Vier Jahre Ukraine-Krieg und die Gedanken des großen Moros

Vier Jahre – eine unvorstellbar lange Zeit. Für mich. Vor vier Jahren – da war ich noch nicht geboren. Coco sowieso nicht. Vor vier Jahren, da marschierten die russischen Truppen in die Ukraine ein. Und zerstören seitdem das Land. Bombardieren zivile Einrichtungen. Und Energieanlagen. So dass viele Menschen in den vergangenen Wochen ohne Heizungen bei minus 20 Grad in ihren Wohnungen ausharren mussten.
Für mich ist das ganz klar Terror. Den Kremldespot Putin ausüben lässt, um den Willen der Ukrainer zu brechen. Die ich bewundere: Denn viele wollen weiter Widerstand leisten. Während der Hass auf Putins Russland wächst.
Vor vier Jahren war mein großer Kater-Bruder, mein Moro, der im vergangenen Sommer so plötzlich starb, schon in Aktion. Und schrieb sein Tagebuch. Mit Gedanken zur Lage des Menschen. Und wenn ich mir das heute so anschaue, so wirkt das seltsam aktuell. Als ob nicht vier Jahre vergangen wären. Denn schon mit Kriegsausbruch klangen seine Worte ähnlich wie meine heute noch: Ich höre daraus Unverständnis, Verzweiflung, Machtlosigkeit – gepaart mit Angst. Und doch – natürlich hat sich seitdem einiges verändert. In der Welt.

Ich zitiere meinen Moro vom 24. Februar 2022: „Es ist etwas passiert, was die Grundfeste des Lebens hier erschüttert. Und eine Zeitenwende einleiten könnte. Es gibt Krieg in Europa“, schreibt er. Und weiter: „Die russische Invasion in die Ukraine ist ein eklatanter Bruch des Völkerrechts. Die Diplomatie hat voll versagt. Russland setzt plump auf das Recht des Stärkeren. Krieg scheint archaisch, aus der Zeit gefallen. Absehbar ist, dass sehr viele Menschen sterben und leiden werden. Es werden Generationen beschädigt, Fortschritt zerstört. Warum? Damit eine skrupellose Clique in Moskau an der Macht bleiben kann.“
Und mir würden die Augen vor Schmerz tränen, wenn sie tränen könnten. Nun, Moros Worte haben sich mehr als bewahrheitet. Zehntausende Tote, Verletzte auf beiden Seiten. Unfassbare Wut, Hass. Eine tief gespaltene Welt kurz vor einem Weltkrieg. Millionen Flüchtlinge. Zerstörte Familien.

Wie die von unserem Denys und seinen Leute. Die die Großeltern meiner Bruna zu Beginn des Kriegs für mehr als ein Jahr in Isernhagen beherbergten. Denys – mit seinen 18 Jahren – muss sich mittlerweile seit Jahren ohne Familie alleine in Warschau durchschlagen. Und hat es damit im Vergleich zu vielen Altersgenossen wahrscheinlich noch gut, die in einem Abnutzungskampf an der Front leiden müssen. Und sterben.
Wie frustriert ich bin: Über die Milliarden Dollar, die in die Waffenindustrie fließen. Über die EU, die es nicht einmal heute schafft, der Ukraine eigentlich schon zugesagte Milliardenhilfen zu geben – weil EU-Mitglied Ungarn das blockiert. Ebenso blockiert wie Sanktionen gegen Russland. Das auf dem Schlachtfeld bislang kaum Erfolge errungen hat. Im Gegenteil, zuletzt konnte die Ukraine kleinere Gebiete zurückerobern.

Der Krieg hat auch ekelhafte Gewinner produziert, von der Rüstungsindustrie über die AfD bis hin zu Trump. Wobei man das bei AfD und Trump natürlich nur vermuten kann…. Und so muss ich es dem Moro von damals gleichtun. Stürze auf Felixens Zeitung. Und zerfetze sie. Tut so gut. Frust rauslassen. Sagt der deprimierte Hauptstadtkater. Der heute nicht über euch wachen kann. Und jetzt: Seid auch mal aggressiv. Und chillt, Leute!
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