dem Präsidenten die bislang größte Niederlage seiner zweiten Amtszeit bei. Und zeigt: Da gibt es eine Institution, die – obwohl sogar mehrheitlich republikanisch besetzt – dem Republikaner Trump die Stirn bietet. Also: Ein schöner Tag.
Klar, Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht sofort zurückschlüge. Wütet. Die Richter des Supreme Courts, die er selbst ernannt hatte, als Schande bezeichnete. Und sofort auf einer anderen Grundlage neue Zölle erhebt.

Klar aber ist: Wenn die USA tatsächlich die erhobenen Zölle an die Importeure zurückzahlen müssten, würde das das ohnehin hoch verschuldete Land noch tiefer in die Krise stürzen – was dann für die Republikaner bei den Zwischenwahlen im Herbst negative Folgen haben könnte. Frohlocke ich. Ist zwar noch lange hin. Und viel Konjunktiv, you know? Aber: Hoffnung ist da.
Denn: Andrew darf nicht alles. Trump darf nicht alles. Und ich wohl auch nicht. Denke ich so. Chillend im gleißenden Licht auf dem Klavier liegend, meinem Thron. Fühle mich erhaben. Mit meinen Gedankenfetzen. Merke dann: Allmacht ist nichts anderes als Ohnmacht.

Was ich beweisen kann, mit meinem Lieblingsparadoxon – here you are: Wenn Gott allmächtig wäre, müsste er einen Stein schaffen können, der so schwer ist, dass er ihn nicht aufheben kann. Ha, ha. Mir bleibt der Lachreiz im Halse stecken. Denn ich stürze vom Thron.

Weil mich das schwarze Ungeheuer von hinten anzuspringen scheint. Mein Fluchtreflex ist geweckt. Die Erkenntnis kommt erst unten: Eitelkeit straft Allmachtsfantasien. Und tötet Schatten. Sagt der zerknirschte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid demütig. Und chillt, Leute!
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