Hauptstadtkater

17. September 2026

Ein Jahr Instagram! Alta, ich habe Fragen an Euch! Und feier trotzdem

Total krass: 365 Mal! Also ein Jahr lang jeden Tag. Habe ich jetzt auf Insta meine Gedanken preisgegeben. Meine intimsten Feelings. Über mich. Über meine Muddastadt. Über Welt. Über meine Bruna, meine Nuria und meine anderen Leute. Natürlich über Coco. Und ich räume ein: Das geschafft zu haben, ist Party.

Aber war eigentlich auch nicht schwierig. Denn ich gleite, taumle durch einen nicht enden wollenden Stroms der Absurditäten. Der darin gipfelt, dass Menschen etwas erfinden, das sie selbst nicht mehr kontrollieren können. Dass sie Kriege gegeneinander führen und sich gegenseitig töten. Dass sie Rechtsextremisten an die Macht wählen. Dass sie Schweine futtern, aber Köter ein No Go sind. Und es mittlerweile so weit ist, dass ich selbst gerne Veganer würde. Wenn es nur nicht so ungesund für uns Kater wäre. Behaupten jedenfalls Menschen. 

Trump will Grönland, Kanada in die EU, Putin die Ukraine, Israel Gaza, die AfD Deutschland und der Iran Atombomben. Meine Bruna will in Berlin surfen und chillen, meine Nuria in Palermo studieren und chillen, Diego nun Arzt werden und chillen, old Laura studieren und chillen, Depri-Felix schreiben und chillen.

Und ich: Will eigentlich nur chillen. Was nicht gelingt. Weil Welt mich nicht lässt. Und es mir eigentlich nicht reicht, nur einmal täglich zu schreiben. Weil ich so nur einen Bruchteil abbilden kann. Des Absurdistans. Dessen Ideen ihr – liebe Leserin, lieber Leser – liefert. Also, ihr, die Menschen.

Das wenigstens ist gewiss. Was ich mich aber seit Monaten frage: Ist Insta für mich der richtige Channel? Meine Antwort: Ja, weil die Plattform noch immer als relativ hip gilt – und von vielen genutzt wird. Nein, weil ich sie falsch bespiele – wer liest schon Texte? Wer guckt sich in dieser Flut an Filmen auf Insta schon Katerfotos an?

Aber, mein Aber: Mit Worten lässt sich Welt aus meiner unbescheidenen Katersicht nun mal am besten, realistischen und eindeutigsten darstellen, abbilden. Und: Ich liebe Lesen. Schreiben. Und wäre sooo traurig, wenn diese Kulturtechniken weiter verkümmern. Denke ich so. 

Wären Videos, Audios cooler? Frage ich mich auch so manches Mal. Aber die meisten Filmchen, die ich so auf Insta sehe, packen mich nicht wirklich. Klar, oft witzig. Schnell. Möglichst crazy. Oder wenigstens weird. Aber eben ohne Tiefgang. Ohne Message. Offensichtlich auf Klickbaiting aus. Ich hasse es. Will aber ja auch wahrgenommen werden. Könnte eben recht unkompliziert auf Insta gehen. Denke ich so. Verwirrt.

So, genug sinniert zum Jubiläum. Und ich merke: Irgendwann im vergangenen Jahr scheine ich mal nicht auf Insta gepostet zu haben – der 365. Eintrag hätte schon vor ein paar Tagen sein müssen. Egal, sicher ist, es gibt für jeden Tag meine Gedanken. Sind alle versammelt auf meiner Homepage, meinem eigentlichen Schatz namens hauptstadtkater. de.

Und ich frage mich so, liebe Leserin, lieber Leser: Was habt Ihr so für Gedanken zu meine Gedanken? Wollt Ihr das mal teilen? Mit mir? Würde mich echt voll interessieren. Sagt der jubilierende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: gebt Feedback. Und chillt, Leute! 

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