Wie ich am Menschen verzweifle und zum guten Che Guevara mutiere

Wir sind auch Revoluzzer. Sanft, still, aber stark. Wollen zeigen, wie eine bessere, gechillte Welt aussehen könnte. Denke ich so. Schade nur, dass uns Kater und Katzen keiner sieht. Von jenen, die auf dieser Welt so entscheiden. Von jenen, die andere Menschen demütigen, misshandeln, töten.
Klar, wie so viele Menschen, so sehne auch ich mich nach selbstlosen Helden, die Haltung zeigen. Charismatisch und durchsetzungsstark sind, ohne Werte zu verraten. Ahnend, dass das gar nicht möglich ist. Weil die Mächtigen ihre Macht nicht widerstandslos aufgeben.
Nun, vielleicht resultiert auch aus dieser Erkenntnis Heldenverehrung. Meine Leute feiern noch heute Che Guevara als Ikone für Widerstand, Rebellion und Emanzipation. Hängen Poster von ihm auf. Che, das ist jener Typ, der in den 1950er Jahren als Revolutionär die korrupte Militärdiktatur auf Kuba stürzte.

Aber: Che war eben auch brutal. Ließ Gegner hinrichten. Und ich frage mich so: Ist gewaltfreie Rebellion eine naive Utopie? Ich schüttle mich. Wehre mich gegen den Gedanken. Und denke: Nein. Welt, schaut auf eure Kater. Und Katzen. Und mich.
Denn: Gewalt führt immer zu Vernichtung. Wie heute gleich zwei Horrorszenarien exemplarisch zeigen. Nummer eins: Im Cockpit eines Flugzeugs auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv greift der Co-Pilot den Piloten mit einem Messer an und versucht offenbar, die Maschine mit 174 Passagieren an Bord zum Absturz zu bringen.

Ein Passagier kann den Co-Piloten überwältigen. In der Zeit stürzt die Maschine in knapp 30 Sekunden von 12.000 Metern um mehr als 4.300 Meter ab. Wie krass. Zwei Piloten, die als Passagiere dabei sind, landen das Flugzeug schließlich in Saudi-Arabien. Ob es ein Suizidversuch oder Terroranschlag war – ungeklärt.
Die Menschen an Bord, die dachten, sie würden gleich sterben, hatten jedenfalls krasses Glück. Dass an Bord gleich mehrere Helden waren, die handelten. Und ihr Leben retteten. Israels Regierung hält einen Terroranschlag des Irans für möglich. Und ich denke so: Wie krass, dass es so weit kommen konnte. Wer rettet die Menschen. Wo ist ein charismatischer Leader?

Horrorszenario Nummer zwei: Im US-Bundesstaat Tennessee sollte eine 1996 zum Tode verurteilte Mörderin durch Giftspritze getötet werden. Auch nach der zweiten Dosis atmet sie weiter – und wird erst einmal in ein Krankenhaus gebracht. Wie konnte sie es überleben? Ein Wunder? Oder war das Medikament mangelhaft? Die Dosis nicht hoch genug? Die Venen der Frau kaputt?
Who knows? Ist ja auch irgendwie egal. Weil es um die Würde des Menschen geht. Die schon durch die Todesstrafe zerstört wird. Und nun noch einmal – durch die Folter bei der gescheiterten Hinrichtung. Horror. Auf welchem Niveau sich Menschen bewegen. Denke ich so. Fröstelnd. Mich an Coco drückend.

Die Figur, die gesucht wird, muss visionär, überzeugend und optimistisch sein, Begeisterung auslösen. Authentisch, mutig, selbstlos und kompromissfähig sein. Sagt der revolutionäre Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Sucht die Richtigen. Und chillt, Leute!
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