Zerstören erzeugt Lust – Ich, Putin und die Fifa

Ich räume frank und frei ein – nicht alle meine Charaktereigenschaften sind fein. Zerstören beispielsweise weckt Lust in mir. Wie bei Menschen Bier. Okay, okay, ich höre auf mit dem schlechten Reimen. Und erkläre mich mal: Zerstörungswut ergreift mich vor allem dann, wenn meine Leute mich ignorieren.
Obwohl ich mich nach Zuwendung sehne. Und dann habe ich durch einen Anfall einen sicheren Hebel, Aufmerksamkeit zu bekommen. Indem ich an ihren restaurierten, historischen Sesseln kratze. Und schon sind sie da. Bei mir. Ganz ohne ihr bescheuertes Bier.

Zerstören mögen aber natürlich auch Menschen. Wie Kremldespot Putin. Der ließ nun wohl ein zum Weltkulturerbe zählendes Höhlenkloster in der ukrainischen Hauptstadt Kiew beschießen. Und beschädigte dadurch die Hauptkirche schwer.
Zwar behauptet Russland, das Ensemble sei durch eine ukrainische Flugabwehrraketen getroffen worden. Die Ukrainer aber entdecken Trümmer einer russischen Kamikaze-Drohne am Tatort. Und egal, von wem die Zerstörung nun verursacht wurde – hinter allem steht der russische Angriffskrieg.
Putin zerstört, um zu demütigen und zu entmutigen. Ermutigt aber viele Ukrainer zum empörten Widerstand. Nun, eine good News für die Ukraine gibt es: Heute beginnen die Beitrittsgespräche zur Europäischen Union.

Ein weiterer Zerstörer ist der Weltfußballverband Fifa. Der führte zur WM in den USA, Kanada und Mexiko eine Trinkpause ein – in jeder Halbzeit unterbricht der Schiri die Partie nach 22 Minuten für drei Minuten. Ein Spiel wird also geviertelt. Eigentlich, im ersten Moment eine gute Sache, könnte man denken. Denn die Fifa begründete die Maßnahme mit der Hitze.
Im zweiten Moment aber wird klar, es geht wieder nur um noch mehr Geld. Die TV-Sender nutzen die Pausen für Werbung ohne Ende. Und: Eigentlich braucht es gar nicht überall Hitzeunterbrechungen, weil manche Partien auch in klimatisierten Stadien ausgetragen werden. Und die WM eh in verschiedenen, auch kühlen Klimazonen stattfindet.
Und ich denke so: Die Fifa zerstört durch die Maßnahme die Stimmung in den Stadien. Und auch noch den Spielfluss der Mannschaften. Letztlich also den Fußball.

Der israelische Premier Netanjahu will auch zerstören. Die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon. Warum? Netanjahu behauptet, die Miliz stelle eine Gefahr für sein Land dar. Im Vordergund aber steht, dass der Krieg die Ermittlungen gegen ihn wegen Korruptionsverdacht in den Hintergrund rückt.
Und ich sehe Fäden vom frisch bezogenen Designer-Sessel meiner Leute baumeln. Ich gestehe: Ich zerstöre auch, weil ich meine Krallen schärfen muss. Und das geht nirgendwo besser als an diesem rauen Stoff des Sessel. Really. Sagt der destruktive Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Steht zu eurem miesen Charakter. Und chillt, Leute!
Schreibe einen Kommentar